Die Rückkehr des Elia - Kapitel 2 - Wertesystem

veröffentlicht Dez 08, 2018 von Adrian Ebens in Die Rückkehr des Elia Treffer: 55
Übersetzt von F. Bunkus, S. Kronke, J. Deichsel

Das deutsche Übersetzerteam ist dabei, das wertvolle Buch "The Return of Elijah" - Die Rückkehr des Elia von Bruder Adrian Ebens zu übersetzen. Dies wird ein längerer Prozess sein, deshalb werden wir die einzelnen Kapitel als Artikel veröffentlichen, bis das ganze Buch fertig ist. Seid gesegnet beim Lesen!

Der Hauptteil dieses Buches wurde von Bruder Adrian Ebens in nur zwei Wochen im Juli 2007 geschrieben. Wir veröffentlichen es hier unverändert, obwohl mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

 

Kapitel 2 - Wertesystem

A. Mein geliebter Sohn

Wir fuhren die Autobahn mit rasanter Geschwindigkeit entlang. Lorelle's Wehen kamen mit schöner Regelmäßigkeit. Wir wollten nicht zu früh überrascht werden, deshalb rasten wir zum Krankenhaus. Es war alles so neu und aufregend: Bald würden wir unser erstes Kind haben! Wir schlitterten in die Entbindungsstation, die Krankenschwester warf einen Blick auf uns und sagte: „Ihr habt Glück, ihr könnt noch einen Spaziergang machen“. Das dämpfte unsere Begeisterung. 45 Minuten später kamen wir zurück und jetzt lächelte Lorelle nicht mehr. Weitere 30 Minuten später befanden wir uns mitten in der Arbeit. Ja, es gibt kein besseres Wort, um es zu beschreiben: Arbeit, harte Arbeit. Wir versuchten, uns an all die Techniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs zu erinnern, aber es war schwer, sich zu konzentrieren. Diese Wehen fühlten sich an, als wenn ein Güterzug direkt auf dich zukommt. Gerade wenn wir mit einer fertig waren, kam auch schon die nächste. Endlich, nach 11 Stunden, hielten wir unseren erstgeborenen Sohn Michael in den Armen.

Da gibt es ein wirklich interessantes Foto von Lorelle und mir direkt nach der Geburt. Absolut verblüffend! Sie sitzt da und strahlt, als wenn es das Alltäglichste der Welt gewesen wäre, während ich wackelig neben ihr stehe und aussehe, als ob ich jeden Moment zusammenklappe. An diesem Tag entwickelte ich einen neuen tiefen Respekt für alle Frauen. Ich muss euch Frauen sagen, wenn man seine Frau bei der Geburt beob­achtet, ist das wirklich harte Arbeit. Wenn ihr mit dem Lachen fertig seid, kann ich weiterschreiben. :)

Also, der emotionale Stress, wenn du jemanden, den du liebst, in solchen Schmerzen siehst, ist unbeschreiblich. Gewöhnlich haben wir Männer immer die Lösung für jedes Problem, aber dieses Mal konnte ich nichts tun und das tat weh. Ich betete: „Gott, ich weiß, es gibt für alle diese Schmerzen einen Grund, aber den kann ich im Moment nicht erkennen“. Ich war so froh, als endlich alles vorbei war.

Als ich meinen Sohn das erste Mal in den Armen hielt, war das ein Moment für die Ewigkeit. Ich schaute hinunter in seine Augen und er schaute mich direkt an. Es war wunderbar. Als ich ihn in Ehrfurcht und Bewunderung weiter betrachtete, wurde ich auf einmal von tiefer Furcht gepackt. Ich wusste, mein Sohn war von der gleichen Natur geprägt wie ich, ein Wesen, das Autorität in Frage stellt, und das von Natur aus eher zur Rebel­lion neigt anstatt zum Gehorsam. Ich wusste, ich trug die Verantwortung dafür, seinen Willen zu leiten und ihn zu wahrer Liebe, Freundlichkeit, Selbstlosigkeit und Gehorsam anzuleiten. Danach fragte ich mich, ob er mein Freund sein würde. Könnte irgend etwas zwischen uns kommen und uns trennen? Direkt dort betete ich: „Oh, lieber Vater im Himmel, bitte lass nichts zwischen mich und meinen Sohn kommen, was uns trennt. Hilf, das wir uns immer nahe sind, und dass er erkennt, wer ich bin und dass er mein Freund ist“. Die Intensität dieses Gebetes ist immer in mir geblieben. Ich fühle das oft und bete weiterhin dafür und glaube, dass Gott es zu einer Realität werden lässt.

