Vom Donnersohn zum Gottessohn

veröffentlicht Nov 07, 2017 von Adrian Ebens in Erfahrungen und Zeugnisse Treffer: 32
Übersetzt von Franziska Bunkus, Jutta Deichsel

 

Vom Donnersohn zum Gottessohn - ein Pfad immer tiefer werdender Buße

 

Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! Offenbarung 3,19

Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Philipper 1,6

Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr Bastarde (Söhne einer Sklavin – [Hagar] Alter Bund) und nicht Söhne. Hebräer 12,6-8 (Elberfelder)

Was ist Gerechtigkeit aus Glauben? – Es ist das Werk Gottes, die Herrlichkeit des Menschen in den Staub zu legen und für den Menschen das zu tun, was er aus eigener Kraft nicht für sich selbst tun kann. Wenn der Mensch seine eigene Nichtigkeit erkennt, ist er bereit mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet zu werden. Wenn er anfängt, Gott den ganzen Tag zu loben und zu verherrlichen, dann wird er durch Anschauen in dasselbe Bild verwandelt. Was ist die Wiederherstellung? – Sie offenbart dem Menschen seine eigene wahre Natur und zeigt ihm, dass er in sich selbst wertlos ist. (Series A, No. 9, 1897), pages 61, 62. 

Die Heilige Schrift zeigt deutlich, dass das Werk der Heiligung fortlaufend ist. Wenn der Sünder bei seiner Bekehrung durch das Blut der Versöhnung Frieden mit Gott findet, so hat das christliche Leben eben erst begonnen. Jetzt muß er „zur Vollkommenheit fahren“, heranwachsen zu einem vollkommenen Menschen, „der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi“. Hebräer 6,1; Epheser 4,13. Der Apostel Paulus schreibt: „Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist, und jage — nach dem vorgesteckten Ziel — nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu.“ Philipper 3,13.14. Petrus zeigt uns die Schritte, die zum Erlangen biblischer Heiligung erforderlich sind: „So wendet allen euren Fleiß daran und reicht dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe; ... denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln.“ 2.Petrus 1,5-10. {GK 470.1}

Wer die biblische Heiligung an sich erfahren hat, wird einen demütigen Geist bekunden. Gleichwie Mose wird er die ehrfurchtgebietende Majestät der Heiligkeit erblicken und seine eigene Unwürdigkeit im Gegensatz zu der Reinheit und der erhabenen Vollkommenheit des Ewigen gesehen haben. {GK 470.2}

Im Jahr 1985 wurde ich mit einer Sündenlast auf meinen Schultern zum Fuß des Kreuzes gebracht. Ich erfuhr eine wunderbare Freiheit, Frieden und Freude im Evangelium Jesu Christi. Das Werk der Heiligung begann. Von Natur aus bin ich ein Donnersohn. In meinen frühen Jahren war ich impulsiv, laut, frech und typisch egoistisch. Da ich von Geburt an eine geschwächte Konstitution hatte, ließ mich mein Nervensystem Dinge sehr tief und intensiv spüren. Da ich dadurch eher empfindsam war, musste ich hart werden gegen den Hohn und Spott des Lebens. Es war wie ein geistiges Schmerzmittel, damit man den emotionalen Schmerz und die Sorgen des Lebens ertragen kann, und es erscheint ganz natürlich, sich zu verhärten, um zu überleben. Du musst lernen bei Leid und Schmerz zu lachen, damit dich der Schmerz, den du erlebst und mit ansiehst, nicht überwältigt.

