Die Rückkehr des Elia - Kapitel 21 - Was ist das für eine Messrute in deiner Hand?

veröffentlicht Feb 11, 2019 von Adrian Ebens in Die Rückkehr des Elia

Das deutsche Übersetzerteam ist dabei, das Buch "The Return of Elijah" - Die Rückkehr des Elia von Bruder Adrian Ebens zu übersetzen. Dies wird ein längerer Prozess sein, deshalb werden wir die einzelnen Kapitel als Artikel veröffentlichen, bis das ganze Buch fertig ist. Seid gesegnet beim Lesen!

Der Hauptteil dieses Buches wurde von Bruder Adrian Ebens in nur zwei Wochen im Juli 2007 geschrieben. Wir veröffentlichen es hier unverändert, obwohl mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

 

Kapitel 21 - Was ist das für eine Messrute in deiner Hand?

A. Legitimation für die Anbetung

Als Jesus hier auf Erden war, machte Er einige kühne Behauptungen über sich selbst. Eine dieser erstaunlichen Aussagen steht in Johannes 5,18-27.

Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte. 19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, sodass ihr euch verwundern werdet. 21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. 25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. 26 Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. 27 Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist. Johannes 5,18-27

Jesus sagt, dass Gott Sein Vater ist und Er deshalb Gott gleich ist. Er behauptet auch, dass alles Gericht Ihm übergeben wurde, was bedeutet, dass Er der Richter der ganzen Welt ist. Er macht auch die wichtige Aussage, dass alle den Sohn so ehren sollen, wie sie den Vater ehren. Jesus beansprucht, dass Ihm unsere Anbetung zusteht.

Wenn jemand zu dir käme und sagen würde: „Ich bin deiner Anbetung wert“, dann könnten wir höflich fragen: „Was ist dein Anspruch auf Anbetung?“, „Auf welcher Basis bittest du mich, dich anzubeten?“, „Welche Legitimation besitzt du?“. Es wäre für uns natürlich, unsere Messrute herauszuholen und diese Person, die solch kühne Behauptungen aufstellt, zu mustern und zu sehen, ob sie entsprechend qualifiziert ist. Die Frage ist, was für eine Messrute verwenden wir dafür?

Als der Vater Jesus der Welt vorstellt, sagt Er uns, warum wir auf Ihn hören sollen. Und in der Erklärung des Vaters liegt der Schlüssel dazu, welche Messrute wir anwenden sollten. Schau hier:

Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören! Matthäus 17,5

Beachte sorgfältig, was der Vater sagt. Was ist der Grund dafür, dass wir auf Jesus, Seine Lehren und Behauptungen hören sollen? Gott gibt uns einen einfachen Grund: Dies ist mein Sohn, den ich lieb habe (oder an dem ich Wohlgefallen habe). Die Messrute muss daher eine beziehungsbasierte sein. Sie muss sich gründen auf der Art von Beziehung, die Jesus zum Vater hat.

Der Vater hat nicht gesagt: „Dies ist der mächtige Schöpfer des Universums“, als Grundlage dafür, warum wir auf Ihn hören sollen, auch wenn Jesus tatsächlich all das war.1 Der Vater weist uns auf die Beziehung hin, die der Sohn mit Ihm selbst hat als Grund dafür, warum wir auf Ihn hören und Ihm folgen sollen.

B. Christus aus einem weltlichen Blickpunkt betrachten

Aber sind wir bereit, auf Jesus zu hören und Ihm zu folgen auf Grund Seiner Beziehung zum Vater, oder nehmen wir normalerweise eine andere Messrute zur Hand, um Jesus zu messen; eine Messrute, mit der wir geboren sind; eine Messrute, mit dem alle Menschen echte Größe messen; eine Messrute, die auf Macht, Stellung und Leistung basiert? Führt die Lüge der Schlange natürlicherweise unsere Hände zu der falschen Messrute, um festzustellen, ob Jesus der Anbetung würdig ist? Wenn wir „messen“ sagen, meinen wir unsere Suche in der Schrift. Ist es möglich zu versuchen, Christus auf menschliche und fleischliche Weise zu messen, was bedeutet, eine Messrute anzuwenden, die Gott uns nicht gegeben hat? Beachte, was Paulus in 2.Korinther 5,16 sagt:

Darum beurteile ich von jetzt an niemand mehr nach menschlichen Maßstäben. Auch Christus nicht, den ich einst so beurteilt habe. 2.Korinther 5,16 (Gute Nachricht Bibel)

Paulus sagt, dass er Christus einst von einem weltlichen Blickpunkt betrachtet (oder gekannt) hat. Der Kernpunkt ist, wenn wir durch die Bibel hindurch die falsche Messrute für Christus verwenden, dann erwarten wir möglicherweise die falschen Dinge von Ihm.

Immer wieder lesen wir bei Gelehrten in ihrem Bemühen, Christus darzustellen, Worte wie „völlige Göttlichkeit“ und „Christus ist Gott im wahrsten Sinne des Wortes“, und dass alles geringere als „totale Gleichheit“ eine Abwertung der Göttlichkeit Christi sei. Was für eine Messrute wird in diesen Fällen verwendet? Warum wird Christus ständig diesem Prozess ausgesetzt, Seine Göttlichkeit beweisen zu müssen? Ein Prozess, der in Wirklichkeit auf die Frage antwortet: Entsprichst Du unserem Standard? Ist das die Messrute, die der Vater uns gegeben hat? Sind wir sicher, dass wir, wenn es darum geht, Christus zu messen, es so tun, wie der Vater uns gebeten hat? Wie wir im vorherigen Kapitel bemerkt haben, wenn wir Christus dem Vater gleich machen, so wie es die Welt immer tut – durch innewohnende Kraft –, dann könnten wir tatsächlich den echten Christus verleugnen, indem wir eine falsche Messrute verwenden.

 

C. Beziehungsbasierte vs. leistungsbasierte Messung

Lasst uns die Messruten von Beziehung und Leistung miteinander vergleichen:

Beziehungsbasierte Messung

Leistungsbasierte Messung2

Wort des Vaters über Christus

Dauer der Existenz

Wissen über den Charakter des Vaters

Quelle der Macht

Wissen aus dem Leben mit dem Vater

Menge an Macht

Erbschaft vom Vater

Stellung des Vaters

Wenn wir ein leistungsbasiertes Messverfahren verwenden, werden wir auf alle Texte in der Bibel hinweisen, die von der Macht und den Fähigkeiten Christi sprechen, als Basis dafür, dass Christus anbetungswürdig ist. Aber der Vater führt keine dieser Dinge als Grund oder Basis dafür an, dass wir auf Ihn hören sollen. Natürlich sagen uns Christi Macht und Seine innewohnenden Eigenschaften, wie Jesus ist, aber all diese Dinge werden sofort verstanden, wenn wir sagen, dass Christus durch Erbschaft einen vortrefflicheren Namen erhalten hat als die Engel.

Wenn wir sagen, dass der Glaube, dass Christus geboren ist, tatsächlich die Göttlichkeit Christi abwertet, dann behaupten wir ungewollt, dass die Erbschaft, die der Vater gab, nicht ausreichend war. Die Erbschaft und die Gebote des Vaters sind genau genommen nicht genug, um die Frage der Göttlichkeit Christi festzumachen. Kann es sein, dass wir damit praktisch sagen: „Du behauptest vielleicht, dass Er gleich ist, aber wir beweisen es lieber selbst, um sicher zu sein.“ Offensichtlich ist es so, dass, sobald wir erst einmal davon überzeugt sind, dass Christus Gott ist, wir versuchen sicherzustellen, dass Seine innewohnenden Mächte und Fähigkeiten von allerhöchster Ordnung und Qualität sind. An diesem Punkt laufen wir Gefahr, zu viel beweisen zu wollen und uns auf Dinge zu konzentrieren, die nicht wesentlich sind.