Vier Jahre später verbrachte ich einen ruhigen Sabbat. Ich ging spazieren und sprach mit dem Herrn, weit weg von der Hektik des Alltags. Ich dachte an meinen himmlischen Vater und an seine Liebe für mich und wie wertvoll mir das ist. Plötzlich lief in meinem Geist noch einmal die Geburt meines Sohnes ab und noch einmal erlebte ich diesen intensiven Wunsch, niemals von ihm getrennt zu wer­den und dass er mich wirklich kennen würde.

Als die Szene verblasste, hörte ich eine leise Stimme in meinem Inneren sagen: „Genauso denke ich über dich“. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte und fand es schwer, das anzunehmen. „Aber Herr“, sagte ich, „du weißt, wie ich bin, du weißt, dass ich viele falsche Dinge gesagt und getan habe“. So haderte ich mit dem Herrn. Eigentlich war ich von mir selbst überrascht. Ich bin ein Mann, der Jesus als seinen persönlichen Erlöser angenommen hat und der glaubt, dass seine Sünden vergeben sind, aber als Gott mir so nah kam und mir sagte, wie er über mich denkt, konnte ich das nicht so einfach annehmen. Aber schließlich rief ich aus: „Danke, danke, dass du mich liebst und danke für alles, was du für mich getan hast. Ich liebe dich so sehr“. In einem sehr realen Sinne fühlte ich, als ob er mich in seinen Armen halten würde. Ich hätte nicht glücklicher sein können! Ich erkannte, dass mein himmlischer Vater mich so liebt, dass er nicht will, dass irgendetwas zwischen uns tritt. Es schmerzt ihn, daran zu denken, dass wir getrennt werden könnten, und er wird alles dafür tun, dass das nie passiert.

 

B. Das himmlische Wertesystem offenbart in Gottes liebevollen Gedanken über uns

Mit dieser Erfahrung wurde mir tief im Herzen das wunderbare Vorrecht offenbart, ein Teil des Reiches Gottes zu sein. Kurz nach diesem Erlebnis wurde ich zu einigen Bibeltexten geführt, die mir wahrhaft die Augen öffneten, und ich dankte Gott noch mehr. Ich bete darum, dass die Bedeutsamkeit des folgenden Textes sich auch in dein Herz einbrennt und dich nie mehr verlässt. Es ist ein sehr klares Fenster in das Königreich Gottes:

Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. (Lukas 12, 6–7)

Jesus erklärt hier die Grundsätze seines Königreiches. In diesen Versen finden wir eine Formel für das, was Menschen in diesem Reich wichtig macht. Was macht sie wertvoll, was macht sie kostbar, wie kommt es, dass sie geschätzt werden? Dieser Text in Verbindung mit der Erfahrung der Geburt meines Sohnes erleuchteten mein Denken und ich erkannte, dass mein Mittelpunkt wahrhaft in meinem himmlischen Vater liegt. Mit meinem Verstand hatte ich das seit Jahren geglaubt, aber all mein Wissen aus der Bibel hatte mein leistungsbasiertes Wertesystem1 nicht durchdrungen - bis jetzt. Jetzt begann ich ein deutlicheres Bild der wahren Probleme zu erlangen, mit der die Menschheit konfrontiert ist.