Als ich anfing zu wachsen in meinem Wissen über die Bibel hätte es durch ein tiefes Gefühl der Liebe zu Christus eine Reue geben müssen, die diesem wachsenden Wissen entsprach. Einige Dinge habe ich bereut, aber bei andere Dingen wunderte ich mich einfach nur, warum andere Menschen dieses kostbare Licht nicht erkennen konnten. Damals realisierte ich es noch nicht, aber da war ein natürlicher Prozess, wenn ich etwas als Wahrheit erkannte, dass ich anstatt zu bereuen vielmehr schockiert war über die Ablehnung anderer, auch in dieses Licht zu kommen. Wenn man Wahrheit annimmt ohne Buße zu tun, führt das zu einem pharisäischen Leben, in dem man sich mit anderen vergleicht. Nach einigen Jahren konnte der Herr mir einige signifikante Schwachpunkte in meinem Charakter offenbaren, bis zu dem Punkt, dass ich daran dachte, mein Missionswerk aufzugeben, etwa um das Jahr 2000. Stattdessen half mir der Geist Gottes zu bereuen und die Gnade Gottes anzunehmen. Eine Reihe von Ereignissen, die zuvor stattfanden, zeigten mir meine leistungsbasierte Natur und noch andere Dinge. Sogar meine Sicherheit in Christus als dem Sohn Gottes erlaubte mir nicht, die tiefere Wahrheit über das Ausmaß meiner menschlichen Schlechtigkeit zu akzeptieren.

Im Jahr 2001 gab mir unser Vater im Himmel eine größere Wertschätzung Seiner Liebe zu mir durch meine Beziehung zu meinem Sohn. Daraus entstand das IdentityWars-Thema, das mich Ende 2006 schließlich zu der Wahrheit des geborenen Sohnes führte. Die Wahrheit über Vater und Sohn beeindruckte mein Herz zutiefst und ich empfand eine tiefe Scham, dass ich den wahren Gott der Bibel entehrt und eine Lüge angebetet hatte. Mich selbst als Götzenanbeter zu sehen war demütigend, doch durch die Zusicherung meiner Sohnschaft in Christus verachtete ich die Züchtigung meines Vaters im Himmel nicht und bekannte diese Sünde vor Gott und Menschen. Mein Vertrauen in meine Fähigkeiten bezüglich der Schrift brachte mich zurück auf die Knie, um den Herrn um Führung und Gnade zu bitten, auf dass ich die Dinge korrekt lesen könnte. Ich kämpfte immer noch damit, über andere Menschen schockiert zu sein, die sich weigerten, dieses offensichtliche Licht zu erkennen. Dies wurde zu einer konstanten Versuchung: eher auf die Blindheit anderer zu schaue anstatt auf meinen eigenen Götzendienst in der Vergangenheit und einfach demütig mit meinem kostbaren Vater und Seinem Sohn voran zu gehen.

2014 kam ich nach viel Studium zu der überraschenden Erkenntnis, dass, damit die letzte Botschaft der Liebe in die Welt hinausgehen kann, dies einen Aufruf beinhalten wird, dem Gesetz Moses mit den Satzungen und Rechten zu gedenken (Maleachi 4,4). Ich sprach zu einer Gruppe von Geschwistern in den USA, die die biblischen Feste halten, und bekannte ihnen meine Sünde, dem Gesetz Moses nicht gedacht zu haben. Ich lud andere ein, sich meinem Bekenntnis anzuschließen, doch die Reaktionen wurden erstickt durch Äußerungen, wie mit denen umzugehen sei, die diese Wahrheit nicht erkennen können. Zu dieser Zeit empfand ich eine Traurigkeit darüber, dass ich den Segen in den Satzungen und Rechten unseres Vaters nicht gesehen hatte, doch die tiefere Wirklichkeit war, dass ich Menschen gelehrt hatte, einige der Gebote Gottes zu brechen, indem ich den Rahmen des Moral- und Zeremonialgesetzes falsch angewandt hatte. Jetzt, im Jahr 2017, wird mir dieser Vers viel bewusster:

Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Matthäus 5,19

Ich hatte den Menschen gelehrt, sich keine Gedanken zu machen über manche der Satzungen im Gesetz, inklusive der Feste des Herrn. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Nachdem ich mein Versagen in der Wahrheit über Vater und Sohn realisiert hatte und die Notwendigkeit, mich auf die Buße zu konzentrieren, habe ich ernstlich gebetet, dass ich weder Überraschung noch Schock äußern würde, wenn andere nicht sehen konnten, was mir deutlich in der Schrift gezeigt worden war. Die Satzungen und Rechte richtig zu verstehen bereitete mir größere Schwierigkeiten als das Verständnis der Vater-Sohn-Wahrheit, und so betete ich, dass der Herr mir helfen möge, nicht verärgert und überrascht zu werden, wenn andere sich weigern würden, den geistlichen Segen in den Festen, Satzungen und Rechten anzuerkennen.

