Der Fall von Babylon

veröffentlicht Aug 27, 2015 von Adrian Ebens in Der Fall von Babylon Treffer: 261
Übersetzt von Jutta Deichsel

(English)

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(Dieser Artikel ist das übersetzte letzte Kapitel (Kapitel 38) aus dem Buch "The Return of Elijah").

 

Auf die Vorderseite dieses Manuskripts (The Return of Elijah) habe ich folgendes Zitat gesetzt:

Lange hat sich Satan auf seine letzte Anstrengung, die Täuschung der Welt, vorbereitet. Die Grundlage zu seinem Werk wurde bereits durch die der Eva im Paradies gegebene Versicherung gelegt: „Ihr werdet mitnichten des Todes sterben ... welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ 1.Mose 3,4.5. Nach und nach hat er die Vorbereitungen für sein Meisterstück des Betruges in der Entwicklung des Spiritismus getroffen. Er hat sein Ziel noch nicht völlig erreicht, seine Bemühungen werden aber in der allerletzten Zeit von Erfolg gekrönt sein. … Mit Ausnahme derer, die durch die Macht Gottes im Glauben an sein Wort bewahrt bleiben, wird die ganze Welt diesem Blendwerk in die Arme getrieben werden.“(GK 563)

Satans Meisterverführung ist direkt gebaut auf der Lüge: „Ihr werdet sicherlich nicht sterben!“. Wie wir bereits gesehen haben, enthält diese Lüge die automatische Unterstellung, dass jedes Individuum in sich selbst seine eigene innewohnende Lebensquelle besitzt. Diese grundlegende Unterstellung macht es unmöglich, die Wahrheit über Gottes Königreich zu verstehen.

Diese Lüge beeinflusst nicht nur die Art, wie wir das Gesetz betrachten, den Sabbat, den Zustand der Toten und das Heiligtum, sondern es wirkt sich auch aus darauf, wie wir den Sohn Gottes sehen. Christus ist die Wahrheit, und jede andere Lehre ist einfach eine Widerspiegelung von ihm. Wenn wir ein auf Leistung basierendes Verständnis von all diesen Lehren haben, haben wir dann nicht natürlicherweise ein auf Leistung basierendes Verständnis von Christus selbst? Lies sorgfältig die folgende Aussage:

Ich wurde auf folgende Schriftstelle hingewiesen, die besonders auf den modernen Spiritismus anzuwenden ist: „Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo.“ Kolosser 2,8. Im Geist erlebte ich, daß Tausende durch die Theorie der Phrenologie und des tierischen Magnetismus beeinflußt und dadurch dem Unglauben in die Arme getrieben wurden. Wer in diesen Bahnen denkt, verliert meist bald sein Gleichgewicht und gerät unter die Herrschaft Satans. „Lose Verführung“ erfüllt die Sinne armer Sterblicher. Sie glauben von sich aus genügend Kraft zu besitzen, um große Taten vollbringen zu können, so daß sie nicht die Notwendigkeit einer höheren Macht erkennen wollen. Ihre Lebens- und Glaubensgrundsätze sind „nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo“.

Diese Philosophie hat Jesus sie nicht gelehrt. Nichts Derartiges findet sich in seinen Lehren. Er lenkt den Geist armer Sterblicher nicht auf sie selbst oder auf eine Kraft, die sie besitzen, sondern er richtet ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf Gott, den Schöpfer des Universums, als den Ursprung ihrer Kraft und Weisheit. In Kolosser 2,18 ist eine besondere Warnung gegeben: „Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, davon er nie etwas gesehen hat, und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn.

Die Verfechter des Spiritismus kommen in einer gefälligen, bezaubernden Weise, um euch zu verführen. Und wenn ihr ihren Lügen Gehör schenkt, werdet ihr vom Feind der Gerechtigkeit betrogen und gewiß euren Lohn verlieren. Hat euch der faszinierende Einfluß des Erzbetrügers erst einmal überwältigt, so seid ihr vergiftet. Sein tödlicher Einfluß verdirbt und zerstört euren Glauben, dass Christus der Sohn Gottes ist  und ihr hört auf, der Macht seines Blutes zu vertrauen.“  (Sch 1, 84)

Ohne eine völlige Ausrottung der Philosophie, dass irgendeine Kraft im Menschen erhalten geblieben ist (wie offensichtlich zu erkennen in der Lehre von der unsterblichen Seele) oder eine Kraft erhalten durch ein Prinzip von auf Macht basierender Gleichheit (wie offensichtlich im Adventismus zu sehen), macht es keinen Unterschied. Das Gift ist das Gleiche, und dieses Gift hält uns davon ab, Christus als den Sohn Gottes zu erkennen.

