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Das Spiegelprinzip - Kapitel 45 - Abfall am Jordan

veröffentlicht Feb 14, 2024 von Adrian Ebens in Der Charakter Gottes
Übersetzt von Franziska Bunkus, editiert von Jutta Deichsel
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Kapitel 45 - Abfall am Jordan

Es war kein Zufall, dass moabitische Frauen in das Lager der Israeliten kamen, um die Männer des Volkes zu intimen Begegnungen zu verführen.

Und Israel ließ sich in Sittim nieder; und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter, und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein. Und das Volk aß mit ihnen und betete ihre Götter an. (4.Mose 25,1.2 Schlachter)

Dieser furchtbare Plan wurde von Bileam ausgeheckt, der frustriert war, weil er Balak nicht so helfen konnte, wie er es gern gewollt hätte. Er wusste, wie die Schutzmauer funktioniert, und er wusste, dass die Israeliten vernichtet werden konnten, wenn man sie zum Sündigen verführen könnte. Josephus erläutert den Hintergrund dieser Geschichte.

Balak aber zürnte sehr, dass die Israeliten nicht verflucht worden waren, und entließ den Bileam ohne Ehrenbezeugungen. Als dieser nun im Begriff war, abzureisen und den Euphrat zu überschreiten, sandte er nach Balak und den Obersten der Midianiter und sprach zu ihnen: - „O Balak und ihr anwesenden Midianiter, ich muss mich selbst gegen Gottes Willen euch gefällig zeigen. Es ist wahr, dass das Volk der Hebräer zwar niemals gänzlich vernichtet werden wird, weder durch Krieg und Pest, noch durch Mangel an Lebensmitteln oder andere unvorhergesehene Unfälle. Denn Gottes Fürsorge bewahrt sie vor allem Unglück und läßt ihnen kein Unheil zustoßen, das sie vernichten würde. Wohl aber kann ihnen für kurze Zeit ein kleines Unheil widerfahren, das sie schwer drücken und beugen wird, danach jedoch werden sie wieder erstarken und diejenigen in Schrecken jagen, die ihnen das Unheil zugefügt haben.

Wollt ihr sie aber für einige Zeit überwältigen, so werdet ihr dies erreichen, wenn ihr folgenden Rat beherzigt: Nehmt die schönsten eurer Töchter, die geeignet sind, durch ihren Liebreiz die Leidenschaft heftig zu entflammen, lasst sie ihren herrlichsten Schmuck anlegen, schickt sie in die Nähe des Lagers der Hebräer und traget ihnen auf, sie sollten sich den Jünglingen, die sie begehren, ohne Sprödigkeit hingeben.“ Sobald sie dieselben aber im Netze der Sinnlichkeit gefangen sähen, sollten sie sich stellen, als wollten sie fliehen. Wenn die Jünglinge sie dann bäten, zu bleiben, so sollten sie nicht eher nachgeben, bis sie dieselben überredet hätten, den Gehorsam gegenüber ihren väterlichen Gesetzen und die Anbetung des Gottes, der ihnen diese Gebote gegeben, aufzugeben und die Götter der Midianiter und Moabiter anzubeten. So würden sie sich den Zorn Gottes zuziehen. Nach diesem Rat reiste Bileam ab. Flavius Josephus, Jüdische Altertümer, Buch 4, Kapitel 6:6

Bileams Plan funktionierte perfekt. Israel beugte sich vor den falschen Göttern und erregte damit den Zorn des Herrn. Die Engelschutzmauer war zerbrochen, und der Herr würde die Folgen des Götzendienstes nicht verhindern. Wie Er im zweiten Gebot sagte:

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn [oder Weil] Ich, der HERR, dein Gott, bin [werde] ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, … (2.Mose 20,4,5 Schlachter)

Gott scheint eifersüchtig zu werden, wenn sich Sein Volk dem Götzendienst hingibt, denn Gott verbirgt Sein Angesicht, weil sie sich anderen Göttern zuwenden. Wenn Unheil hereinbricht, denken die Menschen, dass Gott derjenige ist, der in Seiner Aggression diese Todespfeile mit eigener Hand herabschleudert, während Er in Wirklichkeit Kummer leidet, weil Er zulassen muss, dass die Menschen unter den Folgen ihrer eigenen Entscheidungen leiden.

