Die Rückkehr des Elia - Kapitel 28 - Sieben übliche Methoden zur Verteidigung der Dreieinigkeit

veröffentlicht Mai 26, 2019 von Adrian Ebens in Die Rückkehr des Elia Treffer: 25
Übersetzt von F. Bunkus, S. Kronke, J. Deichsel

Das deutsche Übersetzerteam ist dabei, das Buch "The Return of Elijah" - Die Rückkehr des Elia von Bruder Adrian Ebens zu übersetzen. Dies wird ein längerer Prozess sein, deshalb werden wir die einzelnen Kapitel als Artikel veröffentlichen, bis das ganze Buch fertig ist. Seid gesegnet beim Lesen!

Der Hauptteil dieses Buches wurde von Bruder Adrian Ebens in nur zwei Wochen im Juli 2007 geschrieben. Wir veröffentlichen es hier unverändert, obwohl mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

 

28. Sieben übliche Methoden zur Verteidigung der Dreieinigkeit

1. Eine vergeistigte Auffassung im Gegensatz zu einer buchstäblichen Sicht von Vater und Sohn (behandelt in den Kapiteln 23, 25, 26)

Eines der oft benutzten Hauptargumente gegen eine echte Vater-Sohn-Beziehung ist, dass sie zu wörtlich sei und eine Überlagerung Gottes mit menschlichen Konzepten darstellt. Man meint, eine wahre Vater-Sohn-Beziehung würde die Gleichheit des Sohnes mit dem Vater schmälern. Das Hauptproblem mit diesem Argument besteht darin, dass es die Grundlage dieser Gleichheit nicht definiert. Eine auf Macht basierende Gleichheit wird natürlicherweise vorausgesetzt, genauso wie William Miller voraussetzte, dass das Heiligtum die Erde sei. Wie ich in diesem Buch versucht habe aufzuzeigen, ist ein Konzept von Gleichheit, die sich in Macht und Position widerspiegelt, ein Überstülpen von menschlichen Vorstellungen auf die Gottheit. Ich weise darauf hin, dass Millers Versäumnis, den Begriff „Heiligtum” richtig zu definieren, zu der großen Enttäuschung geführt hat, und so wird unser Versäumnis, die Natur der Gleichheit richtig zu bestimmen, dasselbe bewirken. Ich stimme zu, dass eine macht- und leistungsbasierte Sicht von Gleichheit es unmöglich ist, an einer wörtlichen Sicht der Vater-Sohn-Beziehung festzuhalten. Das ist die natürliche Konsequenz. Die zweite Konsequenz ist eine Veränderung der hermeneutischen Prinzipien von einem einfachen Lesen hin zu einem vergeistigenden Lesen, wie uns nachfolgend belegt wird:

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft unsere Interpretation der Bibel. Hier geht es um die Frage, ob wir einige Passagen wörtlich interpretieren, oder ob wir sie eher bildlich verstehen sollten. Vielleicht können wir es so veranschaulichen. Während wir uns oft auf Jesus als den Sohn beziehen und die erste Person der Gottheit „Vater“ nennen, wollen wir dann solche Ausdrücke vollkommen wörtlich verstehen? Oder wäre es nicht sinnvoller, sie auf eine metaphorische Weise zu interpretieren, die auf spezifischen Aspekten der Sohn- und Vaterschaft beruht? (The Trinity, von Whidden, Moon and Reeve, Seite 94)

Die Frage der Autoren lautet: Müssen wir diese Dinge in einer wörtlichen Weise verstehen? Meine Frage ist: Was ist der Antrieb zu der Tendenz, diese Texte metaphorisch verstehen zu wollen? Ist es nicht eine vorherige Festlegung darauf, dass die Dreieinigkeit korrekt ist?

Ist es nicht völlig offensichtlich, dass Problemtexte nur dann zum Problem werden, wenn man von einer ausschließlich wörtlichen Interpretation von Begriffen wie „Vater”, „Sohn”, „Erstgeborener”, „Eingeborener” usw. ausgeht? Verstößt eine solche Wortwörtlichkeit nicht gegen die vorwiegend figurative und metaphorische Bedeutung, die die Bibelschreiber in Bezug auf die Personen der Gottheit verwenden? (Ebd. Seite 106)

Diese Texte sind nur dann ein Problem, wenn du eine vorher festgelegte trinitarische Sichtweise hast. Die Autoren nehmen sich unglaubliche Freiheiten heraus, wenn sie davon ausgehen, dass sie wüssten, was die Bibelschreiber gemeint haben, und eine figurative Bedeutung verkünden. Sobald du dich einer metaphorischen Denkweise bedienst, um mit Bibeltexten umzugehen, die nicht deiner vorgefassten Meinung entsprechen, kann jede biblische Lehre, die dir im Weg ist, in die von dir gewünschte Position gedeutet werden. Die unnötigen metaphorischen Hypothesen machen den Triumph des Menschen sicher über das, was er eigentlich glauben sollte. Dieselbe Methode benutzen Evangelikale, um dem Sabbat zu entkommen: Sie machen die wörtliche Ruhe zu einer geistlichen Ruhe.

In ihrem Eifer, alles abzulehnen, was nicht in der Bibel steht, wurden die „Christen” von übermäßiger Wortwörtlichkeit betrogen, wenn sie die Gottheit in Begriffen von menschlichen Beziehungen interpretierten, die durch die Worte „Sohn”, „Vater” und „eingeboren” anklingen, also in eine Tendenz, das nichtbiblische Wort „Dreieinigkeit” zu verumglimpfen und zu behaupten, dass der Sohn in der fernen Vergangenheit einen Anfang gehabt haben muss. (QOD Seite 47 – Fragen zur Lehre)

Froom wirft einigen Pionieren vor, die Gottheit anhand von Begriffen menschlicher Beziehungen zu interpretieren, während er gar nicht erkennt, dass die Dreieinigkeit sehr leicht als ein menschliches Konstrukt betrachtet werden kann, das Machtgleichheit untermauern soll. Seine Argumentation ist völlig unzulänglich. Basierend auf seiner metaphorischen Sichtweise geht Froom noch einen Schritt weiter, wenn er schreibt:

Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Vorstellung von Persönlichkeit auf körperliche Manifestationen beschränken. Es erscheint schwierig, ein Konzept von Persönlichkeit zu erfassen, getrennt von der greifbaren körperlichen Form der menschlichen Existenz in einer begrenzten menschlichen Körpergestalt. Persönlichkeit und Körperlichkeit sind jedoch ganz klar zu unterscheiden, obwohl sie oft verwechselt werden. Persönlichkeit unterliegt nicht den Beschränkungen der Menschlichkeit.1

Es gibt keinen Beweis aus der Schrift, um diese Auffassung zu unterstützen, es ist ein philosophischer Gedankensprung von einer metaphorischen Denkweise. Darüberhinaus drückt es genau die Gefühle aus, die Kellogg bereits zum Ausdruck brachte.2

Die Lehre von der Dreieinigkeit. Das Wort „eingeboren“ wurde wörtlich genommen (von den Pionieren), was bedeutete, dass Christus irgendwann in der Ewigkeit vom Vater ausgegangen ist und daher Ihm untergeordnet war. (G. Pfandl – The Doctrine of the Trinity among Seventh-day Adventists. Journal of the Adventist Theological Society Spring 2006, Page 165 )

Hier wird die Annahme gemacht, dass ein geborener Sohn automatisch ein unterordneter, minderwertiger Christus sei. Würde man diese Annahme korrigieren, würde die Unterordnung kein Problem mehr darstellen.

