Agape 24 - Abraham und der Gräuel der Verwüstung

veröffentlicht Feb 14, 2018 von Adrian Ebens in Agape Treffer: 112
Übersetzt von Franziska Bunkus, Jutta Deichsel

 

Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! 1.Mose 22,1-2

Nach allem, was wir bisher betrachtet haben, sollte klar sein, dass wir diese Stelle auf mindestens zwei verschiedene Arten lesen können. Eine Lesart offenbart die Liebe Gottes auf erstaunliche Weise: Abrahams Opfer von Isaak ist ein Symbol der Liebe Gottes, der bereit ist, Seinen Sohn für uns aufzugeben, damit wir den Namen (Charakter) des Sohnes Gottes sehen und daran glauben und gerettet werden können. Im Spiegel des Alten Bundes sehen wir dagegen ein Bild Gottes, der im besten Fall Abrahams Loyalität durch eine unvorstellbare Prüfung testet und im schlimmsten Fall von Abraham verlangt, seinen eigenen Sohn zu töten.

Warum sollte Gott Abraham anweisen, seinen Sohn der Verheißung zum Brandopfer darzubringen? Diese Bitte scheint perfekt in das Konzept einer zornigen Gottheit zu passen, die durch einen Tod beschwichtigt werden muss. Das ist das Prinzip aller heidnischen Religionen. Die Beschwichtigung deines Gottes durch Opfer ist das Herz des Heidentums. Warum erscheint es so, als ob die Bibel Gott in diesem Licht darstellt?

Lasst uns zuerst zurückgehen und den Ursprung des Opferdienstes in der Schrift betrachten.

Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. 1.Mose 3,21

Uns wird nicht gesagt, wie diese Felle entstanden sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eines oder mehr Tiere sterben mussten, um das Fell bereitzustellen. Gott hätte diese Felle auch ohne den Tod eines Tieres erschaffen können, aber das ist nur Spekulation, da wir es von diesem Vers her einfach nicht wissen. Die erste Stelle in der Bibel, in der von einem Opfer gesprochen wird, findet sich im nächsten Kapitel der Genesis (1.Mose).

Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem HERRN ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. Und auch Abel brachte [ein Opfer] dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der HERR sah Abel und sein Opfer an. 1.Mose 4,3-4

Diese Geschichte deutet an, dass Opfer tatsächlich erforderlich waren, und dass ohne ein Lamm als Opfer die Anbetung als nicht annehmbar angesehen wurde.

...aber Kain und seine Gabe sah er nicht an. Darüber geriet Kain in heftige Erregung, so daß sein Angesicht sich finster senkte. Da sagte der HERR zu Kain: »Warum bist du erregt geworden, und warum hat dein Angesicht sich finster gesenkt? Wird nicht, wenn du recht handelst, dein Opfer angenommen? Lagert nicht, wenn du böse handelst, die Sünde vor der Tür (als ein Feind, dessen) Verlangen auf dich gerichtet ist, den du aber bezwingen sollst?« 1.Mose 4,5-7 (Menge)

Es scheint daher, dass Gott von den Menschen verlangte, Tiere zu opfern als Teil ihres Gottesdienstes. Kains Weigerung, ein Tieropfer darzubringen, gipfelte im ersten Mord. Am bedeutungsvollsten hier ist, dass während Kain das Opfern eines Lammes nicht anerkannte, er einen Ersatz fand in dem Mord an seinem Bruder, um seinen eigenen Zorn zu befriedigen.

Das ist bedeutsam für die Geschichte der Opferung Isaaks, weil hier ebenfalls der Plan war, ein menschliches Opfer darzubringen für den Zweck einer Versöhnung. Was die Einstellung des Herrn gegenüber den Opfern betrifft, so bemerken wir folgendes mit großem Interesse:

HERR, mein Gott, [wie] zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, und deine Pläne, die du für uns gemacht hast; dir ist nichts gleich! Wollte ich sie verkündigen und davon reden — es sind zu viele, um sie aufzuzählen. Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; Ohren aber hast du mir bereitet; Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt. Psalm 40,6-7

Der inspirierte Psalmist erklärt, dass Gott keine Opfer wollte. Dann macht er die unglaubliche Aussage, dass Gott niemals Brandopfer oder Sündopfer gefordert oder verlangt hat. Zunächst scheint dieser Gedanke völlig unvereinbar mit dem zu sein, was im Rest des Alten Testaments geschrieben steht. Die Anweisungen, die Gott Mose gab mit den ausdrücklichsten Details, wie die jeweiligen Opfer darzubringen waren, scheinen mit Sicherheit anzudeuten, dass es genau das war, was Gott wünschte. Doch hier lesen wir wieder:

