Die Rückkehr des Elia - Kapitel 16 - Eine kurze Untersuchung des arianischen Standpunktes

veröffentlicht Jan 27, 2019 von Adrian Ebens in Die Rückkehr des Elia Treffer: 148
Übersetzt von F. Bunkus, S. Kronke, J. Deichsel

Das deutsche Übersetzerteam ist dabei, das Buch "The Return of Elijah" - Die Rückkehr des Elia von Bruder Adrian Ebens zu übersetzen. Dies wird ein längerer Prozess sein, deshalb werden wir die einzelnen Kapitel als Artikel veröffentlichen, bis das ganze Buch fertig ist. Seid gesegnet beim Lesen!

Der Hauptteil dieses Buches wurde von Bruder Adrian Ebens in nur zwei Wochen im Juli 2007 geschrieben. Wir veröffentlichen es hier unverändert, obwohl mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

 

Kapitel 16 - Eine kurze Untersuchung des arianischen Standpunktes

Arius war der Gegner von Athanasius während der großen Dreieinigkeitsdebatte im 4. Jahrhundert in der katholischen Kirche. Beide Männer stammten aus Alexandria, einem Ort, der für das Experimentieren mit sinnbildlichen Anschauungen der Schrift bekannt ist. Athanasius vertrat eine trinitarische Sichtweise, die auf dem Prinzip der innewohnenden Macht von gleichrangigen, gleich-ewigen Wesen beruht. Arius vertrat auf der Grundlage desselben Prinzips der innewohnenden Macht das genaue Gegenteil und war der Ansicht, dass die Stellung Christi geschaffen wurde und Er einen Anfang hatte, während der Vater keinen Anfang hat und der einzige wahre Gott sei. Hier ist der Ausschnitt eines Briefes, in dem er seinen Standpunkt beschreibt:

“Doch was wir sagen und denken, lehren wir beide und werden weiterhin lehren, dass der Sohn nicht ungeboren ist, noch in irgendeiner Weise Teil von etwas ungeborenem ist, noch aus einer Substanz hervorgegangen ist, sondern dass er durch seinen eigenen Willen und Rat noch vor der Zeit und den Zeitaltern existierte und vollkommen Gott war, eingeboren und unveränderlich.
Und bevor er geboren, geschaffen, ernannt oder eingesetzt wurde, existierte er nicht, denn er war nicht ungeboren. Wir werden verfolgt, weil wir sagen, dass der Sohn einen Anfang hat, aber Gott ist ohne Anfang.” (Documents of the Christian Church, Selected and Edited by Henry Bettenson, 2nd Edition, 1963. p.39. Oxford University Press)

Wir können den Standpunkt von Arius wie folgt darlegen:

Grundannahme: Es gibt einen wahren Gott (teilweise wahr).

Verborgene/zugrundeliegende Hypothese: Göttliche Positionen werden nur Wesen von höchster innewohnender Macht zugeschrieben (unsicher).

Der arianische Standpunkt hat eine andere Grundannahme, basiert jedoch auf derselben zugrundeliegenden Hypothese. Da Christus “eingeboren”1 oder geschaffen wurde und somit einen Anfang hat, hat Er nicht denselben Grad an innewohnender Macht, wie sie der Vater hat, und daher ist Seine göttliche Qualität geringer. Er ist ein geringeres Wesen. Diese Sichtweise prägt Bewegungen wie die der Zeugen Jehovas.

Während es doch interessant wäre, die Grundannahme zu prüfen und zu beweisen, und sich mit schwierigen Texten auseinanderzusetzen, verleugnet diese Position ganz deutlich die Göttlichkeit des Sohnes Gottes. Die Bibel sagt eindeutig, dass Christus kein geschaffenes Wesen ist.

Aus der Sicht eines Trinitariers muss jeder Standpunkt, der weniger als gleichrangig und gleich-ewig ist, als Form des Arianismus betrachtet werden. Gibt es möglicherweise eine Grundlage zwischen Trinitarismus und Arianismus, der die Aussagen vom Geist der Weissagung und die Bibeltexte besser in Einklang bringen kann? Der einzige Weg, wie wir das herausfinden können, liegt in einer Untersuchung der zugrundeliegenden Hypothese.

 

 

Fußnoten:

1Die arianische Verwendung des Wortes „eingeboren“ scheint gleichbedeutend zu sein mit dem Wort „geschaffen“. Ellen White und die Pioniere haben es ganz gewiss nicht so gesehen. „Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab“, – nicht ein erschaffener Sohn, wie es die Engel waren, noch ein adoptierter Sohn, wie es der vergebene Sünder ist, sondern ein geborener Sohn, ein Ebenbild der Person des Vaters und im ganzen Glanz seiner Majestät und Herrlichkeit, eins mit dem Vater in Autorität, Würde und göttlicher Vollkommenheit. In ihm weilte die gesamte Fülle der Gottheit leibhaftig.“ ST, May 30, 1995, par.3; Hervorhebung von mir.