Eine Erweckung zur ursprünglichen Gottseligkeit

veröffentlicht Mrz 16, 2017 von Adrian Ebens in Das ewige Evangelium Treffer: 156
Übersetzt von Jutta Deichsel

 

Ehe Gott zum letztenmal die Welt mit seinen Gerichten heimsucht, wird sein Volk erweckt werden zu der ursprünglichen Gottseligkeit, wie sie seit dem apostolischen Zeitalter nicht gesehen wurde. Der Geist und die Kraft Gottes werden über seine Kinder ausgegossen werden. Zu der Zeit werden sich viele von den Kirchen trennen, in denen die Liebe zur Welt die Stelle der Liebe zu Gott und seinem Wort eingenommen hat. Viele Prediger und Laien werden mit Freuden jene großen Wahrheiten annehmen, die Gott hat verkündigen lassen, um ein Volk auf die Wiederkunft des Herrn vorzubereiten. (Der große Kampf 463)

Seit der Predigt vom letzten Sabbat, den 11. März 2017, mit dem Thema: Die Strafe der Sünde - Gott ist nicht der Urheber des Todes (leider nur auf Englisch verfügbar) ist es offensichtlich, dass ein helles Licht beginnt zu dämmern in den Herzen von Gottes Volk.

Mache dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht.  Jesaja 60,1-3

Die Erkenntnis, dass Gott bereit war, Luzifer zu vergeben ohne jeglicher Androhung des Todes oder der Anwendung von Gewalt, sowie der klare Beweis, dass unser Vater tatsächlich ungefähr einem Sechstel der Engel vergab, die auf der Seite Luzifers gestanden hatten, offenbart uns den Charakter des Vaters in einem solch wunderbaren Licht. Lass uns die Beweise noch einmal betrachten:

Gott trug Luzifer lange mit großer Barmherzigkeit. Er enthob ihn nicht sofort seiner hohen Stellung, als er begann, sich dem Geist der Unzufriedenheit zu ergeben, selbst dann noch nicht, als er seine falschen Ansprüche den getreuen Engeln unterbreitete. Gott duldete ihn noch lange Zeit im Himmel. Immer wieder wurde ihm unter der Bedingung, dass er bereute und sich unterwarf, Vergebung angeboten. (Der große Kampf 498)

Viele von Satans Mitläufern waren geneigt, auf den Rat der treuen Engel zu hören. Sie bereuten ihre Unzufriedenheit und wollten wieder eingehen in das Vertrauen des Vaters und Seines lieben Sohnes. (Die Engel 37)

Viele Engel bereuten tatsächlich und wurden wieder empfangen in das Vertrauen des Vaters und Seines Sohnes. Der Beweis ist eindeutig, dass fast die Hälfte aller Engel auf Luzifers Seite gestanden hatten, aber nur ein Drittel verließen ihr Fürstentum.

Da zeigte Satan überheblich auf seine Anhänger, die fast die Hälfte der Engel ausmachten, und rief aus: „Sie gehören alle zu mir! Willst du sie auch alle hinauswerfen und solch eine Lücke im Himmel schaffen?“ (Die Engel 38)

Als Satan im Himmel unzufrieden wurde, brachte er seine Klage nicht vor Gott oder Christus, sondern ging zu den Engeln, die ihn für vollkommen hielten, und machte ihnen klar, daß Gott ihm mit der Bevorzugung Christi Unrecht getan habe. Das Ergebnis dieser falschen Darstellung war, dass ein Drittel der Engel durch ihr Mitgefühl mit Satan ihre Sündlosigkeit, ihre hohe Stellung und ihr glückliches Heim verloren. (Schatzkammer 2, S.89)

Wie kann der Vater diesen Engeln einfach so vergeben, ohne dass ihnen eine Strafe auferlegt wird? An diesem Punkt begegnen wir unsere sündhaften menschlichen Natur und fangen an zu begreifen, wie beeinflusst von Satan die Söhne und Töchter Adams doch tatsächlich sind. Es ist Satan, der darauf bestand, dass jede Sünde bestraft werden muss.