Die frühen Adventisten bemühten sich, schriftgetreu zu sein. Als sie „der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist” lasen, hielten sie das für bare Münze. Andere biblische Redewendungen wie „eingeborener Sohn Gottes” wurden auch in einem wörtlichen Englisch verstanden. (Merlin Burt, Journal of Adventist Theological Society page 128. Spring 2006 )

Schlussfolgert obiger Autor, dass die frühen Adventisten naiv gewesen seien und dass ein fundiertes, buchstäbliches Lesen der Heiligen Schrift ein Zeichen von Schwäche ist?

Es lässt sich in der Bibel kein direkter Grund dafür finden, die Beziehung zwischen Vater und Sohn eher vergeistigt als buchstäblich anzusehen, außer, dass sie es unmöglich machen würde, an eine gleichmächtige Dreieinigkeit zu glauben. Dies unterliegt dem Vorwurf, den Karren vor das Pferd zu spannen. Beachte die Grundlagen der Interpretation, nach denen unsere Pioniere vorgingen:

Wie kann man wissen, wann ein Wort symbolisch gebraucht wird? Wenn es so, wie es dort steht, einen vernünftigen Sinn ergibt, und den einfachen Naturgesetzen keine Gewalt antut, dann muss es wörtlich verstanden werden, andernfalls ist es symbolisch gemeint. Offb. 12. 1,2; 17, 3-7. (Millers Regeln der Interpretation XI)

Ich behaupte, dass es einen vernünftigen Sinn ergibt, die Begriffe „Vater” und „Sohn” so zu verstehen, wie sie da stehen. Der einzige Grund, den ich sehe, warum es nicht so sein sollte, wäre, eine vorher festgelegte Agenda zu verteidigen. Gegner werden Strohmann-Argumente vorbringen, um es in eine extrem wörtliche Richtung zu treiben, wie zum Beispiel, dass Jesus der wahre Weinstock ist. Darüber können wir lachen und sagen natürlich, dass wir das nicht wörtlich nehmen, weil es den einfachen Naturgesetzen Gewalt antun würde. Jedoch den Begriff „Sohn” für Christus mit den Begriffen „Weinstock” oder „Tür” zu vergleichen, nur um zu vermeiden, Ihn als den tatsächlichen Sohn zu bezeichnen, ist ein sehr armseliges Argument und deutet eher auf Verzweiflung hin.

Das Allerheiligste, in dem sich die Bundeslade mit den zehn Geboten befand, wurde dann für unseren großen Hohepriester geöffnet, damit er eintrete und Versöhnung schaffe für die Reinigung des Heiligtums. Wenn wir uns die Freiheit herausnehmen und behaupten, es gäbe keine wörtliche Bundeslade im Himmel, die die zehn Gebote enthält, braucht es nur einen Schritt, um noch weiter zu gehen und die wörtliche Stadt und den wörtlichen Sohn Gottes abzulehnen. Gewiss sollten Adventisten keine solche vergeistigende Sichtweise wählen, sondern jene, die wir dargelegt haben. Wir sehen keinen Mittelweg, auf dem wir gehen können. – James White {J. S. White, Das Gleichnis, S. 16}

James verstand die Auswirkungen einer vergeistigenden Sichtweise auf andere Lehren. Es ist interessant, dass er behauptet, dass eine vergeistigte Sicht des Heiligtums zu einer spiritualisierten Sicht des buchstäblichen Sohnes Gottes führen könnte, und das sah er als eine Ablehnung des Adventismus an sich an. Ellen White bestätigt die Ansicht ihres Mannes mit einer Reihe von Aussagen, die ein einfaches Lesen der Heiligen Schrift bekräftigt.

  1. Großes könnte getan werden, wenn man den Menschen die Bibel gerade so darböte, wie man sie liest. (5T 388)

  2. Wenn alle die Schrift so annehmen würden, wie sie sie lesen, und ihr Herz öffnen würden, um das Wort zu verstehen... (CS 92)

  3. Er möchte ihnen beibringen, dass der Weg des Herrn immer genau verfolgt werden muss, dass sein Wort so zu nehmen ist, wie es geschrieben steht, und dass die Menschen nicht nach ihrem eigenen Gutdünken planen und entscheiden sollten, unabhängig von seinem Rat. {CT 353.1}

  4. Sie waren es nicht gewohnt, das Wort Gottes so zu nehmen, wie es dastand, und sie ließen auch die Bibel sich nicht selbst auslegen. Stattdessen lasen sie sie durch die Brille ihrer eigenen Grundsätze und Traditionen. So lange hatten sie versäumt, die Bibel zu studieren und darüber nachzusinnen, dass ihnen ihre Aussagen rätselhaft erschienen. Sie wandten sich von der Wahrheit Gottes ab und menschlichen Traditionen zu. {CS 220.3}

Indem sie direkt auf die Frage eines buchstäblichen Vaters und Sohnes eingeht, ist Ellen White eindeutig über dieses Thema:

  • Gott ist der Vater Christi; Christus ist der Sohn Gottes. Christus erhielt eine hohe Stellung, er wurde dem Vater gleichgestellt. Alle Ratschlüsse Gottes sind seinem Sohn erschlossen. {Sch3 226.3}

  • Der Herr Jesus Christus, der eingeborene Sohn des Vaters, ist wahrhaft Gott in Unendlichkeit, aber nicht in Persönlichkeit. (UL 367)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Versäumnis, die Grundlage von Gleichheit zu definieren und einen strikten biblischen Rahmen für diese Definition zu geben, eine vergeistigende oder spiritualisierende Methode zur Interpretation der Bibel erzwingt. Sobald dieses Prinzip einmal etabliert ist, ist der zentrale Grundsatz des Protestantismus (nur die Bibel und die Bibel allein) gescheitert und die Tradition muss triumphieren. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die Brutstätte der Dreieinigkeit in Alexandria war – einem Ort, der bekannt war für seine vergeistigenden Auslegungsmethoden. Mein Appell an meine Geschwister ist, dass wir die Grundlage von Gleichheit in einem biblischen Kontext untersuchen, anstatt die Bedeutung dieses Begriffes als gegeben voraussetzen.

 

2. Eine Veränderung der Identität Christi bei der Menschwerdung (Im Kapitel 24 bereits angesprochen)

Im Zentrum steht bei dieser Debatte meist eine Diskussion über die Bedeutung und den Zeitpunkt des „Geborenseins”. Wenn jemand von der gleichmächtigen Dreieinigkeit überzeugt ist und eine vergeistigende Interpretationsmethode benutzt, dann ist es offensichtlich unmöglich zu glauben, dass Christus in der Ewigkeit geboren wurde. Das einmal begonnene vergeistigende oder spiritualisierende Prinzip muss beibehalten werden, und somit werden nicht nur die Begriffe „Vater” und „Sohn” vergeistigt, sondern auch der Begriff „geboren”. Die Kettenreaktion beginnt. Die spiritualisierende Anschauung erlaubt zwei Möglichkeiten: ein geistiges Geborensein in der Ewigkeit oder ein geistiges Geborensein bei der Menschwerdung. Die meisten Gelehrten bevorzugen Letzteres. Egal wie, bei beiden ist es eine spiritualisierende Sichtweise. Schau dir die folgenden beispielhaften Aussagen an:

  1. Einige Stellen, die auf die Position der Unterordnung zu verweisen scheinen, die Christus in Bezug auf den Vater einnimmt, könnten sehr wohl eher aus der Perspektive Seines menschgewordenen Zustandes als aus Seinem verherrlichten Zustand gesprochen worden sein. (The Trinity, Whidden, Moon und Reeve, Seite 94)

  2. Wie wir jedoch bald feststellen werden, gibt es keinen überzeugenden Beweis dafür, dass der Sohn Gottes zu irgendeinem Zeitpunkt vor seiner Menschwerdung „geboren“ wurde. (Glyn Parfitt – The Trinity, Buch Seite 45 im Manuskript.)