Wenn ich die Ereignisse von 2014 betrachte, erkenne ich, dass es mir immer noch nicht gelungen ist, durch diesen Prozess der Reaktion zu steuern, wenn dazu aufgerufen wird, an das Gesetz Mose mit den Satzungen und Rechten zu gedenken. Die schlechte Behandlung, die ich und andere erfuhren und miterlebten von denen, die die Feste ablehnen, brachte mich dazu, innerlich sehr frustriert zu sein. Einige Dinge, die im September und Oktober 2014 unter denen getan wurden, die dazu berufen waren, den Vater und den Sohn zu verkündigen, haben mich sehr bedrückt und enttäuscht. Es war leicht, sich auf deren menschliche Schwäche und Gebrechlichkeit zu konzentrieren, anstatt dem Geist Jesu zu erlauben, meine eigene Reue darüber zu vertiefen, die Gebote Gottes, die im Gesetz Mose gefunden werden, gebrochen zu haben und andere gelehrt zu haben, sie zu brechen. Meine Enttäuschung über das Verhalten von anderen verursachte, dass mein Zeugnis für die Feste befleckt wurde durch mein eigenes Ich. Hätte ich mich daran erinnert, dass ich selbst ein Gesetzesbrecher war, dem durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes vergeben wurde, wäre ich auch innerlich viel gnädiger mit anderen gewesen. Lasst mich klarstellen, dass ich den Austausch mit anderen so weit wie möglich vermieden habe und den Herrn um Hilfe gebeten habe, jegliche Verwicklung zu vermeiden, die meine Handlungen feindselig machen würden. Es genügt jedoch nicht, sich einfach nur zu zügeln, um nicht aggressiv mit anderen zu sprechen. Das, was in deinem Herzen ist, muss überwunden werden. Der Geist der Frustration, den ich empfand, veranlasste mich dazu, mich einfach von denjenigen fernzuhalten, die ständig die Feste attackierten. Hätte ich eine tiefere Erfahrung der Reue bezüglich der Satzungen erfahren, wäre es mir möglich gewesen, länger in ihrer Gegenwart zu bleiben und ein Segen für sie zu sein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich konnte ihre anklagenden Äußerungen und harschen Worte in meinem Gemütszustand nicht ertragen, sodass ich mich im Internet zurückzog, meinen Facebook Account deaktivierte und einen Neuen einrichtete. Ich tat das auch wegen der vielen Anschuldigungen, die über meinen Charakter kursierten und die nicht korrekt waren, ungefähr zu der Zeit des Passahfestes 2016. Ich nehme nicht die Taten anderer auf mich selbst, aber ich weiß, dass ich eine einfachere Erfahrung hätte haben können, wenn meine Buße bezüglich die Satzungen des Gesetzes tiefer gewesen wäre.

Ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, die eine Härte in meinem Geist verspürt haben in der Zeit von 2014 bis 2016. Ich erinnere mich an eine Reihe von Gelegenheiten, bei denen ich einen Geist von Frustration und Ärger über die Taten anderer empfand. Solche Gefühle können nicht völlig verborgen werden und ich bin mir sicher, dass dadurch Menschen falsch beeinflusst wurden, und deshalb möchte ich mich für jegliche Härte entschuldigen, die jemand während dieser Zeit von mir empfunden hat. Ich weiß, dass jeder Mensch seine eigenen Entscheidungen trifft, aber meine falsche Gesinnung, selbst wenn sie nicht artikuliert wurde, kann die Entscheidungen anderer beeinflussen. Diese Gedanken fordern mich heraus.