Zu Beginn des großen Kampfes hatte Satan erklärt, daß Gottes Gesetz nicht gehalten werden könne, daß Gerechtigkeit und Barmherzigkeit unvereinbar seien und daß es, sollte das Gesetz übertreten werden, für den Sünder unmöglich sei, Vergebung zu erlangen. Jede Sünde müsse bestraft werden, sagte Satan, und wenn Gott die Strafe erlassen würde, wäre er kein Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit. So oft die Menschen Gottes Gebote verletzten und dem göttlichen Willen trotzten, triumphierte Satan. Er behauptete jedesmal, es sei nun erwiesen, daß man das Gesetz nicht halten und daß den Menschen nicht vergeben werden könne. Weil er nach seiner Empörung aus dem Himmel ausgestoßen worden war, forderte er, daß auch das Menschengeschlecht von der Gunst Gottes ausgeschlossen sein sollte. Gott könne nicht gerecht sein und zugleich einem Sünder Gnade erweisen. (Das Leben Jesu 763)

Für uns ist es ganz natürlich zu glauben, dass, wenn Gott nur allen vergeben würde, die um Vergebung bitten, dies zeigen würde, dass Gott schwach ist und Ihm die Bestimmtheit fehlt, sich selbst stark gegen das Unrecht zu zeigen. Diese gesamte Denkweise agiert außerhalb des Reiches Gottes.

Seit dem großen Versöhnungstag am 30. September 2001, nach dem Fall der Zwillingstürme in New York, haben wir versucht, den Menschen das Königreich Gottes als ein Reich der Beziehungen darzustellen. Unser Wert als Individuum ist direkt verbunden mit unserem himmlischen Vater. Wenn wir Seine Güte anzweifeln, verursacht Ihm das gewaltigen Schmerz. Es ist ein Schmerz, den Er willig trägt wegen Seiner Liebe zu uns. Doch sobald wir wissen, dass wir Ihm solchen Schmerz zugefügt haben, haben wir die Wahl, entweder in seelischer Zerbrochenheit um Vergebung zu bitten in dem Bewusstsein, dass wir Ihn verletzt haben, oder wir können uns weigern anzuerkennen, dass wir irgendetwas falsch gemacht haben, um eben diese seelische Zerbrochenheit des Wissens, was wir Ihm angetan haben, zu vermeiden. Die Weigerung, unsere Schuld vor Ihm anzuerkennen, zerstört unseren Wert, denn eine solche Weigerung stellt einen Verzicht der Beziehung dar, die wir zu Ihm haben.. Er hört auf, in unseren Augen wirklich unser Vater zu sein, und wir beginnen, uns selbst zu zerstören durch das Gefühl des daraus resultierendem Verlust unseres Wertes.

Das ist ein natürlicher Prozess und kein rechtlicher. Der Grund, warum unser Vater keine Gewalt benötigt, um diejenigen zu bestrafen, die von Ihm abweichen, ist erstens weil Er jederzeit willig ist, uns zu vergeben, und zweitens, wenn wir realisieren, wie stark Er durch unseren Eigensinn leidet, ist das in sich selbst eine Strafe, die weitere Übertretung verhindert. Können wir uns den Kummer der Engel vorstellen, die zu Gott zurückkehrten, als sie verstanden, wie sehr es ihren Vater verletzt hat, sie mit Luzifer zu sehen, während dieser dreist gegen unseren Vater aufstand und versuchte, Ihm seinen Willen aufzuzwingen? Können wir die Freude dieser Engel verstehen, als sie realisierten, dass der Vater sie liebt und ihnen frei vergab und ihnen nichts mehr vorhielt? Das ist der Schutz gegen die Übertretung. Es ist die Erkenntnis der Agape Gottes im Angesicht all unseres Versagen, und die Anerkennung unserer wahren Beziehung zu Ihm.

Keine andere Strafe wäre notwendig gewesen als Abschreckung davor, vom Gehorsam gegen den Vater und Sohn abzuweichen. Da Luzifer und die Engel, die bei ihm blieben, sich völlig bewusst waren über den liebevollen Charakter Gottes, besiegelte ihre Ablehnung, zu glauben, dass Gott ihnen vergeben würde, ihr Schicksal. Sie schrieben Gott die Eigenschaften Satans zu und begingen so die Sünde, die nicht vergeben werden kann. Die Sünde kann nicht vergeben werden, weil der Sünder das in sich selbst beschlossen hat. Er weigert sich, seinen Irrtum anzuerkennen, und platziert etwas auf Gott, was völlig falsch ist, und macht so alle Hoffnung auf Erlösung zunichte.