Jesus zeigt den Wert der beiden Sperlinge nach menschlichen Maßstäben. Das Wort für Pfennige hier ist eigentlich Assarius.2 Ein Assarius war der durchschnittliche Tageslohn für einen Arbeiter. Für den Lohn von zwei Tagen konnte man fünf Sperlinge kaufen. Damit haben im irdischen Sinne diese Sperlinge keinen großen Wert. Jesus macht jetzt den Vergleich und sagt: „Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen“. Dieser Vergleich zeigt3: weil Gott an die Sperlinge denkt, sind sie sehr wertvoll in Seinem Reich. Jesus erweitert dieses Prinzip und zeigt, wie viel mehr Gott an uns denkt im Vergleich zu den Sperlingen. „Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt.“ Wenn das nicht direkt, persönlich und innig ist, was kann es sonst sein?

Kennst Du jemanden, der so viel von dir wissen möchte, dass er sogar die Haare auf deinem Kopf zählt? Jetzt kommt der Kernpunkt: „Darum fürchtet euch nicht, ihr seid besser als viele Sperlinge.“ Kannst du sehen, wie Wert und Bedeutsamkeit in Gottes Königreich erlangt werden? Einfach daher, dass Gott ständig liebevoll an uns denkt!4 Wir sind definitiv in Seinen Gedanken. Er schenkt uns Leben, lässt unser Herz schlagen, und lässt Seinen Segen und Seine Liebe aktiv in unser Leben fließen, damit wir uns des Lebens erfreuen können. Er schenkt uns reiche Gaben, Talente und Fähigkeiten zu unserer Erfüllung, zur Freude und zum Dienst für andere.5 Das ist das Geheimnis des Reiches Gottes, das Geheimnis unseres Wertes. Hier liegt der Schlüssel, der uns die Tür aus dem versklavenden Reich der Wertlosigkeit und der Depression öffnet. Dieses Prinzip des Wertes und der Bedeutsamkeit durch eine Beziehung mit unserem himmlischen Vater im Gegensatz zu einem Wert durch Leistung, Macht und Position kristallisiert sich in den folgenden Versen heraus:

So spricht der Herr: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er Einsicht hat und mich erkennt, daß ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr. Jeremia 9, 22-23

Hier offenbart sich ein deutlicher Gegensatz: Rühme dich nicht, prahle oder suche deinen Wert nicht in Weisheit, Macht oder Reichtum, sondern rühme dich oder suche deinen Wert im Erkennen und Verstehen unseres himmlischen Vaters. Dieses Prinzip wird immer wieder in der Heiligen Schrift erwähnt. Die Geschichte aus Matthäus über den Wert der Vögel im Vergleich zum Menschen erstreckt sich über eine ganze Reihe von Aussagen, die im wohlbekannten Matthäus 6,33 gipfeln, wo wir ermahnt werden, zuerst nach Gottes Königreich zu trachten und uns nicht über die Dinge der Welt zu sorgen. In Vers 27 sagt Jesus: „Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?“. Das Wort für „Lebenslänge“ kann sich auf die Höhe bzw. die Länge des Lebens beziehen oder auch metaphorisch verstanden werden in Bezug auf einen erreichten Zustand, der dich für etwas geeignet macht. Ein leistungsbasiertes Wertesystem beinhaltet die ständige Frage, ob man ein korrektes Level erreicht hat. Jesus kennt das menschliche Herz und weiß, wie es von Satans Lüge des innewohnenden Lebens und dem Wert durch Leistung beeinflusst wurde. In Vers 28 spricht Jesus das Problem an, Sicherheit durch Besitztümer erreichen zu wollen, und wie nutzlos es ist, so zu denken. In Lukas 12, 15 drückt Er es so aus:

„… niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.“

 

C. Ist da irgendwas nicht in Ordnung mit Leistung?

An diesem Punkt stellen manche die Frage: „Sagst du damit, dass Leistung etwas Schlechtes ist?“ An Leistung oder Erfolg ist an sich nichts verkehrt. Gott hat ein System für die menschliche Existenz eingesetzt, das von uns erfordert, Seine Kraft täglich zu benutzen, um etwas zu vollbringen. Nicht die Leistung ist das Problem, es ist der Wunsch oder die Gewohnheit, den Wert von dem abzuleiten, was man erreicht oder besitzt. Das ist der Beweis, dass wir von der Lüge der Schlange verführt wurden.