Denn ich habe zu euren Vätern nichts gesagt und ihnen nichts befohlen in Bezug auf Brandopfer und Schlachtopfer an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, sondern dieses Wort habe ich ihnen befohlen: Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt auf dem ganzen Weg, den ich euch gebieten werde, damit es euch wohlergehe! Aber sie gehorchten nicht und neigten mir ihre Ohren nicht zu, sondern sie wandelten nach den Ratschlägen, nach dem Starrsinn ihres bösen Herzens, und sie wandten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Jeremia 7,22-24

Das scheint völlig widersprüchlich zu sein. Der Prophet Jeremia schreibt unter Inspiration, dass Gott Israel bezüglich der Brand- und Schlachtopfer nichts befohlen hatte. Doch die Schriften Moses enthalten sehr viele Gebote darüber.

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sprich: Wenn sich eine Seele aus Versehen versündigt gegen irgendeines der Gebote des HERRN, dass sie etwas tut, was man nicht tun darf, [so soll als Vorschrift gelten]: Wenn der gesalbte Priester sündigt, sodass er eine Schuld auf das Volk bringt, so soll er für seine Sünde, die er begangen hat, einen makellosen Jungstier dem HERRN als Sündopfer darbringen. Und er soll den Jungstier zum Eingang der Stiftshütte bringen, vor den HERRN, und seine Hand auf den Kopf des Stieres stützen und den Jungstier schächten vor dem HERRN. 3.Mose 4,1-4

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Gebiete den Kindern Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt darauf achten, dass ihr meine Opfergaben, meine Speise von meinen Feueropfern, die zum lieblichen Geruch für mich sind, mir darbringt zu ihrer bestimmten Zeit. Und sprich zu ihnen: Das ist das Feueropfer, das ihr dem HERRN darbringen sollt: täglich zwei einjährige, makellose Lämmer als beständiges Brandopfer. Das eine Lamm sollst du am Morgen opfern, und das andere Lamm sollst du zur Abendzeit opfern. 4.Mose 28,1-4

Wir erinnern uns an einen der Schlüsselpunkte aus Kapitel 21 dieses Buches:

Wenn Gott mit Menschen im Alten Bund oder in ihrem natürlichem Zustand umgeht und die Gebote, die Er ihnen gibt, im Konflikt stehen mit dem Leben Jesu auf dieser Erde, ist dies ein Beweis dafür, dass der göttliche Spiegel am Wirken ist. Agape, Kapitel 21

Lasst uns zu dem Moment im Garten Eden zurückkehren, wo Gott sich Adam nahte. Gott fragte Adam, ob er vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen hätte. Adam bereute sein Handeln nicht, sondern beschuldigte stattdessen Gott, das Problem verursacht zu haben. Adam erkannte nicht, dass in seinem Herzen die Samen des Mordes keimten. Indem er den Vorschlag der Schlange annahm, machte er sich auch den Geist der Schlange zu eigen, der ein Mörder ist von Anfang an (Johannes 8,44). Damit Adam seine Sünde bereuen konnte, musste er verstehen, was er durch das Essen der Frucht getan hatte.

Diese Realität haben wir in Kapitel 19 besprochen - Verwundet durch unsere Übertretung. Wir wiederholen diesen Punkt:

Als Adam und Eva in Sünde fielen, wurden sie in ihrer Natur wie Satan. Der Geist Christi, der in ihnen war, wurde durchbohrt und zermalmt, wie Zähne einen Samen zermalmen. Es ist Christi Geist im Menschen, der ihm sein Leben gibt. Er ist das Licht, das jeden Menschen in dieser Welt erleuchtet (Johannes 1,9). Hätte Christus Adam ganz verlassen, wäre er gestorben. Der Geist Christi in Adam wurde zerschlagen, doch Christus zog sich nicht von Adam zurück, obwohl ihm das Bleiben Qualen verursachte. Von den fortwährenden Leiden Christi, dem Fels, kam das geistliche Wasser hervor, das Adam am Leben erhielt. Agape, Kapitel 19

Adam war sich nicht bewusst, dass er den Samen der Gewalt in sich trug. Er verstand nicht, dass die Ereignisse der Kreuzigung von Christus 4000 Jahre später in ihm ihren Ursprung fanden. Der Herr musste Adam zeigen, wo das Problem lag, damit Adam seine verzweifelte Situation begreifen und auf den Geist Christi ansprechen und bereuen konnte.

Das Opfersystem war ein Spiegel dessen, was die Menschen natürlicherweise gegenüber Christus fühlen. Der Opferdienst ist ein Lehrmeister, um uns zu Christus zu bringen, doch wie wir bereits erkannt haben, projizieren Menschen diesen Spiegel auf Gott zurück und bekleiden Ihn mit ihrem eigenen Charakter. Dadurch wird fast allgemein geglaubt, dass Gott die Opfer verlangte, und als natürliche Folge dessen glauben die Menschen, wissentlich oder unwissentlich, dass Gott Seinen eigenen Sohn getötet hat.

