Maranatha Media: German

Barmherzigkeit, nicht Opfer

veröffentlicht Nov 26, 2020 von Ruben Olschewsky in Das ewige Evangelium
Übersetzt von Yvonne Eisenblätter, Jutta Deichsel
285 Treffer

Dies ist die Abschrift eines Vortrags von Ruben Olschewsky vom 24. Oktober 2020, gehalten in Waterford-West, Australien.

 

Heute Morgen, bevor ich beginne, möchte ich darum bitten, dass wir niederknien. Ich habe meine Botschaft heute Morgen mit dem Titel „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer“ überschrieben. Ich werde mich also auf das Opfersystem konzentrieren. Es wird um das Kommen Christi auf diese Erde als der Messias gehen, und darum, was wir verstehen bezüglich dessen, was Gott eigentlich gewollt hat.

Bevor wir also fortfahren, lasst uns beten.

Vater im Himmel, ich danke Dir für diesen Sabbat und ich danke Dir für die Ausgießung Deines Geistes für jeden einzelnen von uns, und ich bete, dass unsere Herzen offen sind, diesen Geist zu empfangen, dass unsere Ohren offen sind, Deine Stimme zu hören, und dass unsere Herzen bereit sind, darauf zu antworten. Vater, ich bete, dass Du mir die richtigen Worte zum Sprechen gibst, um meine Geschwister hier in der Gruppe und auch online zu erbauen.  Ich bete, dass diese Gedanken und dieses Studium ein Segen für sie sein mögen. Vater, bitte hilf, diese Gedanken klar darzustellen, damit sie eine Basis für diese Botschaft und diese Bewegung bilden können, und ich danke Dir und preise Dich im kostbaren Namen Deines Sohnes Jeshua, Amen.

Mein Bruder lebt immer noch im Northern Territory und arbeitet dort seit 11 oder 12 Jahren in einer Aboriginal-Gemeinschaft in der Nähe von Mount Isa. Bevor er dorthin zog, arbeitete er als Zimmermann im Gebiet des nördlichen New South Wales gleich hinter der Grenze von Queensland. Und während er dort arbeitete, erzählte er mir einmal eine Geschichte über die Erfahrung einer seiner Mitarbeiter.

Dieser war ein Typ, den sie „der Gabelstapler“ nannten. Er konnte fast alles heben. Er war ein Mammut von einem Mann, er war ein „Schrank“. Was interessant war, dass er ein hitziges Gemüt hatte, und diese Kombination geht im Allgemeinen nicht gut.

Und so war er sehr temperamentvoll, vor allem, wenn er sich auf die Straße begab, und wenn ihm jemand etwas tat, was er für besonders ungerecht hielt, dann war er die Art von Person, die, wenn ihr die Gelegenheit gegeben wird, aus dem Auto aussteigt und nicht nur mit dieser anderen Person spricht, sondern es würde einen Kampf geben.

Er mochte dieses Verhalten nicht, er mochte diese Charakterkomponente in ihm nicht, aber sie schien manchmal einfach auszubrechen. Einmal fuhr er zur Arbeit und geriet in einen Stau oder zumindest in etwas, was er für einen Stau hielt, weil es langsamer ging, als er wollte. Der Verkehr war noch in Bewegung, aber er hatte das Gefühl, er käme zu spät zur Arbeit. Ich bin nicht sicher, ob das geschehen wäre oder nicht. Aber wie mein Bruder die Geschichte erzählte, er konnte aus dem Nichts heraus sehen ... nun, er konnte nicht sehen ... aber aus seinem toten Winkel kommt diese Dame mit ihrem Auto vorbei, schneidet ihn, fährt in die Ausfahrt und peng, er musste eine Vollbremsung machen, und das war genau das kleine Ding, das die Lunte zündete. Und so beschloss er, an dieser Frau an diesem Tag ein Exempel zu statuieren.  Also verfolgte er sie und drängte sie von der Straße, so dass sie stehen bleiben musste, weil er ihr den Weg abgeschnitten hatte, und dann vor ihr ausstieg und die Tür fast aus den Angeln hob, und er war dabei, diese Frau zu erreichen und zu packen, um sie mit Beschimpfungen zu überschütten ... und die Frau weinte! Er wusste eigentlich gar nicht, warum, aber in ihm kam auf einmal so ein Gefühl auf ... so ein Aufwallen von Emotionen, dass er nicht einmal darüber nachdachte, warum. Er dachte wahrscheinlich, sie weinte, weil er ein großer Kerl ist und weil er wirklich wütend war, er hatte ihr ja gerade den Weg abgeschnitten.

Jedenfalls entschuldigte sich diese Frau eindringlich bei ihm. Und sie erklärt ihm, dass der Grund, warum sie ihn geschnitten hat, der war, dass sie gerade einen Anruf von der Notaufnahme erhalten hat, dass ihre Tochter in einen wirklich tragischen Unfall verwickelt war und um ihr Leben kämpfte, und sie deshalb nicht mehr klar denken konnte und nur noch versucht hatte, ins Krankenhaus zu kommen. 

Dies stoppte den Mann. In diesem Moment stand er da und wusste nicht mehr, was er tun sollte. Er entschuldigte sich einfach bei ihr und schloss leise die Tür, stieg wieder in sein Auto, setzte zurück und gab ihr die Vorfahrt und fuhr dann zur Arbeit. Dann sagte er, als er zur Arbeit kam, es war, als ob er ein anderer Mensch sei. Es zerbrach ihn innerlich, weil das, was er in dieser Frau und in ihren Handlungen wahrgenommen hatte, auf einer Vorstellung basierte, die er in seinen Gedanken hatte, und in der Realität, als er sie tatsächlich traf, war diese Frau das genaue Gegenteil, und es hat einfach sein ganzes Paradigma verändert; es veränderte seine Wahrnehmung und brachte in diesem Moment eine wirklich tiefe Reue in ihm hervor.

Mein Bruder erwähnte nur, dass er sagte: „Bei mir muss sich etwas ändern“.  Aber was für mich wirklich herausragte, war die Tatsache, dass man in eine Situation geraten kann, in der man annimmt, dass man weiß, wie jemand ist, und am Ende herausfindet, dass man völlig falsch liegt. Und es ist dieses Konzept, das ich heute Morgen in unser Studium der Schrift mitnehmen möchte.

Deshalb möchte ich heute Morgen mit Sprüche Kapitel 30, Vers 4 beginnen: 

Wer stieg zum Himmel empor und fuhr herab? Wer faßte den Wind in seine Fäuste [Hebr.: Handvoll, Handhöhle]? Wer band die Wasser in ein Kleid? Wer richtete alle Enden der Erde auf? Was ist sein Name und was ist der Name seines Sohnes? Weißt du das?

Übrigens, wenn es heißt: „Wer faßte den Wind in seine Fäuste?“, finde ich es interessant, weil es ein Ausdruck ist, bei dem man natürlicherweise an etwas denkt, das sich im Zorn zusammenkrampft. Im Hebräischen spricht man einfach über Hände. Er sammelt den Wind in Seinen Händen.  Das verändert das Bild, nicht wahr? 

„Was ist sein Name und was ist der Name seines Sohnes?“ Interessanterweise wird im Internet viel darüber diskutiert, wie man Gott nennt. Es gibt ganze Bewegungen, die sich damit beschäftigen, was Gottes Name ist. „Man schreibt ihn so!“, „Es tut mir leid, du sprichst ihn falsch aus ... es heißt so“, und dann gibt es eine Fülle von verschiedenen Namen, die auf dieser Liste stehen, die einem sagen, wie man Ihn nennen soll. Mir scheint, als ob in diesem ganzen Prozess tatsächlich ein wirklich tiefer Punkt übersehen wird.

Und ich werde euch dazu einen Vergleich geben. Ich war einmal mit Pastor Adrian unterwegs, und es gab ein Programm für alle Treffen, die stattfanden, und ich fragte mich: Oh, Gastredner „Adrain“ [im Englischen bedeutet „a-drain“ „Abfluss“] wird heute predigen. 

Versammlung: Lachen

[Scherzhaft] „Ich muss herausfinden, wer dieser Typ ist“ ... aber in meinem Kopf wusste ich es. Ich dachte: „Wow, das ist interessant!“ Also dachte ich, hier kommt jemand zum Treffen und sagt: „Oh, da ist der Typ ... Hallo Pastor Adrain!“ Denn so steht es im Programm. Das ist nicht sein Name, aber sie nennen ihn einen Abfluss! Und ok, im Laufe des Gesprächs gibt es eine Klarstellung ... „Ich weiß, dass es da steht, aber mein Name ist eigentlich Adrian ... ist schon ok.“

Bedeutet die richtige Namensgebung in diesem Moment, dass man eine tiefe vertraute Beziehung hat und alles über diesen Mann weiß? Nein!  Alles, was man jetzt weiß, ist sein Name ... das war's. Es sagt nichts über die Beziehung aus! Die Frage in diesem Vers in Sprüche Kapitel 30, Vers 4, ist also nicht, wie buchstabiert man Seinen Namen, weil das Hebräische, wenn es von Namen spricht, spricht es von ...?