  3. Ich glaube, Johannes 5,26 bezieht sich auf das Leben, das dem Sohn während der Menschwerdung gegeben wurde, und nicht darauf, dass Christus das Leben in der Ewigkeit vom Vater erhalten hat. (Erwin Gane – persönliche Email 3/10/07)

Der Glaube an eine Geburt bei der Menschwerdung bedeutet letztendlich eine Veränderung der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Das heißt, Christus war vor der Menschwerdung kein Sohn, sondern wurde erst danach ein Sohn. Diese Anschauung lässt jedoch Schriftstellen außer Acht, die Christus als den Sohn Gottes identifizieren. Wenn diese als Beweis der Sohnschaft angeführt werden, tönt der Ruf: „Ja, aber das war in der Menschwerdung.” Ich habe das bereits in Kapitel 24 behandelt, möchte jedoch noch einige Punkte aus Johannes 5 ansprechen.

In Johannes 5,18 heißt es:

Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte.

Dieser Vers wird im trinitarischen Zusammenhang regelmäßig zitiert, um auf die präexistente Göttlichkeit Christi zu verweisen, und um zu beweisen, dass Er die zweite Person der Gottheit ist.

Aber was ist mit dem nächsten Vers?

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Johannes 5,19

Dieser Vers wird stets als Verweis auf die Menschwerdung angeführt. Doch was macht Johannes 5,18 zu einem Beweis für Christi wahre Existenz und den nächsten Vers zu einem Beweis Seines menschlichen Wirkens? Wer entscheidet das? Ohne einen einheitlichen Bezugspunkt entscheidet jeder für sich, welcher Vers auf welchen Abschnitt zutrifft.

Schauen wir uns ein anderes Beispiel in Johannes 5 an.

Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine (Christi) Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Johannes 5,28-29

Christus sagt uns, dass Er die Macht hat, Menschen von den Toten aufzuerwecken, und dass Er das auch am Ende der menschlichen Geschichte tun wird. Dies ist eindeutig ein Hinweis auf die Macht, die Christus besitzt; die Macht, Leben zu geben. Der direkt darauf folgende Vers sagt jedoch:

Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat. Johannes 5,30

Ist Johannes 5,30 lediglich ein Hinweis auf Seine Menschwerdung? Würden wir die Begriffe „Vater” und „Sohn” als einheitlichen Bezugspunkt zulassen, müssten wir diese Frage nicht einmal stellen, weil gar keine Einteilung nötig wäre, denn jeglicher Hinweis auf Vater und Sohn offenbart exakt, wer sie sind, und nicht nur, was sie tun. Auch hier ist der Geist der Weissagung ziemlich klar:

Die Heilige Schrift zeigt uns klar die Beziehung, die zwischen Gott und Christus besteht, und führt uns deutlich beider Persönlichkeit und Eigenart vor Augen. „Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherleiweise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel besser geworden denn die Engel, so viel höher der Name ist, den er vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt‘? und abermals: ‚Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein‘?“ Hebräer 1,1-5. Gott ist der Vater Christi; Christus ist der Sohn Gottes. Christus erhielt eine hohe Stellung, er wurde dem Vater gleichgestellt. Alle Ratschlüsse Gottes sind seinem Sohn erschlossen.
Jesus sagte zu den Juden: „Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch ... Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun, denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ Johannes 5,17-20.
Hier werden uns wieder die Persönlichkeiten von Vater und Sohn und die zwischen ihnen bestehende Einheit vor Augen geführt. {Sch3 226.1-4}

Beachte besonders, dass Ellen White diesen Abschnitt mit der eindeutigen Aussage eröffnet, dass die Beziehung von Vater und Sohn deutlich in Ihrer Beziehung zueinander und in Ihrer Persönlichkeit offenbart ist. Dann verweist sie auf Hebräer 1,1-4 und geht direkt zu Johannes 5,17-20 über, wo Christus sagt, dass Er nichts aus sich selbst tun kann, und wiederholt erneut, dass dies die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist. Es wird keine Unterteilung in diesen Versen gemacht, es ist durchgehend einheitlich. Das zeigt uns, dass Ellen White einen universellen Bezugspunkt für Vater und Sohn benutzt, keine Unterteilung in eine Zeit der Menschwerdung und eine vorgeburtliche Zeit. Der einzige Grund, den ich erkennen kann, die Schrift so zu unterteilen, ist die vorher festgelegte Ansicht einer gleichmächtigen Dreieinigkeit. Sobald diese vorherige Festlegung beseitigt ist und die Schrift klar und wörtlich gelesen wird, gibt es hier kein Problem mehr.

 

3. Verwirrung über den Ausdruck „Geheimnis” (in Kapitel 23 angesprochen)

Der Gebrauch des Wortes „Geheimnis”, um Gott zu beschreiben, kann zu einem unmittelbaren Konflikt in der Vorstellung und den Gedanken führen. Die Bibel sagt uns ganz klar, dass die Erlösung direkt mit der Erkenntnis Gottes zusammenhängt.3 Ellen White schreibt, dass wir Gott richtig kennen müssen, um wie Er zu werden.4 Die Schrift lässt keine Zweifel daran, dass wir Gottes Charakter verstehen müssen, um Ihn zu kennen. Niemand würde diese Tatsache bestreiten. Wenn es um bestimmte Aspekte in der Natur Gottes geht wie: Woher kommt Seine Macht? oder: Wie kann Er Dinge in die Existenz sprechen? oder: Woraus besteht Sein Körper?, dann ist uns darüber nichts offenbart - es ist ein Geheimnis. Aber es gibt eindeutig einige Aspekte in Seiner Natur, die wir verstehen können, wie Paulus in Römer 1,20 erklärt:

Sein unsichtbares Wesen läßt sich ja doch seit Erschaffung der Welt an seinen Werken mit dem geistigen Auge deutlich ersehen, nämlich seine ewige Macht und göttliche Größe. Daher gibt es keine Entschuldigung für sie. Römer 1,20 (Menge)

Wie trennen wir nun die Notwendigkeit, Seinen Charakter zu verstehen, von dem Unvermögen, einige Aspekte Seines Wesens zu verstehen? Wo ist die Trennlinie? Hier gibt es offensichtlich eine Spannung. Zwei Gefahren sind gegenwärtig. Wenn wir versuchen, die geheimnisvollen Aspekte des Wesens Gottes zu verstehen, können wir schnell in Götzendienst verfallen und eine falsche Gottesvorstellung entwickeln. Wenn wir andererseits Teile von Gottes Wesen, die offenbart wurden, oder gar Seinen ganzen Charakter und Seine Person, die wir kennen müssen, als Geheimnis bezeichnen, laufen wir Gefahr, den für unsere Errettung entscheidenden Teil Gottes nicht zu kennen.

Wenn wir die Begriffe Vater und Sohn verwenden, sind diese dann erkennbar und verstehbar? Spiegeln diese Begriffe die jeweiligen Charaktere von Vater und Sohn wider, die wir erfassen müssen, oder sind es vorübergehende Kennzeichnungen einer Gottheit, die wir nicht wirklich verstehen können? Zweitens: Ist es wichtig, die Beziehung zu kennen, die der Vater zu Seinem Sohn hat? Hat Ihre Beziehung einen Einfluss darauf, wie wir miteinander umgehen sollen? Ist Ihre Beziehung zueinander nicht grundlegend für alle anderen Beziehungen und dafür, wie diese geführt werden sollen?