Abraham wuchs in Babylon auf, dem Land der Chaldäer (1.Mose 11,31). Er wuchs in einer Kultur auf, in der Menschen geopfert wurden. Die Prinzipien, die sich in Kain manifestiert hatten, als er seinen Bruder tötete, wurden zum Kennzeichen jeder heidnischen Religion. Das Schlachten von Millionen Tieren und vielen Tausenden Menschen entsprang völlig dem betrügerischen Herzen des Menschen, der seine eigene zornige Natur auf Gott projiziert. Anstatt anzuerkennen, dass das Opfer ein Spiegelbild seiner selbst und seines verdorbenen Zustandes ist, dreht der Mensch die Opfer so herum, als würde Gott sie fordern, damit Er zufriedengestellt wird.

Samuel aber sprach zu Saul: Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! 1.Samuel 15,22

Abraham hatte versagt in seinem Vetrauen, dass der Herr ihm den verheißenen Sohn geben würde, den er sich so sehr wünschte. Er bat den Herrn, Elieser anzuerkennen, seinen treuen Diener (1.Mose 15,2). Dann hörte Abraham auf den Vorschlag seiner Frau, einen Sohn mit ihrer Magd Hagar zu zeugen. Dies führte zu der Geburt von Ismael.

Dieser Mangel an Glauben erschuf eine unglückliche Familiensituation. Die Folge war, das Abraham gezwungen war, Hagar und Ismael aus seinem Heim fortzuschicken. Voller Verzweiflung erkannte Abraham seine Fehler. Die Versuchung, Gott etwas zu opfern, um Ihn zu beschwichtigen, wuchs. All seine Kindheitserfahrungen, vermischt mit den Samen von Adams fleischlichem Erbe, drängten Abraham, Versöhnung durch Beschwichtigung zu suchen.

Es ist in diesem Zusammenhang, dass Gott Abrahams Problem in den Spiegel stellt. Das Gebot ergeht als eine Reflexion seines eigenen Denkens in Mustern der Beschwichtigung.

Wir möchten aber zugleich sorgfältig beachten, dass Gott Abraham tatsächlich nicht gebot, seinen Sohn zu töten. Er gebot ihm, ihn als Brandopfer zu opfern. Dieses Gebot konnte auf zwei verschiedenen Arten gelesen werden.

Als Jesus zu der Frau sprach, die Ihn bat, ihre Tochter zu heilen, sagte Er: „Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hunden vorzuwerfen“. Er nannte sie nicht einen Hund. Er sprach den Gedanken aus, der in den Köpfen der Jünger war, und was sie selbst empfand, dass die Juden von ihr denken. In ihrer Antwort können wir erkennen, dass sie Ihn so verstand, als würde Er sie einen Hund nennen, aber genauso gut hätte sie Ihm auch sagen können, dass sie ein Kind Gottes sei.

Dasselbe passiert in der Geschichte von Abraham. Gott sagte Abraham nur, dass er seinen Sohn als ein Brandopfer darbringen soll. Er hatte ihm nicht ausdrücklich gesagt, dass er ihn töten sollte. Abraham hätte es auch so verstehen können, dass er alle Wünsche für seinen Sohn aufgeben sollte, die außerhalb von Gottes Willen waren. Durch die Art und Weise, wie Abraham aufgewachsen war, sowie durch sein Beschwichtigungs-Denkmuster verstand Abraham es jedoch so, als wünschte Gott, dass er seinen Sohn umbringen sollte. Gott wusste, dass dies geschehen würde. Es war notwendig, um Abraham seine unterbewusste Vorstellung zu offenbaren, dass Gott besänftigt werden müsste, und ihn gleichzeitig zu einem Punkt zu bringen, wo er Gott vollständig vertrauen musste. Es war ein erstaunlicher Prozess, um Abraham in den Neuen Bund des Glaubens im Geist und in der Wahrheit zu bringen, durch die Herrlichkeit des Alten Bundes hindurch (2.Korinther 3,7-9).

Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich! Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen! Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar anstelle seines Sohnes. 1.Mose 22,11-13

Wenn wir aus dieser Geschichte schlussfolgern, dass Gott keine Beschwichtigung durch das Töten unserer Kinder möchte, sondern eher durch das Töten Seines eigenen Sohnes, dann sind wir immer noch tief im Heidentum verstrickt und nicht sehr weit von dem Beispiel der Azteken in Zentralamerika entfernt. Der einzige Unterschied ist, welchen Sohn verlangt die Gottheit, dass er sterben soll? Gottes Sohn war ein würdigeres und wertvolleres Opfer im Vergleich zu den niedrigeren Opfern des Heidentums.

