Die Rückkehr des Elia - Kapitel 7 - Nicht länger ein Knecht

veröffentlicht Dez 20, 2018 von Adrian Ebens in Die Rückkehr des Elia Treffer: 129
Übersetzt von F. Bunkus, S. Kronke, J. Deichsel

Das deutsche Übersetzerteam ist dabei, das Buch "The Return of Elijah" - Die Rückkehr des Elia von Bruder Adrian Ebens zu übersetzen. Dies wird ein längerer Prozess sein, deshalb werden wir die einzelnen Kapitel als Artikel veröffentlichen, bis das ganze Buch fertig ist. Seid gesegnet beim Lesen!

Der Hauptteil dieses Buches wurde von Bruder Adrian Ebens in nur zwei Wochen im Juli 2007 geschrieben. Wir veröffentlichen es hier unverändert, obwohl mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazugekommen sind.

 

Kapitel 7 - Nicht länger ein Knecht

A. Das höchste Opfer

Da war eine lange Pause, als sie sich beide hielten. Die Intensität der Emotionen ging tief, aber beide wussten, dass die Zeit gekommen war. Durch die Äonen hindurch hatten Vater und Sohn immer eine enge Verbindung zueinander gehabt, aber jetzt sollte diese Verbundenheit bald gebrochen werden. Der Sohn Gottes wird nun zu Seiner Mission aufbrechen, Seine verlorenen menschlichen Söhne und Töchter zurückzugewinnen. Vater und Sohn verstehen beide die damit verbundenen Risiken und Kosten, aber Liebe treibt sie an.

Für einen kurzen Moment schauen Vater und Sohn in die Zukunft und beobachten, wie sich die Mission entfaltet. Der Spott, die Ablehnung, der Hass, das Spucken, die Tritte, die Schläge und die Nägel verblassen alle zu nichts im Vergleich zu dem einen schrecklichen Moment, wenn Himmel und Erde stillstehen und die Trennung von Vater und Sohn schauen. Der Sohn sieht, wie Jahrtausende an Schuld, Leid, Rebellion und Wertlosigkeit auf Ihn gewälzt werden, und Er sieht sich selbst zittern wie Espenlaub, zerrissen und zerfetzt von dem Gefühl, dass Sein Vater sich von Ihm zurückzieht und Ihn dem Horror DES TODES überlässt (Hebräer 2,9).

Die Umarmung wird fester. Wie kann der Vater Ihn diesem Schicksal überlassen? Auf einer tieferen Ebene ringen beide mit der Möglichkeit des Scheiterns und sich durch die Macht der Sünde ewig zu verlieren. Der Sohn Gottes würde selbst die menschliche Natur annehmen und damit Seinem Erzrivalen Satan die Chance einräumen, Ihn zu überwältigen. Es gab keine Garantie auf Erfolg. Wie konnten sie zusammen so etwas Verrücktes und Riskantes planen? Wie konnten sie überhaupt mit dem Gedanken eines solch absurden Planes spielen? Aber die Liebe treibt sie an.

Diese lange Pause, die wie eine Ewigkeit scheint, kommt schließlich zum Ende; sie sind beide entschlossen, den Plan auszuführen. Der Sohn schreitet zum Ausgang des Himmels, ein letzter Blick in das liebevolle Angesicht Seines Vaters und dann ist Er weg.

 

B. Der Erlösungsplan durchbricht den Kreislauf der Wertlosigkeit

Wir betrachteten in Kapitel zwei, dass die Entwicklung von Satans Königreich den Bruch unseres Wertes oder Schatzes als in Gott zentriert bedeutete. Die Lüge der Schlange verschob den Mittelpunkt des Lebens zu uns selbst hin, und unser Wert kam fortan aus einem leistungsorientiertem Denken. Wir merkten in Kapitel drei an, dass diese Verschiebung uns in einen Kreislauf von Stolz und Depression einschließt, je nach unserem Maß an Erfolg. Jegliche Versuche von Gott, mit uns zu reden, während wir in diesem Zustand sind, bewirken nur, dass wir Seine Worte verdrehen und pervertieren. Daher muss zuerst der Kreislauf der Wertlosigkeit gebrochen werden, bevor wir richtig hören können, was Gott uns sagen möchte. Beachte genau:

Wenn Jesus diese Macht durchbrechen wollte, musste Er dieses Gefühl der Wertlosigkeit aufbrechen. Er musste das Gefühl für unsere Identität als Kinder Gottes wieder herstellen und die falsche Identität überwinden, die aus dem leistungsorientierten Denken stammt. Dann und nur dann wird sich unser Mittelpunkt wieder zu Gott hin verschieben, statt in uns selbst zentriert zu sein.

