Agape 17 - Schlagende Engel

veröffentlicht Nov 23, 2017 von Adrian Ebens in Agape Treffer: 50
Übersetzt von Franziska Bunkus, Jutta Deichsel

 

Die Engel Gottes spielten im Leben Jesu auf Erden eine bedeutende Rolle. Der Engel Gabriel verkündigte Maria ihr Vorrecht, den Messias zu gebären. Die Engel sangen, als sie Seine Geburt begrüßten. An einem entscheidenden Zeitpunkt, direkt vor Seiner Kreuzigung, kam ein Engel, um Jesus für Seine Aufgabe zu stärken (Lukas 22,43). Ein Engel wurde vom Vater ausgesandt, um Jesus aus dem Grab herauszurufen, und Engel verkündigten Seinen niedergeschlagenen Nachfolgern, dass Er von den Toten auferstanden war. Die Engel spielten eine bedeutsame Rolle im Dienst von Jesus und ihr gesamtes Wirken basierte auf dem Charakter Christi, denn wir lesen:

Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das! Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen! Johannes 1,49-51

Das Werk der Engel wird ausgeführt auf dem Charakter und Werk Christi, weil sich ihr ganzes Tun auf den Menschensohn gründet. Die Bibel sagt:

Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche das Heil erben sollen? Hebräer 1,14

Die Engel Gottes lieben es, unserem Vater und dem Herrn Jesu zu dienen. Sie lieben es auch, uns zu beschützen und zu ermutigen.

Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er rettet sie. Psalm 34,8

Sie sind mit dem Geist Gottes erfüllt und singen Lobpreis für Gott und Seinen Sohn.

Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend; die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob! Offenbarung 5,11-12

Engel sind zutiefst interessiert am Evangelium und dem Erlösungsplan.

Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde — Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren. 1.Petrus 1,12

Sie haben ihre Freude daran, Frieden auf die Erde zu bringen und Wohlgefallen unter die Menschen.

Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Herrlichkeit [ist] bei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, [und] unter den Menschen [Gottes] Wohlgefallen! Lukas 2,13-14

Sie zeichnen sich durch Stärke aus und gehorchen Gott vollkommen und halten all Seine Gebote.

Lobt den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausführt, gehorsam der Stimme seines Wortes! Psalm 103,20

Unser Vater befiehlt Seinen Engeln, uns vor Satan und seinen zerstörerischen Engeln zu beschützen, wie wir bereits im 11. Kapitel über den Zorn des Herrn herausgefunden haben. Weil die Engel mit dem Geist Christi erfüllt sind, halten sie alle Gebote des Vaters. Die Engel töten keine Menschen, doch sie benutzen ihre Kräfte, um die Mächte des Bösen zurückzuhalten und um unbelebte Gegenstände zu bewegen und zu zerstören. Einige Schriftstellen scheinen jedoch etwas anderes auszusagen, und das möchten wir in diesem Kapitel betrachten. Wenn du in der Bibel nach den Worten „Engel“ und „schlagen“ suchst, wirst du vier biblische Geschichten finden (gemäß der englischen Konkordanz):

  1. 4.Mose 22: Bileam und der Esel. Bileam schlug den Esel, der einen Engel sah.

  2. 2.Samuel 24: David zählte Israel und 70.000 Menschen wurden vom Engel des Herrn geschlagen.

  3. 2.Könige 19,35 und Jesaja 37,36: 185.000 Männer der assyrischen Armee wurden vom Engel des Herrn geschlagen.

  4. Apostelgeschichte 12,23: Der Engel des Herrn schlug Herodes wegen seiner Sünde.

In der ersten Geschichte schlug nicht der Engel jemanden, sondern Bileam schlug den Esel, nachdem dieser aus Angst vor dem Engel ausgewichen war. Der Engel stand vor Bileam mit einem Schwert.

Als nun die Eselin den Engel des HERRN im Weg stehen sah und das gezückte Schwert in seiner Hand, da bog die Eselin vom Weg ab und ging aufs Feld. Bileam aber schlug die Eselin, um sie auf den Weg zu lenken. 4.Mose 22,23

Die drohende Haltung des Engels mit einem Schwert in der Hand deutet an, dass der Engel bereit war, Bileam zu verletzen. Dieser Gedanke scheint im Verlauf der anderen Geschichten in unserer Liste noch bestätigt zu werden. In der nächsten Geschichte will David in seinem Stolz seine Streitkräfte zählen, um Israel vor den anderen Nationen herauszustellen. Das Ergebnis war der Tod von 70.000 Israeliten.