Bibellesern ist allgemein bekannt, dass die Namen von Personen in der Bibel ihrem jeweiligen Charakter zugeordnet wurden. Ellen White spiegelt diese Ansicht wider, wenn sie schreibt:

Hebräische Eltern gaben ihren Kindern Namen, denen große Bedeutung beigelegt wurde. Oft standen sie für Charakterzüge, die die Eltern in dem Kind verwirklicht zu sehen wünschten. {PK 336.2}

Ist es möglich, dass dieses von Gott eingesetzte Prinzip auch für die Begriffe Vater und Sohn gelten könnte? Definieren diese Begriffe Charakter, Persönlichkeit und Person, oder sind sie nur funktionale, übertragbare Etiketten und Metaphern, die uns helfen, an der Oberfläche eines großen Geheimnisses zu kratzen?

Es gibt sicherlich Geheimnisse über Gott, die wir nicht verstehen, aber ein Dreieinigkeits-Modell erschafft extra biblische Geheimnisse, die einen Rückzug in ein Mysterium als einzigen Ausweg erzwingen. Die Dinge, die offenbart sind, sind für uns und unsere Kinder, und es ist unsere Pflicht, sie zu studieren und eine biblische Antwort zu erhalten. Ich denke, Raoul Dederen fasst es gut zusammen:

Die Schwierigkeit ist offensichtlich genug. Eine Lehre, die behauptet, dass Gott Einer ist und dennoch drei Personen in Gott sind, muss den Geist oft verwirren, wenn er versucht, einen relevanten und verständlichen Rahmen zu finden, in dem dieser scheinbare Widerspruch zum Ausdruck gebracht werden kann und gleichzeitig dem religiösen Bedürfnis der Durchschnittsperson entspricht. Kein Wunder, dass der Hinweis auf den unverstehbaren Vater, den unverstehbaren Sohn und den unverstehbaren Heiligen Geist sarkastische Äußerungen gefördert hat dahingehend, dass die gesamte Lehre unverstehbar sei. (Raoul Dederen, Reflections on the Doctrine of the Trinity, 1970. Andrews University.)

Und manchmal sind diese Äußerungen nicht immer nur sarkastisch, sondern einfach ein Schrei der Verwirrung und Traurigkeit darüber, dass die Lehre von Gott so schwer zu verstehen ist.

Im Dialog mit Erwin Gane brachte er mir gegenüber Folgendes zum Ausdruck:

Ich glaube, das Problem entsteht durch ein Missverständnis über eine von Jesu Lehren. Johannes 14,9 sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.” Dann fährt er fort und sagt: „Ich bin im Vater und der Vater ist in mir”. Hier ist eine sehr geheimnisvolle Beziehung. Es gibt eine Einheit in der Existenz zwischen Vater und Sohn, die unendlich geheimnisvoll ist. Sie sind Eins in einem Sinn, den der menschliche Verstand nicht begreifen kann. So sehr, dass Jesaja 9,6 auf den Sohn verweist als „Mächtiger Gott, Ewiger Vater”, und Kolosser 2,9 uns sagt, dass „in Ihm die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt”.

Gerhard Pfandl drückt es so aus:

Gott selbst ist ein Geheimnis, wievielmehr die Fleischwerdung Christi oder die Dreieinigkeit. Dennoch sollte uns dies nicht beunruhigen, solange die verschiedenen Aspekte dieser Geheimnisse klar in der Schrift gelehrt werden. Auch wenn wir nicht in der Lage sein mögen, die unterschiedlichen Aspekte der Dreieinigkeit mit dem Verstand zu erfassen, müssen wir versuchen die Lehre der Schrift betreffs dieses Punktes so gut wie möglich zu verstehen. Alle Versuche die Dreieinigkeit zu erklären werden scheitern, ”besonders, wenn wir über die Beziehung der drei Personen zum Wesentlichen der Göttlichkeit nachdenken ... alle Vergleiche versagen und uns wird nur zu deutlich die Tatsache bewusst, dass die Dreieinigkeit ein Geheimnis ist, das weit jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Es ist die unvorstellbare Herrlichkeit der Gottheit.“ Daher tun wir gut daran, einzugestehen, dass ”der Mensch es nicht erfassen und verständlich machen kann. Es ist in einigen seiner Beziehungen und Erscheinungsformen verständlich, aber in seiner wesentlichen Natur ist es unverständlich." (G. Pfandl, Die Dreieinigkeit in der Heiligen Schrift, 1999)

Wenn alle Versuche, die Dreieinigkeit zu erklären, scheitern werden, und unser Verständnis dafür nicht ausreicht, warum haben wir dann überhaupt Glaubensgrundsätze dafür? Wenn wir sie nicht erklären können, sind wir dazu verdammt, die Leute in die Irre zu führen in unserem Versuch, sie zu erklären. Wenn wir sie nicht erklären können, sollte dann nicht ein gewisses Maß an Zurückhaltung herrschen darin, diejenigen anzugreifen, die dieses Geheimnis aus einer anderen Perspektive sehen mögen? Es ist schwer, einen dogmatischen Standpunkt zu einem Mysterium zu haben, oder nicht? Ich glaube, das ist der Grund, warum Ellen White schreibt, dass jeder dieses Thema für sich selbst studieren und seine eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen sollte.5

Ich kann sicherlich einsehen, dass dies aus trinitarischer Sicht ein Mysterium sein kann, aber wenn die Vater-Sohn-Beziehung jenseits des menschlichen Begreifens liegt, nach welchem Maßstab können wir dann das Modell einer vollkommenen Beziehung messen? Ist die Einheit der Beziehung zwischen Vater und Sohn so schwer zu verstehen? Wiederum sei gesagt, dass es gewiss Aspekte in dieser Beziehung gibt, die wir sicherlich nicht verstehen, aber ist sie geheimnisvoll zu dem Punkt, dass wir uns nicht mit Ihnen identifizieren können? Ellen White legt deutlich dar, dass die Einheit zwischen Vater und Sohn absolut verstanden werden kann, weil sie identisch ist mit der Einheit zwischen Christus und Seinen Jüngern.

Christus ist eins mit dem Vater, aber Christus und Gott sind zwei verschiedene Personen. Lies das Gebet Christi im siebzehnten Kapitel vom Johannes, und du wirst sehen, dass es dort deutlich aufgezeigt wird. Wie ernstlich betete der Erlöser, dass Seine Jünger eins mit Ihm seien, so wie Er eins mit dem Vater ist. Aber die Einheit zwischen Christus und Seinen Nachfolgern zerstört weder die Persönlichkeit Christi noch die Seiner Nachfolger. Sie sollen eins sein mit Ihm, wie Er eins ist mit dem Vater. (Review and Herald, 1-6-1905)

Wenn Dr. Gane sagt, dass Gott Eins ist in einem Sinn, den wir nicht begreifen können, hat er möglicherweise das obige Zitat und den Gedanken aus Johannes 17 übersehen. Nur die Dreieinigkeit macht es so geheimnisvoll kompliziert, und dennoch muss es gar nicht so kompliziert sein. Nichts in der Bibel verlangt eine solche Kompliziertheit, es sei denn, wir stülpen unsere vorgefassten Meinungen über ein Thema. In Römer 1,20 heißt es ganz klar:

Sein unsichtbares Wesen läßt sich ja doch seit Erschaffung der Welt an seinen Werken mit dem geistigen Auge deutlich ersehen, nämlich seine ewige Macht und göttliche Größe. Daher gibt es keine Entschuldigung für sie. Römer 1,20 (Menge)

Paulus sagt, dass Sein unsichtbares Wesen in der Schöpfung deutlich wahrgenommen wird. Ich glaube, das macht es ziemlich deutlich. Wenn nicht, wird die Erlösungsformel in Johannes 17,3 sehr problematisch.