Im obigen Text habe ich zwei Wörter in Klammern hinzugefügt. Das Wort denn kann mit weil übersetzt werden. Das Wort bin ist hinzugefügt. Es könnte genauso gut als werde gelesen werden. Gott ist nicht in dem Sinne eifersüchtig, wie wir Menschen den Begriff verstehen, aber uns erscheint es so, als ob Er eifersüchtig wird, wenn Er zulässt, dass die Konsequenzen unserer Übertretung auf uns fallen.

Sobald sich Israel vor den Göttern der Moabiter niederwarf, begann eine Plage, sie zu vernichten. Das Volk sah Gott als den Urheber ihres Todes an. Das adamitische Prinzip der Versöhnung verlangte sowohl Vertreter der unschuldigen als auch der schuldigen Menschen als Opfer, um Israels Wahrnehmung von Gottes Zorn zufriedenzustellen. Adam hatte Gott (den Unschuldigen) und Eva (die Schuldige) angeklagt, die statt seiner selbst des Todes würdig seien. Israel wandelt nun in denselben Fußstapfen.

Wie wir in der Geschichte der letzten Plage in Ägypten erörtert haben, beinhaltete der Tod der Erstgeborenen nicht nur den Tod von Erwachsenen, sondern auch von kleinen Kindern. Dadurch wird der Tod sowohl der Schuldigen als der Unschuldigen erbracht. Das allein war es, was Pharao dazu bewegen konnte, Israel freizugeben. Die Befreiung Israels steht für das, was der fleischliche menschliche Geist verlangt, bevor er sich von seiner Schuld befreit fühlt. Gott verlangt keine Opfer und Gaben für die Sünde, aber die gefallene Natur Adams verlangt sie. Gott muss das von Satan geforderte Lösegeld in Form eines stellvertretenden Sühneopfers für den Menschen bezahlen, bevor dieser glauben kann, dass ihm vergeben ist.

Der größte Teil Israels war in eine Beziehung mit einem anderen Gott eingetreten. Es liegt auf der Hand, dass alle anderen Götter neben dem wahren Gott von Satan inspiriert sind. Israel entschied sich, aus dem Schutz Gottes herauszutreten und sich unter die „Obhut“ Satans zu begeben. Sie kannten die Gebote über die Anbetung anderer Götter, aber sie taten es trotzdem.

Wenn eine Frau ihren Mann verlässt und eine Beziehung mit einem anderen Mann anfängt, der sie dann schlägt und tötet, sollte man dann ihren ersten Mann für ihren Tod verantwortlich machen? Wenn wir den ersten Mann dafür anklagen würden, dann sind wir auch berechtigt, Gott für die Vernichtung der Israeliten verantwortlich zu machen.

Das ist der Zusammenhang für die Ereignisse in 4.Mose 25, bei denen die schuldigen Rädelsführer des Abfalls getötet wurden und 24.000 Menschen durch die Plage umkamen. Der Versöhnungsprozess wird in 4.Mose 31 abgeschlossen, wo die Schuldigen aus Moab zusammen mit ihren unschuldigen männlichen Kindern umgebracht werden. Erst dann konnten die Israeliten Vergebung annehmen und glauben, dass Gott besänftigt und Sein Zorn gegen sie gestillt war.