Durch dieses Gift ist es natürlich nahezu unmöglich zu erkennen, dass in Christus der wahre Schlüssel liegt, um das Königreich Gottes zu verstehen. Denn die Art und Weise, wie wir wahrnehmen, wie Christus sich zu seinem Vater verhält in seiner wirklichen Person, wird die tatsächliche Natur von Gottes Königreich definieren. Das ist der Grund, warum Christus der Eckstein ist. Das ist der Grund, warum Christus einen Namen über allen Namen hat, weil er uns zeigt, wie der Vater sein Königreich errichtet. Wie Beziehungen unterhalten werden. Der Sohn Gottes wird nicht geliebt und angenommen von seinem Vater, weil er eine ihm innewohnende Ebenbürtigkeit besitzt. Er wird nicht für würdig angesehen, ein Gott zu sein wegen einer endlosen Existenz. Er ist nicht gleich mit Gott, weil er „das Zeugs dazu hat“. Er ist Gott, weil er der Sohn des Vaters ist. Das ist wer er ist.

Das ist die Weisheit Gottes wie ausgedrückt in 1. Korinther 1,30. Der Vater schrieb seine Weisheit nicht zuerst auf Papier, er platzierte sie in eine Person und diese Person ist sein Sohn. Die Prinzipien von Anbetung bestimmen, dass die Anbeter so werden wie der, den sie anbeten. Weil der Vater unabhängig und autark ist und unter keiner Autorität steht, würde dieses Prinzip angenommen werden von jedem geschaffenen Wesen, das er direkt erschaffen würde. Deshalb brachte Gott in seiner Weisheit seinen Sohn hervor, der dann alle Dinge erschuf. Der Sohn Gottes ist der Ausdruck des Schlüsselprinzips von Unterordnung zu Autorität und in diesem Sinne ist Christus der Name über alle Namen. Er ist unser Beispiel in allen Dingen. Er ist der WEG und die WAHRHEIT und das LEBEN. Er ist die Weisheit Gottes, die die Macht Gottes bringt.

Wenn wir Christus sehen als gleich mit dem Vater, weil er die ebenbürtige, allmächtige, selbst-existierende, unabhängige, aus-sich-selbst-lebende zweite Person der Gottheit ist, dann sind wir dazu verdammt, alle unsere Beziehungen auf dieser Basis zu unterhalten, auf der Basis von Gleichheit an Kraft (was die Kernzutat des Giftes ist, das uns davon abhält, Christus als den wahren Sohn Gottes anzusehen). Wenn Gott selbst so handelt, dann werden wir definitiv seinem Beispiel folgen. Wir können sagen, dass die zweite Person der Gottheit das Prinzip der Unterordnung demonstriert, aber es ist nicht die Realität, wer er ist in seiner Identität. Es ist nicht real.

Wenn wir Christus sehen als gleich mit seinem Vater, WEIL er alles von ihm erhalten hat und erfüllt ist von seinem Vater und einen Geist hat, der allein das Herz des Vaters verstehen kann, dann haben wir den wahren Platz vonauf Beziehung basierender Kraft gefunden. Wir verstehen dann, dass alle Beziehungen geführt werden durch das Prinzip von Lebensfluss und Erbschaft. Wir verstehen, dass der Vater die große Quelle von allem ist und sein Sohn der Erklärer und der Edelstein, um Gottes Herz und Königreich zu verstehen. Diese Wahrheit ist die Gewehrkugel, die das Herz von Babylon trifft. Es ist der Stein in David's Schlinge, der Goliath an die Stirn trifft und das Zentrum seiner Lüge zerschmettert: „Ihr werdet mitnichten des Todes sterben“. 

Satan will nicht, dass wir wissen, wer Christus wirklich ist, weil Christus in und aus sich selbst, in seiner wahren Identität und Beziehung zu seinem Vater, der Zerstörer von Satans Königreich ist. Einfach in seinem Sein, in seiner Person ruft Christus aus von den höchsten Bergen, dass Babylon gefallen ist. Der Sohn Gottes braucht kein Wort zu sprechen, allein seine Identität bedeutet die Zerstörung von Satan's Königreich. Beginnen wir zu verstehen, warum Satan Christus zerstören musste? Christi Beziehung zu seinem Vater beweist, dass Satan ein Lügner ist.