In der Sabbatschullektion vom 10. April 2008 sagt Roy Adams folgendes:

In Johannes 10,30 erklärt Er zum Beispiel: „Ich und der Vater sind eins.” Die neutrale Form des Griechischen für „eins” schließt eine Einheit ein, die so nah ist wie es sich unser Gemüt nur vorstellen kann. Jesus und der Vater sind von einer Substanz, einer Natur, doch nicht ein und dieselbe Person (in diesem Fall hätte Er das männliche Geschlecht benutzt). Wenn es dir Schwierigkeiten bereitet, die Ausmaße dessen zu erfassen, bist du in bester Gesellschaft. Je tiefer du dieses Thema untersuchst, desto mehr erkennst du die Tiefen deiner Unwissenheit.

Noch einmal: Vom Verständnis einer Machtgleichheit innerhalb der Dreieinigkeit ist dieses Konzept von Einheit tatsächlich ein überwältigendes Mysterium. Aber aus der Perspektive des Sohnes, der das Ebenbild des Vaters ist, alles von Ihm empfängt und eine sehr enge Beziehung zu Ihm hat, können wir sehr wohl sagen, dass die ewige Gottheit in den Werken der Schöpfung verstanden werden kann.6 Es ist die Lehre der Dreieinigkeit, die die Unmöglichkeiten erschafft, bis zu dem Punkt, wo ich etwas glauben soll, das ich weder erfassen noch verstehen kann. Gott sagt: „Lass uns miteinander rechten (engl.: erörtern, vernünftig besprechen)”7. Ich sage noch einmal: Es gibt vieles, was wir nicht über Gott wissen, was nicht offenbart wurde, aber das, was offenbart wurde, zeigt deutlich, dass es einen Vater gibt, die Quelle aller Dinge, und Seinen eingeborenen Sohn, der ein Erbe vom Vater bekommen hat, so dass in Ihm die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt, und durch den allgegenwärtigen Geist ist Gott als eine Person bei uns gegenwärtig. Das ist nicht kompliziert, es ist sogar ziemlich einfach, und all dies ist in der Schrift für uns und unsere Kinder offenbart.8

Meine größte Sorge, wenn von einem Mysterium gesprochen wird, sind die Auswirkungen auf Gottes Identität und unser Vermögen, mit Ihm in eine Beziehung zu treten. In der Sabbatschullektion vom 10. April 2008 hebt Roy Adams die potentielle Verwirrung der Identität hervor, die bei einem Glauben an die Dreieinigkeit entstehen kann.

Man stelle sich eine Situation vor, in der das Wesen, das wir als Gott den Vater kennengelernt haben, für uns starb, und der, den wir als Jesus kennengelernt haben, im Himmel geblieben wäre (ich spreche hier auf Menschenweise, um es zu verdeutlichen). Nichts hätte sich geändert, außer dass wir beide mit dem Namen betitelt hätten, den wir jetzt für den anderen verwenden. Das ist es, was Gleichheit in der Gottheit bedeutet.

Der Punkt, der hier gemacht wird, ist, dass die Identität der Person belanglos ist, nur der Job zählt. Das ist das unvermeidliche Ergebnis von Machtgleichheit. Es ist auch das unvermeidliche Ergebnis einer vergeistigten Vorstellung von Gott. Menschlich gesprochen hieße das, es ist egal, ob du deinen Vater „Mutter” nennst oder deine Mutter „Vater”, es geht allein darum, welche Rolle sie zu diesem Zeitpunkt spielen. Das schneidet jedoch mitten durch das Herz einer beziehungsorientierten Identität und die Bedeutung, jemanden zu kennen. Wenn Personen sich verändern wie bei Vater und Sohn, dann hören sie auf zu existieren als das, was sie waren, die Verbindung geht verloren und damit auch der Segen. Ich kann solche Spekulationen nicht anerkennen und lehne sie als Angriff auf meine persönliche Beziehung zu dem Vater und dem Sohn ab, die ich durch die Heilige Schrift kennen und lieben gelernt habe.

 

4. Leistungsbasierte Bemessung der Gottheit (in Kapitel 21 angesprochen)

Das ist das Schlüsselthema in meinem Kopf, und dennoch habe ich in keiner Literatur, die ich darüber gelesen habe, etwas finden können darüber, dass das Wort "gleich" oder "Gleichheit" sich auf irgend etwas anderes bezieht als nur auf leistungsbasierte Gleichheit. Alternativen scheinen weder wahrgenommen und schon gar nicht in Betracht gezogen werden.

Beim Lesen des Buches von Whidden, Moon und Reeve werden die Begriffe „völlige Gottheit" von Christus immer wieder in Bezug auf die Macht dargestellt, die Christus aus sich selbst hat. Es ist Seine eigene Macht, die Ihn als göttlich qualifiziert. Nirgens wird die Vorstellung in Erwägung gezogen, dass diese Macht ererbt sein könnte, und dass die Gleichheit in der Beziehung liegt. Ich behaupte, dass Gleichheit auch anders angesehen werden kann und die Gottheit Christi erhalten und sogar noch verstärkt wird in einem solchen Modell.

Diese auf Macht basierende Gleichheit ist in dem Buch "Questions on Doctrine" deutlich formuliert:

(1) Christus ist Eins mit dem Ewigen Vater – Eins in Natur, gleich in Macht und Autorität, Gott im höchsten Sinne, ewig und aus sich selbst existierend, mit ursprünglichem, nicht geliehenem, nicht abgeleitetem Leben; und (2) dass Christus von aller Ewigkeit her existierte, getrennt von aber vereint mit dem Vater, dieselbe Herrlichkeit besitzt und all die göttlichen Eigenschaften. (QOD 14 (Fragen zur Lehre) web-edition on MaranathaMedia.com)

Questions on Doctrine macht es deutlich, dass die Göttlichkeit Christi eindeutig aus Seinen eigenen Quellen entspringt und in keinster Weise vom Vater ererbt ist. Im persönlichen Gespräch mit einigen Gelehrten wurde mir dasselbe gesagt: Eine Gottheit kann nur anerkannt werden, wenn ihre Position und Macht innewohnend ist und aus ihr selbst entspringt. Ich wende ein, dass eine solche Vorstellung nicht aus der Bibel hervorgeht, sondern dieser vielmehr aufgezwungen wird. Es ist Luzifer, der nach Gleichheit in Macht und Position strebt, nicht Christus. Christi Gleichheit ruht in Seiner Beziehung zu Seinem Vater. Er musste sie Satan in der Wüste nicht beweisen und Er muss sie auch uns nicht beweisen. Wir alle können einfach des Vaters Wort annehmen, dass Christus Sein geliebter Sohn ist, und dass es dem Vater gefiel, dass in Ihm die ganze Fülle der Gottheit wohnen sollte.9

Ich habe dies bereits zitiert, aber diese Aussage bietet das beste Beispiel für die Zerstörung von Identität:

Man stelle sich eine Situation vor, in der das Wesen, das wir als Gott den Vater kennengelernt haben, für uns starb, und der, den wir als Jesus kennengelernt haben, im Himmel geblieben wäre (ich spreche hier auf Menschenweise, um es zu verdeutlichen). Nichts hätte sich geändert, außer dass wir beide mit dem Namen betitelt hätten, den wir jetzt für den anderen verwenden. Das ist es, was Gleichheit in der Gottheit bedeutet. (Hervorhebung durch mich). (Sabbatschullektion vom 10. April 2008)

Wenn wir eine auf Macht basierende Gleichheit anerkennen, dann muss diese Aussage in der Tat richtig sein. Aber was sind die Auswirkungen? Die Identifizierung von Individuen wird bedeutungslos, sie kann nicht mehr zeigen, wer diese Person ist. Dieses Prinzip kann die Tür öffnen für eine Neutralisierung von Identitätsrollen und eine Verwirrung darüber, wie wir uns auf jedes Mitglied der Gottheit beziehen.