Wenn wir eine beziehungsbasierte Messrute benutzen, sind die Fragen der Existenz und der Kraftquelle zweitrangig zur Beziehung des Sohnes zum Vater. Im Grunde beten wir den Sohn an, weil der Vater es uns sagt. Wir ehren den Sohn, weil der Vater sagt, dass wir es tun sollen. Wir glauben, dass Er göttlich ist, weil Er das Ebenbild Seines Vaters ist. Ist das nicht genug? Ist das Wort des Vaters und die Erbschaft, die Er Ihm verliehen hat, nicht ausreichend für uns, um Jesus anzubeten? Offensichtlich war es für Luzifer nicht ausreichend. Er forderte mehr als nur das Wort des Vaters; er wollte knallharte leistungsbasierte Beweise.

Wenn wir verstehen, dass sich der Segensstrom des Vaters für uns in der Unterwerfung und dem Gehorsam gegenüber Seinem Wort eröffnet, kann es dann sein, wenn wir den eingeborenen oder einzig-geborenen Sohn nicht als gleich mit dem Vater anerkennen allein auf der Grundlage Seines Wortes, dass wir verhindern, dass Sein ganzer Segen freigesetzt wird? Kann das Vermögen des Vaters, größere Mengen Seines Geistes auszugießen, direkt mit der Art und Weise verbunden sein, wie wir Seinen Sohn betrachten?

 

D. Versklavt an die leistungsbasierte Messrute

Unsere Gemeinde ist unwissentlich besessen von einem leistungsbasierten Maßstab von Christus als Basis dafür, Ihn für vollkommen göttlich zu halten. Ist das nicht der Beweis für unseren Laodizea-Zustand? Deshalb gibt es zwei Schlüsselpassagen im Geist der Weissagung, die immer als eine Grundlage zitiert werden, um die volle Göttlichkeit Christi anzunehmen. Es sind diese zwei:

  1. In Christus ist ursprüngliches, nicht geliehenes, nicht abgeleitetes Leben. (LJ 523) - Machtquelle

  2. Es gab nie eine Zeit, als Christus nicht in Gemeinschaft mit dem Vater war. (Ev 615) - Dauer der Existenz

Weil die leistungsbasierte Messrute nie in Frage gestellt wird, bedeutet das automatisch, wenn jemand andeutet, dass Christus in der Ewigkeit vom Vater geboren wurde, dass derjenige sagt: „Es gab eine Zeit, als Jesus nicht existierte.“ Die Schlussfolgerung ergibt sich direkt aus der verwendeten Messrute. Der Vater hat uns nie gesagt, dass wir diese Messrute bei Seinem Sohn anwenden sollen und somit ist die Schlussfolgerung irrelevant. Diejenigen, die an einen leistungsbasierten Maßstab versklavt sind, können nicht zulassen, dass Christus geboren wurde, weil das dazu führen würde, dass Christus ihrem Maßstab nicht genügen würde.

Beachte die leistungsbasierte Logik in folgender Aussage:

„Wenn
Christus ganz Gott ist und der Heilige Geist ganz Gott ist,
dann
muss die Gottheit eine Dreieinigkeit sein.“
{J. R. Spangler, Review and Herald, October 21st 1971, I believe in the Triune God (Ich glaube an den dreieinigen Gott}

Der logische Denkprozess ist klar. Der einzige Weg, wie die obige Aussage ein Konzept von Gleichheit bilden kann, ist durch das Mittel der Dreieinigkeit. Es wird automatisch vorausgesetzt, dass das Wesen der Gleichheit auf Macht und Leistung basiert.

Die Notwendigkeit dieses logischen Prozesses schien für W.W.Prescott nicht offensichtlich zu sein, als er sagte:

Der Sohn ist dem Vater in allem gleich, außer in dem, was durch die Begriffe Vater und Sohn vermittelt wird. Er ist dem Vater darin gleich, dass er in vollem Umfang seit der Ewigkeit die Existenz des Vaters teilt und seine unendliche Macht, Weisheit und Liebe. Aber in dem Maße, wie der Vater diese göttlichen Eigenschaften aus sich selbst heraus besitzt und der Sohn sie besitzt als abgeleitet vom Vater, in diesem wirklichen Sinne und nur in diesem Sinne ist der Vater größer als der Sohn.
Natürlich haben die Vorstellungen von älter und jünger in einem ewigen Vater und einem ewigen Sohn keinen Platz. Indem wir die Auffassung von Sohnschaft aus der Zeit in die Ewigkeit emporheben, fallen diese Elemente, die in menschlichen Vätern und Söhnen immer gegenwärtig sind, sofort weg. – (The Doctrine of Christ /Die Lehre von Christus), S.20, 1920)

Genau wie die Jünger glaubten, dass die Frage, „Wer ist wohl der Größte im Reich der Himmel?“, wichtig war, so haben wir Adventisten fälschlicherweise geglaubt, dass die Beantwortung der Frage nach dem „Alter“ des Sohnes entscheidend ist. Beachte, was Ellen White sagt:

Hier zeigt Christus ihnen, dass, obwohl sie meinen könnten, dass sein Leben weniger als 50 Jahre beträgt, Sein göttliches Leben nicht mit menschlichen Berechnungen bestimmt werden kann. Die Existenz Christi vor Seiner Menschwerdung kann nicht in Zahlen gemessen werden. {E.G. White, Signs of the Times, 3.Mai, 1899, Absatz 4}

Menschliche Berechnungen nehmen das Zeitmaß und legen es an Christus an, um zu sehen, ob Er nach unserem Verständnis ewig ist. Das ist eine menschliche Berechnung und nicht eine, zu der Gott uns aufgefordert hat.

Beachte wiederum, was Ellen White sagt.

...obwohl wir versuchen können, in Bezug auf unseren Schöpfer zu argumentieren, wie lange Er existiert hat, wo das Böse zuerst in unsere Welt eingedrungen ist, und all diese Dinge, können wir über sie nachdenken, bis wir vor lauter Forschung ohnmächtig und erschöpft umfallen, und doch gibt es darüber hinaus noch unendlich mehr. {SDA Bible Commentary Bd.7, S. 919}

Diejenigen, die eifrig darin sind, ein leistungsbasiertes Messsystem zu verwenden, werden versuchen, diese Aussage zu verwenden, um Christi Ewigkeit zu beweisen, aber der Punkt ist, dass es sinnlos ist, die Dauer Seiner Existenz herausfinden zu wollen, egal ob Er geboren oder nicht geboren ist. Aber genau das müssen wir tun, wenn wir versuchen, ein Zeitmaß als Grundlage für die Göttlichkeit Christi anzuwenden. Solche Bestrebungen sind ein klares Indiz dafür, dass wir wie das alte Israel fest in babylonischer Sklaverei gefangen sind.

Manchmal war Ellen White frustriert, dass etwas, was sie gesagt hatte, genommen wurde, um genau das Gegenteil von dem auszudrücken, was sie damit gemeint hatte. Könnte das auch auf einige der Aussagen zutreffen, die sie über Christus verfasst hat? Beachte:

Es scheint mir unmöglich, von denen verstanden zu werden, die das Licht hatten, aber nicht darin gewandelt sind. Was ich vielleicht in privaten Gesprächen gesagt hatte, wurde so wiedergegeben, dass es genau das Gegenteil von dem bedeutete, was es bedeutet hätte, wenn die Zuhörer in Geist und Verstand geheiligt gewesen wären. Ich habe sogar Angst, mit meinen Freunden zu sprechen, denn danach höre ich, Schwester White hat das gesagt, oder Schwester White hat das gesagt. Meine Worte werden so aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert, dass ich zu dem Schluss komme, dass der Herr möchte, dass ich mich aus großen Versammlungen fernhalte und private Interviews ablehne. Was ich sage, wird in einem derart verkehrten Licht berichtet, dass es neu und fremd für mich ist. Es wird vermischt mit Worten von Menschen, um ihre eigenen Theorien zu untermauern. – {Letter 139, 1900,3SM 82}

Ist es möglich, dass das Gleiche auch heute geschehen ist? Dieses Argument ist natürlich beidseitig anwendbar, aber ich bringe es vor, damit wir alle uns genau überlegen mögen: „Lese ich es, wie es gemeint war?"