Das Leben Jesu kann in den Worten von Johannes 8,29 zusammengefasst werden: „Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.“ Es spielte keine Rolle, was Satan tat, er konnte dieses Gefühl von Würde und Zuversicht nicht brechen. Christus klammerte sich mit solch einer Hartnäckigkeit an Seine Sohnschaft, dass sie sogar den Fürsten der Finsternis beeindruckte. Satan muss sehr wütend gewesen sein über seine vergeblichen Versuche, Christus zur Sünde zu verleiten. Endlich jemand, der Satan widerstehen konnte. Nach viertausend Jahren Erfolg mit einem jeden Menschen prallt Satan gegen die steinharte Wand einer menschlichen Seele, die von ihrer Sohnschaft Gottes überzeugt ist. Sohnschaft war der Schlüssel zum Erfolg, Sohnschaft war die sicherste Festung gegen die Sturzflut der Wertlosigkeit, der die menschliche Rasse ertränkte, und deshalb muss die Sohnschaft der Schwerpunkt in dem Kampf zwischen den beiden Rivalen sein.

Der Ort Nazareth pulsiert vor Aufregung. Neuigkeiten vom Täufer verbreiten sich schnell. Der Vorläufer des Messias war gekommen, und als die Botschaft die bescheidene Tischlerwerkstatt erreicht, weiß Jesus, dass die Zeit für den Kampf gekommen ist. Er legt Meißel und Säge weg, umarmt seine Mutter und macht sich auf in Richtung Jordan.

Jesus ruht vertrauensvoll in Seiner Sohnschaft, aber der bevorstehende Kampf in der Wüste wird Ihn prüfen, wie nie ein Mensch geprüft worden war. Die Ströme des menschlichen Leides werden sich über Ihn ergießen wie ein gebrochener Damm. Jesus muss der vollen Macht der menschlichen Wertlosigkeit begegnen und doch unbeweglich wie der Felsen von Gibraltar bleiben. Wenn Er standhaft bleiben kann, wird zum ersten Mal jemand die Ketten des leistungsorientierten Denkens gesprengt haben. Der Gewinn dieses Sieges würde die Erbschaft derer werden, die an Ihn glauben.

 

C. Der Konflikt in der Wüste war grundlegend für das Werk am Kreuz

Der Kampf in der Wüste war grundlegend für das Werk am Kreuz. Was nützt das Angebot für Vergebung, wenn die menschliche Seele die Ketten ihrer Nichtigkeit nicht sprengen kann? Was nützt der stärkste Liebesbeweis, wenn kein Mann, keine Frau und kein Kind die Möglichkeit hätte, dieses Geschenk anzunehmen? Die Wertlosigkeit und Nichtigkeit des leistungsorientierten Denkens muss zuerst überwunden und der Gewinn des Sieges in die Hände der menschlichen Rasse gelegt werden, sodass alle befähigt werden, dieses unvergleichliche Geschenk des Kreuzes anzunehmen.

Der Vater weiß was kommt, und Er wird die Hand Seines Sohnes für den Kampf stärken, nicht durch eine machtvolle Darstellung, nicht durch eine übernatürliche Kraft oder Waffe, weil keines dieser Dinge dem kommenden Gegner gewachsen wäre. Gott bietet Seine beste Waffe an – die Ermächtigung, die aus ihrer Beziehung zueinander kommt. Als Jesus aus dem Wasser auftaucht und die Taube herabsteigt, öffnen sich die Himmel und Jesus vernimmt hörbar die Stimme des Vaters: „DIES IST MEIN GELIEBTER SOHN, AN DEM ICH WOHLGEFALLEN HABE.“ Diese Worte sind das schärfste Schwert, das der Vater Seinem Sohn für den Kampf überreichen könnte. Sie trösten Ihn mit dem Gedanken, wo Sein Zentrum und Sein Schatz ist. Sicher in dem WORT Seines Vaters wird Er den listigen Feind bekämpfen und diese Ketten für uns sprengen, die wir selber nie hätten sprengen können.