Wenn Luzifer und seine Engel die einzigen gewesen wären, die gesündigt hätten, wäre das Kreuz, das der Vater und der Sohn erfuhren durch die Unzufriedenheit und die Zweifel der Engel in Bezug auf Ihren Charakter, wahrscheinlich nicht offenbart worden in der Kreuzigung von Christus, aber doch litten der Vater und der Sohn wahrhaftig durch diesen Verlust des Vertrauens der Engel und durch den Verlust eines Drittels ihrer Engel-Kinder. Als Adam und Eva sich mit Satan vereinigten in der Rebellion, taten sie es, nachdem Satan jeglichen Glauben an die Vergebung Gottes vollkommen abgeschnitten hatte. Indem sie die Frucht aßen, wurde sie dem Geist Satans ausgesetzt. Er begann, ihr Denken mit seinen eigenen Gedanken über den Charakter Gottes zu infiltrieren.

Zuerst versicherte ihnen Satan, dass Gott ihre Übertretung übersehen und nichts passieren würde. Doch als Gott zu ihnen kam, verursachte ihr eigenes Gefühl von Schuld in der Gegenwart Gottes in ihnen eine Angst vor dem Tod. Da sie sich in der Hand Satans befanden, hatten sie keine Fähigkeit, ihre Übertretung zu bereuen. Als Adam Gott anklagte, seinen Fall verursacht zu haben, indem Er Eva für ihn erschaffen hatte, erstickte Adam seine Gefühle von Reue sowie jegliche Gedanken über den Schmerz, den er dem Vater und Seinem Sohn bereitet hatte. Er wurde tot in Übertretungen und Sünden. Seine Seele wurde sofort weiß von geistlichem Aussatz. Er verlor jedes Gefühl für den schrecklichen Frevel, den er begangen hatte, indem er die Güte Gottes bezweifelt und Ihn beschuldigt hatte, den Fall verursacht zu haben.

Der einzige Grund, warum der Mensch eine Chance hatte, erlöst zu werden, war, weil er den Charakter des Vater nicht vollständig kannte.

Der Mensch war aber — selbst als Sünder — in einer anderen Lage als Satan. Luzifer hatte im Himmel im Lichte der Herrlichkeit Gottes gesündigt. Ihm war die Liebe Gottes offenbart worden wie keinem anderen Geschöpf. Er kannte das Wesen Gottes und seine Güte und wählte sich dennoch seinen eigenen selbstsüchtigen, unabhängigen Weg. Seine Wahl war endgültig. Gott konnte nichts mehr tun, um ihn zu retten. Der Mensch aber wurde getäuscht, sein Geist wurde durch die ausgeklügelten Spitzfindigkeiten Satans verdunkelt; er kannte nicht die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes. Für ihn bestand Hoffnung, wenn er die Liebe Gottes kennenlernen würde. Durch die Betrachtung des göttlichen Wesens konnte er wieder zu Gott gezogen werden. (Das Leben Jesu 763)

Als Adam in die Reihen Satans trat, war er völlig bereit dazu, in eine vollkommene Harmonie mit Satan einzutreten.

Aus diesem Grunde vereinen sich gefallene Engel und gottlose Menschen in verzweifelter Genossenschaft. Hätte sich Gott nicht ins Mittel gelegt, wären Satan und die Menschen ein Bündnis gegen den Himmel eingegangen, und statt Feindschaft gegen Satan zu hegen, würde sich die ganze menschliche Familie zum Aufstand gegen Gott vereint haben. (Der große Kampf 508}

Von Natur aus nahm der Mensch die Lüge an, dass Gott nicht vergeben würde, und das ist der Grund, warum Adam anfänglich nie um Vergebung bat, sondern eher Gott und Eva für seinen Fall verantwortlich machte. Um dem Menschen Zugang zu einem Geist zu geben, der um Vergebung bitten und an die Gnade Gottes glauben würde, nahm Christus den Menschen auf sich selbst von Anbeginn der Welt. Indem Er sich mit dem Menschen verband, erbte Er alles, was der Mensch für sich genommen hatte. Deshalb erbte Christus das Urteil des Todes, das Adam auf sich selbst gelegt hatte. Das war die einzige Möglichkeit, wie Christus wieder Zugang zu dem Geist Adams bekommen konnte. Darum wurde es Gott ermöglicht, Feindschaft zu setzen zwischen der Schlange und der Frau.