Versammlung: Charakter

Charakter! Wie ist Sein Charakter und wie ist der Charakter Seines Sohnes, weißt du es? Wenn du in der Lage bist, es zu wissen. Diese Frage ist also eigentlich eine SCHLÜSSELFRAGE. Es ist eine wirklich wichtige Frage, und die Antwort offenbart uns vieles, auch über uns.

Was wir über Gott verstehen, bestimmt unsere Beziehung zu Ihm. Und was wir über Gott verstehen, wird sich in unserem Handeln gegenüber anderen offenbaren (und darüber sprach Pastor Adrian heute Morgen). Wenn du glaubst, dass Gott verurteilt, wird es sich in deinem Leben manifestieren, und wenn du glaubst, dass Gott Leben nimmt, dann garantiere ich dir, unter den richtigen Umständen wirst du genau das tun... Du brauchst dafür nur die richtigen Zutaten. Denn es ist eine grüne Ampel. Du siehst es als 'grünes Licht' ... es ist gerechtfertigt.  Wenn es gerechtfertigt ist, wirst du es unter bestimmten Umständen selbst tun. 

Das ist eine Warnung, die ich in Deutschland schon oft ausgesprochen habe für diejenigen, die dafür eintreten, dass Gott aktiv und aggressiv Leben nimmt. Wenn das auf das zutrifft, wovor ich euch gewarnt habe, dann wird sich das in eurem Leben manifestieren. SEID ALSO VORSICHTIG, WAS IHR GLAUBT.  

Der Fall der Menschheit war die Einführung in eine veränderte Auffassung von Gott. Macht das für alle Sinn? 

Versammlung: Ja

Aufgrund der Lügen, die Satan Adam und Eva erzählte, bestand die Verschiebung darin, dass sie Gott durch eine andere Art von Linse sahen. Sie sahen nun einen Gott in einem anderen Licht, so dass der Gott, der sie immer noch liebte - der Gott, der sich nicht verändert hatte - nun kommen würde, um sich im Garten zu offenbaren, wie Er es normalerweise tat, mit der Absicht, mit ihnen zu kommunizieren, und sie liefen weg und versteckten sich.  Wer hat sich hier also verändert? Ihre Wahrnehmung von Ihm hatte sich verändert. An Seinem Charakter hatte sich nichts verändert.

Und wenn die Wirkung so tiefgehend war, konnte es dann sein, dass nur, weil Adam Christus seine Sünde bekannt hatte und einräumte, dass er einen Fehler gemacht hatte, als er von der Frucht des Baumes aß, von dem er nicht hätte essen sollen, und das Hören auf seine Frau über das Hören auf Gott stellte, und sich deshalb einen neuen Gott erwählt hatte, durch sein Sündenbekenntnis dieses Problem natürlicherweise wieder beseitigt war?

Versammlung: Nein

Nein ... Es wurde aufrechterhalten. Und Gott wurde von Adam als Tyrann gesehen. Wir haben dies bereits mehrfach in anderen Präsentationen zum Ausdruck gebracht. Deshalb kam die Anklage oder die Verurteilung, wie Pastor Adrian sie kürzlich durch Römer 5,16 ausdrückte, durch einen Mann. Diese Verurteilung war gegen Gott, nicht von Gott: „Die Frau, die DU mir gegeben hast ... Du bist verantwortlich ... Du [Gott] bist die Quelle dieses Problems“.

Was ich jetzt tun möchte, ist für einen Moment in unserer Diskussion zu verfolgen, wie diese Problematik auch im Gesamtverlauf der Schrift nicht gelöst wurde. Der Mensch trägt diese Sichtweise eines tyrannischen Gottes in sich. 

Ihr erinnert euch in der Geschichte von Hiob. Die Hauptfigur in der Geschichte ist der Mann Hiob, korrekt? Was bedeutet der Name? Weiß es jemand von euch? Gehasst! Richtig, interessanterweise bedeutet der Name 'Iyob' gehasst. Deshalb ist er in mancher Hinsicht eine Parallele zum Messias, weil Christus gehasst wurde. Aber in der Geschichte von Hiob hat er drei Freunde. Erinnern wir uns an sie? Bildad, Zophar und Eliphas, ich glaube, das sind ihre Namen. Sie sind die so genannten Freunde Hiobs, deren Absicht es ursprünglich war, ihn zu trösten, mit ihm in Sacktuch und Asche zu sitzen, ihn zu trösten. Und als sie begannen zu erkennen, dass er klagt, dass dies ihm widerfahren ist und er keine Sünde anerkennt, beginnen sie zu offenbaren, was in ihren Herzen ist.

„Hiob, das musst du dir klar machen: Du bist krank, alles ist weggefallen, du hast alles verloren, was du je hattest; es ist ziemlich klar, dass du etwas falsch gemacht hast und du für dein Unrecht bestraft wirst.“ Ist das richtig? Ist das letztlich ihr Argument?

Versammlung: Ja

Und alle drei waren sich einig. Sie nutzten einfach verschiedene Wege, um den „Elefanten“ anzugreifen. Im Wesentlichen wollten sie ihm damit sagen, du hast etwas falsch gemacht, und du wirst bestraft, weil du etwas falsch gemacht hast.

Das war der damals vorherrschende Gedanke der Menschheit, und ich glaube, Hiob wurde zu einer Zeit geschrieben, die mit Abraham zusammenfällt. In der Zeit Abrahams war es also der Konsens der meisten, dass Gott einen bestraft, wenn man Unrecht getan hat. Und so musst du etwas tun, um es wieder gut zu machen, was dich interessanterweise nicht sonderlich von den Heiden unterscheidet, oder ist es nicht so?

Was tust du, wenn das Wetter nicht günstig ist für das, was du tun willst? Nun, du opferst deinen Erstgeborenen, oder du gehst und bringst einige Opfer dar, oder du gibst einen Teil deines Geldes dem Priester oder was auch immer, um alles wieder in Ordnung zu bringen ... Um die Götter glücklich zu machen ... was wir als Beschwichtigung benannt haben ... um den Charakter oder die Gesinnung des Individuums, das du verehrst, zu ändern, damit es dir wieder wohlgesinnt ist.

Das war also der Grundgedanke, der in der Geschichte von Hiob vermittelt wird, doch natürlich wird am Ende des Buches Hiob offenbart, dass diese drei Freunde mit ihren Gedanken völlig falsch lagen. In Kapitel 40 dieses Buches macht Gott es sehr deutlich, dass „ihr durch Hiob ein Opfer bringen müsst, weil er Mich tatsächlich richtig repräsentiert hat ... oder sollte ich sagen, von euch allen am korrektesten ... es sei denn, Ich handle mit euch nach eurem Urteil“ ... in Matthäus 7,1 „Richter nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.“

Das ist also diese eine Situation, und dann kommen wir durch die Geschichte vorwärts und lesen im 2. Samuel Kapitel 6, ihr erinnert euch, dass ist die Geschichte, in der die Bundeslade geholt wird und in die Stadt Davids zurückgebracht wird. Ussa begleitet die Bundeslade. Tragen sie sie auf ihren Schultern?

Versammlung: Nein

Nein ... auf einem Ochsenkarren. Es ist also ein von Tieren gezogener Wagen. Steht es so in der Thora geschrieben, dass die Bundeslade von einem Ort zum anderen transportiert werden soll? Nein, sie soll auf den Schultern der Priester getragen werden ... Richtig?  Es findet also eine Übertretung statt, und wenn ihr die Geschichte mit Ussa studiert habt, wie wir das schon getan haben, werdet ihr feststellen, dass Ussa verärgert war  (wegen Achio, seinem jüngeren Bruder, der die Bundeslade anführte, während es eigentlich Ussa selbst als der Erstgeborene hätte tun sollen). Er hatte einen Geist der Gereiztheit, der in ihm wirkte, und er brachte sich selbst dadurch in eine Position der Anfälligkeit und berührte die Lade, als es aussieht, als würde diese umkippen, und dann schien es, als ob Gott ihn tötete. Und ich will dies nur kurz aufgreifen, denn ich denke, es lohnt sich, dies anzusprechen. ... da ich denke, ich werde den Punkt besser verdeutlichen, wenn wir es nachschlagen.