Der Einfluss der Gedanken und Handlungen eines jeden Menschen umgibt ihn wie eine unsichtbare Atmosphäre, die unbewusst von allen, die mit ihm in Kontakt kommen, eingeatmet wird. Diese Atmosphäre ist häufig vergiftet, und wenn sie eingeatmet wird, ist moralische Entartung das sichere Ergebnis. {5T 111.1}

Ich weiß, dass andere die Atmosphäre meiner Gedanken eingeatmet haben, die nicht in der Gnade Christi allein verankert waren, und es tut mir leid für jeden, der davon in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Als ich zu der Erkenntnis des liebevollen Charakters unseres Vaters kam, welche Freude und Erleichterung erfüllte da meine Seele. Ich kann für euch die volle Freude gar nicht in Worte fassen, die ich empfing, als ich erkannte, dass unser Vater Seine eigenen Gebote hält, und dass Jesus Seinen Vater vollkommen offenbart hat, während Er hier auf der Erde war. Fast 40 Jahre lang glaubte ich, dass Gott diejenigen widerwillig bei lebendigem Leib verbrennen wird, die sich weigern, zu bereuen. Bis zu meinem 47. Lebensjahr glaubte ich, dass Gott Menschen direkt vernichtete, wie bei der Sintflut und bei Sodom und Gomorra, und dass es Sein Wunsch war, dass die Israeliten die Kanaaniter abschlachteten. Als ich erkannte, dass das nicht korrekt war, fragte ich mich, wie ein solches Denken über Jahrzehnte hinweg meinen Geist beeinflusst hatte. Ich wusste nun, dass ich Gedanken über unseren Vater gehabt hatte, die falsch waren bezüglich Seines Charakters. Ich erzitterte bei dem Gedanken daran, wie sich das auf meinen Charakter ausgewirkt haben muss. Natürlich ist es wahr, dass ich glaubte, dass Gott liebevoll, gnädig, barmherzig und gütig ist und dass ich mich auf diese Aspekte Seines Charakters konzentriert hatte. Ich glaubte aber auch, dass Er Menschen höchstpersönlich hinrichtete, und das hatte eine Auswirkung auf meinen Charakter. Dieser Glaube erlaubte es mir, gegenüber jenen, die ich für böse hielt, sehr negative Gefühle zu hegen.

Die widersprüchliche Natur dieser beiden Vorstellungen von Gott lässt dich unseren Vater als jemanden sehen, der Sein sündiges, verlorenes Kind, verstrickt in Sünde, in großer, zärtlicher Barmherzigkeit umarmt und an sich zieht, und wenn dieses kostbare Kind Gottes sich dann weigert, Ihm zu folgen und Böses tut, dann dreht sich Gott und befiehlt, dass dieses kostbare Kind getötet werden soll, ja, sogar dass ein Schwert es durchbohren soll. Die widersprüchliche Natur dieser Gedanken richtet einen schrecklichen Schaden in unserem Gemüt an. Uns unseren Vater vorzustellen wie Er sich in Seiner unendlichen Liebe nach Seinem eigensinnigen Kind ausstreckt, ihm Seine Liebe verheißt, und nachdem Er nach einer gewissen Zeit keine Reaktion bekommt, sich am Ende dann umwendet und es tatsächlich bei lebendigem Leibe verbrennt und ihm Schmerzen zufügt, die eine unglaubliche Qual für Körper und Geist bedeuten. Wenn man versucht diese beiden Ansichten miteinander zu vereinbaren, verursacht das einen solchen Konflikt in unseren Gedanken. Um mit diesem Konflikt fertig zu werden, musst du die negativen Gedanken in Bezug auf dich selbst abblocken, aber sie in Bezug auf andere glauben. Dies verursacht eine Trennung zwischen dir selbst und anderen.