D. Die Beziehung konzentriert sich auf das Unsichtbare

Diese Betonung darauf, unserem himmlischen Vater und Seinen Vorsehungen zu vertrauen, kommt auch darin zum Ausdruck, sich mehr um das Unsichtbare als um das Sichtbare zu kümmern.

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man es beobachten könnte. Man wird nicht sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Lukas 17, 20-21
...da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. 2. Korinther 4,18
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. Hebräer 11,1

Johannes macht in 1. Johannes 2,15 einen klaren Unterschied zwischen den beiden Reichen:

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 1. Johannes 2,15

Die Liebe zur Welt und zu weltlichen Dingen kommt direkt aus dem Wunsch, „seiner (Lebens-)Länge etwas hinzuzufügen“ durch Besitz und Machtkontrolle, Reichtum und Ruhm. Ein solches Verlangen wird in den Herzen derjenigen, die auf die Liebe ihres himmlischen Vaters vertrauen, nicht gefunden. Sie werden nicht von dem Gedanken getrieben, besser als andere zu sein. Sie haben die Fähigkeit, andere höher als sich selbst zu achten, weil sie den Beifall der Welt nicht brauchen.6

 

E. Die deutlichste Offenbarung des Reiches Gottes

Die deutlichste und eindringlichste Aussage von Gottes Wertesystem wird in den ersten Worten des Vaters an die menschliche Rasse offenbart. Bis dahin hatte jegliche Kommunikation zwischen Himmel und Erde durch Christus, dem Wort Gottes, stattgefunden. Aber jetzt spricht der Vater, und die Worte, die Er spricht, legen die Grundsätze Seines Königreiches dar.

Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Matthäus 3,17

Der Vater legt die Bestimmungsgröße von Wert fest. Warum sollten wir auf Jesus hören? Der Vater antwortet: „Weil Er mein Sohn ist“. Der Wert Christi wird offenbart in der BEZIEHUNG ZU SEINEM VATER.7 Der Vater sagt nicht, „Hört auf diesen göttlichen Gesandten, weil Er der Schöpfer ist und das höchste Amt im Himmel einnimmt”- auch wenn das stimmt.8 Der Vater offenbart Seinen Wert durch die Familienbeziehung. So einfach und doch so machtvoll in seinen Auswirkungen für uns. Christus ist der Weg zum Vater9, und hier sehen wir die Ebene dieses Weges offenbart: durch eine vertrauensvolle Beziehung zum himmlischen Vater.

Es ist interessant zu erkennen, dass beim ersten Mal, wenn Satan spricht, und beim ersten Mal, wenn der Vater spricht, das Herz ihres jeweiligen Königreiches offenbart wird. Satan sagt in 1.Mose 3,5: „Du wirst mitnichten des Todes sterben“, und der Vater sagt in Matthäus 3,17: „Dies ist mein geliebter Sohn, den ich liebe“. Der Unterschied der Wertesysteme ist klar und einleuchtend.

Es ist wunderbar zu wissen, dass Gott sich danach sehnt, in einer Beziehung mit uns zu sein. Ellen White erklärt im Leben Jesu, S. 96: „Die gleiche göttliche Stimme die zu Jesus sprach, spricht zu jeder gläubigen Seele: Das ist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe!“10 Es ist großartig zu wissen, dass unser Vater immer über uns nachdenkt und uns nah sein will. Wie der Psalmist sagt:

Herr, mein Gott, [wie] zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, und deine Pläne, die du für uns gemacht hast; dir ist nichts gleich! Wollte ich sie verkündigen und davon reden — es sind zu viele, um sie aufzuzählen. Psalm 40,5