Im 2. Samuel Kapitel 6 werden wir uns also mit Vers 9 befassen. Wir beginnen mit Vers 8:

Aber auch David ergrimmte, daß der HERR mit Ussa einen solchen Riß gemacht hatte; …

Ich werde jetzt nicht in die Tiefe gehen, um all dies jetzt auszulegen.

 ... darum hieß man diesen Ort Perez-Ussa [was schlicht und einfach bedeutet: Riß über Ussa] bis zum heutigen Tag.

Und dann heißt es in Vers 9:

Und David fürchtete sich ...

Was?

Die Versammlung: fürchtete sich

Fürchtete sich – war verängstigt! Ist das eine vertraute Beziehung zu Gott? Nein, das ist eine Sichtweise von einem Mann, der sagt: „Ok, Ussa hat etwas falsch gemacht ... er berührte die Bundeslade und BANG! Er wurde getötet ... von Gott“. Nun, zumindest ist das der Eindruck. David ist an jenem Tag in Furcht vor dem Herrn und sagt:

Wie soll die Lade des Herrn zu mir kommen?

Angst ist also die Motivation, denn David hat angenommen, dass Gott es getan hat, was bedeutet, dass die Idee eines Tyrannen lebendig erhalten wird. Dann heißt es:

David wollte die Lade des Herrn nicht zu sich in die Stadt Davids hinaufbringen lassen

Richtig ... also wartete er, und die Lade kam zu dem Platz einer anderen Person, und was bei dieser Geschichte herauskam, war, dass, als sie in das Haus dieser Person kam ... war dieser Kerl gesegnet!!! Er war sehr gesegnet, und dann kommt dieses Zeugnis zu David zurück und es ist wie ... „Das ist verwirrend ... also, was habe ich falsch gemacht?“ Dann geht er zurück, um zu versuchen, die Lade wegzuholen.

Vers 12:

Als nun dem König David angezeigt ward, daß der HERR das Haus Obed-Edoms und alles, was er hatte, segnete um der Lade Gottes willen, da ging David hin und holte die Lade Gottes mit Freuden aus dem Hause Obed-Edoms herauf in die Stadt Davids.

Und in Vers 13:

Und wenn die, welche die Lade des HERRN trugen, sechs Schritte gegangen waren, opferte man einen Ochsen und ein fettes Schaf.

Könnt ihr euch vorstellen, was das für ein Blutbad gewesen ist? Warum bringt er alle 6 Schritte Opfer dar?

Versammlung: Beschwichtigung

Wir schauen uns das später noch einmal an. Ich möchte nur, dass ihr das im Hinterkopf behaltet.

Sie versuchen, das Gefäß, das den Segen darstellt, zu überführen, indem sie sechs Schritte gehen und Leben nehmen. Du kannst mir nicht weismachen, dass es sich hier nicht um ein Beschwichtigungs-Opfer-Verständnis handelt. Das bedeutet VERWIRRUNG. Du hast eine pervertierte Vorstellung davon, wer Gott ist, wenn du alle sechs Schritte Tiere opferst. Es kann keinen anderen Grund geben, als dass du nicht willst, dass noch mehr Menschen sterben, was bedeutet, dass du nie verstanden hast, was tatsächlich geschehen war.

Aber es ist deutlich, dass, als David durch diese Situation auf Gott blickte, er Gott als einen Tyrannen ansah. Wenn du ihn damals gefragt hättest, hätte er wahrscheinlich gesagt: „Nein, ich liebe Gott. Ich will einfach nur nicht sterben.“

Pastor Adrian: Haben sie deshalb [im Heiligtum] geopfert und dann sechs Stunden gewartet und dann wieder geopfert? 

Wow! Ich bete, dass es nicht deshalb eingerichtet wurde. Im Geist der Weissagung heißt es, dass man sich eine Stunde am Tag an die Leiden Christi erinnern soll, aber ich denke, der Kontext würde nahelegen, dass wir sicherstellen, dass wir den Tag abdecken. „Herr beschütze mich, bevor ich den Tag beginne ... und Herr beschütze mich, bevor ich die Nacht beginne.“

Pastor Adrian: Es ist die Motivation.

Ja .... Und so war es in der Zeit Davids, die die Zeit der Könige war ....

Kommentar aus der Versammlung:  Ich möchte nur für die Zuhörer sagen: Als Salomo die Lade in den Tempel brachte, brachte er dieselben Opfer wie sein Vater es tat ... er opferte die gleiche Menge an Schafen und Ochsen.

Es wurde weitergeführt ... Und das macht doch Sinn, oder nicht? Denn es setzt sich fort von einer Generation zur nächsten. Es baut einfach auf der Theologie der vorherigen Generation auf. Zur Zeit der Könige wird diese Vorstellung also immer noch weitergeführt. Und diese Vorstellung ist immer noch sehr präsent!

Dann kommen wir den ganzen Weg bis zum Kommen Christi. Und man sollte meinen, dass dieses Problem zurzeit Christi gelöst ist, aber wir haben zahlreiche Beispiele, wie z.B. die Jünger in Johannes Kapitel 9, erinnert ihr euch? Da ist der Blinde ... und welche Frage stellen sie Jesus?

Versammlung:Wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern?“

Danke! „Wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern?“ Was ist der zugrundeliegende Gedanke über Gott in Bezug auf diese Frage?

Versammlung: Bestrafung der Sünde

Er hat etwas falsch gemacht ... und Gott hat ihn bestraft. Ist das eine korrekte Auffassung von Gott? Wie lautet Sein Name? Wie lautet der Name Seines Sohnes? Er wird durch Seinen Sohn repräsentiert, der genau dort ist und sie fragen Ihn. „Wer hat gesündigt?“ 

Und was ich daran wirklich interessant finde, ist, dass die Jünger davon ausgingen, dass der blinde Mann das Werk Gottes darstellt. ... Er wurde für etwas bestraft, das er getan hatte. Er stellte also das Werk Gottes dar! Und Jesus sagte zu ihnen: „Nein, er ist blind, damit ich euch das Werk Gottes zeigen kann!“ ... und das besteht darin, ihn sehend zu machen. DAS GENAUE GEGENTEIL! 

Die Jünger mussten ihre Denkweise ändern ... darüber, wie Sein Name ist.

Versammlung: Wie der Blinde es tat

Genau!

Durch diese tyrannische Sichtweise im Hinterkopf wurde der Gedanke der Bestrafung für Übertretungen fest in den Köpfen der Menschen verankert. Und nur um diesen Punkt klarzustellen, denn ich möchte nicht weiter gehen, weil ich weiß, dass wir manchmal Leute in unserer Gemeinde haben, die zu Besuch sind, die sich vielleicht noch nicht auf diesen Weg eingelassen haben.

Was ich damit sagen will ist Folgendes: Menschen werden zwar bestraft, aber das kommt einfach nicht von Gott. In Galater Kapitel 6 Vers 7 heißt es: „Was der Mensch sät, das wird er ernten“. Die Bestrafung kommt aus einem Umstand, den sie geschaffen haben. Und ich möchte dem noch zwei weitere Texte hinzufügen, nur um diesen Punkt zu verdeutlichen.

Ich möchte einen betrachten, der sich in den Psalmen findet, und die meisten von euch, die schon eine Weile auf dieser Reise sind, werden diesen Psalm gut kennen. Es ist der Psalm 9, Vers 17. Dort heißt es:

Der HERR hat sich kundgegeben, hat Gericht gehalten; der Gottlose ist in dem Werk seiner Hände verstrickt!

Wessen Hände?

Versammlung: Seiner eigenen Hände

Seiner eigenen Hände. 

Und ich möchte nur noch einen weiteren hinzufügen, denn das steht nicht im Mittelpunkt meines Vortrags heute Morgen. Ich möchte euch bitten, zu Prediger Kapitel 10, Vers 8, zu kommen. Dort heißt es:

Wer eine Grube gräbt, fällt hinein; und wer eine Mauer einreißt, den wird eine Schlange beißen.

Was ist eine Mauer?

Versammlung: Schutz

Schutz. ... Und wer ist diese Schlange? 

Versammlung: Satan

Der große Widersacher! Wenn du Gottes Schutz zerstörst, wirst du gebissen werden. Man gräbt ein Loch ... und was bedeutet es, eine Grube zu graben? Wozu gräbst du eine Grube?

Im Zusammenhang mit der Botschaft von heute Morgen: Warum gräbst du eine Grube? Es ist ein Akt der Verurteilung. Du versuchst nur, jemand anderen darin zu erwischen. Du hast die Situation so eingerichtet, dass du ihn fallen siehst, damit du ihn verurteilen kannst.  Und unweigerlich wirst du selbst hineinfallen.

