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Das Spiegelprinzip - Kapitel 38 - Die Rebellion von Korah

veröffentlicht Jan 18, 2024 von Adrian Ebens in Der Charakter Gottes
Übersetzt von Franziska Bunkus, editiert von Jutta Deichsel
75 Treffer

Kapitel 38 - Die Rebellion von Korah

Für jeden Tag, den die Kundschafter ihren Unglauben aufgestaut hatten, sollten die Israeliten ein Jahr in der Wüste umherwandern. Dieses Verhältnis ist kein willkürlicher Beschluss Gottes, sondern spiegelt die Rachegelüste wider, die die Israeliten Gott zuschrieben. Wie Jesus sagte: „mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden“ (Matthäus 7,2).

Entsprechend der Zahl der 40 Tage, in denen ihr das Land erkundet habt — sodass je ein Tag ein Jahr gilt —, sollt ihr 40 Jahre lang eure Ungerechtigkeiten tragen, damit ihr erfahrt, was es bedeutet, wenn Ich mich [von euch] abwende! (engl. KJV: und ihr werdet Meinen Bruch der Verheißung erkennen) (4.Mose 14,34 Schlachter)

Der Herr spricht zu ihnen von ihrem Bruch Seiner Verheißung. Alle, die zwanzig Jahre und älter waren, würden beginnen zu sterben, angefangen mit den Schuldigsten. Das ist ein Gericht, wie sie richteten, und ist direkt verbunden mit dem Alter, in dem ein Mann Soldat wurde, der befähigt war zu töten (4.Mose 1,3). Es ist die Erfüllung des Wortes an Noah, dass Gott das Leben des Mannes fordern würde, der das Blut eines anderen Menschen vergießt (1. Mose 9,6). Alle, die zwanzig Jahre und älter waren, waren daran beteiligt, andere zu töten. Andere zu töten bedeutet, sich selbst zu zerstören, denn die Schuld, ein Kind Gottes getötet zu haben, lastet schwer auf der Seele.

Die zehn Kundschafter, die dieses Unglück ausgelöst hatten, waren völlig schutzlos. Gott sagte zu Seinen Engeln, dass sie diejenigen, die sich beharrlich weigerten, Ihm zu glauben, nicht länger bewachen sollten.

Die Männer aber, die Mose gesandt hatte, das Land zu erkunden, und die wiedergekommen waren und die ganze Gemeinde dazu brachten, gegen ihn zu murren, indem sie das Land in Verruf brachten — diese Männer, die das Land in Verruf gebracht hatten, starben an einer Plage vor dem HERRN. Josua jedoch, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben am Leben von jenen Männern, die ausgezogen waren, um das Land auszukundschaften. (4.Mose 14,36-38 Schlachter)

Moses Erklärung schürte nur noch ihre Verstocktheit ihm gegenüber. Hätte das Volk den Geist der Buße gehabt, hätte der Herr sie niemals daran gehindert, das verheißene Land zu betreten. Stattdessen beschließt das Volk nun törichterweise, genau das zu tun, was es zuvor für unmöglich erklärt hatte. Anstatt ihre Sünden zu bereuen, versuchen sie nun, das Land Kanaan aus eigener Kraft zu erobern.

Mose sagte allen Israeliten die Antwort des HERRN. Da begann das Volk zu weinen und zu klagen. Am anderen Morgen aber rüsteten sich die Männer Israels, um ins Bergland hinaufzuziehen. Sie sagten zu Mose: »Wir sind jetzt bereit! Wir wollen dem HERRN gehorchen und in das Land ziehen. Wir haben gestern unrecht getan.«

Aber Mose erwiderte: »Warum wollt ihr gegen den ausdrücklichen Befehl des HERRN handeln? Das kann nicht gut gehen. Ich sage euch: Zieht nicht hinauf; denn der HERR wird nicht mit euch gehen! Die Feinde werden euch in die Flucht schlagen. Die Amalekiter und die Kanaaniter sind gerüstet und warten auf euch; ihr werdet alle umkommen. Ihr habt euch vom HERRN abgewandt; denkt nur nicht, dass Er euch jetzt beistehen wird!« (4.Mose 14,39-43 GN)

Das Volk gab zu, dass es gesündigt hatte, aber nicht wie Petrus, sondern wie Judas. Petrus bereute, aber Judas nicht. Mose warnt das Volk, aber weil es so eigensinnig ist und nicht auf Gottes Gesandten hören will, begibt es sich nun auf seine Selbstmordmission.