Wenn wir unseren Wert von den liebevollen Gedanken abhängig machen, die Gott für uns hat, dann sagt uns dieser Text, dass wir unbezahlbar sind, denn dort steht, dass Seine Pläne und Gedanken über uns größer sind als man zählen kann. Wie fühlt es sich an, unbezahlbar zu sein? Es kann aber nur so gut sein, wie dein Glaube an diese Wahrheit ist, dass Gott dich so sehr liebt, unabhängig davon, wie gut oder schlecht du bist.11 Du kannst diese Wahrheit auch nur annehmen, wenn du der Lebensquelle erlaubst, vom Vater zu fließen und nicht aus dir selbst. Das sind wunderbare Nachrichten und ich bin so dankbar dafür. Wann immer du versucht bist, an deinem Wert zu zweifeln, sieh dir die Sperlinge an und glaube. Widerstehe der Versuchung, deinen Wert oder deinen Schatz in dir selbst zu halten.

 

F. Luzifers Ablehnung des himmlischen Wertesystems

Kannst du dir vorstellen, wie Gott Luzifer erschuf und Seinen neuen Sohn zärtlich in den Armen hielt? Gott teilte Sein ganzes Herz und Seine Seele mit diesem Engel. Er zeigte ihm nichts als Liebe und gab ihm das Privileg, auf der höchsten Ebene in der Familienregierung zu dienen. Luzifer erhielt seinen Wert durch seine Beziehung mit seinem himmlischen Vater. Aber durch das Geheimnis der Boshaftigkeit verwarf er den Wert, den er in seinem Vater fand, und begann Worte des Zornes und der Rebellion auszuspeien. Indem er im Schatten von Täuschung und Lüge12 wirkte, vergiftete er die Gedanken vieler Kinder Gottes. Kannst du dir das Leid vorstellen? Luzifer, so vollkommen geschaffen, war nun von Hass und Mord erfüllt. Er war darauf bedacht, den ewigen Sohn Gottes zu zerstören, denn Jesus offenbarte, dass Satan ein Mörder war von Anfang an.13 Die Realität seiner Gefühle zeigten sich am Kreuz von Golgatha, wo Satan darauf hoffte, Jesus zu eliminieren.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass in Gottes Königreich die Identität und der Wert einer Person mit ihrer Beziehung zum Schöpfergott, unserem himmlischen Vater, verknüpft sind. Es ist aufgrund dieser Tatsache, dass der Wert oder der Schatz einer Person daher kommt, wo ihr Herz oder ihr Zentrum ist.14 Wenn unser Herz auf Gott zentriert ist, kommt unser Wert und unsere Schatz auch von Ihm. Wenn unser Herz in uns selbst zentriert ist, kommt auch unser Wert und unser Schatz von uns selbst.

Als Luzifer aus dieser Beziehung heraustrat, blockierte er das Licht von Gottes Liebe und verursachte eine Flut düsterer Emotionen.15 Hättest du Luzifer vor seiner Rebellion gefragt, „Wer bist du?“, hätte er mit ruhiger Gewissheit und Zuversicht gesagt: „Ich bin ein Sohn Gottes und Er liebt mich“. Sein Herz oder Zentrum war sein Vater und daher kam sein Schatz. Hättest du Luzifer dieselbe Frage gestellt, nachdem er seinen Vater verworfen hatte: „Wer bist du Luzifer?“, was hätte er sagen können? Er hatte seinen Schatz und seine Identität als ein Sohn Gottes verloren. Luzifer war nun in sich selbst zentriert, aber er hatte keine Lebensquelle, um sein Herz mit Freude und Liebe zu erfüllen. Er hatte diese Quelle blockiert, als er seinen Schatz verkaufte, und welche Identität er auch immer versuchte sich selbst zu erschaffen von diesem Zeitpunkt an, würde er doch diese Leere und das Gefühl des Verlustes, den er durch den Bruch seiner engen Beziehung zu seinem himmlischen Vater erlebt hatte, niemals füllen können.