Das war nur zur Klärung dieses Punktes. Was ich damit sagen will, ist, dass Strafe zwar mit Bosheit einhergeht, aber Gott ist nicht die aktive Kraft, die diese Strafe bringt. Sie kommt durch die in der Erde etablierten Naturgesetze und durch die direkte Handlung Satans selbst, durch eine Kombination dieser beiden Dinge.

Ich möchte euch jetzt eine Aussage aus dem Buch Christi Gleichnisse Seite 124, Absatz 2 vorlesen. Ich werde alles vorlesen, aber mein Hauptpunkt liegt knapp auf halber Strecke oder knapp unter der Hälfte, wo es mit den Riten der jüdischen Wirtschaft beginnt. Das wird zum Ende hin der Schwerpunkt sein.

Da sagt es:

Das Wort Gottes schließt sowohl die Schriften des Alten wie des Neuen Testaments ein. Das eine ist ohne das andere nicht vollständig. Christus erklärte, daß die Wahrheiten des Alten Testamentes ebenso wertvoll seien, wie die des Neuen.

Das eine ist ohne das andere nicht vollständig. Ihr erinnert euch, in der oppositionellen Struktur versuchen Menschen oft, diese beiden auseinander zu reißen: das Alte ist abgetan, wir sind jetzt im Neuen. Der Punkt ist, dass in einem göttlichen Muster das eine zum anderen führt.

Christus war am Anfang der Welt gerade sowohl der Menschenerlöser, wie er es heute ist [eine ziemlich bedeutsame Aussage]. Ehe Er Seine Gottheit mit der Menschheit bekleidete und auf unsere Welt kam, wurde die Evangeliumsbotschaft von Adam, Seth, Henoch, Methusalah und Noah verbreitet. Abraham in Kanaan und Lot in Sodom trugen die Botschaft [eine großartige Aussage], und von Geschlecht zu Geschlecht verkündigten treue Boten den, der da kommen sollte. [... und dann sagt sie] Die Zeremonien des jüdischen Gottesdienstes waren durch Christum selbst angeordnet worden…

Was bedeutet, dass das Opfersystem von Jeschua, vom Sohn Gottes, eingeführt wurde! Ich sage also nicht, dass Christus kein Opfersystem eingeführt hat. Ich möchte diesen Punkt klarstellen.

…Jesus war die Grundlage ihres Opfersystems…

Hier geht es um die Juden, um das jüdische System, um Israel. Er war die Grundlage, „der große Antityp“ (im Deutschen: das große Gegenbild).

Was eine interessante Aussage ist ... Es geht eher um die Substanz!  Antityp scheint eine etwas unklare Aussage zu sein.

...das große Gegenbild ihres ganzen Gottesdienstes. Das Blut, welches beim Opfern vergossen wurde, wies hin auf das Opfer des Gotteslammes. Alle vorbildlichen Opfer wurden in Ihm erfüllt. {CG 124.2}

Und so möchte ich euch bitten, einen Moment darüber nachzudenken, was wir hier über Konzepte wie Schatten und Substanz oder Typ und Antitypus sprechen. Was ich damit sagen will, ist, dass das Lamm, das der Jude genommen und geschlachtet hat, auf etwas hinwies. Und in Patriarchen und Propheten [Ellen White] steht geschrieben, dass, als Adam das erste Opfer darbrachte - weil er es ja war, der das erste Leben nahm -, seine Hand erhoben werden musste, um Leben zu nehmen, das Gott allein geben konnte.

Das Opfersystem wurde also von Christus zu dem Zweck eingeführt, dass der Einzelne erkennen kann, dass er Leben nimmt. Und der Punkt, der deutlich gemacht werden sollte, war, dass man, wenn man das Lamm opfert, erkennt, dass es im Fall von Adam nicht um die Frucht ging. Versteht ihr? Adam nahm von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse, und plötzlich muss er ein Lamm opfern? Man muss sich also die Frage stellen: Weil Gott zornig ist, weil Adam die Frucht genommen hat, die man nicht nehmen durfte, musste Ihm ein Opfer gebracht werden, um Ihn wieder glücklich zu machen? Oder wurde das Opfersystem eingesetzt für dich, damit du erkennst, was diese Sünde eigentlich war, die du getan hast. Es geht nicht um die Frucht. Das Prinzip der Frucht ist, dass etwas in dir ist, das sagt: „Dies ist nicht richtig, was du tust.“  Und diese Stimme, die zu dir spricht, musst du kreuzigen. Und so wurde also Christus in diesem Moment in Adam gekreuzigt, damit er von einer Frucht nehmen und essen konnte, obwohl es ihm verboten war.

Und weil er Christus in seinem Inneren opferte, um das zu tun, was er tat, führte Christus ein Opfersystem ein, damit Adam mit seinen Augen sehen konnte, was er dem Sohn Gottes tatsächlich geistlich getan hatte. Und so wurde das Opfersystem als eine Anerkennung deiner Sünde eingeführt. Es war Teil eines Prozesses des Bekennens.

Und während du deine Sünde bekennst, was wird dir angeboten?

Versammlung: Vergebung

Vergebung, Barmherzigkeit ... denn die Einsetzung dieses Opfers war nicht dazu da, die Meinung Gottes zu ändern, und dazu werden wir am Ende kommen. Aber ich möchte das nur klarstellen.

Ich habe eine weitere Aussage aus dem Großen Kampf für euch. (Ich habe dies aus der Fassung von 1888 übernommen,) und es steht auf Seite 569, Absatz 4. Und das sind zwei aufeinanderfolgende Aussagen, die ich jetzt vorlesen werde. Diese zuerst und die andere danach. Für mich ist das sehr aufschlussreich.

Die erste ist etwas länger, also habt bitte Geduld mit mir. Da steht:

Es ist Satans beständiges Bemühen, das Wesen [im Original Charakter] Gottes, die Natur der Sünde und den wahren Ausgang des großen Kampfes verkehrt darzustellen.

Um was verkehrt darzustellen?

Versammlung: Seinen Charakter

Seinen Namen falsch darzustellen.

Seine Trugschlüsse verringern die Verpflichtung gegen das göttliche Gesetz und gestatten den Menschen zu sündigen. Gleichzeitig flößt er ihnen falsche Vorstellungen von Gott ein, so daß sie eher mit Furcht und Haß denn mit Liebe zu ihm aufblicken.

Was geschah mit David? 

Versammlung: Er fürchtete sich

Ängstlich!

Diese, seinem eigenen Charakter anhaftende Grausamkeit schreibt er dem Schöpfer zu; sie ist [...jetzt kommt's] in den Religionssystemen verkörpert und findet Ausdruck in den Gebräuchen des Gottesdienstes.

Ich möchte das nur noch einmal wiederholen: Die grausamen Aspekte des Charakters Satans, die Gott zugeschrieben wurden, manifestierten sich in den Religionssystemen und in den GEBRÄUCHEN DES GOTTESDIENSTES.

 Und das gilt ebenfalls für das Opfersystem.

So werden die Gemüter der Menschen verblendet, und Satan sichert sie sich als seine Werkzeuge, um Gott zu bekämpfen. Durch verkehrte Vorstellungen vom göttlichen Wesen wurden heidnische Völker zu der Annahme verleitet, menschliche Opfer seien notwendig, um sich die Gunst Gottes zu sichern

Und doch glauben wir als Christen, dass Gott genauso ist, der Seinen erstgeborenen Sohn als Opfergabe dargebracht hat, um das zu versöhnen und wiedergutzumachen, was wir im Gesetz falsch gemacht haben. 

…und fürchterliche Grausamkeiten wurden unter den verschiedensten Formen der Abgötterei verübt. Die römisch-katholische Kirche [...jetzt zeigen wir nicht mit dem Finger auf sie], die die Bräuche des Heidentums mit denen des Christentums vereinigte

Was macht sie? Mit dem Christentum das Heidentum erheben ...

...und gleich dem Heidentum das Wesen Gottes entstellte, hat zu nicht weniger grausamen und empörenden Gewohnheiten Zuflucht genommen....

Und natürlich, weil sie die Mutter des Christentums ist, haben alle ihre Töchter diese Prinzipien geerbt, die sich selbst protestantisch nennen. Und ich darf da noch hinzufügen, dass wir uns als Kirche jetzt auch protestantisch nennen. Und durch die Täuschungen, die unsere Geschichte leider durchlebt hat, gründen wir unser Fundament nicht länger auf die Erfüllung der Prophezeiung, sondern auf den Protestantismus, und indem wir das tun, übernehmen wir dasselbe Problem ... wir übernehmen heidnische Prinzipien in unseren Glauben. Halten wir auch die Vorstellung aufrecht, dass Gott Seinen eigenen Sohn töten wollte, um die Dinge in Ordnung zu bringen, und Ihn deshalb opferte? 