Das Verlangen, Gott zu beschwichtigen durch Opfergaben, war jahrhundertelang ein beständiger Schmerz für Gott. Es war nie Sein Wunsch, dass der Mensch Ihn durch das Töten von Tieren besänftigt.

Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch, und der HERR sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe. 1.Mose 8,20-21

Ein oberflächliches Lesen dieser Verse bringt die Menschen dazu zu denken, dass Gott durch Opfer besänftigt wird. Der liebliche Geruch, der dem Herrn in die Nase stieg, ließ Ihn versprechen, die Erde künftig nicht mehr zu verfluchen. In Wirklichkeit ist das Wort für "roch" hier tatsächlich das Wort "ruach". Es ist die Wurzel, von der wir das Wort "Geist" oder "Gottes Geist" bekommen. Das Wort bedeutet:

Ein Wurzelwort, genau: zu blasen, das heißt, zu atmen, nur (wörtlich) zu riechen oder (als Schlussfolgerung wahrzunehmen (im übertragenen Sinne zu erwarten, zu genießen): -annehmen, riechen, berühren, schnell verstehen

Das Atmen kann Ein- oder Ausatmen bedeuten. Das Ausatmen suggeriert ein Geben. Das Einatmen suggeriert ein Empfangen. Am Anfang des Verses 21 steht das Wort „Und“. Im Hebräischen existiert dieses Verbindungswort nicht. Gott war nicht beschwichtigt durch die Tieropfer. Er nahm Noahs Buße an, der durch diese Handlung ausdrücken wollte: „Ich weiß, dass ich in mir selbst wertlos bin und ich bin schuldig am Tod Deines Sohnes.“ Der Herr in Seiner großen Gnade blies Seinen Geist auf die Erde und allein aus Seiner Barmherzigkeit sandte Er Leben, um die Erde zu erneuern. Wenn wir die Bibel im Licht des Charakters von Christus lesen, fangen all diese Beschwichtigungs-Passagen an zu leuchten in dem Angesicht von Jesus Christus.

Kain trug die Prinzipien einer beschwichtigenden Anbetung noch einen Schritt weiter zur Anbetung der Natur. Er entfernte das Lamm, das ein Symbol seines mörderischen Herzens war, und opferte einfach Obst und Gemüse. In dieser Handlung der Beschwichtigung wurden die Güter der Erde zu seinem Erlöser. Kain fügte seiner Anbetung noch den Mord an seinem Bruder hinzu und so begannen die Ursprünge der heidnischen Anbetung. In heidnischen Kulten manifestierte sich dies in der Anbetung in Baumhainen oder auf Höhen, verbunden mit Menschenopfern. Diese Art der Anbetung bereitete Gott tägliche Leiden. Satan verdrehte die kostbarsten Wahrheiten, die eigentlich durch diese Opfer gelehrt werden sollten, und brachte die Menschen dazu, danach zu trachten, Gott zu beschwichtigen.

Alle Stätten, wo die Heidenvölker, die ihr aus ihrem Besitz vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, sollt ihr vollständig zerstören; es sei auf hohen Bergen oder auf Hügeln oder unter allerlei grünen Bäumen. Und reißt ihre Altäre um und zerbrecht ihre Gedenksteine und verbrennt ihre Aschera-Standbilder mit Feuer und zerschlagt die geschnitzten Bilder ihrer Götter und rottet ihren Namen aus von jener Stätte. Ihr sollt dem HERRN, eurem Gott, nicht auf diese Weise dienen. 5.Mose 12,2-4

Die Israeliten sollten die Höhen der Heidenvölker auf diese Art und Weise vernichten, damit die Beschwichtigungs-Denkweise in ihrer Anbetung beendet und Gott erlaubt würde, Seinen Geist auf sie zu blasen (und nicht den Rauch ihrer Opfer zu riechen).

Sie dachten, dass Gott genauso wie sie selbst sei. Sie dachten, dass sie Gott das gaben, war Er verlangte: Blut als ein Beweis dafür, dass Leben geopfert worden war, um den göttlichen Durst zu befriedigen. Aber Gott sagte, dass Er das Blut geben würde.

Denn die Seele des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühne zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühne erwirkt durch die in ihm wohnende Seele. 3.Mose 17,11

Wenn sie auf die Stimme Gottes gehört hätten, hätten sie diese Altäre niedergerissen, die sich in ihren Köpfen befanden.

Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, so kämpfen wir doch nicht nach Art des Fleisches; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, sodass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus. 2.Korinther 10,3-5

Der Beweis, dass Israel dem Beschwichtigungsprinzip nie völlig entkommen war, spiegelt sich darin wider, dass die Höhen in Israel fast die gesamte Zeit unberührt blieben, sogar während der Zeit von Königen, die in Gottes Augen gerecht waren.