Doch die Israeliten hörten in ihrem Stolz nicht zu, sondern zogen ins Bergland hinauf. Mose ging nicht mit, und auch die Bundeslade des HERRN blieb unten im Lager. Da kamen ihnen die Amalekiter und Kanaaniter aus dem Bergland entgegen, besiegten die Israeliten und jagten sie bis nach Horma. (4.Mose 14,44.45 HFA)

Die beständige Widerspenstigkeit des Volkes lässt Gott keine andere Wahl, als die Neunzehnjährigen und Jüngeren zu unterweisen - diejenigen, die den 40-jährigen Todesmarsch durch die Wüste überleben werden.

Und der HERR sprach zu Mose: »Eines Tages werde Ich diesem Volk das versprochene Land geben, und ihr werdet dort leben. Sag den Israeliten, dass sie dann diese Anweisungen beachten sollen: …« (4.Mose 15,1.2 HFA)

Die Anweisungen zu Opfern und Gaben vermittelten die Gewissheit, dass die nächste Generation der Israeliten auf jeden Fall das verheißene Land betreten wird.

Diejenigen, die dazu bestimmt waren, in der Wüste zu sterben, lehnen sich natürlich weiterhin auf. Satan verführt sie dazu, den Umsturz der von Gott eingesetzten Regierung zu planen. Satan bringt Korah, den Leviten, zusammen mit Dathan und Abiram, beide Rubeniter, dazu, einen Aufstand gegen Mose und Aaron zu planen und das Volk zurück nach Ägypten zu führen.

Der Levit Korach, ein Sohn von Jizhar aus der Sippe Kehat, wollte das Volk gegen Mose aufhetzen. Drei Männer vom Stamm Ruben schlossen sich ihm an: Datan und Abiram, die Söhne von Eliab, und On, ein Sohn von Pelet. Sie brachten 250 Israeliten auf ihre Seite, führende und einflussreiche Männer.

Gemeinsam gingen sie zu Mose und Aaron und sagten zu ihnen: »Ihr nehmt euch zu viel heraus! Wer gibt euch das Recht, euch über die Gemeinde des HERRN zu stellen? Der HERR ist mitten unter uns! Wir alle sind heilig, nicht nur ihr!« (4.Mose 16,1-3 HFA)

Josephus fügt noch weitere Details hinzu:

Korah, ein durch Abkunft und Reichtum hervorragender Hebräer, gewandt im Reden, der das Volk leicht überzeugen konnte, sah neidisch auf die überaus hohe Würde des Moses (er war mit ihm aus demselben Stamme und ihm verwandt), und ärgerte sich darüber. Denn er hielt sich selbst dieser hohen Stellung für würdiger, da er reicher sei als Mose und von Herkunft nicht geringer ...

„Denn welchen Grund“, fuhr er fort, „kann Mose dafür anführen, dass er dem Aaron und seinen Söhnen das Priestertum übertragen hat? Denn wenn Gott diese Ehre einem aus dem Stamme Levi zugedacht hat, so bin ich ihr würdiger als dieser, da ich an Abkunft dem Mose ebenbürtig bin und ihm an Reichtum und Alter überlegen. Wenn Gott sie aber dem ältesten Stamme gebührt, so muss sie nach Recht und Gerechtigkeit dem Stamme Ruben zukommen, und zwar dem Dathan, dem Abiram und (dem On, dem Sohne) Phalaus. Denn diese sind aus dem Stamme die ältesten und die reichsten Männer.“ Flavius Josephus Jüdische Altertümer, Buch 4, Kapitel 2,2

So wie Satan sich darüber ärgerte, dass Gott Seinen eigenen Sohn als König und Priester über sie setzte, so ärgerte sich Korah darüber, dass Mose seinen eigenen Bruder zum Hohepriester einsetzte.