Dort heißt es im mittleren Teil des Absatzes 570.1:

Würdenträger der Kirche ersannen (im englischen Original: studierten), beeinflußt von dem Geist Satans...

Ich behaupte hier nicht, dass sie Satan angebetet haben, aber indirekt taten sie es.

Jetzt möchte ich ein wenig weitergehen und in „Das Leben Jesu“ schauen, und mich auf die Anbetungsprinzipien des Opferdienstes konzentrieren. Dies ist aus „Das Leben Jesu“ Seite 98, Absatz 1. Es ist ein relativ kurzer Absatz und besagt: 

Seit der Ankündigung an die Schlange: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen“ (1.Mose 3,15) wußte Satan, daß er keine unumschränkte Gewalt über die Welt hatte. Im Menschen war das Wirken einer Kraft spürbar, die seiner Herrschaft widerstand.

Etwas, das er nicht verstehen konnte ... etwas, das ihm nicht uneingeschränkten Zugriff auf die Menschen gab.

Und dann sagt sie:

Gespannt beobachtete er die von Adam und seinen Söhnen dargebrachten Opfer.

Er versuchte herauszufinden, wie du dich mit etwas verbindest, dass ihn daran hindert, Zugriff zu bekommen, indem du einfach etwas tötest? Das ergibt für mich keinen Sinn! Also, er studiert gespannt und mit großem Interesse das Opfersystem von Adam und seinen Söhnen.

Er erkannte in diesen Handlungen eine sinnbildliche Verbindung zwischen Himmel und Erde und nahm sich vor, diese Gemeinschaft zu stören.

Und was macht man, wenn man stört? Man kommt dazwischen!

Er stellte Gott in ein falsches Licht und mißdeutete die gottesdienstlichen Handlungen, die auf Christus hinwiesen. Die Menschen wurden dahin gebracht, Gott als ein Wesen zu fürchten, das an ihrem Verderben Gefallen habe.

Was hat er also getan? Er verwandelte ein System des Bekennens: „Ich habe den Sohn Gottes mit meiner Sünde von neuem getötet!“ in „Gott ist zornig auf mich, ich muss ein Opfer darbringen, damit Er nicht zornig bleibt und wieder zufrieden mit mir ist“.

Die Opfer, die Gottes Liebe hätten offenbaren sollen, wurden dargebracht, um seinen Zorn zu besänftigen.

Ein Meisterwerk, nicht wahr?

Versammlung: Ja

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf möchte ich euch bitten, Matthäus Kapitel 9 aufzuschlagen, und ich hoffe, dass wir da durchkommen werden.

Und ich werde von Vers 1 bis Vers 13 vorlesen. Der Grund, warum ich von Vers 1 lese, ist, dass ich einfach versuchen möchte, die Grundlagen für das zu legen, was in Vers 13 tatsächlich kommt, sonst ist es ein bisschen unzusammenhängend.

Und er trat in das Schiff [das ist Christus], fuhr hinüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Ein Mann wurde gebracht... Richtig. Er hat ein Problem. Jesus bietet ihm Vergebung an.

...Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert (in anderen Übersetzungen und auch im Englischen: Dieser lästert Gott)! ...

Hier in der KJV heißt es, „Dieser Mann lästert Gott“. Ihr werdet feststellen, dass das Wort „Mann“ tatsächlich zugefügt wurde. Wenn man sich das Griechische anschaut, heißt es eigentlich nur „Das ist Gotteslästerung.“ Du, ein Mensch, der Sünden vergibt - das ist Gotteslästerung, weil du dich in die Position Gottes versetzt.

... Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen? Was ist denn leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! ...

Und der Gelähmte tut es, und beweist die Vergebung seiner Sünden ... Was hat dieser Mann getan, um Vergebung zu erlangen? Komm! Das ist alles! Es gab kein Opfer. Der Mann kam einfach und ihm wurde vergeben.

Und er stand auf und ging heim. Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben.

Und ich finde das interessant, weil Jesus dieselbe Verkündigung an alle anderen um Ihn herum macht und sagt: „Lasst euer Licht so leuchten [...so spezifisch!], dass die Menschen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Nun, genau das ist hier passiert. Niemand hat Christus verherrlicht! Sie verherrlichten den Vater für das, was geschehen ist.  Jesus hat keine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, obwohl man denken würde, dass Er sie dazu bringen würde, „Wow! Er ist unglaublich!“ zu sagen. Nein ... alle gingen weg und sagten: „Lobet den Vater!“

Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische.

Und als die Pharisäer es sahen, gingen sie zu Seinen Jüngern und was machten sie? Sie verurteilten Ihn. „Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?“ Warum taten sie das? Weil sie sich für etwas Besseres hielten als die Zöllner und Sünder ... Und so antwortet Jesus und sprach zu ihnen:

Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei: „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.“

Was hat das mit dem zu tun, was sie gerade gesagt haben? Sie wären bereit gewesen, diese Zöllner und Sünder den Flammen zu opfern! Es gab keine Bekundung von Barmherzigkeit in ihnen. [Sie hatten bereits gerichtet und beschlossen, dass diese des Todes würdig waren].

Und Jesus sprach zu ihnen und sagte:

Die Starken [in der KJV sagt es 'whole' – vollständig, gesund, unversehrt] bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.

Wer in dieser Versammlung war vollständig oder unversehrt? Niemand! Warum also würde Jesus das sagen? Und Er wiederholt und sagt:

Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.

Wer dort war gerecht? Nur einer. Ich habe nicht die Gerechten gerufen, sondern die Sünder. Diese Worte Christi sind also eigentlich ein Spiegel.

Versammlung: Wie man denkt ...

Ja ... 

„Ich überlasse das Ergebnis deiner Sichtweise. Wenn Du der Meinung bist, dass Du Hilfe brauchst ... dann komm zu Mir und ich werde sie dir geben. Wenn du das nicht fühlst, dann gibt es keinen Grund, hierher zu kommen.“

Aber es ist interessant, dass Christus aus Hosea 6,6 zitiert. Lest, was es sagt:

„Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer.“

Das ist der Teil, der mir wirklich aufgefallen ist, denn was hat Opfer bringen zu tun mit dem Ausspruch: 'Ich kann nicht glauben, dass er mit Zöllnern und Sündern zusammensitzt', wenn du sie nicht bereits in die Flammen verurteilt hast! Wenn du sie nicht bereits der Hölle übergeben hast! Du bist zu dem Schluss gekommen, dass diese Männer des Todes würdig sind. Und Jesus spricht zu ihrem Herzen und offenbart ihnen dies. 

Er hält ihnen einen Spiegel vor, um ihre vermeintliche Gerechtigkeit der Realität gegenüberzustellen, dass sie in Wirklichkeit Sünder sind, und Er verurteilt sie dabei nicht.

Ich möchte ein paar Kapitel überspringen und zu Kapitel 12 gehen. Ich finde es interessant, dass diese Texte sich inmitten der Beweistexte befinden, die wir vorbringen, wenn wir über die Tatsache sprechen, dass Gott nicht verurteilt.

Matthäus Kapitel 12, Vers 1 bis 7: 

Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen. Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist?

Ist das wahr?

Versammlung: Nein

Es war ihre Tradition, in der Lehre der Rabbiner und im Talmud. Es stand nicht im Gesetz!

... Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte? Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester? ...

Es ist Christus selbst, der diese Tat entschuldigt.

... Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind? ...

Weil sie arbeiten! Dies ist der Tag an dem sie am meisten arbeiten! All die Prediger sind komplett ausgebucht am Sabbat ... hoffentlich.

... Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind? Ich sage euch aber: Hier ist ein Größerer als der Tempel! Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer «, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.

Also, was verbindet Er hier mit Opfer? Die Unschuldigen verurteilen.

Versammlung: Kannst du das nochmal lesen?

Vers 7: Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.

Sie waren bereit, die Unschuldigen zu verurteilen. Christus sagte, das war nicht das Opfer, das irgendetwas mit dem Königreich Seines Vaters zu tun hat.

Wer war unschuldig im Opfersystem? Das Lamm ... weil das Lamm nicht an der Tat beteiligt war. Es wird einfach in die Opferung hineingezogen.

Wen repräsentiert das Lamm? Christus! Sagt Er, dass ihr gewillt seid, das Unschuldige zu verurteilen und zu töten? 'Mein Vater ist nicht so. Er hat mich nicht als ein Opfer hingegeben, da ich unschuldig bin.'