Und Israel begab sich unter das Joch des Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel. Und der HERR sprach zu Mose: Nimm alle Obersten des Volkes und hänge sie auf für den HERRN angesichts der Sonne, damit der brennende Zorn des HERRN von Israel abgewandt wird! (4.Mose 25,3.4 Schlachter)

Wenn wir in das Angesicht unseres Vaters blicken, während Er sagt: „Nimm alle Obersten des Volkes und hänge sie auf für den HERRN“, wagen wir dann, die Bedeutung dieser Worte ohne das Leben Christi, dem Vermittler, zu beurteilen? Das Volk erwartet, dass Gott ihnen in der Gestalt eines Richters gegenübertritt und von ihnen verlangt, ihm ein Menschenopfer darzubringen, um Seinen Zorn zu besänftigen. Sie müssen sehen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde, bevor sie glauben können, dass ihr Killergott besänftigt ist. Gott hat keine andere Wahl, als die Übeltäter dem Tod zu überantworten, denn das ist der Versöhnungsprozess, den sie verstanden.

Dies war die einzige Möglichkeit, damit das Volk Gnade annehmen konnte; ein Opfer oder eine stellvertretende Bestrafung war erforderlich. Das ganze Volk war an dem Fest beteiligt, aber diejenigen, die es am meisten zum Bösen angespornt hatten, wurden nun vor den Augen des Volkes aufgehängt.

Als das Volk auf die Männer schaute, die angesichts der Sonne hingen, konnten sie - wie bei der erhöhten bronzenen Schlange - anfangen zu glauben, dass Gott ihnen vergeben würde und sie von der Plage geheilt werden könnten.

Während die Plage das Lager in Angst und Schrecken versetzte, brachte einer der Obersten Israels eine Midianiterin in die Mitte des Lagers, wo die Leichen in der Luft hingen, um mit ihr zu schlafen.

Und siehe, ein Mann aus den Kindern Israels kam und brachte eine Midianiterin zu seinen Brüdern, vor den Augen Moses und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, während sie weinten vor dem Eingang der Stiftshütte. (4.Mose 25,6 Schlachter)

Obwohl viele im Lager gesündigt hatten, bot die Handlung dieses Mannes die Gelegenheit, als Blitzableiter für die Manifestation der menschlichen Gerechtigkeit zu dienen. Simri, der Simeoniter, wurde zum Sündenträger, nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Nation.

Als Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, dies sah, stand er aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm einen Speer in seine Hand; und er ging dem israelitischen Mann nach, hinein in das Innere des Zeltes, und durchbohrte sie beide durch den Unterleib, den israelitischen Mann und die Frau. Da wurde die Plage von den Kindern Israels abgewehrt. Die Zahl derer aber, die an dieser Plage starben, war 24 000. (4.Mose 25,7-9 Schlachter)

Als Pinehas (was so viel wie Schlangenmaul bedeutet, in anderen Varianten auch Bronzemaul) die dreiste Tat Simris sah, wurde sein Gerechtigkeitsempfinden erregt. Während Israel wegen ihrer Sünden von Angst und Pein geplagt wurde, missachtete dieser böse Mann seine Sünde vor aller Augen. Pinehas, der den menschlichen Gerechtigkeitsprinzipien und dem menschlichen Gericht folgte (Schlangenmaul), nahm einen Speer und tötete Simri und Kosbi beim Geschlechtsverkehr. Das Volk empfand dies als gerecht und glaubte, dass es Gottes Gerechtigkeit befriedigen würde (obwohl es in Wirklichkeit die auf Gott projizierte menschliche Gerechtigkeit war, die befriedigt wurde).

Nach dieser Tat hörte die Plage auf. Gott segnete Pinehas dann folgendermaßen:

Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat dadurch, dass er mit Meinem Eifer unter ihnen eiferte, Meinen Grimm von den Kindern Israels abgewandt, sodass Ich die Kinder Israels nicht vertilgt habe in Meinem Eifer. Darum sprich zu ihm: Siehe, Ich gewähre ihm Meinen Bund des Friedens, und es soll ihm und seinem Samen nach ihm der Bund eines ewigen Priestertums zufallen dafür, dass er für seinen Gott geeifert hat und so Sühnung (Versöhnung) erwirkt hat für die Kinder Israels! (4.Mose 25,11-13 Schlachter)

Indem er Simri und Kosbi tötete, erwirkte Pinehas Versöhnung für Israel. So wie Israel Heilung durch das Anschauen der Schlange erfuhr, wurde Israel nun durch das Maul der Schlange geheilt, das Gott für Israel beschwichtigte. Das war ein Versöhnungsprozess, den sie verstanden. So sieht Versöhnung im Spiegel des Alten Bundes aus.