Die Bedeutung dieser Aussage geht viel tiefer, als sich viele vorstellen können. Die Tatsache, dass Gott ein Mitglied der menschlichen Rasse annimmt, bietet den Übrigen von uns eine unglaubliche Hoffnung. Durch Jesus streckt sich Gott nach jedem von uns aus und sagt uns, dass wir Seine geliebten Kinder sind. Wenn wir je die Hoffnung haben sollten, dieses Geschenk des Kreuzes anzunehmen, müssen wir zuerst jene kostbaren Worte hören: „Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Es ist unmöglich, das Geschenk eines Feindes anzunehmen, ohne sich zu fragen, ob es eine versteckte Sprengladung enthält oder an Bedingungen geknüpft ist. Aber ein Geschenk von einem geliebten Familienmitglied kann man als das annehmen, was es ist – schlicht und einfach ein Geschenk.

Es gibt keinen Weg, sich dem Kreuz zu nähern, außer über die Brücke eines festen Glaubens an unsere Sohnschaft und Tochterschaft von Gott. Jeder andere Weg wird dazu führen, dass wir das Evangelium mit unserem menschbezogenen Denken verdrehen, entweder zur Gesetzlichkeit oder zu einer Lizenz zum Sündigen.

Diese Worte vom Himmel müssen Satan erzürnt haben. Eine Erinnerung an etwas, das er einmal war, aber jetzt nicht mehr ist – ein Sohn! Es war eine Erinnerung an seine Nichtigkeit und Sinnlosigkeit. Aber Stolz stirbt nicht leicht, und so bereitet Satan sich darauf vor, sein Trommelfeuer an Versuchungen auf Jesus in der Wüste loszulassen. Die biblischen Aufzeichnungen besagen, dass Jesus „40 Tage in der Wüste war und von Satan versucht wurde.“ (Markus 1,13) Ich denke, die meisten würden schon zehn Minuten ständiger Versuchung überwältigend finden, ganz zu schweigen von 40 Tagen! Satan hatte 4.000 Jahre Übungspraxis gehabt, um zu wissen, wie er seine Sache gut machen kann, und du kannst sicher sein, dass Jesus zur Zielscheibe von einer jeden Waffe der Hölle wurde. Wer kann die Tiefe dieses Konfliktes begreifen? Das ganze Universum hielt gemeinsam den Atem an, als Satan Jesus einen Schlag nach dem anderen versetzte. Was uns betrifft, wir haben tief geschlafen und ahnten nichts von dem heldenhaften Widerstand, den Jesus leistete, um uns frei zu setzen. Wenn Jesus dort gescheitert wäre, wären wir alle von den Ketten unserer Nichtigkeit zerschmettert worden. Jesus war unsere einzige Hoffnung, um diese Finsternis zu durchdringen.

Weißt du, ich komme zu einem Punkt wie diesem und muss einfach innehalten und über Ihn nachdenken. Ich meine, was kann ich sagen? Mein Herz sprudelt über mit dankbarer Freude über diese entschlossenen und hartnäckigen Angriffe dieses Gott-Menschen auf unsere hilflose Situation. Wie ein Vater oder eine Mutter, die durch ein brennendes Haus laufen würden, um ihr Kind zu retten. Er wurde mental von Satan besinnungslos geschlagen, aber Er ließ nicht los. Wenn ich über Jesus in der Wüste nachdenke und erkenne, was Er für mich tut, beginnt das Fundament meiner Selbstbezogenheit zu bröckeln und eine enorme Flut der Liebe erhebt meinen Wert wieder von mir selbst zurück zu meinem Vater im Himmel.