Die Empörung ergriff nun das ganze Volk. Man wollte den Moses steinigen und rottete sich mit großem Aufruhr und Lärm zusammen. Und vor der Hütte Gottes schrien sie insgesamt, man müsse den Tyrannen steinigen, der unter dem Vorwande göttlichen Auftrages einen so grausamen Druck ausübe, und das Volk von seinem Joche befreien. Wenn Gott sich einen Priester hätte erwählen wollen, hätte er einem würdigeren Manne diese Ehrenstelle übertragen, und nicht einem, der von vielen übertroffen würde. Und wenn er sie dem Aaron hätte verleihen wollen, würde er dies durch Volksbeschluss getan und nicht seinem Bruder allein die Entscheidung überlassen haben. Flavius Josephus Jüdische Altertümer, Buch 4, Kapitel 2,3

Korah wollte, dass das Priestertum auf „demokratische“ Weise bestimmt wird, und nicht, dass Mose allein ein Familienmitglied in eine solche Position einsetzt.

Mose verteidigt sich nicht selbst, sondern legt die Situation in Gottes Hände. Er fordert seine Gegner auf, das von ihnen angestrebte Priesteramt zu übernehmen. Sie sollten ihre Räuchergefäße nehmen, sie mit Weihrauch füllen und vor den Herrn bringen. Der Herr sollte entscheiden, wer angenommen wird. Das Volk war mit diesem Wettstreit zufrieden und wartete gespannt auf das Ergebnis.

Mose warnt Korah vor seinem Weg der Undankbarkeit für das, was Gott ihm bereits verliehen hatte. Korah war einer der siebzig Ältesten, die mit Mose auf den Berg gingen und die Herrlichkeit Gottes sahen. Er war einer der führenden Männer des Volkes, und wie Satan veranlasste ihn seine Stellung, sich eine Position anzumaßen, die höher war als die, die Gott ihm verliehen hatte.

Als Korah gesagt wurde, dass seine Sünde ihn daran hindern würde, in das verheißene Land einzuziehen, lehnte er sich dagegen auf und zettelte eine Rebellion an, die den Tod von fast 15.000 Menschen zur Folge hatte (4.Mose 16,35.49). Als Mose gesagt wurde, dass er wegen seiner Sünde nicht in das verheißene Land einziehen würde, fügte er sich dem Urteil treu und ohne zu murren. Welch ein Gegensatz zwischen diesen beiden Charakteren! Wie anders hätte die Geschichte von Korah verlaufen können, wenn er einfach auf Gottes Weisheit vertraut und das Urteil akzeptiert hätte. Während ihrer Wüstenwanderung hatten die Israeliten reichlich Zeit, um Buße zu tun, die Boshaftigkeit ihres Herzens zu erkennen und gerettet zu werden.

Als Mose mit Dathan und Abiram sprach, überschütteten sie ihn mit Anschuldigungen. Ihre Beschwerden bezogen sich auf Grundbesitz und Reichtum.

Mose ließ Datan und Abiram rufen; aber sie ließen ihm ausrichten: »Wir kommen nicht! Es reicht gerade, dass du uns aus Ägypten, dem Land, das von Milch und Honig überfließt, weggeführt hast und uns in der Wüste sterben lässt! Du willst dich auch noch als Herr über uns aufspielen? Hast du uns denn in ein Land gebracht, das von Milch und Honig überfließt? Hast du uns Äcker und Weinberge zum Besitz gegeben? Du machst diesen Leuten doch nur etwas vor! Wir jedenfalls werden nicht kommen.« (4.Mose 16,12-14 GN)

Die Israeliten machten Mose zum Sündenbock und gaben ihm die Schuld an all ihrem Unglück. Sie wollten nicht die Sanftmut des Mose, sie wollten Äcker und Weinberge.

Mose war tief betrübt über ihre Anschuldigungen. Er hatte sich vollständig der Aufgabe verschrieben, die Kinder Israel zu befreien. Nun schlug sich der größte Teil der Gemeinde auf die Seite von Korah und seinen Gefährten. 250 israelitische Fürsten schlossen sich der Revolte an und drängten nach vorn, um dem Herrn Weihrauch zu opfern.