Ich versuche, den Gedanken aufzugreifen, dass ich 40 Jahre meines Lebens die Vorstellung hatte, dass Gott den Tod von Milliarden Menschen befohlen hat und auch noch persönlich ausführen wird. Ich versuche zu begreifen, wie sehr dies das Herz meines Vaters schmerzt, wenn ich das über ihn glaube, wo Er mich doch so unendlich liebt. Ich denke daran, wie Christus auf diese Erde kam, um uns zu zeigen, wie der Vater wirklich ist.

Der Sohn Gottes kam auf diese Erde, um den Menschen den Charakter des Vaters zu offenbaren, damit sie lernen könnten, ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten. {CT 28.2}

Zärtlich, mitfühlend, verständnisvoll, immer rücksichtsvoll gegenüber anderen, repräsentierte er den Charakter Gottes und war ständig im Dienst für Gott und die Menschen tätig. {8T 286.4}

Nach allem, was der Sohn Gottes hier getan hat, habe ich 40 Jahre lang etwas anderes geglaubt. Ich versuche, das Leiden zu begreifen, das Ihm das verursacht hat. Ich weiß, dass er mich dafür überhaupt nicht verurteilt, aber das stoppt nicht den Schmerz, den Er empfunden hat, und auch nicht den Schmerz, den Er fühlte, weil ich unter der unglaublichen Täuschung lebte, zu glauben dass unser Vater Menschen verbrennt und sie mit dem Schwert töten lässt.

Ich war bis jetzt noch nicht in der Lage, das Leiden zu verstehen, das ich unserem Vater und dem Herrn Jesus verursacht habe, indem ich solche Vorstellungen hatte und auch zeitweise lehrte. Ich glaube, es ist das Gefühl für die Leiden, die Ihm das bereitet hat, dass ich unbewusst versucht habe, mich von dem Kummer zu distanzieren, den ich Ihm verursacht habe. Wie habe ich das gemacht? Durch meine drastischen Äußerungen über die Absurdität des Glaubens, dass Gott Menschen tötet.

In den vergangenen Tagen haben mich einige meiner engen Freunde angesprochen bezüglich mancher Ausdrücke, die ich verwendet habe, wenn ich über die schreckliche Vorstellung sprach, dass Gott Menschen tötet. Manchmal war meine Sprache und Gestik laut und harsch, als ich versucht habe, aufzuzeigen wie erschreckend diese Vorstellung wirklich ist. Ich habe das ausgedrückt in Worten über ein horrendes Bild von Gott, wie Er Menschen grillt, sie röstet oder sie zu Tode hackt. Ich habe die Vorstellung intensiv formuliert, dass es schizophren wäre zu glauben, dass Gott zu Passah mit einer Hand die Israeliten beschützte während Er mit der anderen die Ägypter umbrachte. Das Prinzip ist wahr, ich habe es jedoch zu hart ausgedrückt. Ich fragte einige andere Leute, denen ich vertraue, ob sie das auch so sahen. Einige sahen nichts Falsches darin, andere sagten, sie verstünden, was ich sagen wollte, weil sie mich kennen, und hätten kein Problem damit. Doch einige empfanden die Sprache etwas zu extrem und zu intensiv.

Heute habe ich gebetet und darüber nachgedacht, warum ich das so getan habe. Die Antwort ist, dass ich tief in meinem Herzen der verlorene Sohn bin:

Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen! Lukas 15,21

Die Intensität meiner Ausdrucksweise verrät eine Ebene von Trauer, dass ich eine solche Sache geglaubt habe, und dass ich der Vergebung nicht wert bin. Natürlich klammert sich ein anderer Teil in mir an die Liebe meines Vaters, doch meine harsche Ausdrucksweise spiegelt eine tiefe Enttäuschung über mich selbst wieder, dass ich jemals so etwas glauben konnte. Heute ist mir klar geworden, dass der einzige Weg für mich, frei von der Gefahr zu werden extrem über die negative Seite des Glaubens an einen Gott, der Menschen tötet, zu sprechen, darin besteht, zu glauben, dass unser Vater mir wirklich vergibt, dass ich dies jemals geglaubt habe.