Und der Zorn des HERRN entbrannte wieder gegen Israel, und er reizte David gegen sie, indem er sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda! 2.Samuel 24,1

Da ließ der HERR die Pest in Israel ausbrechen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, und von dem Volk, von Dan bis Beerscheba, starben 70 000 Mann. Als aber der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute den HERRN das Unheil; und er sprach zu dem Engel, der das Verderben unter dem Volk anrichtete: Es ist genug! Lass nun deine Hand sinken!Der Engel des HERRN aber befand sich bei der Tenne Arawnas, des Jebusiters. 2.Samuel 24,15-16

Ein erstes Durchlesen dieser Geschichte suggeriert etwas ziemlich Beängstigendes. Der König zählt voller Stolz das Volk. Gott schickt einen Engel, der 70.000 Menschen tötet, dann bereut Er seine böse Tat und hört auf, noch mehr Menschen zu töten. Noch seltsamer ist es, dass in 2.Samuel 24,1 eigentlich steht, dass Gott selbst David dazu reizte, Israel zu zählen, was darauf hindeutet, dass Gott selbst dafür verantwortlich war, was geschah. Jeder der glaubt, dass Gott Liebe ist, muss sich hier die Frage stellen „Was in aller Welt ist hier los?“. Du wirst dich daran erinnern, dass wir im 9. Kapitel betrachtet haben, wie das Gesetz als ein Spiegel für unsere Seele fungiert. Diese Geschichten über schlagende Engel bieten uns einen perfekten Test an, um zu sehen, ob wir die Schrift im Licht von Jesu Charakter lesen oder ob wir unsere eigenen menschlichen Eigenschaften auf Gott projizieren.

Obwohl die nächste Geschichte über die Zerstörung der assyrischen Armee noch mehr Tote beinhaltet, fällt es doch irgendwie leichter damit zu leben, weil diese Nation Gottes Volk töten wollte und eines des niederträchtigsten Völker auf Erden war. Die Assyrer häuteten Menschen bei lebendigem Leib und spießten sie auf Pfählen auf. Ein solch gewalttätiges Verhalten gegen Gottes Nachfolger unterdrückt für viele die Frage bezüglich tödlicher Gewaltanwendung durch die Engel des Herrn.

Und es geschah in derselben Nacht, da ging der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer 185 000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand, siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen. 2.Könige 19,35

Das vermeintlich einfache Lesen dieses Verses legt nahe, dass der Engel des Herrn 185.000 assyrische Soldaten tötete. Es erscheint auch vollkommen logisch, dass, wenn eine böse Macht versucht, Gottes Volk umzubringen, dann diese Soldaten für ihre mörderischen Pläne getötet werden.

Die letzte Geschichte auf unserer Liste bezieht sich auf Herodes. Er scheint angesichts all seiner bösen Taten der geeignetste Todeskandidat zu sein.

Aber an einem bestimmten Tag zog Herodes ein königliches Gewand an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie. Die Volksmenge aber rief ihm zu: Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen! Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen. Apostelgeschichte 12,21-23

Herodes hatte Jakobus getötet, den Bruder von Johannes, und plante auch Petrus hinzurichten. Es ist eindeutig, dass Herodes von einem guten Engel geschlagen wurde. Es ist auch eindeutig, dass das eine vergeltende Strafe des Allmächtigen war. Vergeltung ist die Zurückzahlung oder Entschädigung für begangene Taten. Die Versuchung ist sehr groß, unsere Nachforschungen an dieser Stelle abzubrechen und zu schlussfolgern, dass Gott tatsächlich Seine guten Engel sendet, um böse Menschen zu Tode zu bringen. Obgleich die erste Geschichte Stolpersteine beinhaltet, scheinen die anderen beiden über die Assyrer und Herodes doch unmissverständlich klar zu sein, und diese zu hinterfragen ist für die meisten Menschen undenkbar.