Es entspricht demselben Muster wie das Schlagen des Felsens. Israel konnte nicht glauben, dass Gott ihnen vergibt, bevor Simri nicht tot war, denn die menschliche Gerechtigkeit verlangt den Tod, bevor Vergebung erfolgen kann. Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung (Hebräer 9,22).

Wir erkennen, durch welchen Prozess Pinehas das ewige Priestertum empfing: Er brachte ein Menschenopfer dar, durch das Gott besänftigt wurde. Genauso sieht das Christentum auch Christus. Er brachte sich selbst als Menschenopfer dar, um den Zorn Gottes zu besänftigen. Nachdem Er von den Toten auferweckt wurde, erhielt Er ein ewiges Priestertum.

Wie Er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks«. (Hebräer 5,6 Schlachter)

… Er aber hat, weil Er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares (ewiges) Priestertum. (Hebräer 7,24 Schlachter)

Gott segnete Pinehas, weil Israel einen Vermittler brauchte, der für sie eintrat. Aaron war gestorben und Pinehas nahm eine zentrale Rolle als Priester des Volkes ein. Dieser ganze Ablauf befriedigte die falschen Vorstellungen des Volkes, aber für Gott gab es keine andere Möglichkeit, sie zu erreichen. Also segnete Gott Pinehas so, wie es sich das Volk wünschte.

Hätte Pinehas das nicht getan, hätte Israel weiterhin unter der von ihnen empfundenen Verurteilung Gottes gestanden. Sie hätten nicht glauben können, dass Gott ihnen vergibt. Darum wäre die Plage weitergegangen, bis der größte Teil der Israeliten umgekommen wäre. Nur die Vergebung befreit das menschliche Herz von der Macht Satans.

… um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Herrschaft des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbteil unter denen, die durch den Glauben an Mich geheiligt sind! (Apostelgeschichte 26,18 Schlachter)

Hätte Israel verstanden, dass Opfer nicht zur Wahrheit von Gottes Charakter gehören, hätten sie einfach um Vergebung bitten können und sie wäre ihnen gewährt worden. Sie hätten zum Felsen sprechen und das Wasser des Lebens umsonst empfangen können. Aber die Wege der Menschen sind nicht Gottes Wege, und deshalb musste Simri durch das Maul der Schlange sterben, damit nicht das ganze Volk zugrunde gehen würde.

Im weiteren Verlauf der Geschichte Israels erhalten wir einen tieferen Einblick in das Denken der Menschen, das sich hinter dem „Aufhängen von Menschen vor dem Herrn“ verbirgt.

Es war aber zu Davids Zeiten drei Jahre lang eine Hungersnot, Jahr für Jahr. Und David suchte das Angesicht des HERRN. Und der HERR sprach: Es ist wegen Saul; auf seinem Haus liegt eine Blutschuld, weil er die Gibeoniter getötet hat! Da ließ der König die Gibeoniter rufen und redete mit ihnen. Die Gibeoniter aber gehörten nicht zu den Kindern Israels, sondern waren von den Amoritern übrig geblieben; die Kinder Israels aber hatten ihnen (Schutz) geschworen; dennoch hatte Saul versucht, sie auszurotten in seinem Eifer für die Kinder Israels und Juda.