Ich kann mir vom Kopf her sagen, dass ich weiß, dass mein Vater mir vergibt, aber ohne durch einen tiefen Erkenntnisprozess des Schmerzes zu gehen, den dies unserem Vater verursacht hat, ist das Herz nie wirklich frei. Ich versuche zu begreifen wie ich mich fühlen würde, wenn meine Kinder mir schreckliche Gewalttaten zuschreiben würden, die ich nie begangen habe, und jedes Mal wenn ich die Angst in ihren Augen sehen würde, weil sie dieser Lüge glauben, würde es mich durchbohren wegen der Trennmauer, die dadurch verursacht wurde. Es kann keine wahre Versöhnung geben, bis nicht der Schmerz, dieser Lüge geglaubt zu haben, und die Trennung, die sie verursacht hat, verstanden wird. Ich weiß, dass ich mit der Realität ringe, dass ich geglaubt habe, mein himmlischer Vater sei in sehr gewalttätige Handlungen verwickelt, um Übeltäter zu bestrafen. Der Gedanke daran verursacht mir Kummer. Zugleich weiß ich, dass es ein noch tieferes Tal gibt, durch das man damit gehen muss.

In der Zwischenzeit möchte ich mich bei allen entschuldigen für jedes Mal, bei dem ich mich in einer sehr harschen Weise ausgedrückt habe, als ich über die falsche Vorstellung eines tötenden Gottes gesprochen habe. Ich erkenne, dass ich diese grobe Ausdrucksweise teilweise auf mich selbst projiziere, weil ich das selbst so lange geglaubt hatte. Ich identifiziere mich mit dem verlorenen Sohn. Ich bin nicht würdig ein Sohn Gottes zu heißen, weil ich solche schrecklichen Dinge über meinen Vater geglaubt habe. Doch ich halte mich fest an dem Glauben Jesu, der sich an Seine Sohnschaft klammerte. Ich weiß, dass mir in Christus vergeben ist und ich geliebt bin. Es ist für mich schon mehr als ironisch, dass genau der Charakter, von dem ich mich distanzieren wollte, sich in meinem Charakter manifestiert hat, wenn ich darüber sprach, was ich nicht glaubte. Noch ironischer sind die Kommentare, die ich mancherorts von jenen zu hören bekam, die glauben, dass Gott tötet: dass ich der Angreifer und der Zerstörer sei. Der Gott, an den sie glauben, wurde auf mich projiziert. Das war leicht, weil das Verhalten, das ich an den Tag legte, diese Vorstellung immer noch widerspiegelte.

Ich weiß, dass dieser Artikel einige tiefe Selbstbeobachtungen bietet, aber das Feedback, das ich bekam, hat mir die Möglichkeit gegeben, mich wirklich selbst in Frage zu stellen in der Sicherheit, die ich in Christus habe. Ich will mich prüfen, um zu sehen, wo ich im Glauben stehe. Ich möchte so viel mehr wie Jesus sein. Ich will noch sanfter und liebevoller sein. Meine Persönlichkeit ist intensiv und leidenschaftlich in ihrer Ausdrucksweise und ich glaube, dass das schon zu viel Gutem gebraucht wurde, aber ich bin anfällig dafür, diese Eigenschaften in dem gerade beschriebenen Fall zu missbrauchen.

Ich bitte diejenigen, die von meiner Arbeit gesegnet wurden, für mich zu beten, damit, wenn ich spreche, ich nur im Geist Christi spreche. Ich vertraue darauf, dass mein Vater mir vergibt, und doch weiß ich, dass diese Reue sich vertiefen muss, damit diese harsche Ausdrucksweise in meiner Seele zur Ruhe gelegt wird. Ich weiß dass der, der das gute Werk in mir begonnen hat, es auch vollenden und vervollkommnen wird. Bei denjenigen unter euch, die mich nicht kennen und durch meine Ausdrucksweise abgestoßen oder verletzt wurden, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen und um Vergebung bitten, während ich versuche, mich damit auseinanderzusetzen, dass ich einst etwas so Falsches über meinen himmlischen Vater geglaubt habe.