 

D. Der Glaube an die Sohnschaft stellt die Identität wieder her und durchbricht den Kreislauf der Wertlosigkeit

Als Jesus an Seinem verletzlichsten Punkt war, müde, hungrig und einsam – alles Dinge, die die Menschheit dazu verleiten, Kompromisse einzugehen – kommt Satan zum Kern der Sache. „Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden!“ (Matthäus 4,3) Worum sonst würde es bei dieser Prüfung gehen, wenn nicht um die Natur der Sohnschaft? Basierte Seine Sohnschaft auf der innewohnenden Kraft, Wunder zu tun; basierte sie auf einer eigenen innewohnenden Göttlichkeit, die Ihn würdig machte, ein Sohn zu sein, oder basierte sie auf dem Wort Seines himmlischen Vaters, in Seiner Beziehung zum Vater? Wie Jesus diese Frage beantwortet, wirkt sich direkt auf uns aus. Er ist unser Vorbild in allem. Seine Beziehung zum Vater ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Wenn wir die Natur von Jesu' Sohnschaft missverstehen, werden wir auch genau das missverstehen, worum es beim Entfernen des leistungsorientierten Denkens eigentlich geht.

Satan gebrauchte das Mittel des Appetits bei dem Versuch, den Glauben Jesu an das Wort Seines Vaters zu brechen. Vierzig Tage zuvor hatte Gott gesagt, „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Wenn Jesus Steine in Brot verwandeln würde, dann würde Er tatsächlich das Wort Gottes anzweifeln, und dieser Zweifel wäre ausreichend, um Seine Identität zu verwirren. Wenn Er Satan nachgegeben hätte, hätte Er damit zugegeben, dass wer ich bin bestimmt wird durch das, was ich leisten kann. Wer ich bin wird bestimmt durch die Macht, die in mir ist. Eine solche Darstellung würde unser Verständnis von dem zerstören, was es wirklich bedeutet, ein Sohn Gottes zu sein. Zum Glück klammerte Jesus sich an Seine Sohnschaft und sicherte dadurch das beziehungsorientierte Identitätssystem. 1

Ist es möglich, dass Satan uns dazu verleiten könnte, Jesus zu bitten, Steine in Brot zu verwandeln? Wenn wir untersuchen, Wer Er ist, bitten wir Ihn dann, Seine Sohnschaft durch Seine ererbte Beziehung zu Seinem Vater zu definieren oder durch Seine eigene innewohnende Göttlichkeit? Diese Frage ist entscheidend und wir werden später in diesem Buch noch darauf zurückkommen.

Wie viele von uns sind nicht schon in diese Falle getappt, unseren Wert durch das zu beweisen, was wir erreichen? Angetrieben davon zu zeigen, dass du das Zeug dazu hast, an die Spitze zu kommen, Schlaf und Entspannung zu ignorieren, und vor allem Gebetszeit und Bibelstudium; bis spät im Büro zu bleiben und wichtige Familienzeit zu verpassen – nur um die Beförderung oder den Bonus zu bekommen. Warum puschen wir uns so sehr? In vielen Fällen, glaube ich, reagieren wir auf die Frage, „Wenn du der Sohn oder die Tochter Gottes bist, leiste etwas Großes, um es zu beweisen. Zeige mir die Kraft, die sich in deinem Innern befindet.“

Geht es dir so, wenn du morgens aufwachst und etwas Zeit mit Nachdenken und mit Gott verbringen möchtest, dass dein Kopf sich mit allen Dingen füllt, die an dem Tag erledigt werden müssen, bis du es nicht mehr aushalten kannst und als Kompromiss ein Fünf-Minuten-Gebet sprichst und dann mit dem Tag loslegst. Passiert dir das? Warum? Wenn du zum Ende des Tages kommst und nicht sehr viel geschafft hast, bist du dann immer noch zufrieden und glücklich, oder bist du enttäuscht und etwas deprimiert? Beunruhigt dich die „Zeitverschwendung“, wenn du krank im Bett liegst anstatt Dinge von deiner „To-do“-Liste zu streichen? All dies weist auf die Tatsache hin, dass wir alle ohne Ausnahme auf Satans Versuchung hereinfallen, unsere Identität und unseren Wert dadurch zu beweisen, was wir tun. Durch den Umstand, dass wir tief in unserem Innern den Unsicherheitsfaktor tragen, der uns von Adam und Eva weitergegeben wurde, werden wir ein leichtes Ziel für das Bedürfnis, uns geistliche und gedankliche Feigenblätter zu basteln, um uns zu bedecken. Eine Person, die in sich selbst zentriert ist, wird auf eine Herausforderung ihrer Identität immer so reagieren, dass sie zur Schau stellt, was in ihr ist, wohingegen eine Person, die sicher in ihrem himmlischen Vater ruht, sich an ihrer Identität als Sohn oder Tochter festhalten wird.