In diesem Buch haben wir den Gedanken vorgestellt, dass wir alle Geschichten der Bibel durch die Brille des Lebens Jesu auf Erden betrachten müssen. Wenn jemand nicht diese Entscheidung getroffen hat, wird er seine Suche an dieser Stelle wahrscheinlich beenden und schlussfolgern, dass Gottes Engel Menschen töten. Am Anfang dieses Buches erwähnten wir die Regeln von William Miller, nach denen wir alles zusammentragen müssen, was die Bibel über ein Thema sagt, bevor wir eine Schlussfolgerung ziehen. Sie ermutigen uns, noch tiefer zu studieren um die Schrift in Einklang zu bringen, wenn es scheinbare Widersprüche gibt. Es ist beachtenswert, dass es keine Aufzeichnungen davon gibt, dass Engel während Jesu Erdendienst Menschen getötet haben. Wie passt das mit den Geschichten der schlagenden Engel zusammen? Lasst uns mit der Geschichte von David und der Zählung Israels beginnen. Wie verstehen wir folgenden Vers? Wie reizte Gott David Israel zu zählen?

Und der Zorn des HERRN entbrannte wieder gegen Israel, und er reizte David gegen sie, indem er sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda! 2.Samuel 24,1

Wenn wir dies mit einem anderen Bibeltext über dieselbe Geschichte vergleichen, lesen wir folgendes:

Und Satan stand auf gegen Israel und reizte David, Israel zählen zu lassen. 1.Chronik 21,1

Wenn wir nur 2.Samuel 24,1 lesen und ein wörtliches Lesen dieses Textes beanspruchen, dann müssen wir sagen, dass Gott selbst David dazu veranlasste, Israel zählen zu lassen, damit 70.000 Israeliten getötet würden. Jeder denkende Mensch würde sich sofort die Frage stellen, wie das zu einem Gott passt, der von sich behauptet, Liebe zu sein. Der Wortlaut dieses Textes lädt uns ein zu fragen, ob Gott so etwas wirklich macht.

Wer sich die Mühe macht weiter zu studieren wird 1.Chronik.21,1 entdecken, wo offenbart wird, dass es Satan erlaubt wurde, David zu versuchen, das Volk zu zählen. Dann werden wir eingeladen, diese beiden Berichte miteinander in Einklang zu bringen. Schlussfolgern wir, dass Gott mit Satan zusammengearbeitet hat, um diese Israeliten zu vernichten? Wieder sind wir aufgefordert, tiefer zu graben, um die Lösung zu finden. Dieser Prozess prüft das Herz des Menschen, ob er wirklich glaubt, dass Gott ein liebender Vater ist, ein widerwilliger Richter, oder ob er ihn als rücksichtslosen Tyrannen betrachtet. Wer in den Augen des Herrn Gnade sieht, wird daranbleiben, bis er alle Berichte miteinander in Einklang bringen kann. Andere glauben einfach an diesen Widerspruch und sagen, dass Gott trotzdem Liebe ist, auch wenn er solche Dinge tut.

Zuvor wurde in der Geschichte von Israel die Bitte vorgebracht, einen König haben zu wollen wie die anderen Nationen. Israel wollte sein wie alle anderen.

und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker! 1.Samuel 8,5

Diese Bitte spiegelt den Wunsch nach nationaler Größe wider. Doch eigentlich war sie eine Zurückweisung Gottes.

Da sprach der HERR zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll! 1.Samuel 8,7

Das ganze Prinzip von Königsherrschaft war eine Ablehnung der Führerschaft Gottes. Obwohl Saul als König von Israel gut anfing, traten doch seine Charakterschwächen bald hervor und er brachte die Ambitionen für das Königreich Israel nicht wirklich voran. David dagegen eroberte alle Feinde Israels, und unter seiner Führerschaft wuchs und gedieh die Nation in großem Maße. Satan versuchte David darin, den gegenwärtigen Wohlstand der Nation mit der Vergangenheit zu vergleichen, um ihm zu schmeicheln. Der Herr sandte David eine Warnung durch seinen General Joab, um an ihn zu appellieren, doch Satan gelang es, David zu der Zählung Israels zu verleiten. Der Herr ließ es zu und hinderte Satan nicht daran, David zu versuchen. Dessen Versagen führte dazu, dass eine Pest auf Israel kam.

Da gab [H5414] der HERR die Pest in Israel, vom Morgen an bis zu der bestimmten Zeit. Und es starben von dem Volk, von Dan bis Beerscheba, 70 000 Mann. 2.Samuel 24,15 (Elberfelder)

Das Wort für „gab“ hier ist „nathan“, was „hingeben“ oder „aufgeben“ bedeutet. Beachte sorgfältig im folgenden Vers, welche Verbindung die Pest mit dem Bund Gottes hat.

Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht; und ziehet ihr euch in eure Städte zurück, so werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden [H5414]. 3.Mose 26,25 (Elberfelder)

Hier ist das Wort „nathan“ im Sinne von übergeben/überlassen übersetzt. Beachte den letzten Teil des Verses. Das Wort "und" ist zugefügt und nicht im Urtext, deshalb könnte man den Vers so lesen:

so werde ich die Pest in eure Mitte senden, ihr werdet in die Hand des Feindes übergeben/überlassen [H5414] werden.

Das bedeutet, dass die Pest unter ihnen ausbricht, weil sie in die Hand des Feindes übergeben oder überlassen werden.

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen. Ich sage zu dem HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue! Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest. Psalm 91,1-3

Es war Satan, dem es erlaubt wurde, diese Menschen zu vernichten. Die Alternative wäre, dass Gott Satan erlaubte, David und Israel zu versuchen und in Sünde zu führen, und Gott sich dann umwendet und 70.000 Menschen erschlägt. Diese Ansicht ist nicht folgerichtig. Satan erhob sich und es war ihm gestattet, David zu versuchen, denn David handelte nicht nach Gottes Willen. Als David der Versuchung erlag, öffnete das Satan einen größeren Zugang zu Israel und es war ihm möglich, die Pest auf sie zu bringen. Das erklärt jedoch noch nicht den Teil mit dem Engel, der die Israeliten schlug.

Als aber der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte [H7971 wegsenden, loslassen], um es zu verderben, da reute den HERRN das Unheil; und er sprach zu dem Engel, der das Verderben [H7483 wegwerfen, verlieren] unter dem Volk anrichtete: Es ist genug! Lass nun deine Hand sinken! Der Engel des HERRN aber befand sich bei der Tenne Arawnas, des Jebusiters. Und als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Lass doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters gerichtet sein! 2.Samuel 24,16-17

Satan ist derjenige, der die Pest brachte, doch was ist dieses Schwert, das der Engel des Herrn über Jerusalem ausstreckte, wie es in 1. Chronik 21,16 erwähnt wird? Welches Schwert benutzt der Sohn Gottes?

Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte. Offenbarung 1,16-17

Wir sehen die Reaktion des Apostels Johannes, als er das Angesicht Jesu sah und das Schwert, dass aus Seinem Mund kam. Was ist das für ein Schwert?

Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Hebräer 4,12

Der Geist Gottes kam mit einer tiefen Überzeugung ihrer Sünde zu den 70.000 Menschen, die dem Zorn des Verderbers begegneten, damit sie bereuen und bekennen würden. Das Werk dieser tiefen Überzeugung war dringend, denn wenn sie sich weigern würden, das Wirken des Geistes zu beachten, ständen sie vollkommen schutzlos Satan, dem Zerstörer, gegenüber. Wie die Leute bei der Tempelreinigung flohen sie vor Jesu Gegenwart. Im Falle der 70.000 rannten sie aus der Gegenwart Jesu geradewegs in Satans Arme, der sie mit der Pest niedermetzelte. Sie hätten ihre Sünden bereuen und Gott um Vergebung bitten können, doch sie flüchteten aus Seiner Gegenwart und das Resultat war ihr Tod.

Das ist genau derselbe Prozess, den Gott mit den Kanaanitern vorhatte.

Ich will meinen Schrecken vor dir hersenden und will alle Völker in Verwirrung bringen, zu denen du kommst, und will alle deine Feinde vor dir fliehen lassen. Ich will die Hornisse vor dir hersenden, damit sie die Hewiter, die Kanaaniter und Hetiter vor dir her vertreibt. 2.Mose 23, 27-28

Der ausgesandte Schrecken ist die Überzeugung ihrer Sünde, die die Gottlosen in Grauen versetzt. Die Hornissen sind die Stacheln des schuldigen Gewissens, das von seiner Sünde gequält wird. Diese Stacheln treiben sie weg von der Gegenwart Gottes direkt in die Hand des Feindes. Hätten sie jedoch bereut und wären wie kleine Kinder geworden, hätten sie gerettet werden können. Nicht alle verließen den Tempel, aber doch fühlten alle das Schwert.

In der Zählung Israels sehen wir also ein letztes Bemühen des Geistes Gottes, um diejenigen zu erreichen, die in Satans Hände gefallen waren, um ihre Herzen von der Sünde zu reinigen, auf dass sie gerettet würden. Als sie sich weigerten äußerte Jesus die traurigen Worte: „Dein Haus wird dir wüst gelassen werden“. Im hebräischen bedeutet das Wort „Schwert“ eigentlich „Dürre“, und wenn eine Seele sich völlig vor Christus verschließt, ist Er gezwungen, sie den Händen Satans zu überlassen, weil sie Ihm den Eingang verwehrt hat.