Salomo aber liebte den HERRN, sodass er in den Ordnungen seines Vaters David wandelte; nur brachte er Schlachtopfer und Räucheropfer auf den Höhen dar. 1.Könige 3,3

Die Höhen freilich wurden nicht abgeschafft; doch war das Herz Asas ungeteilt mit dem HERRN sein Leben lang. 1.Könige 15,14

So hatten die Kinder Israels gegen den HERRN, ihren Gott, heimlich Dinge getrieben, die nicht recht waren: Sie bauten sich Höhen an allen ihren Wohnorten, von den Wachttürmen bis zu den festen Städten, und sie errichteten sich Gedenksteine und Aschera-Standbilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen, und sie räucherten auf allen Höhen wie die Heiden, die der HERR vor ihnen weggeführt hatte, und trieben böse Dinge, um damit den HERRN zu erzürnen, und sie dienten den Götzen, von denen der HERR ihnen gesagt hatte: Ihr sollt so etwas nicht tun! 2.Könige 17,9-12

Zwei Könige beseitigten die Höhen; Hiskia und Josia.

Er schaffte die Höhen ab und zerbrach die Steinmale und hieb die Aschera-Standbilder um und zertrümmerte die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte; denn bis zu dieser Zeit hatten die Kinder Israels ihr geräuchert, und man nannte sie Nechuschtan. 2.Könige 18,4

Josia beseitigte auch alle Höhenhäuser in den Städten Samarias, welche die Könige von Israel gemacht hatten, um den HERRN zu erzürnen, und verfuhr mit ihnen ganz so, wie er es in Bethel getan hatte. Und er schlachtete alle Höhenpriester, die dort waren, auf den Altären; und er verbrannte Menschengebeine darauf und kehrte dann nach Jerusalem zurück. 2.Könige 23,19-20

Das Buch des Gesetzes wurde während Josias Herrschaftszeit auch gefunden und sie begannen wieder, die Satzungen und Feste des Herrn zu halten (2.Chronik 35,1). Leider starb Josia im Kampf gegen den König von Ägypten und Israel kehrte wieder zur heidnischen Anbetung zurück. Nicht lange danach wurden sie nach Babylon verschleppt. Israels Verlangen, die Beschwichtigungsgötter anzubeten, wie es die Völker um sie herum taten, wird am deutlichsten in der Vision von Hesekiel dargestellt.

Und er führte mich in den inneren Vorhof des Hauses des HERRN; und siehe, am Eingang zum Tempel des HERRN, zwischen der Halle und dem Altar, waren etwa 25 Männer; die kehrten dem Tempel des HERRN den Rücken, ihr Angesicht aber nach Osten; und sie warfen sich nach Osten anbetend vor der Sonne nieder. Hesekiel 8,16

Es ist kein Wunder, nachdem das Volk und besonders auch seine Führer an die Sonnenanbetung versklavt waren wie die Heiden, dass Israel schließlich auch physisch versklavt wurde durch heidnische Nationen. Während seiner babylonischen Gefangenschaft flehte Daniel um Verständnis, was mit Gottes Volk weiterhin geschehen würde. In der Vision von Daniel 7 sieht er eine Reihe unreiner Tiere aus dem Meer heraufsteigen, um die Welt zu regieren. Gottes Volk wird von diesen herrschenden Mächten unterdrückt und verfolgt, und wird unter dieser Verfolgung zerstreut. Doch all dies geschieht, weil Israel sich weigert, die Höhen der auf Beschwichtigung basierenden Anbetung zu beseitigen und einfach ihre Sünden zu bereuen und die Gerechtigkeit Gottes im Messias anzunehmen.

Wenn ihr euch aber auch dadurch noch nicht zum Gehorsam gegen mich bringen lasst, sondern euch mir widersetzt, so will ich mich auch euch im Grimm widersetzen, ja, ich werde euch siebenfach strafen um eurer Sünden willen, und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne und das Fleisch eurer Töchter verzehren. Und ich will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen abhauen und eure Leichname auf die Leichname eurer Götzen werfen, und meine Seele wird euch verabscheuen. Und ich will eure Städte zu Ruinen machen und eure heiligen Stätten verwüsten und euren lieblichen Geruch nicht mehr riechen. Und ich will das Land verwüsten, sodass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich davor entsetzen sollen. Euch aber will ich unter die Heidenvölker zerstreuen und das Schwert hinter euch her ziehen, sodass euer Land zur Wüste wird und eure Städte zu Ruinen. 3.Mose 26,27-33

Es würde den Rahmen dieses Buches sprengen, sich mit dem hier erwähnten "siebenfach" zu befassen, es hat jedoch eine prophetische Verbindung zur Wiederherstellung des wahren Evangeliums unter Gottes Volk.