Luzifer, jetzt Satan, steht alleine da. Es gibt niemanden, der ihn hält, niemanden, der ihn liebt, und keinen Platz, den er „zu Hause“ nennen kann. Satans Quelle ist eine zerbrochene Zisterne, deren Wasser nicht kühl und erfrischend ist, und die nicht imstande ist, ihm dieses Gefühl der friedlichen Sicherheit durch den Wert zu geben, den der Vater auf ihn legt. Jetzt wird Satan von all den Emotionen der Wertlosigkeit angetrieben: Unsicherheit, Angst, Leere, Eifersucht, Stolz, Selbstrechtfertigung, Arroganz, Wut, Zorn, sowie einen Geist, der über andere herrschen will.16 Er hat die Quelle des Lebens, des Lichtes und der Wahrheit verkauft für eine Quelle von Hass, Finsternis und Wertlosigkeit.

Satan wusste jetzt keinen Ausweg mehr. Er musste neu definieren wer er war und irgendwie diese Leere, diese Wertlosigkeit, diese Nichtigkeit, die er in sich spürte, unterdrücken. Wie jedes Kind, das sich wertlos fühlt, trägt Satan an sich alle Kennzeichen von Unsicherheit, Angst, Sinnlosigkeit, und das verzweifelte Bedürfnis nach Anerkennung, von wem er sie auch immer bekommen kann. Er sehnt sich nach Aufmerksamkeit, und um diese Leere auszufüllen, verlangt seine abtrünnige Natur danach, angebetet, verehrt und geliebt zu werden – irgendetwas, um den Schmerz, die Einsamkeit und die Wertlosigkeit wegzunehmen.

Da Satan Gott als seinen Vater verworfen und dies für einen Glauben eingetauscht hat, dass er Leben in sich selbst hat, fühlte er, dass er keine Beziehung mit Gott bräuchte, um Leben und Wert zu haben. All das, so glaubte er, kam von ihm selbst. Eine solche Lüge erfordert es, ständig zu beweisen, dass er seine eigene Lebensquelle besitzt. Er musste ständig seine Macht zur Schau stellen, um sich und seinen Anhängern zu versichern, dass diese Lüge wahr sei. Aber woher kam sein Leben, um solche Macht zu zeigen? Gott gab ihm weiterhin Leben, um ihm zu erlauben, die Prinzipien seines neuen Reiches17 zu demonstrieren, damit jeder selbst entscheiden kann, welches Reich das Bessere ist.

Kurz zusammengefasst:

  1. Gott ist die Quelle des Lebens - physisch, geistig, geistlich. Liebe, Freude, Kreativität und Glück, alles fließt von Seinem Thron in unsere Herzen hinein.

  2. Unser Wert oder Schatz befindet sich dort, wo unser Herz oder unser Zentrum ist.

  3. Luzifer lehnte Gott als sein Zentrum ab und verlagerte es zu sich selbst. Er versuchte, die Quelle zu verschieben.

  4. Das Zentrum zu verlagern zerstörte den Schatz, dessen Wert in unserer Beziehung mit Gott liegt.

  5. Satan stellte Adam und Eva das Konzept vor, dass jeder Leben in sich selbst hat und dies unser Zentrum und Schatz sei.

  6. Um mit dem Verlust der wahren Quelle des Lebens und des Lichts fertig zu werden, und die Lüge der innewohnenden Kraft zu unterstützen und zu erhalten, gründete Satan sein Reich auf den Prinzipien von Wert durch Leistung und Macht.

  7. Satan ist es so gelungen, in die Natur des Menschen zu verwurzeln: (1) ein Glaube, dass der Mensch das Leben in sich selbst hat, und (2) ein Wertesystem, das darauf basiert, die Existenz dieses Lebens durch Leistung und Machtdarstellung zu beweisen.

  8. Die Fähigkeit, Macht auszuüben, ist nur darauf zurückzuführen, dass Gott uns Sein Leben gewährt, um uns Zeit zu geben, die fehlerhafte Natur von Satans Reich zu erkennen. Wenn wir Wert aus unserer Leistung beziehen, nehmen wir in Wirklichkeit das Leben Gottes und geben es als unser eigenes aus. Dies ist ein klarer Fall von Diebstahl.