Lasst uns auch bedenken, dass Satan die Herzen dieser Menschen kontrollierte. Christus versuchte ein allerletztes Mal sie zu erreichen. Satan war fest entschlossen seine Beute nicht loszulassen, und als das menschliche Herz Christus den Eingang verwehrte, sicherte Satan sich diese Seelen, indem er sie tötete, um nicht das Risiko einzugehen, dass sie doch noch ihre Sünden bereuen. Wir kennen nicht die genauen Details dieser Geschichte, es ist aber nicht schwer, die Prinzipien darin zu sehen.

Es wird die Anklage erhoben „Du vergeistlichst die Bibeltexte!“. Die Bibel gebraucht das Wort „Schwert“, und das sollten wir wörtlich nehmen. Erstens war es die Pest, die die Menschen tötete. Sie starben nicht durch ein tatsächliches Schwert des Engels. Zweitens wird von uns verlangt, dass wir alles zusammentragen, was uns möglich ist, und dann erst eine Schlussfolgerung ziehen. Beachte dazu die Regel Nummer 11 von William Miller.

Wie kann man wissen, wann ein Wort symbolisch gebraucht wird? Wenn es so, wie es dort steht, einen vernünftigen Sinn ergibt, und den einfachen Naturgesetzen keine Gewalt antut, dann muss es wörtlich verstanden werden, andernfalls ist es symbolisch gemeint.

Da das Volk durch die Pest hinweggerafft wurde, muss das erwähnte Schwert in der Hand des Engels einen anderen Zweck gehabt haben. Die Bibel berichtet uns über das Schwert, das Christus an verschiedenen Stellen benutzt, und dieses Schwert ist das Wort Gottes. Wir haben beschrieben, wie der Engel des Herrn das Volk mit dem Schwert schlug und sie dann aber doch an der Pest starben. Das Schwert war das Wort Gottes, das die Menschen überzeugen sollte. Damit wurden sie von dem Engel des Herrn geschlagen. Sie wollten aber ihr eigenes Ich durch dieses Schwert nicht töten lassen, und so verließ sie der Geist Gottes, und der Zerstörer nahm ihnen das Leben. Was ist nun mit den 185.000 assyrischen Soldaten?

Und es geschah in selbiger Nacht, da ging ein Engel Jahwes aus und schlug in dem Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man des Morgens früh aufstand, siehe, da waren sie allesamt Leichname. 2.Könige 19,35 Elberfelder

Beachte sorgfältig, dass es heißt, dass der Engel des Herrn sie schlug und am Morgen wurden sie tot aufgefunden. Da steht nicht, dass der Engel des Herrn sie mit einer Waffe der Gewalt schlug, was sie sofort getötet hätte. Wenn wir auf das Neue Testament zurückkommen bemerken wir etwas Interessantes.

Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu, wälzte den Stein von dem Eingang hinweg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot. Matthäus 28,2-4

Der bloße Anblick eines Engels ließ die Männer zu Boden sinken als wären sie tot. Dieses Phänomen geschah auch gerechten Menschen wie Daniel und Johannes.

Und ich, Daniel, sah die Erscheinung allein; die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht; doch befiel sie ein so großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. Daniel 10,7-8

Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte. Offenbarung 1,17

Bei Johannes war es Jesus, den er in der Vision sah. Die reine und heilige Natur der Engel entblößt die sündhafte Natur des Menschen auf die gleiche Art und Weise wie Jesus und der Vater. Im Kapitel zehn schauten wir uns an, was geschieht, wenn wir in Gottes Gegenwart kommen.

Und ich werde mich euch nahen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die Meineidigen und gegen die, welche den Lohn der Tagelöhner verkürzen, Witwen und Waisen übervorteilen und das Recht des Fremdlings beugen und mich nicht fürchten!, spricht der HERR der Heerscharen. Maleachi 3,5

Wenn wir diesen Vers lesen denken wir natürlicherweise, dass Gott die Bösen in Seinem Zorn zerschlagen und zerstören wird. Wieder wirkt Gottes Wort hier als ein Spiegel. Der Text sagt: „Ich werde mich euch nahen zum Gericht“. Unser Vater will uns nahe kommen und mit uns über unsere Sünden sprechen. In der Gegenwart eines so selbstlosen und liebenden Wesens bleiben uns nur zwei Möglichkeiten: entweder wir bereuen unsere Sünden oder wir fliehen vor dem Licht. Es ist nicht möglich, in der Gegenwart Gottes passiv zu bleiben. Diejenigen, die an ihren Sünden festhalten, rennen um das, was sie ihr Leben nennen, doch in Wirklichkeit zeigen sie damit, dass sie den Tod lieben und vor dem Leben fliehen.