Dann forderte Mose Korach auf: »Morgen sollst du mit allen deinen Leuten vor dem HERRN erscheinen! Auch Aaron wird da sein. Jeder soll eine Pfanne mit Weihrauch für den HERRN mitbringen, auch du selbst und Aaron.«

So kamen die 250 Männer Korachs am folgenden Tag mit ihren glühenden Räucherpfannen zum Eingang des heiligen Zeltes. Auch Mose und Aaron waren dort, und die übrigen Israeliten versammelten sich ebenfalls. Es war Korach gelungen, das ganze Volk gegen Mose und Aaron aufzuwiegeln. Da erschien der HERR in Seiner Herrlichkeit, und alle Israeliten sahen es. (4.Mose 16,16-19 HFA)

Korah hat fast das gesamte Volk in die Rebellion gegen Gott geführt. Der durch dieses Ereignis entstandene Riss hätte Satan uneingeschränkten Zugang zum gesamten Lager verschafft. Ohne die Vermittlung von Jesus sehen wir auf die Decke und lesen Gottes Handeln so:

»Entfernt euch von dieser Gemeinde! Ich will sie alle auf einen Schlag vernichten.« (4.Mose 16,21 GN)

Durch die Brille des Lebens von Christus betrachtet, liest es sich so:

Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe Ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden; denn Ich sage euch: Ihr werdet Mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!« (Matthäus 23,37-39 Schlachter)

Die Eifersucht des Kaiphas und der anderen jüdischen Führer auf Christus, die dazu führte, dass sie Ihn umbringen wollten, öffnete einen Riss in der gesamten Gemeinde. Christus kündigte an, dass ihnen ihr Haus wüst gelassen werde, und der Weg war geöffnet für Satan, Israel zu zerstören, was vierzig Jahre später in der Zerstörung Jerusalems gipfelte.

Die mörderische Eifersucht von Korah und den anderen israelitischen Führern auf Mose öffnete einen Riss in der gesamten Gemeinde. Gottes Ankündigung, dass Er sie auf einen Schlag vernichten würde, öffnete den Weg für Satan, Israel zu zerstören, was in der Vernichtung der gesamten erwachsenen Bevölkerung gipfelte.

Wie Jesus mit Tränen in den Augen zu den jüdischen Führern sprach, so sprach Mose mit Tränen in den Augen zu Korah und seinen Gefährten.

Als Mose dies unter Tränen gesprochen hatte, erbebte plötzlich die Erde, und es entstand ein Wogen wie das des Meeres, wenn seine Fluten von der Stürme Gewalt erregt werden. Flavius Josephus Jüdische Altertümer, Buch 4, Kapitel 3,3

So wie die israelitische Führerschaft verschlungen wurde und die Nation in den nächsten vierzig Jahren umkam, so wurden diejenigen, die Christus getötet hatten, von der Verkündigung des Evangeliums überwältigt, was vierzig Jahre später zum Untergang der Nation führte.

Aber wir müssen genauer untersuchen, was Gott meint, wenn Er sagt: „Ich werde sie auf einen Schlag vernichten oder verzehren“. Dieselbe Sequenz findet sich beim goldenen Kalb, an der Grenze zu Kanaan und bei der Rebellion Korahs.

Wir müssen unsere Schritte zum Hof des Pharaos zurückverfolgen, wo sich Moses Stab in eine Schlange verwandelte und die Schlangen der Zauberer verschlang, um diese Teile richtig zusammenzusetzen und die Decke über Korahs Rebellion zu lüften.

 

 

Wir werden die weiteren Kapitel dieses Buches nach und nach veröffentlichen, sobald sie fertig übersetzt sind. Alle Kapitel findest du hier.

Das englische Original: Mirror Principle

Anmerkung: 

Der Autor Adrian Ebens hat in seinem neuen Buch „Das Spiegelprinzip“ (Mirror Principle) vorwiegend die englische Bibelübersetzung „New Living Translation“ benutzt. Um dem in unserer deutschen Übersetzung zu entsprechen, haben wir vorwiegend aus den deutschen Bibelübersetzungen „Hoffnung für Alle“ und aus der „Gute Nachricht Bibel 2018“ zitiert, und auch einige andere Bibelübersetzungen benutzt. Die jeweils benutzte Version ist immer hinter der Bibelvers-Angabe angeführt.

Abkürzungen:

HFA – Hoffnung für Alle

GN – Gute Nachricht Bibel 2018

Schlachter – Schlachter 2000