Ich möchte an diesem Punkt noch einen Text hinzufügen, wenn ich darf. Es war wirklich interessant; ich ging im Garten auf dem Grundstück meines Zuhauses spazieren, und dieser Text schoss mir in den Kopf. Ich lief schnell zurück und schaute ihn an, und er verblüffte mich wirklich.

In Markus Kapitel 12, beginnend in Vers 28, und ich möchte bis Vers 34 gehen. Ich werde es lesen, denn es vertieft dieses Bild noch einmal. In Markus Kapitel 12, Vers 28 bis 34 (Elberfelder), heißt es:

Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie sich befragten, trat herzu, und als er wahrnahm, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? ...

Was meint Er mit erstes? Nur um das klarzustellen.

Versammlung: Das Größte ... das Wichtigste

Das Größte ... das Wichtigste ... dasjenige von höchster Priorität. Das ist der Punkt, auf den ich hinauswill.

... Jesus aber antwortete ihm: Das erste [oder größte] Gebot von allen ist: [Sh'ma Ysrael, hör zu!] Höre, Israel: der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstande und aus deiner ganzen Kraft“. Dies ist das erste Gebot. Und das zweite, ihm gleiche, ist dieses: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Größer als diese ist kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist ein einiger Gott, und da ist kein anderer außer ihm; ...

Hört euch das an in Vers 33:

... und ihn lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft, und den Nächsten lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.

Und dann sagt Jesus in Vers 34:

... Und als Jesus sah, daß er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes. ...“ [Du hast eine grandiose Verbindung hergestellt. Es geht nicht um Brandopfer und Schlachtopfer.]

Ich möchte also davon ausgehen und über die letzten beiden Absätze nachdenken, die wir uns angesehen haben aus Matthäus Kapitel 9 und 12, wo es heißt:

Ich will Barmherzigkeit, nicht Opfer.

Jesus zitierte aus dem Tanach, aus dem Alten Testament. Er zitierte aus dem Buch Hosea. Wenn ihr das kurz aufschlagt, Hosea Kapitel 6, Vers 6. Hier steht:

Denn an Barmherzigkeit habe Ich Lust und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes mehr, denn am Brandopfer. (Tafelbibel)

Dies war für mich immer ein etwas problematischer Text, wenn man ihn nur oberflächlich liest. Da steht: „Denn an Barmherzigkeit habe Ich Lust und nicht am Opfer“ ... das ist eine sehr definitive Aussage ... und die nächste ist ein Parallelismus. Und es heißt: „und an der Erkenntnis Gottes mehr, denn am Brandopfer“.   

Und die Schlussfolgerung, die von den Auslegern in diesen Text gesetzt wurde, besagt: 'Ich nehme Opfer an ... mir gefällt das andere einfach mehr'. Aber in Wirklichkeit vermindert das die am Anfang des Verses gesetzte Aussage, denn diese besagt: „Denn an Barmherzigkeit habe ich Lust und NICHT am Opfer“, nicht „MEHR DENN“.

Und wenn man im Hebräischen nachschaut, wurde der Begriff „mehr“ durch den Übersetzer ausgedrückt, er gehört eigentlich nicht dorthin. „An der Erkenntnis Gottes, denn am Brandopfer“. Das ist der Kontext, nicht „mehr, denn“. Ansonsten bleibt er erhalten, wenn ich diesen Begriff locker und in einer oppositionellen Struktur anwende. Ich bin nicht interessiert an Opfern und Opfergaben, weil der Kontext, in dem ihr sie bringt, falsch ist.

„Ich will BARMHERZIGKEIT.“ Ich wünsche ein Wissen von Euch darüber, wie sehr ich euch liebe, und der einzige Weg, wie ihr das tun könnt, besteht darin, eure Sünde anzuerkennen und Mich leuchten zu sehen!

Ihr könnt niemals meinen Charakter als das anerkennen, was er wirklich ist, wenn ihr zu Mir kommt, um Meinen Charakter zu ändern, um Meine Sichtweise euch gegenüber zu ändern, um Mich davon abzuhalten, zornig zu sein, weil ihr Mein Gesetz übertreten habt, und um mich wieder glücklich zu machen. Darin kann die Liebe nie zum Vorschein kommen, weil es dann in Wirklichkeit ihr seid, die Mich verändern!

Pastor Adrian: Wenn man 'mehr, denn' anschaut, gibt es dort kein hebräisches Wort.

Nein ... Wenn man nachschaut, gibt es eine Vorsilbe bei dem Wort „Opfer“, und es ist nur „denn“ oder „als“.  Es ist nur ein Wort, um die beiden zu vergleichen ... „an der Erkenntnis Gottes, denn am Brandopfer.

Um denselben Punkt noch mehr zu verdeutlichen lasst uns zu Sprüche 21,2.3 gehen:

Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der Herr prüft die Herzen. Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als Opfer.

Das Wort „lieber“ wird treffender übersetzt als „erwählt“, also würde es eigentlich lauten: „Gerechtigkeit und Gericht zu üben ist von dem HERRN ERWÄHLT über dem Opfer“.

Das ändert den Kontext! Und zwar sehr, je nachdem, wie wir lesen. Gott wählt nicht das Opfer. Warum nicht?  Weil, wie ich schon sagte, der Sinn eines Opfers ein Mittel des Bekennens ist. Es ist kein Mittel zur Beschwichtigung oder Besänftigung. Gott hat Opfer für uns eingeführt, damit wir unsere Sünde anerkennen. Es ist nur ein Kanal für uns, um zu Ihm zu kommen. 

Und durch dieses Opfer erkennen wir an, dass es nicht um den Schokoriegel ging! Es ging nicht um das böse Wort, das gerade herauskam. Es ging nicht um die äußere Handlung, es ging um die Handlung, die im Inneren stattfindet. Und was im Inneren stattfindet, damit wir sündigen können, besteht darin, dass wir den Sohn Gottes opfern! Denn Er ist es, der durch unser Gewissen zu uns spricht!

Es hat also nichts damit zu tun, die Meinung Gottes zu ändern. Es hat damit zu tun, dass du deine Meinung änderst, um die Schwere deiner Sünde anzuerkennen, und das ist das Schöne an dem Opfer. Es zeigt dir, dass es nicht nur um eine Frucht geht, es zeigt dir, dass ein Leben auf dem Spiel steht. Du hast es genommen, um das zu tun, was du tun wolltest. Das vertieft die Überzeugung von Sünde. Und im Lichte dessen zu erkennen, dass Gott dann bereit ist, dir zu VERGEBEN in deiner öffentlichen Bekundung deiner Anerkennung dieser Sünde. Er ist bereit, dir Barmherzigkeit zu erweisen, die eine Sache tut, nämlich dein Herz in Reue zu zerbrechen, damit du in LIEBE zu Ihm kommst!

Versammlung: Amen

Versammlung Schwester J.: Ich dachte, als du das sagtest, dass es noch einen anderen Aspekt gibt ... Ja, wir kreuzigen Christus, aber wir töten uns selbst, weil es letztendlich zu deinem eigenen Tod führen wird. Es ist also wie eine Konfrontation. Das ist der Weg, auf dem du dich befindest ... Du bist auf dem Weg des Todes. Du kannst nicht zurückgehen. Die beiden spielen also zusammen, nicht wahr?

Ganz genau!

Pastor Adrian: Darum das Kreuz ... und Jerusalem 40 Jahre später.  Sie haben Ihn gekreuzigt ... sie empfingen dasselbe.

Das, was Pastor Adrian gerade gesagt hat, ist das Prinzip von Matthäus 7,1 „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.“ Sie richteten und verdammten Ihn, und es kam in einem Kanal vergrößert auf sie zurück.  Es heißt, es gab nicht mehr genug Platz zu dieser Zeit, um Kreuze aufzustellen, an denen die Menschen gekreuzigt werden sollten.

Ok ... Hosea war, wenn ich es richtig verstehe, ein Zeitgenosse von Daniel. Es war zu einer Zeit, als die Probleme zwischen Israel und Gott an einem Höhepunkt angelangt waren, und Babylon spielte in dieser Zeit eine große Rolle in der Weltgeschichte, und Hosea spricht darüber.

Natürlich drückt sich dies im Leben Hosea's aus, denn was wird ihm von Gott gesagt, was er tun soll? Er soll eine Hure heiraten, eine Frau, die untreu ist, weil Israel Gott untreu gewesen ist. Hosea hat diese Worte geschrieben in Hosea 6, 6, aber es gibt eine Geschichte, die dem Hosea vorausgeht, und die ebenfalls dieselbe Botschaft enthält. Und die finden wir im Buch der Psalmen. Ich möchte kurz darauf eingehen, weil ich einen Gedanken anbringen will, der hoffentlich einen Teil davon ein wenig vertiefen wird, und ich bitte um Entschuldigung, wenn ich ein wenig in die Verlängerung gehe.