Lass uns einen Schritt zurücktreten und über etwas nachdenken. Der Vater ist die Quelle des Lebens, er ist der Ursprung und alle Kraft und Macht kommt von ihm. Gott, der Vater, könnte wahrgenommen werden in einem auf Macht und Leistung basierenden Modell. Er ist aus-sich-selbst-entstehende Kraft und aus-sich-selbst-entstehendes Leben. Er kann wahrgenommen werden in einem leistungs-abhängigen Kontext. Im Sohn Gottes, geboren in das Ebenbild seines Vaters, sehen wir des Vaters äußerste Darstellung von sich selbst. In Christus sehen wir das tatsächliche Herz des Vaters, wir sehen einen beziehungsorientierten Gott. In der Erhöhung seines Sohnes als gleich mit sich selbst erkennen wir die Weisheit Gottes, indem er Beziehung höher stellt als innewohnende Kraft. In der Anbetung des geborenen Sohnes beten wir den Gott der Beziehungen an. Jede Faser meines Wesens zittert vor Freude wenn ich über diese wunderbare Wahrheit nachdenke. Ich fühle mich wie der aufsteigende Adler, schwebend über den Wolkenhöhen. Ich fühle, dass mein Geist freigemacht worden ist von einer schrecklichen Bürde. Willst du mit mir fliegen? Kannst du Christus erkennen als den Namen über alle Namen, als den Edelstein in der Krone des Vaters, als den Haupt-Eckstein? Wirst du mit mir niederknien und diesen Christus anbeten, den wahren Christus, die totale und vollkommene Offenbarung des Herzens Gottes? Das ist der Gott, den ich anbete im Geist und in der Wahrheit. In dieser Offenbarung von Christus höre ich die Stimme des mächtigen Engel: „Babylon ist gefallen, ist gefallen!“. Brüder und Schwestern, in Christus haben wir den weichen Unterbauch der Schlange gefunden. Willst du nicht das Schwert des Wortes Gottes nehmen und die Schlange durchstoßen und unter deine Füße treten? Sei frei von den schrecklichen Lügen, die ein Joch für uns waren, zu schwer zu tragen. 

Es ist wichtig für uns, die korrekte Beziehung des Sohnes zu seinem Vater zu verstehen. Schau hier:

Gleich unserem Heiland sind wir in dieser Welt, um Gott zu dienen. Wir sind hier, um im Charakter wie Gott zu werden und ihn durch ein Leben des Dienens der Welt zu offenbaren. Um Mitarbeiter Gottes zu sein, um so zu werden wie er und seinen Charakter zu offenbaren, müssen wir ihn richtig kennen. Wir müssen ihn kennen, wie er sich offenbart.

Gott zu erkennen ist die Grundlage aller wahren Erziehung und alles wahren Dienstes. Dies ist die einzig wirkliche Sicherheit gegen Versuchung. Dies allein kann uns Gott im Charakter ähnlich machen.“ (FA 415)

Wie offenbart sich Gott selbst?

Gott hat sich als persönliches Wesen in seinem Sohn offenbart. Jesus, der Abglanz von des Vaters Herrlichkeit und das „Ebenbild seines Wesens“ (Hebräer 1,3) ..

Gott sah, daß eine klarere Offenbarung nötig war, als die Natur sie geben könnte, um seine Persönlichkeit und seinen Charakter vorzuführen. Er sandte seinen Sohn in die Welt, damit er, so weit es für menschliche Augen möglich war, die Natur und Eigenschaften des unsichtbaren Gottes offenbare.“  (FA 425)

Ellen White sagt eindeutig, dass Gott sich selbst in seinem Sohn offenbart. Er ist der Glanz der Herrlichkeit seines Vaters. Auf diese Weise offenbart sich Gott selbst. Ist das nicht deutlich zu sehen?