Es war der Plan des Herrn gewesen, Israel zum Führer aller Nationen zu machen, so dass die umliegenden Völker zu Israel gekommen und von ihnen über den wahren Gott und Seine Wege gelernt hätten. Hätten sie Seiner Stimme doch nur gehorcht, den ewigen Bund erkannt und sich von ihrer Beschwichtigungstheologie abgewandt. Niemals hätten so diese großen heidnischen Königreiche aufkommen müssen in der Weise, wie sie es taten. Diese Königreiche waren eine Entfaltung des sündhaften Herzen des Menschen, damit die Leute die Tyrannei und die Sinnlosigkeit der menschlichen Wege erkennen konnten.

Seit dem dreizehnten Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, bis zum heutigen Tag, diese 23 Jahre hindurch ist das Wort des HERRN an mich ergangen, und ich habe zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und [immer wieder] redete, aber ihr habt nicht gehört. Dazu hat der HERR alle seine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem er sich früh aufmachte und sie [immer wieder] sandte; aber ihr wolltet nicht hören und neigtet eure Ohren nicht, um auf sie zu hören, wenn Er euch sagen ließ: Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg und von der Bosheit eurer Taten, damit ihr in dem Land, das der HERR euch und euren Vätern gegeben hat, von Ewigkeit zu Ewigkeit wohnen könnt! Und wandelt nicht fremden Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; und reizt mich nicht zum Zorn mit dem Werk eurer Hände, so will ich euch nichts Böses tun! Aber ihr habt mir nicht gehorcht, spricht der HERR, sondern habt mich erzürnt durch das Werk eurer Hände, euch selbst zum Schaden! Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Weil ihr meinen Worten nicht gehorcht habt, siehe, so sende ich nach allen Geschlechtern des Nordens und hole sie herbei, und sende zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie kommen über dieses Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum; und ich will sie dem Bann preisgeben und sie zum Entsetzen und zum Gespött und zu ewigen Trümmerhaufen machen. Jeremia 25,3-9

Die vier Königreiche, die in Daniels Vision aufstanden, waren Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom. All diese Königreiche hatten Tempel der Anbetung, in denen Opfer vor ihren Göttern dargebracht wurden. Im Mittelpunkt von Satans Krieg gegen Gott steht die ständige Propaganda der Beschwichtigung durch Opfer. Diese Opfer wurden täglich dargebracht. Auf dem Zylinder von Kyrus (538-529 v.Chr.) steht eine Inschrift, die von ihren täglichen Opfern für ihre Götter handelt.

Täglich plante er und in Feindschaft gestattete er den regelmäßigen Opfern aufzuhören; er setzte fest - er gründete innerhalb der Stadt.“ Zitiert in F.L. Sharp, Antiochus oder Rom Seite 40

Dieses Zitat erwähnt eine Zeit, als die Opfer unterbrochen wurden. Das sagt uns, dass sie gewöhnlich tägliche Opfer hatten als Teil ihres Gottesdienstes. Während Daniel sich noch Fragen über die Zukunft und die Verfolgung seines Volkes stellte, war er bestürzt bis zu einem Punkt der Verzweiflung, als er in seiner Vision zwei himmlische Wesen im Gespräch hörte:

Und aus einem wuchs ein kleines Horn; das ward sehr groß gegen Mittag, gegen Morgen und gegen das werte Land. Und es wuchs bis an des Himmels Heer und warf etliche davon und von den Sternen zur Erde und zertrat sie. Ja es wuchs bis an den Fürsten des Heeres und nahm von ihm weg [rum = erhöht, aufgehoben und weggenommen] das tägliche (Opfer) und verwüstete die Wohnung seines Heiligtums. Es ward ihm [dem kleinen Horn] aber solche Macht gegeben wider das tägliche (Opfer) um der Sünde willen, daß es die Wahrheit zu Boden schlüge und, was es tat, ihm gelingen mußte. Ich hörte aber einen Heiligen reden; und ein Heiliger sprach zu dem, der da redete: Wie lange soll doch währen solch Gesicht vom täglichen (Opfer) und von der Sünde, um welcher willen diese Verwüstung geschieht, daß beide, das Heiligtum und das Heer zertreten werden? Und er antwortete mir: Bis zweitausend dreihundert Abende und Morgen um sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden. Daniel 8,9-14 Luther 1912

Wir wollen uns nicht in all den Details dieses Textes verzetteln. Der wesentliche Punkt den wir hier machen wollen ist, dass das tägliche System der Anbetung, wie es von den Heiden praktiziert wurde, in seiner heidnischen Form weggenommen und ersetzt und in einen christlichen Rahmen erhoben wurde. Die Macht, die beim Fall des römischen Reiches aufkam, würde das Opfer Christi so darstellen, als sei es ein Ersatz für die Bestrafung des Sünders. Das Opfer Christi würde der Welt als Beschwichtigung einer zornigen Gottheit dargestellt werden, die die Todesstrafe forderte. Dieser Teil ist nicht schwer zu verstehen. Die Evangeliumsbotschaft, die in den meisten Kirchen gepredigt wird, bezieht ihre Inspiration tatsächlich aus solch heidnischen Konzepten der Anbetung.