  9. Diejenigen, die im Reich Gottes leben, sind zweifellos erfolgreich und leisten etwas. Der Schlüssel liegt darin, dass sie ihren Wert nicht von diesem Erfolg und dieser Leistung empfangen oder ableiten.

 

 

Fußnoten:

1Das leistungsbasierte Wertesystem wird aus der Lüge geboren, „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“, und es ist der Kern der spiritualistischen Philosophie. Siehe GK 563

2Strongs: von lateinischem Ursprung, ein Assarius oder als eine römische Münze, ein Farthing. Thayer: ein Assarius, der Name eines Münze im Wert des zehnten Teils einer Drachme.

3Strongs: Neutrum Plural von G243: richtig „andere Dinge“, d.h. adverbial gegenteilig

4Dies ist die Macht des Segens. Der Segen, dass jemand, der uns nah und bedeutungsvoll für uns ist, sich die Zeit nimmt, auf liebevolle Weise an uns zu denken. Siehe dazu Psalm 8, 4

5Jakobus 1, 17: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

6Philipper 2,3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.

7Hebräer 1,3 dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens

8Dieses Prinzip wird in Kapitel 21 ausgedehnt

9Johannes 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!

10Das Wirken des Heiligen Geistes 284.3 Wer die Bibel aufschlägt und sich vom himmlischen Manna ernährt, wird „Teilhaber der göttlichen Natur“. 2.Petrus 1,4. Ohne Christus besitzt er kein [wahres] Leben und keine [christliche] Erfahrung. Er hört die Stimme Gottes vom Himmel sprechen: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Matthäus 3,17. Diese Stimme gibt ihm die Gewissheit, dass er „begnadet [ist] in dem Geliebten“.

11Römer 4,5 wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.

12Luzifer machte den Vorschlag, dass Heiligkeit etwas sei, was den Engeln von Natur aus zu eigen ist, dass es sie führen würde, ohne Gottes Gesetz zu brauchen. Beachte diese Aussage: „Luzifer verließ seinen Platz in der unmittelbaren Nähe Gottes und ging hin und säte den Geist der Unzufriedenheit unter die Engel. Während er sein Werk unter geheimnisvoller Verschwiegenheit betrieb und seine wahren Absichten eine Zeitlang unter dem Anschein der Ehrfurcht vor Gott verbarg, versuchte er, Unzufriedenheit über die den himmlischen Wesen gegebenen Gesetze zu erregen und bedeutete ihnen, daß diese unnötige Einschränkungen auferlegten. Er behauptete, die Engel dürften, da sie von Natur heilig seien, auch den Eingebungen ihres eigenen Willens gehorchen.“ GK 498.2

13Johannes 8,44  Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

14Matthäus 6,21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

15Je mehr Luzifer auf sich selbst als die Quelle seiner Macht schaute, desto undankbarer wurde er. „Der Stolz auf seine Herrlichkeit nährte das Verlangen nach der Oberherrschaft. Die Luzifer erwiesenen hohen Ehren wurden von ihm nicht als Gabe Gottes anerkannt und stimmten ihn nicht dankbar gegen den Schöpfer.“ GK 498.1

16Satan sah mit Staunen, in welcher Situation er sich nun befand. Er hatte all seine Freude und sein Glück verloren. Er betrachtete die Engel, die, genau wie er, einst sehr glücklich, aber jetzt ebenso aus dem Himmel ausgeschlossen waren ... Jetzt war alles anders. Die Gesichtszüge der gefallenen Engel, die einst das Wesen ihres Schöpfers widerspiegelten, waren jetzt mürrisch und verzweifelt. Es herrschte Zank und Streit, und sie klagten sich verbittert gegenseitig an. {En 41.1}

17Der allweise Gott gestattete es Satan, sein Werk weiterzuführen, bis der Geist der Unzufriedenheit zu offenem Aufruhr heranreifte. Seine Pläne mußten sich völlig entwickeln, damit ihr wahres Wesen und Streben von allen erkannt werden konnte. {GK 500.1}