Die dem Menschen von Christus verliehene Gnade erweckt im Menschen Feindschaft gegen Satan. Ohne diese bekehrende Gnade und erneuernde Kraft bliebe der Mensch ein Gefangener Satans; ein beflissener Diener, seine Befehle auszuführen. Aber das neue Element in der Seele schafft da Streit, wo bisher Friede gewesen war. Die Kraft, die Christus verleiht, befähigt den Menschen, dem Tyrannen und Thronräuber zu widerstehen. Wer bekundet, daß er die Sünde verabscheut, anstatt sie zu lieben, wer den ihn beherrschenden Leidenschaften widersteht und sie besiegt, offenbart die Wirksamkeit einer Kraft, die nur von oben kommt. (Der große Kampf 509)

Diese Gnade kam zu Lasten von Christus, der die Schuld ererbte, die der Mensch geschaffen hatte. Adam hatte sein Schicksal festgelegt, dass er und alle seine Kinder sterben würden ohne Hoffnung auf Vergebung und unter dem tiefsten Gefühl der Verdammung. Um dem Menschen diese besondere Gnade zu geben, diese Feindschaft gegen die Sünde, musste Christus den ganzen Kelch trinken, den Adam für sich selbst genommen hatte.

Die große Tragödie für die Menschheit ist, dass der satanische Glaube, dass jede Sünde mit Gewalt bestraft werden muss, uns dazu bringt, auf das Kreuz zu schauen als eine Handlung Gottes gegen Seinen Sohn, um Seinen Zorn zu befriedigen.

Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Jesaja 53,4

Es ist das Gerechtigkeitsgefühl, dass die menschliche Rasse von Satan geerbt hat, das uns dazu bringt zu glauben, dass der blutige Tod am Kreuz von Gott konzipiert und umgesetzt wurde als Vergeltung dafür, dass wir Ihm nicht ganz genau gehorcht haben. Die Wahrheit ist, dass Christus die Strafe der Sünde bezahlt hat, die Satan und der Mensch für die Rechtsverletzer festgelegt haben. Die Gerechtigkeit Gottes funktioniert nach diesem Prinzip:

Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Matthäus 7,2

Die Gerechtigkeit Gottes wurde erfüllt, indem der Wahl des Menschen erlaubt wurde, ihn zu richten. Die Liebe Gottes trat ein durch die Person Christi und bat darum, die Strafe auf sich zu nehmen anstelle des Menschen. Es ist sicher so, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde am Kreuz, aber Christus war nicht von Gott geplagt, geschlagen und gemartert. Er wurde von Satan und den Menschen geschlagen und gemartert und starb gemäß dem Urteil eines unbarmherzigen System des Richtens, erfunden von Satan. Das Übernehmen dieses Todes war das einzige Mittel, das Christus zur Verfügung stand, um diese Feindschaft in das Herz der menschlichen Rasse zu bringen.

Satans verurteilende Haltung führte ihn zur Erstellung einer Theorie über die Gerechtigkeit, die mit Gnade unvereinbar ist. Er behauptete, Gottes Sprecher und Bevollmächtigter zu sein und erklärte seine Entscheidungen deshalb für gerecht, rein und irrtumsfrei. So setzte er sich auf den Richterstuhl und erklärte seine Urteile für unfehlbar.Hier kommt seine gnadenlose Gerechtigkeit herein, eine Fälschung wahrer Gerechtigkeit, die Gott verhasst ist. {Christus ist Sieger 5.4}

Das Angesicht des Vaters war Seinem Sohn verborgen, weil Christus diese gnadenlose Gerechtigkeit auf sich selbst nahm. Er rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, weil es der Geist des Menschen ist, der glaubt, dass Gott ihn verlässt. Christus musste diesen Fluch tragen und dem Angesicht des Vaters erlauben, sich vor Ihm zu verbergen. Obwohl der Vater direkt bei Seinem Sohn war, konnte Jesus dies nicht wahrnehmen, weil unsere elende menschliche Schuld auf Ihm lag und Ihm solch unglaubliche Qualen verursachte.

Gott erlaubt es, dass Sein Sohn ausgeliefert wird für unsere Vergehen. Er selbst nimmt gegenüber dem Sündenträger den Charakter eines Richters an, und entäußert sich der zärtlichen Qualitäten eines Vaters. (Testimonies to Ministers and Gospel)  245

Wie nimmt Gott diesen Charakter an, der nicht Sein eigener ist? Das ist der Dienst des Todes. In dem Spiegel von Gottes leuchtendem Gesetz der Liebe, kommt der menschliche Glaube, dass Gott ein harter Richter ist, zurück auf Christus.

Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalk. Wußtest Du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht hingelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Lukas 19,22

Christus wird dazu gebracht, ein Bild Seines Vaters zu ertragen, das vollständig fremd für Ihn ist, nicht weil Gott dieses Bild projiziert, sondern weil dieses Bild zurück reflektiert wird im Spiegel des Gesetzes. Als Christus in das Gesetz schaut, während Er unsere Sünden trägt, sieht Er einen herrischen Tyrannen, bereit, Ihn zu zerstören. Christus sieht das natürliche Angesicht der Menschheit, projiziert auf Seinen Vater. Obwohl Er weiß, dass dies nicht wahr ist, werden Seine Gefühle überwältigt mit den schrecklichen Gedanken von diesem strengen Richter. Satan ist gegenwärtig, um diese Gedanken tief in das Herz von Christus zu pressen, und das offenbart ihn als den Mörder der er wahrlich ist.

Schau auf den Sohn Gottes als ein armes wehrloses Kind, zitternd vor schrecklicher Angst und Qual, und ohne Hoffnung, Seinen Vater je wiederzusehen, und frage dich, warum musste Er diese Dinge erleiden? Weil die Menschheit die Lüge übernommen hat, dass Gott Sünden nicht vergibt, und dass jede Sünde ihre Strafe finden muss. Um die Schuld dieses bösen Denkens zu bezahlen, wurde Christus für uns zur Sünde gemacht - die Sünde des Glaubens, dass Gott nicht vergibt.

Die Erkenntnis beginnt unserem Geist zu dämmern, dass Gott wahrlich Liebe ist, und dass Er nicht den Tod als Strafe für Sünde verlangt, aber Er war willig, diese Schuld zu bezahlen, um uns dadurch zu retten.

Ich selbst fühle mich, als ob ich vorsichtig auf neuen und ungeprüften Beinen wandle. Ich lebe und atme in einer neuen Welt im Licht einer Gnade, die ich mir hätte niemals vorstellen können. Meine Augen öffnen sich langsam für das wunderschöne Licht der wahren Liebe eines Vaters für seine widerspenstigen Kinder.

Doch wem die Augen für Christi Liebe geöffnet worden sind, der wird Gottes Charakter erkennen, wie er wirklich ist: voller Liebe und Mitgefühl. Gott wird ihm nicht wie ein unbarmherziger Tyrann vorkommen, sondern wie ein Vater, der sich danach sehnt, seinen verlorenen Sohn in die Arme zu schließen. Der Sünder wird mit dem Psalmisten ausrufen: „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.“ Psalm 103,13. Alle Verzweiflung wird von der Seele genommen, wenn Christus in seinem wahren Charakter erkannt wird.  (Für die Gemeinde geschrieben S.392)

Das Gewicht der Lüge, dass jede Sünde bestraft werden muss, ist von meinem Schultern genommen. Ich schaue in meine eigene Vergangenheit und sehe, warum Wut und Frustration oft meine Erfahrung war, wenn Leute mich falsch behandelt haben. Die Wut kommt von dem Glauben, dass jede Sünde bestraft werden muss. Dieser Glaube brachte mich dazu, irgendeine Form der Vergeltung zu planen, und die Vergeltung fühlt sich gerechtfertigt, weil das Mantra in der Seele immer wieder und wieder sagt, dass jede Sünde bestraft werden muss.

Brüder und Schwestern, wir sind eingeladen in eine neue Welt, in der Sünde tatsächlich vergeben werden kann. Da braucht keinerlei Vergeltung von uns sein. Wir können dem Beispiel unseres Erlösers folgen.

Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf daß ihr seinen Fußstapfen nachfolget; welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet; welcher selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holze getragen hat, auf daß wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen ihr heil geworden seid. Denn ihr ginget in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen. 1.Petrus 2,21-25 Elberfelder

Als Er litt, drohte Er nicht, sondern übergab sich dem, der recht richtet. Das ist unsere Berufung und wir können darin eingehen, wenn wir erkennen, dass Gott tatsächlich vergibt und dass Er keinerlei Gewalt zu benutzen braucht, um Gerechtigkeit zu bringen.

An diesem Morgen habe ich gebetet, dass der Geist auf diese Weise zu mir kommt. Jetzt, wo ich diese Dinge erkenne, kann ich intelligent beten für das, was ich mir wünsche - Ich wünsche mir, keinen Geist der Vergeltung zu haben gegenüber denen, die mich schlecht behandeln. Das ist der Geist, der eine Erweckung zur ursprünglichen Gottseligkeit auslösen und ein scheinendes Licht in der Welt verursachen wird, das die gesamte Erde mit seiner Herrlichkeit erleuchten wird.

Ja komm, Herr Jesu. Komm in unsere Herzen, damit wir wahrlich diejenigen lieben können, die versuchen, uns zu verletzen oder böse über uns sprechen. Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus 5,48), das heißt, seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.