Die Natur der Engel ist so rein, dass ihre bloße Anwesenheit das menschliche Herz mit Schrecken schlägt und sie niederwirft und unbeweglich macht. Wenn wir die Geschichte in Daniel zehn weiterlesen, sehen wir, dass Daniel gestärkt werden musste, um die Gegenwart des Engels zu ertragen.

Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Und siehe, eine Hand rührte mich an, sodass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte. Und er sprach zu mir: Daniel, du viel geliebter Mann, achte auf die Worte, die ich jetzt zu dir rede, und nimm deine Stellung ein; denn jetzt bin ich zu dir gesandt! Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen. … Da er nun mit diesen Worten zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und blieb stumm. Und siehe, da rührte einer, der den Menschenkindern gleich war, meine Lippen an; und ich öffnete meinen Mund, redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, wegen dieser Erscheinung haben mich Wehen überfallen, und ich habe keine Kraft behalten! Und wie könnte ein Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn reden? Und nun ist keine Kraft mehr in mir, und der Atem ist mir ausgegangen! Da rührte mich der, welcher einem Menschen glich, nochmals an und stärkte mich. Und er sprach: Fürchte dich nicht, du viel geliebter Mann! Friede sei mit dir! Sei stark, ja, sei stark! Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt, und ich sprach: Mein Herr, rede; denn du hast mich gestärkt! Daniel 10,9-12 und 15-19

Der Engel musste Daniel damit beruhigen, dass er viel geliebt war, und ihm zwei Mal sagen, dass er sich nicht zu fürchten braucht. In Daniels Leben ist keine Sünde verzeichnet und dies ist die Reaktion eines guten Menschen in der Gegenwart eines Engels. Der Engel wollte ihm nicht schaden und versicherte ihm die Liebe Gottes, und doch zitterte Daniel und bebte vor Furcht bis zu dem Punkt, an dem er keinerlei Kraft mehr hatte, und das alles nach wochenlangem Gebet und Fasten. Wenn ein gerechter Mann schon eine solche Erfahrung macht, wie wird es denn den bösen Menschen ergehen? Wäre Daniel der Erscheinung des Engels länger ausgesetzt gewesen, ohne gestärkt zu werden, wäre es möglich gewesen, dass er gestorben wäre, obwohl der Engel nur liebevolle Absichten für ihn hatte.

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, was verursachte diese schreckliche Angst in Daniel, die dazu führte, dass er seine ganze Kraft verlor? Es war seine sündhafte Natur, die in Kontakt mit der reinen Gegenwart des Engels kam. Der reine, selbstlose, liebevolle Charakter Gottes ist dem sündigen Menschen ein verzehrendes Feuer.

Und die Herrlichkeit des HERRN war vor den Augen der Kinder Israels wie ein verzehrendes Feuer oben auf dem Gipfel des Berges. 2.Mose 24,17

Starben die assyrischen Soldaten an ihrer Angst, als sie den Engel sahen? Das wäre möglich. Waren die Soldaten durch die Gegenwart des Engels bewegungsunfähig und vor Angst niedergestreckt, so dass Satan in seinem Zorn ihnen ihr Leben in ihrer Schwachheit nehmen konnte? Es wird uns nicht gesagt. Uns wird nur gesagt, dass die Soldaten dem Engel begegneten und am Morgen tot waren. Wenn du die Geschichte durch die Brille des Charakters Jesu liest, weißt du, dass der Engel sie überhaupt nicht töten wollte. Als Jesus den Tempel reinigte, rannten die Menschen vor Angst davon, obwohl jeder sich hätte in Reue bekehren und Gott bitten können, seine Schlechtigkeit zu vergeben. In der Gegenwart des Engels hatten die Soldaten einen kurzen Moment, um die Tiefe ihrer Bosheit zu erkennen. Vielleicht hat der Engel sie mit ihren Sünden konfrontiert, um sie zu ermutigen, ihre bösen Pläne zu bereuen und sie dadurch zu retten, doch sie wollten nicht und wurden so der Gnade Satans überlassen. Wir können es nicht mit Sicherheit sagen, aber was wir wissen ist, dass die Engel Gottes mit dem Charakter Jesu erfüllt sind und Jesus hat niemals jemanden getötet.