Versammlung: Vergeben! ... Kein Opfer erforderlich ... oder Beschwichtigung!

Seht ihr ... alles, was wir tun müssen, ist unsere Sünden zu bekennen!

Im Psalm 40, Vers 7 heißt es:

Opfer und Gaben begehrst du nicht; die Ohren hast du mir aufgetan; Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt.

Paulus sagt in seiner Auslegung dieses Textes:

Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir zubereitet. (Hebräer 10,5)

Interessante Interpretation von „die Ohren hast du mir aufgetan“!

Was ich euch als Gedanken darlegen möchte ... Betrachtet sorgfältig die Formulierung in diesem Text: „Opfer und Gaben begehrst du nicht; die Ohren hast du mir aufgetan.

Was bedeutet es, sich die Ohren auftun zu lassen? Was ist der Kontext, den er dazu angegeben hat? 

Versammlung: Hat der Diener, wenn er sich entschied, bei seinem Herrn zu bleiben... hat er nicht einen Pfriem durch sein Ohr geschlagen bekommen?

Was macht das Ohr also...?

Versammlung: Zuhören

Immer zuhören ... immer sh'ma.

Die Beziehung des Dieners… und der wichtige Punkt für mich, während ich diesen Text lese, ist die Tatsache, dass, wenn dieses Individuum, das wir verstehen als derjenige, dessen Ohren aufgetan wurden, der zu dem Vater spricht, als ein Diener eigener Wahl agiert, nicht als ein Diener unter Vertrag. 

Es handelt sich nicht um eine auf Beschwichtigung basierende Beziehung zu Gott. Der Sohn Gottes hat immer Seine Ohren aufgetan, um ein williger Diener zu sein, in einer Handlung der Demut oder der Unterordnung unter den Vater. Um das Wort zu empfangen, das Er als einen Segen anerkennt.

Was also tatsächlich geschieht, ist: „Opfer und Gaben begehrst du nicht; (aber) die Ohren hast du mir aufgetan.“ Diese beiden werden also tatsächlich, wenn ich diesen Begriff verwenden darf, in einen Gegensatz zueinander gestellt, denn was ist es, das in Gottes System Opfer und Gaben erfordert? NICHT ZUHÖREN!   

Und der Grund, warum Opfer und Gaben kommen mussten, war, dass wir unseren eigenen Weg gehen wollten, und wie das Neue Testament es zum Ausdruck bringt, ist das der Alte Bund.  Es war nie Gottes Absicht, dass jemand in den Alten Bund eintreten sollte - zu versuchen, selbst etwas zu tun. Es war immer Gottes Absicht, dass Sein Sohn der Spiegel sein würde, um allen zu zeigen, wie Gott ist, und um das Beispiel zu geben, dem man folgen soll [das Sh'ma-Prinzip]. Der Sohn Gottes hat immer ein geöffnetes Ohr für Seinen Vater.  Er ist immer in einer „Amen“-Beziehung zu Seinem Vater. Vater sagt es! ... Amen! Christus ist das Amen. Das ist es, warum uns in der Aufzeichnung des Evangeliums das Beispiel des Glaubens gegeben wird, den wir benötigen, um die Erlösung zu haben, nämlich den Glauben Jesu.

Er hört die Worte Seines Vaters und antwortet: „Amen“ ... Nicht: „Ja, aber…“!  Und Opfer und Gaben sind ein Ergebnis von: „Ja, aber…“! Es ist die Handlung einer Ziege! Gegen das, was vor ihr steht, „aber“ zu sagen (zu trotzen).

Gott sagt also: „Opfer und Gaben begehrst du nicht...“ Was Ich begehre, ist, dass deine Ohren sich öffnen, damit du Meine Stimme hörst' ... dann können wir mit all den Opfern aufhören.

Pastor Adrian: Und das Opfer kommt, weil der Geist Christi in Adam getötet werden muss, um zu einem „Ja, aber…“ zu kommen.

... Genau.

Pastor Adrian: Er wird gezwungen herauszugehen

Weil du nicht auf die Stimme des Gewissens hörst. Wenn du nicht auf die Stimme des Gewissens hörst, bist du bereit, dieses Wesen zu kreuzigen ... denn es ist keine ätherische Ausstrahlung. Es ist eine Person, die zu dir spricht, und um Ihn zum Schweigen zu bringen, musst du Ihn töten, denn Er wird nicht aufhören.

Was bewirkte, dass die Sünde im Fleisch Adams überfließend wurde? ... Nicht zu hören.

Was führte dazu, dass die Sünde in seinem Gewissen überfließend wurde? Das Opfer. Durch das Opfersystem erhielt Adam ein tieferes Verständnis dessen, was er tatsächlich tat, und er verbrachte die nächsten fast tausend Jahre damit, sich damit auseinanderzusetzen. Er trug es mit sich.

Versammlung, Schwester F.: Hast du dich auf Jeremia 7,22 und Psalm 51,16-17 bezogen?

... das werde ich.

Der Punkt, den ich machen will, ist, dass Adam, indem er nicht hörte, indem er sich entschied, den Sohn Gottes zu opfern, die Sünde in seinem Fleisch zum Überfließen brachte. Die Willigkeit, ein Opfer zu bringen als ein Bekenntnis seiner Sünde, verursachte eine Verstärkung der Überzeugung von Sünde in seinem Gewissen, und vertiefte sein Bekenntnis und seine Reue.

Denn als er das Opfer in dem Verständnis darbrachte, dass er den Tod dieses Lammes verursacht hat, und Gott bereit war, ihm im Lichte dessen zu vergeben, brach es ihm das Herz und brachte eine Reaktion von Liebe hervor.

In Psalm 51, Verse 16 und 17, heißt es:

Denn du begehrst kein Opfer, sonst wollte ich es dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht. Die Gott wohlgefälligen Opfer sind ein zerbrochener Geist; ...

Dieser zerbrochene Geist kommt durch das Opfersystem, und wenn man es als System des Bekennens versteht.

Die Gott wohlgefälligen Opfer sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.

Und ich möchte noch einen weiteren Vers hinzufügen, während wir hier fortfahren. Nur um einen Punkt aus dem Neuen Testament zu wiederholen.  Ihr alle kennt den Dienst des Paulus an den Menschen auf dem Marshügel in Athen, auf dem Areopag, in Apostelgeschichte 17.

Ihr erinnert euch, dass wir dies oft als ein Lebensquellprinzip verwenden ... In den Versen 24 und 25 heißt es:                  

Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln von Händen gemacht; ...

In welchen Tempeln wohnt Er denn?

Versammlung: In den Herzen

In den Herzen. 

... ihm wird auch nicht von Menschenhänden gedient, als ob er etwas bedürfte,...

Worauf weist Paulus hier hin?

Versammlung: Das Opfersystem

Opfer! Beschwichtigungsopfer!  Wenn du dein Opfer zu Gott bringst um Ihm etwas zu geben, bist du auf dem falschen Weg. Gott kann nicht mit Menschenhänden gedient werden, als ob Er etwas bräuchte ... aber Er gibt „allen Leben und Odem und alles“... und das schließt VERGEBUNG ein!

Wenn deine Handlung des Opferns darin besteht, Gott etwas zu bringen, hast du Ihn missverstanden. Was ist sein Name, und was der Name seines Sohnes?“

Es gibt viele zusätzliche Paralleltexte. Ich habe sie hier und möchte sie nennen, damit sie zumindest in die Präsentation eingebracht sind und andere es sich später ansehen können an.

Ich habe Prediger Kapitel 5, Vers 1. Dort steht:

Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst! Sich herzunahen, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Opfer bringen; denn sie haben keine Erkenntnis des Bösen, das sie tun.

Wir haben noch einen. Jesaja Kapitel 1, Vers 11:

Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber! Blut der Farren, Lämmer und Böcke begehre ich nicht!

Jeremia Kapitel 7, Vers 22:

Denn ich habe zu euren Vätern nichts gesagt und ihnen nichts befohlen in bezug auf Brandopfer und Schlachtopfer am Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte.

Hat Gott das nicht getan? 

Micha Kapitel 6, Vers 6 bis 8. Ein wunderbares Lied:

Womit soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern vor ihn treten? Hat der HERR Wohlgefallen an Tausenden von Widdern oder an unzähligen Strömen Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Übertretung, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?

In Matthäus Kapitel 5, Vers 7 steht:

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden …

… was erlangen?

Versammlung: Barmherzigkeit

Barmherzigkeit!

Ich möchte euch jetzt zeigen, was der Herr wirklich will. Ich werde euch einige Texte geben, um euch zu zeigen, was der Herr tatsächlich sucht.