Nirgendwo in der Bibel wird gesagt, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist als drei gleich-ewige Wesen entschieden haben, die Rollen anzunehmen, die sie jetzt innehaben. Gott hat uns dieses Bild nicht gegeben als eine Offenbarung seiner selbst. Es gibt nicht ein Wort in der Inspiration, dass diese Behauptung unterstützt. Die Auffassung, dass die Mitglieder der Gottheit sich selbst ausdrücken durch die Formen von Vater, Sohn und Heiliger Geist ist eine Gefahr durch die Einflüsse der platonischen Irrlehre der „Formen“. Dieses Konzept lehrt, dass Gott sich selbst offenbaren kann durch eine Form, aber diese Form ist nicht das, was er wirklich ist, es ist nur eine Repräsentation von ihm. Die meisten Adventisten würden das niemals zugeben, aber ist schwer, dieser Theorie zu entkommen.

Es ist genau dieses Denken, dass unsere Gelehrten dazu geführt hat, viele Aspekte der Heiligtumslehre in Frage zu stellen. In meiner theologischen Ausbildung hörte ich immer wieder, dass wir das Heiligtum nicht als tatsächlich ansehen können. Gott sitzt nicht seit 150 Jahren in einem Kasten. Aber was bringt diese Spiritualisierung des Heiligtums im Himmel? Es beseitigt die zwei Abteilungen des Heiligtums als unglaubwürdig. Wenn erst die zwei Abteilungen bagatellisiert worden sind, sind manche Lehrer so kühn, die Lehre vom Untersuchungsgericht zu leugnen. Nichts davon wäre möglich, wenn das Heiligtum als buchstäblich und tatsächlich angenommen würde, WEIL GOTT ES UNS SO OFFENBART HAT!

Vielleicht ist das Heiligtum nicht tatsächlich und vielleicht ist der Sohn Gottes nicht wirklich geboren, aber so hat Gott es uns offenbart und ich bin entschlossen so zu glauben, wie es Gott offenbart hat. Ich will es nicht spiritualisieren und die Tür öffnen für eine Vielzahl von abscheulichen Irrlehren. 

Gehen wir noch einmal zurück zu Ellen White's Zitaten in Fußspuren des großen Arztes. Wenn wir das richtig verstehen, dann beinhaltet das ein richtiges Verständnis der Beziehung zwischen dem Sohn und dem Vater. Ellen White legt das weiter aus in dem Kapitel in ihrem Bemühen, dieses wahre Wissen zu vermitteln:

Die Jünger verstanden noch nicht die Worte Christi betreffs seiner Beziehung zu Gott. Viele seiner Lehren waren ihnen noch dunkel, aber Christus wünschte, daß sie eine klarere, bestimmtere Erkenntnis von Gott haben möchten.

Er sprach zu ihnen: „Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündige von meinem Vater.“ Johannes 16,25

Als am Tage der Pfingsten der heilige Geist auf die Jünger ausgegossen wurde, verstanden sie die Wahrheiten besser, welche Christus durch Gleichnisse zu ihnen geredet hatte. Viele Lehren, welche ihnen bis dahin ein Geheimnis waren, wurden ihnen jetzt klar. Aber selbst dann empfingen die Jünger nicht die volle Erfüllung der Verheißung Christi. Sie erhielten so viel Erkenntnis von Gott wie sie ertragen konnten, aber die volle Erfüllung der Verheißung, daß Christus ihnen den Vater klar zeigen wollte, mußte erst kommen. Ebenso ist es heute. Wir haben nur eine teilweise und unvollkommene Erkenntnis von Gott. Wenn der Kampf beendet, und der Menschensohn, Christus Jesus, vor dem Vater seine treuen Knechte anerkennt, welche in einer Welt voll Sünde ein treues Zeugnis von ihm abgelegt haben, werden sie klarer verstehen, was ihnen jetzt noch Geheimnisse sind.“ (FA 426)

Christus möchte, dass du und ich ein richtiges Verständnis haben von seiner Beziehung zum Vater. Wie den Jüngern erscheinen uns viele seiner Lehren dunkel, weil wir die Beziehung des Sohnes zum Vater nicht richtig verstehen. Brüder und Schwester, ich habe so gut wie es mir möglich ist versucht mit der Schwachheit der Sprache vor euch das auszudrücken, was ich glaube, dass Gott mir gezeigt hat. Bitte bringt es zu eurem himmlischen Vater und fragt ihn: „Ist es so wie du möchtest dass ich deinen Sohn verstehe?“ Ich bete dafür, dass ihr darin die Kraft des vierten Engels findet in der Person von Christus und in seiner Beziehung zum Vater.