Vance Ferrell führt dieses Prinzip in der folgenden Aussage fort:

Die Menschen bringen die Natur der Gottheit mit ihrem Werk durcheinander. Wenn wir die individuelle Mission eines jeden Mitglieds zur Rettung der Menschheit kennenlernen, sind wir versucht uns vorzustellen, dass ihre individuellen Handlungen und Werke zugunsten der Menschheit auch Ihre Natur und ihre innewohnenden Eigenschaften erklären. Doch unsere Sprache ist dafür zu begrenzt. Um also die Mitglieder der Gottheit zu identifizieren sprechen wir in diesem Buch von Ihnen als „der Vater”, „der Sohn” oder "Christus" und „der Heilige Geist”. Das Problem dabei ist, dass diese Namen Ihr Werk identifizieren, jedoch nicht Ihr Wesen. (Defending the Godhead Seite 7)

Wie Roy Adams weist auch Vance Ferrell darauf hin, dass die Begriffe Vater und Sohn nicht ihre Identität, sondern ihr Werk widerspiegeln. Kann hier nicht gesehen werden, dass dies die Zerstörung von Identität bedeutet und dass es dadurch eigentlich unmöglich wird, die Mitglieder der Gottheit zu kennen? „Gott ist ein Geheimnis jenseits unserer Vorstellungskraft”, wird dann gesagt. Dadurch wird Gott letztendlich unerkennbar gemacht und das ist das Geniale an der Dreieinigkeitslehre: eine Lehre aufzustellen, die scheinbar Gott gedenkt, doch eigentlich dazu führt, Ihn zu vergessen. Es ist meine Beobachtung, dass während diejenigen von uns, die in der modernen Zeit aufgewachsen sind, einfach die Frage stellen: „Ist es richtig?“, wohingegen bei denjenigen von uns, die in einem postmodernen Umfeld aufgewachsen sind, in der Beziehungselemente immer wichtiger geworden sind, die Dreieinigkeit weiterhin unter Beschuss gerät, da sie die Beziehungsbedürfnisse der Menschen nicht erfüllt, abgesehen von der Tatsache, dass sie nicht ausdrücklich in der Bibel gelehrt wird.

Ich könnte noch verschiedene andere Beispiele anführen, doch es scheint allgemein als universelles Prinzip akzeptiert worden zu sein, um Gott zu definieren. Ich lehne dieses Prinzip ab, weil eine solche Methodik nicht von der Bibel unterstützt wird.

 

5. Die Diskussion in Bezug auf Nizänische und Athanasische Glaubensbekenntnisse

Ich finde es recht erstaunlich, dass viele in unserer Gemeinde die nizänischen und athanasischen Bekenntnisse akzeptieren als den Ausgangspunkt für einen legitimen Diskussionsrahmen über die Gottheit. Diese Bekenntnisse wurden in Zeiten des größten Glaubensabfalls eingeführt, und dass sie in der Zeitperiode von Pergamon formuliert wurden macht sie für mich umso mehr höchst suspekt. In seinem Buch „Understanding the Trinity" („Die Dreieinigkeit verstehen") beginnt Max Hatton das erste Kapitel mit einem Zitat des athanasischen Bekenntnisses.10 Obwohl er einige Aspekte modifiziert, ist es doch sein Ausgangspunkt. Jeder, der die geschichtliche Entwicklung dieser Bekenntnisse studiert, sollte verstehen, dass Gott an ihrer Formulierung nicht beteiligt war.

Es gibt eine noch subtilere Form, die Debatte über die Gottheit auf den Abfall vom 3. und 4. Jahrhundert zurückzuführen, und dass ist der ununterbrochene Gebrauch von Bezeichnungen wie „Arianer” und „Semi-Arianer”. Ob man den Bekenntnissen nun glaubt oder nicht, sich auf diese Begriffe zu berufen, bedeutet sofortige Voraussetzungen zu schaffen für Orthodoxie und Nicht-Orthodoxie im Kontext der nizänischen und athanasianischen Glaubensbekenntnisse. Es erscheint mir ziemlich seltsam, dass einige Adventisten zum einen behaupten, sie lehnen die katholische Dreieinigkeit ab und verwenden dennoch Bezeichnungen, die sich aus der katholischen Formulierung der Dreieinigkeit abgeleitet haben. Warum nicht den Begriff Semi-Trinitarier verwenden? Es macht genauso viel Sinn wie Semi-Arianer.

Eine dritte Sache, die ich interessant finde, ist, dass viele adventistische Gelehrte die Werke zeitgenössischer protestantischer Autoren in Bezug auf die Gottheit wohlgesinnt zitieren. Ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand, der glaubt, dass die menschliche Seele unsterblich ist, und der auch glaubt, dass Gott Sünder für immer in der Hölle verbrennen wird, eine korrekte Vorstellung von Gott hat.11 Meiner Meinung nach ehren und sprechen diese Autoren über einen Gott, den ich weder anerkennen noch anbeten werde. Ihre Werke positiv zu zitieren und ihre Meinungen widerzuspiegeln mag wie eine gute Gelehrsamkeit erscheinen, ist aber gefährlich und kann zu falschen Schlussfolgerungen führen.

 

6. Vermutungen machen (in Kapitel 27 angesprochen)

Ist es weise, wenn es um die Wahrheit geht, Dinge zu vermuten, die nicht in der Schrift stehen? Die Kirche gibt zu, dass die Dreieinigkeitslehre genau das ist - eine Annahme oder eine Vermutung.

Während keine einzige Bibelstelle die Dreieinigkeitslehre ausdrücklich formuliert, wird sie von den Bibelschreibern als Tatsache angenommen und mehrfach erwähnt. Nur im Glauben können wir die Existenz der Dreieinigkeit annehmen. (Adventist Review Vol. 158 No. 31, 1981, P. 4) (Hervorhebung hinzugefügt)
Obwohl das Alte Testament nicht ausdrücklich lehrt, dass Gott dreieinig ist, weist es auf eine Pluralität in der Gottheit hin. (Was Siebenten-Tags-Adventisten glauben… Eine biblische Darstellung der 27 Glaubensgrundlagen, 1988. R & H Publishing Assoc. S.22.)