In Psalm 32, Vers 5 heißt es:

Da bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht; ich sprach: »Ich will dem HERRN meine Übertretung bekennen!« Da vergabst du mir meine Sündenschuld!

Das ist alles!

Noch einer in Jeremia Kapitel 3, Vers 12 bis 14. Dort steht:

Gehe hin, predige diese Worte gegen den Norden hin und sprich: Kehre wieder, du Abtrünnige, Israel! spricht der HERR, ich will mein Angesicht nicht vor euch verdüstern; denn ich bin gnädig (spricht der HERR) und zürne nicht ewig! Nur erkenne deine Missetat, daß du dem HERRN, deinem Gott, die Treue gebrochen und hierhin und dorthin zu den Fremden gelaufen bist unter alle grünen Bäume; aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehört, spricht der HERR. Kehret wieder, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR; denn Ich bin euer Herr! Und ich will euch nehmen, einen aus jeder Stadt und zwei aus jedem Geschlecht, und euch nach Zion bringen;

Komm einfach! Erkenne deine Missetat.

Und diesen hier kennt ihr auswendig: 1.Johannes 1,9

Wenn wir ...“ 

Versammlung:  „…unsere Sünden bekennen…

„... ist er ...“

Versammlung: „…treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt ...“

Solange wir Opfer bringen?

Versammlung: Nein!  

Nein! Er ist „treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ 

Da wird nichts erwähnt, dass wir etwas tun müssen, außer zu kommen und zu bekennen!

In Sprüche 28, Vers 13 lesen wir:

Wer seine Missetaten verheimlicht, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

Und der wunderschöne Text in 2.Samuel 12, Vers 13, sagt dies über David, nachdem er die Sünde gegen Urija und Batseba begangen hatte, und Nathan zu ihm gekommen war, um ihm eine Geschichte zu erzählen, und schließlich erkannte David, dass seine Verurteilung dieses Mannes eine Geschichte der Verdammnis gegen ihn selbst war!

In Vers 13 sagt es:

Da sprach David zu Natan: Ich habe mich gegen den HERRN versündigt! ...

Und Nathans Reaktion darauf war:

... So hat auch der HERR deine Sünde hinweggenommen; du sollst nicht sterben!

Das ist alles. Kein Opfer! ... Keine Zeit für Opfer.

So sehen wir, dass das Opfersystem, das Gott durch Seinen Sohn Jeshua einführte, ein System des Bekennens war, das die schwerwiegende Sündhaftigkeit der Sünde offenbarte. Das ist es, was das Opfersystem tut, während es gleichzeitig die Liebe Gottes offenbart, indem es dem bekennenden Sünder vergibt. 

IST ES NICHT DAS, WAS DAS KREUZ TAT? Es entlarvte die Bosheit von Satans Plan, während es gleichzeitig die Schönheit der Herrlichkeit Gottes offenbarte. Das ist es, was das Opfer getan hat. Das Opfersystem war ein Mittel, um das Evangelium im Alten Testament darzustellen, und wurde von Satan pervertiert, um zu einem heidnischen System der Beschwichtigung eines tyrannischen Gottes zu werden.

Keine Veränderung findet statt in dem Charakter Gottes während diesem ganzen Prozess. Das ist das System, das Gott bestimmt hat.

Ich schließe jetzt mit zwei Aussagen von E.J. Waggoner (über die VERSÖHNUNG). Dies sind meine beiden letzten Ausführungen:

Von dem vorhergegangenen ist es sehr offensichtlich, dass das einzige Ziel, das Christus haben konnte, als Er auf die Erde kam und für die Menschen starb, die Versöhnung des Menschen mit Gott war, damit dieser Leben haben konnte...

Dann zitiert er:

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben mögen.“ (Johannes 10,10).  „…weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte,“ (2.Korinther 5,19). „Und euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt waret in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht, …“ (Kolosser 1,21.22). „Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, ein Gerechter für Ungerechte, auf daß er uns zu Gott führte,“ (1.Petrus 3,18). „Denn, wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, wieviel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!“ (Römer 5,10). {PTUK September 21, 1893, p. 386.6}

„Aber“, wird jemand sagen, „du hast die Versöhnung ganz von der Seite der Menschen gemacht; ich bin immer gelehrt worden, dass der Tod Christi Gott mit den Menschen versöhnt hat; dass Christus starb, um Gottes Gerechtigkeit zu befriedigen und Ihn zu besänftigen.“ Nun, wir haben die Angelegenheit der Versöhnung genau dort gelassen, wo die Heilige Schrift sie hingestellt hat; und während sie viel über die Notwendigkeit der Versöhnung des Menschen mit Gott zu sagen hat, hat sie niemals auch nur einen Hinweis auf so etwas wie die Notwendigkeit der Versöhnung Gottes mit den Menschen gemacht.

Versammlung: Amen!

Die Notwendigkeit einer solchen Sache anzudeuten bedeutet eine schwerwiegende Anklage gegen den Charakter Gottes.  Die Idee ist in die Christliche Kirche gekommen durch das Papsttum, welches sie wiederum aus dem Heidentum übernommen hat, in dem die einzige Vorstellung von Gott aus einem Wesen bestand, dessen Zorn durch ein Opfer besänftigt werden muss. {PTUK 21. September 1893, S. 386.7}

Und hier der letzte Teil:

Warum haben wir uns solange dabei aufgehalten, dass der Mensch mit Gott versöhnt werden muss, und nicht Gott mit dem Menschen?

Und dies ist für mich wesentlich!...

Denn allein darin liegt die Hoffnung des Menschen. Wenn Gott jemals irgendeine Feindschaft in Seinem Herzen gegen den Menschen gehegt hätte, dann würde immer wieder der quälende Gedanke aufkommen: „Vielleicht ist Er noch nicht ausreichend besänftigt, um mich anzunehmen? Sicherlich kann Er jemanden, der so schuldig ist wie ich, nicht lieben.“ Und je mehr eine Person ihre Schuld realisiert, desto größer würden die Zweifel werden. Aber wenn wir erkennen, dass Gott niemals irgendeine Feindschaft gegen uns hegte, sondern uns mit einer ewigen Liebe geliebt hat, und dass Er uns so sehr liebt, dass Er sich selbst in Seinem Sohn für uns gegeben hat, damit wir mit Ihm versöhnt würden, dann können wir freudig ausrufen: „Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?“ {PTUK 21. September 1893, S. 387.3}

Versammlung: Hallelujah

Ich bete heute Morgen, dass diese Gedanken Vertrauen schaffen in das Verständnis, dass Christus nie mit dem Konzept gesandt wurde, dass Sein Tod den Vater auf irgend eine Weise dazu bringen würde, gegenüber der Menschheit anders zu empfinden; oder dass es etwas gibt, was wir tun müssten im Hinblick auf den Sachverhalt, dass Gott zornig geworden sei, weil das Gesetz übertreten wurde. Jesus kam zu einem einzigen Zweck, und zwar, um den Vater zu offenbaren. Und indem Er den Vater offenbarte, wurden wir offenbart in dem, wie wir wirklich sind, und wir nahmen Ihm das Leben. In dem Licht dieser Offenbarung, dass wir Ihm das Leben genommen haben, war Er immer noch bereit, uns zu vergeben.

DAS IST DIE WAHRHEIT DES EVANGELIUMS!

Lasst uns im Gebet schließen:

Barmherziger Vater im Himmel, ich danke Dir für diese Zeit mit Dir und meinen Geschwistern. Ich danke Dir für das Evangelium, Vater, das Du uns in Deiner großen Barmherzigkeit gegeben hast. Ich danke Dir für die Fundamente, die gelegt wurden auf diesem soliden Felsen, Jeshua, dem Sohn Gottes. 

Danke für das Licht, das Du uns gegeben hast ... Licht, das wir niemals selbst hätten finden können. In Deiner Barmherzigkeit und großen Geduld hast Du Jahrtausende darauf gewartet, dass diese Botschaft ans Licht kommt, dass die Erde wahrhaftig mit Deiner Herrlichkeit erfüllt sein kann, unverfälscht durch Satans Ungerechtigkeit, sondern dass Du gesehen werden kannst in der Herrlichkeit Deines Charakters, damit wir Deinen Namen kennen, und den Namen Deines Sohnes, den Du von Anfang an verkündet hast.

Vater hilf uns, dass dies unser Leben verändern wird, und dass wir andere nicht verurteilen. Ich bete, dass dies ein tiefes Werk in unseren Herzen vollbringen möge, ein Werk von Bekenntnis und Reue. ... Und ich danke Dir im Namen Deines geliebten Sohnes Jeshua, Amen.

Versammlung: Amen!