An die wenigen unter euch, die mich in Worten, Videos, sozialen Medien und Schriften zu diesem Thema attackiert haben: ihr habt wahrscheinlich den Splitter in meinem Auge gesehen (für euch ein Splitter, für mich ein Balken!). Ich möchte dieses sagen. Beim ersten Mal, als ich einen Adventisten zu mir sagen hörte, dass Jesus nicht der buchstäbliche Sohn Gottes ist, war ich so schockiert, dass ich zitterte. Die Realität dessen, was ich selbst einmal geglaubt hatte, so direkt in meinem Gesicht gesprochen, ließ mich erzittern. Ihr präsentiert so direkt den tötenden Charakter des Gottes, dem ich einst diente. Es verursacht mir Kummer, diese Dinge überall im Internet und über Satellit zu hören. Ist das die Botschaft, die die Erde mit ihrer Herrlichkeit erleuchten soll? Ermutigt es Menschen dazu, Gott noch tiefer zu lieben und sich in Seine Hände der Gnade fallen zu lassen, indem man ihnen erzählt, dass Gott Milliarden von Menschen getötet hat und noch töten wird? Bringt euch das Verbreiten solcher Dinge in dieser Art und Weise Freude und Freiheit im Evangelium? Sind eure Zuhörer und Leser begeistert von dem wunderbaren Gott, dem ihr dient, der Millionen Menschen gewaltsam zu Tode bringt? Ich bin tief betrübt, wenn ich über diese Dinge nachdenke. Ich brauche ein noch tieferes Gefühl für die Vergebung meines Vaters, dies jemals auch nur im Entferntesten geglaubt zu haben, bevor ich mich ruhig mit euch hinsetzen und solchen schrecklichen Dingen zuhören kann. Das ist mein Versagen vor euch, dass ich nicht völlig geglaubt habe, dass mir diese Dinge vergeben wurden, so dass wenn ich sie von euch hörte, in mir Traurigkeit und Frustration hervorgerufen wurde und sich meine grobe Ausdrucksweise verstärkte, wenn ich predigte. Durch die Gnade des Herrn Jesu wird das ab heute aufhören. Es tut mir leid an euch versagt zu haben, als ich die vollkommene, ruhige Liebe Jesu nicht widergespiegelt habe.

Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen. Sacharja 12,10

Ich weiß, dass ich den Sohn Gottes durchbohrt habe, indem ich solch schreckliche Lügen über Ihn geglaubt habe. Ich glaubte an den mystischen Drei-in-Einem-Gott und es durchbohrte Ihn. Ich habe die Satzungen und Rechte meines Vaters mit Füßen getreten und auch das durchbohrte Ihn, und ich habe nicht geglaubt, dass unser Vater Seine eigenen Gebote hält und dass Jesus auf die Erde kam, um uns das zu zeigen. Das sind schreckliche Verbrechen gegen den Himmel. Ich vertraue darauf, dass mein Vater mir all das vergibt, doch ich weiß, um versiegelt zu werden, muss ich den leidenden Sohn Gottes anschauen, und in der vollen Anerkennung der Leiden, die ich Ihm verursacht habe, immer noch glauben, dass mir vergeben ist. Ich glaube, dass das für mich getan wird und ich Gnade empfangen werde und den Geist des Gebetes, um durch dieses Tal zu kommen.

Ich danke dir, Herr Jesus, für diese Erkenntnis und ich vertraue darauf, dass du mich von Selbstzweifeln und Unglauben befreien wirst. Ich weiß, dass Du der Sohn Gottes bist, du bist der Herr des Sabbats und du bist wahrlich die vollkommene Offenbarung des Vaters.