Als Daniel über diese Gräuel nachdachte, war er überwältigt.

Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr; und du sollst das Gesicht verwahren, denn es bezieht sich auf fernliegende Tage! Aber ich, Daniel, lag mehrere Tage krank, ehe ich wieder aufstehen und die Geschäfte des Königs besorgen konnte. Ich war aber entsetzt über das Gesicht, und niemand verstand es. Daniel 8,26-27

Während Daniel versuchte zu verstehen, wie das alles geschehen würde, wurde der Engel Gabriel zu ihm gesandt, um ihm mehr über die vorige Vision zu erklären. Gabriel nannte Daniel den Anfangspunkt der Prophezeiung über die Zeitperiode der 70 Wochen, die den Messias, den Fürst bringen sollte. Dann sagt Gabriel etwas sehr Wichtiges:

Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Gräuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt. Daniel 9,27

Dieser Vers spricht über das Werk von Christus auf Erden. Nach dem Tod Jesu würden die Tieropfer kein Teil der Anbetung Gottes mehr sein. Als Christus starb zerriss der Vorhang im Tempel und kennzeichnete damit das Ende des physischen Opfersystems.

Der Text hat eine noch tiefere Bedeutung, die von den meisten völlig versäumt wird. Wir wissen, dass nach Jesu Kreuzestod noch Tieropfer dargebracht wurden, auch wenn sie keine Bedeutung mehr hatten. Die tiefere Realität des Werkes Christi ist, dass das Ende der Opferdarbringung nicht einfach nur etwas Physisches ist. Wenn die Wahrheit des Kreuzes wirklich verstanden wird, dann werden auch die Prinzipien der Beschwichtigungstheologie ihre Kraft in den Herzen der Gläubigen verlieren. Wenn der wahre ewige Bund verstanden wird, werden die Menschen aufhören, sich Gott durch ein Beschwichtigungsopfer zu nähern. Das ist die tiefere Bedeutung der Aussage, dass Er die Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen wird. Wenn der ewige Bund völliger verstanden und wertgeschätzt wird, wird die Beschwichtigungstheologie aufhören und die köstliche Wahrheit wird gegen die Gräuel arbeiten, die das Evangelium von Gottes wahrem Charakter der Liebe verwüstet haben. Man könnte nur zu diesem Thema ein gesamtes Buch schreiben, aber die Verbindung ist klar. Das wahre Verständnis des Kreuzes wird die Gräuel der Verwüstung entlarven und besiegen.

Wenn die meisten Menschen heute über das Kreuz von Christus sprechen, reden sie davon im Zusammenhang mit Gottes Zorn, der befriedigt werden musste. Solch ein Denken führt nur zu einem Gräuel, der das Herz verwüstet. Jedes Gefühl eines Menschen gegenüber Gott ist heimlich verwüstet, wenn er die Vorstellung hegt, dass Gott Seinen eigenen Sohn töten musste, um Seinen Zorn zu stillen. Die Seele wird unfruchtbar gelassen bei dem Gedanken, dass Gott ein Todesurteil erlassen hatte, welches nur die Tötung Seines Sohnes zufrieden stellen konnte. Die katholische Lehre ist der völligste Ausdruck dieses Beschwichtigungssystems. Indem du mindestens jeden Sonntag die Messe besuchst, einem irdischen Priester deine Sünden bekennst, an die Dreieinigkeit glaubst und dich auf die Verdienste der katholischen Heiligen verlässt, kannst du dem Zorn Gottes in den ewigen Flammen der Hölle entkommen.

Die Wahrheit ist einfach so:

Opfer und Gaben hören nur für diejenigen wirklich auf, mit denen der Messias einen festen Bund schließt.

Das einfache Entfernen von Tieropfern an sich beseitigt nicht das Verlangen, Gott durch diese Opfer beschwichtigen zu wollen. Wie Abraham können wir heute die Stimme hören, die uns ruft, wenn wir gerade dabei sind, das Messer in unsere liebsten Beziehungen zu stechen mit dem Gedanken, dass Gott dadurch besänftigt wird.