So sprach nun David zu den Gibeonitern: Was soll ich für euch tun? Und womit soll ich Sühne (Versöhnung) leisten, damit ihr das Erbteil des HERRN segnet? Und die Gibeoniter sprachen zu ihm: Wir verlangen weder Gold noch Silber von Saul und seinem Haus, auch ist uns nicht darum zu tun, jemand in Israel zu töten. Er sprach: Was ihr sagt, das will ich für euch tun! Sie aber sprachen zum König: Von dem Mann, der uns zu vertilgen gedachte und unser Unheil ersann, sodass wir in ganz Israel nicht mehr hätten bestehen können, von dessen Söhnen sollen uns sieben Männer gegeben werden, dass wir sie aufhängen vor dem HERRN bei dem Gibea Sauls, des Erwählten des HERRN! Und der König sprach: Ich will sie geben! (2.Samuel 21,1-6 Schlachter)

Wir erkennen in diesen Handlungen die Prinzipien menschlicher Versöhnung. Über Israel war eine Hungersnot hereingebrochen. Um den Fluch zu beenden, mussten sieben Männer sterben. In diesem Fall waren die Männer relativ unschuldig. Sie hatten persönlich kein Verbrechen an den Gibeonitern begangen. Dennoch wurde ihnen die stellvertretende Bestrafung für die Sünde ihres Vaters auferlegt. Nach dieser Maßnahme glaubte Israel, dass die Sünde vergeben war und der Regen wiederkommen konnte.

Wie wir bereits erwähnt haben, ist der Tod eines Unschuldigen ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Versöhnung. Wie wir am Kreuz Christi sehen, muss der Unschuldige zusammen mit dem Schuldigen getötet werden.

Auch einer der Verbrecher, die mit Ihm gekreuzigt worden waren, lästerte: »Bist Du denn nicht der Christus, der versprochene Retter? Dann hilf Dir selbst und uns!« Aber der am anderen Kreuz wies ihn zurecht: »Du bist genauso zum Tode verurteilt worden wie dieser Mann. Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt? Wir werden hier zu Recht bestraft. Wir bekommen, was wir verdient haben. Der hier aber ist unschuldig; Er hat nichts Böses getan.« (Lukas 23,39-41 HFA)

Es ist mein inbrünstiges Gebet, dass du erkennen kannst, dass Gott Israel ein Opfer bringen musste, das ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit und Versöhnung befriedigte. Gott wollte kein Opfer, aber ohne ein solches wäre das ganze Volk zugrunde gegangen. Gott musste auf diesen Gedankengang reagieren:

… und ihr bedenkt nicht, dass es für uns besser ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt, als dass das ganze Volk zugrunde geht! (Johannes 11,50 Schlachter)

Kaiphas wurde bei diesen Worten nicht von Gott inspiriert, sondern von Satan. Der Herr musste Satans Lösegeldforderungen bezahlen, um Israel vor der völligen Vernichtung durch die Plage zu bewahren.

Nun, da die Plage abgewendet worden war, musste ein unschuldiges Opfer gefunden werden, um den Versöhnungsprozess abzuschließen. Das werden wir uns im nächsten Kapitel anschauen.

 

 

 

Wir werden die weiteren Kapitel dieses Buches nach und nach veröffentlichen, sobald sie fertig übersetzt sind. Alle Kapitel findest du hier.

Das englische Original: Mirror Principle

Anmerkung: 

Der Autor Adrian Ebens hat in seinem neuen Buch „Das Spiegelprinzip“ (Mirror Principle) vorwiegend die englische Bibelübersetzung „New Living Translation“ benutzt. Um dem in unserer deutschen Übersetzung zu entsprechen, haben wir vorwiegend aus den deutschen Bibelübersetzungen „Hoffnung für Alle“ und aus der „Gute Nachricht Bibel 2018“ zitiert, und auch einige andere Bibelübersetzungen benutzt. Die jeweils benutzte Version ist immer hinter der Bibelvers-Angabe angeführt.

Abkürzungen:

HFA – Hoffnung für Alle

GN – Gute Nachricht Bibel 2018

Schlachter – Schlachter 2000