Fernando Canale liegt richtig, wenn er schreibt:

Weil die menschliche Philosophie dazu aufgefordert ist, sich der Bibel zu unterwerfen, und weil die göttliche Philosophie bereits in der Heiligen Schrift zugänglich ist, muss unser Verständnis von Gott frei von menschlichen Spekulationen sein. (Fernando L. Canale, The Handbook of Seventh-day Adventist Theology, Seventh-day Adventist Encyclopaedia, Band 12, S. 105: 'Doctrine of God')

Später scheint er jedoch eine Aussage zu machen, die seiner vorherigen vollständig widerspricht:

Das Konzept der Dreieinigkeit, nämlich die Vorstellung, dass die Drei eins sind, wird nicht ausdrücklich erklärt, sondern nur vermutet. (Ebd., Seite 138)

Viele würden zustimmen, dass es eine kalkulierte menschliche Annahme ist, die auf dem basiert, was als richtig erscheint, aber am Ende muss man zugeben, dass es sich um menschliche Spekulation handelt. H. Maldwyn Hughes, der erste Direktor des Wesley House, ein methodistisch-theologisches College, erkennt diese Spekulation an, wenn er sagt:

Die Trinitätslehre ist nicht in erster Linie eine spekulative Lehre. Es ist eine spekulative Konstruktion von Materialien, die durch Offenbarung und christliche Erfahrung bereitgestellt werden. Die Definition hat sich im Laufe der Zeit bewährt, vor allem deshalb, weil man glaubt, dass die Kirche bei deren Aufbau göttlich geleitet wurde. (H. Maldwyn Hughes, MA, DD Christliche Stiftungen, Einführung in die christliche Lehre, Seite 141, vierte Auflage, Juli 1933)

Einige mögen darüber streiten, dass es sich hierbei um eine methodistische Perspektive handelt, aber adventistische Gelehrte zitieren unverhohlen evangelikale Gelehrte, um ihre Argumente in Bezug auf die Dreieinigkeit zu formulieren. Viele dieser Gelehrten geben offen zu, dass die Dreieinigkeit keine auf der Bibel basierende Lehre ist:

Exegeten und Theologen sind sich heute einig, dass die hebräische Bibel keine Trinitätslehre enthält, obwohl es in früheren dogmatischen Abhandlungen über die Dreieinigkeit üblich war, Texte wie 1.Mose 1,26 zu zitieren: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild das uns gleich sei.” (siehe auch 1.Mose. 3,22; 11, 7, Jes. 62-3) als Beweis der Pluralität in Gott. (Encyclopaedia of Religion, Trinity, Band 15, Seite 54, 1987)

Weiter hinten heißt es dann auch:

Des Weiteren stimmen Exegeten und Theologen überein, dass auch das Neue Testament keine ausdrückliche Lehre von der Dreieinigkeit enthält. (Ebd)

Obwohl einige Gelehrte dieser Einschätzung nicht zustimmen würden, scheint die Mehrheit sie zuzugeben. Die Frage muss gestellt werden: Ist das die Art und Weise, wie wir biblische Lehren formen sollten?

Wieder stützen sich Whidden, Moon und Reeve auf starke Hinweise und nicht auf eindeutige Aussagen, wenn sie sagen:

Die wahrscheinlich stärksten Hinweise auf eine solche göttliche Dreieinigkeit finden sich in dem berühmten Evangelisationsauftrag, den Jesus der Kirche in ihrer Taufformel gegeben hat: „Geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Matt. 28,19). – The Trinity, von Jerry Moon, Woodrow Whidden und John W. Reese, veröffentlicht durch R & H 2002, S.32. (Kapitel mit dem Titel „Die stärksten biblischen Beweise für die Dreieinigkeit")

Die stärksten Hinweise sind natürlich keine eindeutigen Aussagen. Die Verwendung einer Methode mit den stärksten Hinweisen für das, was du finden möchtest, kann zu folgenden Aussagen führen:

Aber wie steht es mit der direkten Anbetung des Heiligen Geistes? Während wir kein klares Beispiel und kein direktes Gebot in der Schrift haben, zum Heiligen Geist zu beten, hat dies prinzipiell eine unausgesprochene biblische Unterstützung…. Es erscheint nur logisch, dass Gottes Volk direkt zum Heiligen Geist beten und ihn anbeten kann. (The Trinity, Seite 273)

Wow, das ist eine Ansage! Obwohl die Bibel es nicht verlangt, glauben diese Männer, es sei in Ordnung, direkt zum Heiligen Geist zu beten. Ist das ein sicheres biblisches Prinzip? Ich denke, Richard Rice fasst es am besten zusammen, wenn er sagt:

Die Rolle der Dreieinigkeit wirft in einer Lehre über Gott immer Fragen auf. Ein Grund dafür ist, dass das Wort selbst nicht in der Bibel vorkommt und auch keine klare Aussage zu dieser Idee gemacht wird. Die Bibel stellt jedoch die Voraussetzungen für ihre Formulierung bereit, und das Konzept repräsentiert eine Entwicklung biblischer Ansprüche und Konzepte. Obwohl also die Lehre der Dreieinigkeit kein Teil dessen ist, was die Bibel selbst über Gott sagt, ist sie Teil dessen, was die Gemeinde sagen muss, um die biblische Sicht auf Gott zu schützen. (Die Herrschaft Gottes, Eine Einführung in die christliche Theologie aus einer Siebenten-Tags-Adventisten-Perspektive. von Richard Rice. 1985. Andrews Uni Press.)

Die Geständnis ist deutlich. Die Dreieinigkeit ist ein Instrument, das die Gemeinde ihrer Ansicht nach konstruieren muss, um das zu sichern, was die Bibel ihrer Meinung nach von Gott zu sagen versucht. Dies ist ein ziemlich klarer Fall davon, Tradition über die Bibel zu stellen und dass die Weisheit der Menschen weiser sei als Gott.

Eine weitere Vermutung:

Kein informierter Trinitarier hat jemals gesagt, dass 3 Personen = 1 Person sind. Was die Trinitarier wirklich sagen, ist, dass das, was wir nur als drei Personen beschreiben können, alles innerhalb einer Substanz existiert. Die drei Personen sind daher der Eine Gott. (Understanding the Trinity (Die Dreieinigkeit verstehen), Seite 133)

Auch das ist eine große Aussage, die keine biblische Unterstützung findet. Ich glaube, dass viele denkende Trinitarier bei der obigen Aussage zusammenzucken würden, und ich kenne mindestens einen, der es Gotteslästerung nennt.12

Noch ein Zitat:

Obwohl das Wort Dreieinigkeit nicht in der Bibel zu finden ist (genauso wie das Wort Inkarnation), ist die darin beschriebene Lehre eindeutig dort zu finden. Kurz gesagt, die Lehre der Dreieinigkeit steht für das Konzept, dass „Gott ewig als drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist, und jede Person ist vollkommen Gott, und es gibt Einen Gott." (Die Dreieinigkeit in der Schrift von Gerhard Pfandl, Juni 1999)

Wieder das Eingeständnis, dass es nicht ausdrücklich geschrieben steht und dennoch in der Schrift zu finden ist. Ist das eine sichere Vorgehensweise für eine Schlüssellehre der Adventgemeinde?

Eine der faszinierendsten Lektüren ist Vance Ferrells Beschreibung des himmlischen Rates, und wie jedes Mitglied der Gottheit dabei über die Rollen entschieden hat, und wie die Drei das alles ausgearbeitet haben.