Wir wissen, dass die Gottlosen bei dem zweiten Kommen Jesu durch die Herrlichkeit Christi vernichtet werden. Das heißt also eine Offenbarung des Charakters Christi, die dem Sünder schreckliche Qualen verursacht. Diese Qualen kommen daher, weil der Sünder es ablehnt, zu bereuen. Ihre Herzen versagen vor Angst. Im zweiten Buch Esra, aus den Apokryphen, wird dieser Prozess beschrieben:

Aber ich sah nur, dass er aus seinem Mund wie einen Feuerstoß entsandte und flammender Atem ging von seinen Lippen und von seiner Zunge warf er Funken und Stürme aus. Und sie waren alle miteinander vermischt: der Feuerstoß, der flammende Atem und der große Sturm und fielen mit Gewalt auf die Schar, die zum Kampf bereit war und verbrannte sie alle, sodass von der unzählbaren Schar plötzlich nichts mehr zu sehen war als nur Staub und Brandgeruch: Als ich dies sah, fürchtete ich mich. 2.Esra 13,10.11

Zeige mir doch nun, was dieser Traum zu bedeuten hat. 2.Esra 13,15

Und eine unzählbare Schar sollte sich versammeln, wie du gesehen hast, bereit ihn durch Kampf zu überwältigen. Er aber wird auf dem Berg Zion stehen. Und Zion wird kommen und allen Menschen gezeigt werden, vorbereitet und gebaut zu sein, wie du den Hügel gesehen hast, ohne Menschenhände gegraben. Und dieser, mein Sohn, soll die gottlosen Erfindungen dieser Nationen tadeln, die durch ihr gottloses Leben im Sturm gefallen sind; Und soll ihnen ihre bösen Gedanken vorlegen und die Qualen werden anfangen sie zu quälen, die wie Flammen vorkommen: und er wird sie zerstören ohne Gesetzesarbeit, so wie es bei mir geschah. 2.Esra 13,34-38

Das Schlagen der Assyrer durch den Engel des Herrn deutet an, dass es das Wort Gottes war, das diese Männer von ihren Sünden überzeugte. Es fiel wie ein großer Sturm auf sie, und ihre Weigerung zu bereuen verursachte ihnen Qualen.

Und die Menschen wurden versengt von großer Hitze, und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und sie taten nicht Buße, um ihm die Ehre zu geben. Und der fünfte Engel goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und dessen Reich wurde verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz, und sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. Offenbarung 16,9-11

Sie wurden "ohne Gesetzesarbeit zerstört" durch das Gesetz, das eine Abschrift des Charakters Gottes ist. Ist dies nicht dasselbe Feuer, das aus dem Heiligtum kam und Nadab und Abihu verzehrte? Obwohl Feuer sie verzehrt hatte, wurden sie in ihren Kleidern hinausgetragen.

Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN. Und Mose sprach zu Aaron: Das hat der HERR gemeint, als er sprach: »Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen, und geehrt werden vor dem ganzen Volk!« Und Aaron schwieg still. Mose aber rief Misael und Elzaphan, die Söhne Ussiels, des Onkels Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet herzu und tragt eure Brüder vom Heiligtum hinweg, vor das Lager hinaus! Und sie traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken vor das Lager hinaus, wie es Mose befohlen hatte. 3.Mose 10,2-5

Eine weitere Möglichkeit, wie wir erkennen können, dass dieses Schlagen die Überzeugung von Sünde darstellt, ist durch die Art und Weise, wie das Wort hier benutzt wird:

Aber es geschah danach, da schlug [H5221] ihm (David) sein Herz, weil er den Zipfel von Sauls Obergewand abgeschnitten hatte; 1.Samuel 24,6

Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug [H5221] ihm das Gewissen (englisch: „Herz“). Und David sprach zum Herrn: Ich habe mich schwer versündigt mit dem, was ich getan habe! Nun aber, o Herr, nimm doch die Missetat deines Knechtes hinweg; denn ich habe sehr töricht gehandelt! 2.Samuel 24,10

Es ist dasselbe Wort wie in 2.Könige 19,35:

Und es geschah in selbiger Nacht, da ging ein Engel Jahwes aus und schlug [H5221] in dem Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man des Morgens früh aufstand, siehe, da waren sie allesamt Leichname. 2.Könige 19,35 Elberfelder

Die letzte Geschichte auf unserer Liste ist der Tod von Herodes.

Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen. Apostelgeschichte 12,23

Anhand unserer vorangegangenen Beispiele lässt sich diese Geschichte leicht erklären. Herodes übertrat das Gesetz und brach den ewigen Bund. Das Wort Gottes überzeugte ihn tief von seinem sündigen Verhalten, um ihn zur Reue zu führen. Diese Überzeugung bereitete ihm echte Seelenqual, doch er lehnte es ab, Buße zu tun. So wurde es Satan möglich, ihn durch Krankheit zu töten. Herodes wurde dem Feind übergeben, weil er den Bund gebrochen hatte.

Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht; und ziehet ihr euch in eure Städte zurück, so werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden. 3.Mose 26,25 Elberfelder

Christus brachte das Schwert Seines Wortes über Herodes. Herodes weigerte sich zu bereuen, so dass er dem Feind überlassen wurde, der die Pest über ihn brachte. Was unterschied den Schlag, den Herodes erfuhr, von dem des Petrus? Petrus wandelte in der Macht von Pfingsten und hatte ein reines Gewissen. Herodes nicht. Als Petrus erwachte, fürchtete er sich nicht in der Gegenwart des Engels. Herodes erlebte etwas völlig anders. Für ihn donnerte es.

Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! Die Menge nun, die dabeistand und dies hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet! Johannes 12,28-29

Das Schlagen, das wie eine kleine leise Stimme hätte sein können, war für Herodes wie ein Donner und erschreckte ihn zu Tode. Die Engel brauchen die Menschen gar nicht zu töten, sie wissen, dass die Boshaftigkeit der Menschen, wenn sie durch die Reinheit der Engel offenbart wird, genug ist, um das Leben der Menschen auszulöschen ohne jegliches Zutun der Engel. Engel bewegen sich ständig unter den Menschen und beschützen sie vor ihrer unverhüllten Gegenwart. Wie barmherzig sie mit uns sind!

Wir erkennen, dass der Tod durch einen schlagenden Engel eintritt, wenn das Wort Gottes den Menschen von Sünde überführt. Die Qual der eigenen Sündhaftigkeit verursacht große Seelenangst. Die Gegenwart von Pest deutet an, dass sich der Geist Gottes entfernt und der Zerstörer sein Werk getan hat, weil Gott den Schutz von denen zurückzieht, die sich weigern zu bereuen. Es ist Sünde, die Sünde bestraft. Die Engel Gottes sind mit dem Geist Jesu erfüllt. Sie halten die Gebote des Vaters und schwingen kein physisches Schwert. Sie sind mächtig im Wort Gottes und mit der Gerechtigkeit Jesu erfüllt. Ihre Reinheit, Liebe und Heiligkeit sind den gottlosen Sündern ein Schrecken, und ihre Heiligkeit versetzt das Herz der Ungerechten in Panik. Ihre Heiligkeit ist ihre hauptsächliche Macht, doch sie haben auch Macht, die Gewalt des Bösen unter Kontrolle zu halten.

Darum haben die gerechten Engel ungeheure Macht. Wenn ihnen geboten wird, ihre Arme sinken zu lassen, können sie die ganze Gewalt von Satans Wut freisetzen. Auch wenn sie das nicht tun möchten, werden sie es tun, wenn es ihnen befohlen wird. Das kann nur geschehen, wenn eine Person die Warnungen Gottes wiederholt ablehnt und weiterhin Seine Gebote bricht. Nach langen Jahren der Geduld und des Aushaltens gibt der zurückgedrängte Geist Gottes schließlich nach und erlaubt dem Sünder, den Meister zu haben, den er sich erwählt hat.

Die Engel Gottes sind mit dem Geist Jesu erfüllt. Wie gesegnet sind wir doch, dass wir uns ihres Schutzes und ihrer Führung erfreuen dürfen. Manchmal offenbaren sie ihre Gegenwart, um Menschen von ihren bösen Taten abzuhalten, doch die Menschen, die entschlossen auf ihrem sündigen Weg verharren, wollen eher sterben vor Entsetzen anstatt zu bereuen und gerettet zu werden. Das ist die Boshaftigkeit des menschlichen Herzens. Wir haben von den Engeln Gottes nichts zu fürchten, sie können sich nicht von unseren Beschützern zu unseren Mördern verwandeln. Sie steigen allezeit hinauf und herab auf dem Menschensohn, der niemals jemanden getötet hat.