Aus genau diesem Grund musste Jesus in die Wüste der Versuchung gehen. Die menschliche Familie brauchte jemanden, der zeigen konnte, dass er glaubte, ein Kind Gottes zu sein, einfach, weil Gott es gesagt hat, anstatt es durch seine Taten beweisen zu müssen.

Der Apostel Paulus greift diese Realität auf, indem er die Identität eines Sohnes mit der eines Knechtes vergleicht.

Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist; Galater 4,1

Paulus erklärt uns, wie wir von den vielen Verwirrungen des Lebens und Fragen über Gottes Umgang mit uns befreit werden können. Wenn wir wirklich verstehen, dass Gott unser Vater ist und uns darauf vorbereitet, in Sein Königreich einzutreten, und dass Er uns überschwänglich liebt, dann beginnt unsere Beziehung mit Gott Sinn zu ergeben. Die Regeln und Bestimmungen werden nicht länger als Gelegenheiten gesehen, um Gott zu beweisen, dass wir Seine Kinder sind; stattdessen werden sie zu Türen der Freiheit, die uns Gottes liebevolle Rücksicht für uns offenbaren und Sein sehnsüchtiges Verlangen, dass wir unser ganzes Erbe als Kinder Gottes empfangen. Paulus erklärt es so:

Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen. 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. 6 Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater! 7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus. Galater 4,3-7

Dies sind einige der schönsten Worte in der Bibel. Wenn wir das Opfer Jesu darin erkennen, wie Er unsere Adoption als Gottes Kinder sicherstellte, sind wir von der Knechtschaft von Satans Königreich befreit. Wir befreien uns von der Tyrannei des leistungsorientierten Denkens und stehen stark und nobel als Söhne und Töchter Gottes in dem Wissen, dass, weil Jesus immer als ein Sohn angenommen sein wird, wir in Ihm auch immer Gottes geliebte Kinder sein werden.

Hat der Geist Gottes in deinem Herzen ausgerufen, „Abba-Vater“ – Papa, Papa? Fühlst du dich so sicher in Seiner Liebe, dass du in Seine Arme laufen und wissen kannst, dass du nicht nur willkommen, sondern zutiefst von Ihm erwünscht bist? Bist du zu der kindlichen Verehrung deines Vaters zurückgekehrt, die strahlt, wenn Er in der Nähe ist? Bis du diese Freiheit erfährst, wirst du immer ein Knecht bleiben, der mit der Ungewissheit lebt, was Gott dir wirklich in Seinem Wort sagen möchte. Die Beziehung eines Knechtes basiert allein auf seiner Fähigkeit, für Gott zu arbeiten, und eine solche Beziehung wird die Bibel verdrehen zur eigenen Zerstörung.

Als Gottes Kinder ist unser Erbe sicher. Wir können unerschrocken zu Ihm kommen und unsere Bitten vorbringen; wir können Ihm zuversichtlich vertrauen, dass Er weiß, was das Beste für uns ist und dass alles, was uns im Leben geschieht, dazu dient, uns zu helfen, in ein tieferes Verständnis der Kostbarkeit von Gottes Königreich hineinzuwachsen. Dann können wir der Knechtschaft des leistungsorientierten Denkens entkommen.

In unserem nächsten Kapitel wollen wir uns anschauen, wie die Auswirkungen sind, wenn man die Bibel liest als nur ein Knecht Gottes und im Gegensatz dazu als ein Sohn Gottes.

 

 

 

Fußnote:

1 2SP93“Bewaffnet mit dem Glauben an Seinen himmlischen Vater, die kostbare Erinnerung an die Worte im Sinn, die bei Seiner Taufe vom Himmel gesprochen wurden, stand Jesus unbewegt in der einsamen Wüste vor dem mächtigen Feind der Seelen.” (2 Spirit of Prophecy 93)