Zurück zu dieser fernen Vergangenheit. Die drei Mitglieder der Gottheit mussten einen Weg finden, um drei vorgegebene Probleme zu lösen:
Das erste Problem war, dass die Gottheit eine so immense Kraft, Autorität und Intellekt hatte. - Die Engel, die Bewohner der anderen Welten und die Menschen auf der Erde würden es schwer haben, mit ihnen in Verbindung zu treten und sie zu lieben. Obwohl ich die kleinen wilden Tiere mag, die um mein Landhaus herum leben, leben sie in ständiger Angst vor mir. In dem Bewusstsein, dass ich scheinbar immense Fähigkeiten und Kräfte zu haben scheine, die sie nicht verstehen können, sind sie besorgt.
Die Gottheit erkannte, dass sie später mit demselben Problem konfrontiert werden würden, wenn sie solch weit untergeordnete Wesen erschaffen würden. Wie konnten sie die große Tiefe ihrer Liebe zu diesen Geschöpfen ausdrücken und sie davon überzeugen?
Das zweite Problem war die Tatsache, dass es drei in der Gottheit gab. Es ist schwierig, sich mit drei Führungskräften zu identifizieren. Denke einen Moment darüber nach. (Wie würde zum Beispiel der gefallene Mensch zu drei Göttern beten?) Es gab ein Bedürfnis nach einem speziellem Muster, so dass die Menschen auf einen souveränen Gott als den Herrn von Allem in ihrem Leben blicken könnten.
Das dritte Problem bestand darin, dass jedes Mitglied der Gottheit einen bestimmten Namen brauchte, anhand dessen Ihre Geschöpfe sie identifizieren und teilweise verstehen konnten. Denke daran, dass jeder von ihnen vollkommen göttlich war, mit all den Kräften der beiden anderen. Sie brauchten jedoch getrennte Namen.
Während jedes Mitglied der Gottheit unendlich war und alle Macht besaß, verwaltete jeder von ihnen eine Position und verrichtete ein Werk, das sich von dem der anderen unterschied. Das war nicht schwer, da einer schon der Allerhöchste war. Ein anderer war der geliebte Sohn. Der dritte war der Heilige Geist. Ihre Positionen und Handlungen würden jedes der drei oben genannten Probleme lösen.13

Höchst spekulativ und natürlich nicht in der Bibel zu finden.14 Wenn man nicht mehr an die Schrift gebunden ist, wird es sehr einfach, die eigene Position zu verteidigen, und man kann auch sehr kreativ werden. Sind wir wirklich Sola Scriptura (die Bibel allein) in unserem Glauben?

 

7. Die Grundannahme wird Ellen White Zitaten aufgezwungen, um die Dreieinigkeit zu unterstützen (in Kapitel 15 angesprochen)

Diese Methode ist üblich und wurde zuerst von Froom angewendet, als er das Buch „Evangelisation” zusammenstellte. Ich finde es interessant, dass, obwohl die Gemeinde zwar im Allgemeinen nicht an die Verwendung von EGW für den Zweck von Lehrfragen glaubt, sie dennoch in der Geschichte der Dreieinigkeit als Schlüsselfigur bezeichnet wird, die die Glaubenslehre der Gemeinde zu einer trinitarischen Ansicht der Gottheit verändert hat. Wenn auch diese Lehre nicht so populär war wie das Untersuchungsgericht, könnten Außenstehende, die unsere Geschichte betrachten, uns beschuldigen, unseren Glauben an die Dreieinigkeit von Ellen White bekommen zu haben, nicht aus der Bibel - ein interessanter Gedanke.

Ellen White macht viele Aussagen. Einige scheinen sicherlich auf eine trinitarische Ansicht hindeuten, und diese werden auch regelmäßig zitiert, doch was ist mit den vielen Zitaten, die einer Dreieinigkeit vollkommen entgegengesetzt sind? Die einzige Person, von der ich gelesen habe und die ernsthaft versucht hat, die Dreieinigkeit mit jeder Aussage von EGW zu verteidigen, ist Vance Ferrell. Ich lobe ihn für seine Mühe, aber die dafür benötigen Windungen und Wendungen, um alles passend zu machen, lassen es zu einer sehr interessanten Lektüre werden!

Für andere ist Ellen White praktisch; wir können sie zitieren, wenn sie mit unserer Meinung übereinstimmt, und sie menschlich nennen, wenn sie dies nicht tut. Ich spreche über dieses Thema ausführlich im Verlauf dieses Buches, weil es die widersprüchlichen Aussagen von EGW waren, die mein Interesse an diesem Thema zuerst geweckt haben. Natürlich verwenden diejenigen, die gegen die Dreieinigkeit sind, oft einen ähnlichen Prozess, indem sie Zitate von Ellen White benutzen, um ihre Position zu verteidigen, und Aussagen leugnen, die die Dreieinigkeit zu unterstützen scheinen. Auch hier stelle ich wieder eine solche Methode in Frage.

Ob wir es mögen oder nicht: Egal, ob wir sie als menschlich oder als das kleinere Licht bezeichnen, oder als nicht zuständig für Lehrfragen - solange wir die Leute dazu ermutigen, EGW zu lesen, wird dieses Thema immer wieder auftauchen. Es wird nicht einfach verschwinden. Sie macht zu viele Aussagen, die das derzeitige Verständnis der Gottheit nicht stützen. Es scheint, als würde die Prophetin, die uns durch die Offenbarungen ihrer Aussagen über die Dreieinigkeit in die Freiheiten und das Ansehen des evangelischen Christentums gebracht hat, nun wie ein alter Anker sein, der ein wenig lästig ist. Halten wir an dem Anker fest, oder lösen wir ihn und lassen uns von unseren vergeistigten und spiritualisierenden Vorstellungen auf dem Felsen des Ökumenismus zerschmettern?

 

Fußnoten:

1L. E. Froom, Das Kommen des Trösters, rev. ed., 1956

2Eine ausführliche Diskussion dazu findest du in Brendan Knudsons Werk „The Alpha and Omega of Deadly Heresy" („Das Alpha und Omega der tödlichen Häresie"). Knudson kommentiert Froom mit dieser wichtigen Bemerkung: „Die Gemeinde hat größtenteils von Froom ihre Hermeneutik bei der Interpretation der Äußerungen von Ellen White zu Vater, Sohn und Geist übernommen. Er rühmte sich einst gegenüber R.A. Anderson, mit dem er an der Zusammenstellung von „Evangelisation" arbeitete: „Ich bin sicher, dass wir uns darin einig sind, das Buch „Evangelisation“ als einen der großen Beiträge zu bewerten, an denen die Predigervereinigung in jenen Tagen beteiligt war. Du weißt, was es an Männern in der Columbia-Vereinigung bewirkte, die den klaren, eindeutigen Aussagen des Geistes der Weissagung über die Gottheit Christi, die Persönlichkeit des Heiligen Geistes, die Dreieinigkeit und dergleichen gegenüberstanden. Sie mussten entweder die Waffen niederlegen und diese Aussagen akzeptieren, oder sie müssten den Geist der Weissagung ablehnen." (Brief vom 18.1.1966). Hier sehen wir ein wenig von der politischen Motivation Frooms, die Denomination zu einer Position der Dreieinigkeit zu verändern, die auf einer metaphorischen Sichtweise von Vater und Sohn basiert und einer Sichtweise von Persönlichkeit außerhalb eines Körpers oder einer Form. Was auch immer Frooms Motivation war, es ist ihm unmöglich, sich einem Vergleich mit Kelloggs Ansichten zu entziehen.

3Johannes 17,3

4In den Fußspuren des großen Arztes, Seite 415

5„Ich sage und habe immer gesagt, dass ich mich mit niemandem in Bezug auf das Wesen und die Persönlichkeit Gottes auseinandersetzen werde. Denen, die versuchen, Gott zu beschreiben, sagte ich, dass zu einem solchen Thema Schweigen Beredsamkeit ist. Lies die Schrift in einfachem Glauben, und jeder soll seine Vorstellungen von Gott aus seinem inspirierten Wort bilden.“ Spalding und Magans Sammlung S. 329

6Römer 1,20

7Jesaja 1,18

85.Mose 29,29

9Kol 1,19

10Max Hatton, Die Dreieinigkeit verstehen, Seite 13

11Es geht hier nicht darum, einzelne Autoren zu beschuldigen oder anzugreifen. Es ist einfach das Erbe, dass sie von ihren Kirchenvorvätern empfangen haben.

12Vance Ferrell, Defending the Godhead, Kapitel 4 and 5

13Ebd, Seite 10,11

14Ich fand diese hochgradige Spekulation von Vance Ferrell enttäuschend, weil ich seine Werke in anderen Bereichen ziemlich gut fand.