Für alle Prediger des Evangeliums, die ihre Familien opfern, um die Botschaft zu verkündigen, zu der sie sich berufen fühlen: "Ich muss nicht beschwichtigt werden! Euer Werk der Verkündigung schafft keine Versöhnung für eure Sünden. Euer Bekenntnis zu einer Version der Lehre, die die Notwendigkeit hervorruft, andere auszusondern als Abtrünnige, um sie zu isolieren und zu verurteilen, kann aufhören.

Unser Vater im Himmel möchte uns von unserem heidnischen Denken befreien. Es verlangt Ihn danach, dass wir wirklich daran glauben, dass Er uns liebt, ja, dass Er uns mit wahrer Agape-Liebe liebt. Es gibt nichts, was wir tun oder sagen könnten, um Ihn dazu zu bringen, uns mehr zu lieben als Er es bereits tut. Hört auf die eindringlichen Gedanken dieses christlichen Autors:

Der Gedanke einer Wiedergutmachung oder eines Opfers ist, dass jemandes Zorn besänftigt werden muss. Beachte jedoch genau, dass wir diejenigen sind, die ein Opfer benötigen, nicht Gott. Er stellt das Opfer. Die Vorstellung, dass Gottes Zorn beschwichtigt werden muss, damit wir Vergebung bekommen können, findet in der Bibel keine Grundlage. Es ist der Höhepunkt des Abwegigkeit zu sagen, dass Gott so zornig auf die Menschen ist, dass Er ihnen nicht vergeben kann, es sei denn, es wird etwas bereitgestellt, das Seinen Zorn besänftigt, und dass Er deshalb die Gabe für sich selbst opfert, durch die Er beschwichtigt wird...

Die heidnische Vorstellung, die auch nur zu oft von bekennenden Christen gehegt wird, ist, dass die Menschen ein Opfer bringen müssen, um den Zorn ihrer Götter zu besänftigen. Die gesamte heidnische Anbetung basiert einfach nur auf Bestechungsgeschenken für ihre Götter, damit sie ihnen wohlwollend gesinnt sind…

Die Verfolgungen, die in sogenannten christlichen Ländern in der Vergangenheit und in gewissem Maße auch jetzt noch betrieben werden, sind nur Ausläufer dieser heidnischen Vorstellung von Wiedergutmachung. Kirchenführer denken, dass Erlösung durch Werke geschieht und dass der Mensch durch Werke Sünden wiedergutmachen könne. Also opfern sie den ihrer Meinung nach rebellischen Menschen ihrem Gott, nicht dem wahren Gott, denn Ihm gefallen solche Opfer nicht. E.J.Waggoner, Present Truth, 30.August 1894

Wenn wir aufrichtig sind und die Realität von unseres Vaters Charakter der Liebe erkennen, wird es in uns ein tiefes Gefühl der Reue erwecken.

Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern. Hosea 6,6

Das beschwichtigende System der Opfer ist eines der letzten Teile in der menschlichen Abwehr dagegen, unsere Verantwortung dafür anzuerkennen, dass wir uns mit Satan und seinen Engeln vereinigt haben in der Ermordung des Sohnes Gottes. Wenn wir diese letzte Grenze überschreiten, wird folgendes geschehen:

Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen. Sacharja 12,10

Der Seelenkummer, den Adam Gott für seine Sünde hätte darbringen sollen, kann heute in dem Licht des wahrhaft liebevollen Charakters Gottes unserer sein. Gott möchte keine beschwichtigenden Opfer, damit wir Ihm gefallen können. Ein solches Opfer möchte Er:

Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. Psalm 51,19

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige« ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke. Jesaja 57,15

Wenn du willig bist, die Bibel sorgfältig im Licht der Prinzipien dieses Buches zu durchforschen, wirst du die Wahrheit der von Jesus zu Philippus gesprochenen Worte erkennen:

Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen… Johannes 14,9

Für mich persönlich ist es solch eine Freude, jeden Morgen mit dem Gedanken an die zärtliche Liebe meines Vaters im Himmel aufzuwachen. Ich bin tief berührt, dass Er so bereitwillig Seinen Sohn gesandt hat, um uns zu zeigen, wie Er wirklich ist. Trotz des großen Risikos, dass die Menschheit alles verdrehen würde, kam Jesus mit Freuden, um uns den Vater zu zeigen, damit wir erkennen mögen, dass Er nicht unser Feind ist. Er ist unser Vater, unser kostbarer Vater, der Seine Kinder liebt. Es gibt keine Worte, um die Tiefe Seiner völlig selbstlosen Agape-Liebe zu uns wirklich auszudrücken.

Es ist mein sehnliches Verlangen, dass du dich mir anschließt, wenn wir diesen heiligen Ort des vollkommenen Friedens betreten und diese Worte in ihrer ganzen Fülle hören:

Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Matthäus 3,17

Zum Lobpreis der Herrlichkeit seiner Gnade, die er uns in dem Geliebten erwiesen hat. Epheser 1,6 Menge