 

E. Eine alternative Messung von der Orthodoxie ausschließen

Der katholische Dekan Arius sagte, dass es „eine Zeit gab, als Jesus nicht existierte.“ Er sagte das, weil er genauso von dem leistungsbasierten Maßstab besessen war wie es die Trinitarier waren. Die Schlussfolgerung ist wichtig für diejenigen, die sich weigern, einfach das Wort des Vaters über Seinen Sohn anzunehmen, aber für diejenigen, die einfach dem Wort des Vaters vertrauen, ist sie belanglos.

Für Adventisten bedeutet das, wenn sie Menschen "Arianer" nennen, weil diese den einfachen Worten der Bibel glauben, dass Jesus der eingeborene oder einzig geborene Sohn des Vaters ist, dass sie diesen Menschen ihr eigenes Messverfahren überstülpen und sie mit einer Bezeichnung belegen, die von den so Beschuldigten nicht notwendigerweise geglaubt wird.

Es ist auch erstaunlich, wenn man Menschen "Arianer" oder "Semi-Arianer" nennt, dass diese Begriffe die Frage der Gottheit wieder zu den Problemen zurückführen, mit denen die katholische Kirche im vierten Jahrhundert gerungen hat. Lasst mich hier einmal kategorisch feststellen, dass ich weder die Themen noch die Argumentationsweise der Debatte der katholischen Kirche im vierten Jahrhundert anerkenne; sie beruhte nicht allein auf der Schrift, es wurde ein leistungsbasiertes Messverfahren verwendet, und daher gehört der Begriff „Arianer“ zu diesem System und nicht zu denen, die eine andere Messrute verwenden. Es ist auch unreif und irreführend, die Bezeichnung „Arianer“ oder „Halb-Arianer“ auf unsere Vorväter anzuwenden. Diese Begriffe sind völlig irrelevant für eine angemessene biblische Diskussion über die Gottheit, und es sind Begriffe, die aus einer Besessenheit mit einem leistungsbasierten Maßstab stammen. Geschwister, lasst Babylon fallen und kommt in das Licht!

Ich habe mich entschieden, dem Vater zu gehorchen und Seine Messrute zu verwenden. Christus ist dem Vater gleich, weil der Vater es sagt. Er ist gleich, weil Er die Gedanken des Vaters kennt wie kein anderer. Er kennt den Vater wie der Vater den Sohn kennt. Das ist es, was im Königreich Gottes wichtig ist. Gleichheit besteht in der Macht der Beziehung und nicht in der eigenen innewohnenden Macht.

Ich appelliere an euch mit den Worten Christi: „Wie liest du?“ (Lukas 10,26). Liest oder misst du mit einer leistungsbasierten oder mit einer beziehungsbasierten Messrute? Die Messrute, die du verwendest, bestimmt das Königreich, das dich beherrscht.

 

 

Fußnoten:

1Beachte die Beziehungsgrundlage für die Anbetung im folgenden Abschnitt von EGW: „Es ist nicht die Darstellung Seiner furchtbaren Majestät und unübertroffenen Macht, die uns ohne Entschuldigung lässt, wenn wir Ihm unsere Liebe und unseren Gehorsam verweigern. Es ist die Liebe, das Mitgefühl, der Langmut, die Geduld, die Er gezeigt hat, die gegen jene aussagen werden, die Ihm nicht den bereitwilligen Dienst ihres Lebens geben.“ SD 19

2Siehe den November 1964 Ministry-Artikel, S. 7 über die Trinität z.B. „Die zweite Tatsache ist, dass all diese Personen gleich-ewig sind. Das heißt, alle von ihnen haben schon immer existiert, und man kann vom Vater nicht sagen, dass er vor dem Sohn oder dem Geist existiert hat. Alle sind zeitlos (siehe Kol.1,17; Offb.22,12; vgl. Jes.41,1). Alle drei Personen sind gleich-ewig, d.h. sie haben alle den gleichen Rang und die gleiche Würde.“