Er hielt es nicht für einen Raub ...

veröffentlicht Jun 01, 2013 von Adrian Ebens in Sohn Treffer: 265
Übersetzt von Jutta Deichsel

(English)

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Welches ist die alles in sich vereinende Botschaft, die der Welt in diesen letzten Tagen verkündigt werden soll?

In einem ganz bestimmten Sinn sind Siebenten-Tags-Adventisten der Welt als Wächter und Lichtträger gegeben. Ihnen ist die letzte Warnung für eine untergehende Welt anvertraut worden. Auf sie scheint das herrliche Licht vom Wort Gottes. Ihnen ist eine Aufgabe von größter Wichtigkeit übertragen worden - die erste, zweite und dritte Engelsbotschaft zu verkündigen. Kein anderes Werk ist von solch großer Bedeutung. Sie dürfen sich deshalb von nichts anderem ihre Aufmerksamkeit rauben lassen.

Testimonies for the Church IX, 19 (1909).{CKB 34.6}

Und was ist das zentrale Thema der dreifachen Engelsbotschaft?

Einige haben mir geschrieben und gefragt, ob die Lehre von der Gerechtigkeit durch den Glauben die dritte Engelsbotschaft sei. Ich habe ihnen geantwortet: Es ist in Wahrheit die dritte Engelsbotschaft.“

The Review and Herald, 1. April 1890. {FG1 393.1}

Wer übermittelte diese Botschaft und um was ging es?

In seiner Gnade hat Gott eine sehr wertvolle Botschaft an die Gläubigen durch die Brüder Waggoner und Jones gesandt. Diese Botschaft sollte den Menschen den erhabenen Retter und das Opfer für die Schuld der ganzen Welt vor Augen führen. Sie zeigte die Rechtfertigung durch den Glauben an unseren Fürsprecher; sie lud die Menschen dazu ein, die Gerechtigkeit Christi zu erhalten, die sich auch im Beachten aller Gebote Gottes äußert. 

Viele hatten Jesus aus den Augen verloren. Es war notwendig, dass ihr Blick wieder auf Seine göttliche Person, Sein Wesen und Seine unveränderliche Liebe gerichtet wurde. Alle Macht ist in Seine Hände gegeben, so dass Er die Menschen reich beschenken und den Hilflosen die unschätzbare Gabe Seiner eigenen Gerechtigkeit verleihen kann. Dies ist die Botschaft, die auf Gottes Befehl der Welt gegeben werden soll. Es ist die dreifache Engelsbotschaft, die mit lauter Stimme verkündet und von der umfassenden Ausgießung des Heiligen Geistes begleitet werden soll.“

Testimonies to Ministers and Gospel Workers 91.92 (1895).{CKB 143.1.2}

Inwiefern ist das Thema des eingeborenen Sohnes verbunden mit der Botschaft Gerechtigkeit durch Glauben? Beachte die Einführung zu E.J. Waggoners Buch: „Christus und seine Gerechtigkeit“:

In Hebräer 3, 1 finden wir folgende beachtenswerte Ermahnung, die alle Vorschriften für einen Christen enthält: „Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch die himmlische Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus“.

Wenn wir, wie uns die Bibel ermahnt, Christi Wesen unaufhörlich und genau betrachten – so wie Er ist – werden wir vollkommene Christen; denn indem wir schauen, werden wir in Sein Bild verwandelt.

Christus und seine Gerechtigkeit, 5

A.T. Jones bringt dieses Prinzip vom Aufsehen auf Christus noch stärker in unseren Blickpunkt. Im Eröffnungskapitel seines Buches: „ Der bereitete Weg zur christlichen Vollkommenheit“ werden wir aufgerufen, das „Einen solchen“ in Paulus' Aussage: „Einen solchen Hohepriester“ in Hebräer 8, 1 zu untersuchen. Beachte, was er sagt:

Die Erniedrigung Christi, die Stellung und Seine Natur, als Er im Fleisch in der Welt war, werden im zweiten Kapitel des Hebräerbriefes ausführlicher behandelt als sonst irgendwo in der Schrift. Die Wahrheit und der Gedanke des vorhergehenden Kapitels müssen dem zweiten Gedanken notwendigerweise vorausgehen. Ehe man den Gedanken und die Wahrheit des zweiten Kapitels erfassen kann, muss man das erste völlig verstehen. 

Die Erhabenheit, die Stellung und die Natur Christi, wie Er sie im Himmel hatte, ehe Er zur Erde kam, werden im ersten Kapitel des Hebräerbriefes ausführlicher behandelt als in irgendeiner anderen Schriftstelle. Darum steht fest, dass ein Verständnis der Stellung und Natur Christi, wie Er sie im Himmel hatte, notwendig ist zu dem richtigen Verständnis Seiner Stellung und Natur, wie Er sie auf Erden hatte.“ 

Jones und Waggoner sagen uns hier im Grunde, dass, wenn wir Christus anschauen, „so wie Er ist“, offenbart in der Schrift und besonders in Hebräer Kapitel eins und zwei, wir verwandelt werden in das gleiche Bild und die Gerechtigkeit empfangen, die in unserem Leben ein Halten aller Gebote bewirken wird.

Deshalb, wenn wir den Sohn Gottes erkennen würden, „so wie Er ist“, wenn wir Seine wahre Stellung und Seine Natur sehen würden,wie Er im Himmel war, dann folgt daraus, dass es überaus wesentlich ist, zu wissen, wer genau der Sohn Gottes ist. Wir müssen wissen, ob Er geboren ist oder ungeboren; wir müssen wissen, ob Er ein Sohn durch Erbschaft ist, oder ob Er nur den Titel „Sohn“ erhalten hat. Wenn wir Jesus erkennen sollen, „so wie Er ist“, dann ist es unabdingbar, dass wir die Wahrheit über den Sohn Gottes wissen müssen. Wenn wir diese Wahrheit nicht erkennen, dann ist es unmöglich, dass wir in das Ebenbild Christi verwandelt werden, und, schlimmer noch: wenn wir eine falsche Vorstellung von Ihm haben, werden wir in das Ebenbild Satans verwandelt, der der Vater aller falschen Christusse und aller Abgötter in unserer Vorstellungskraft ist.

Demzufolge ist eine richtige Erkenntnis über den Sohn Gottes der entscheidende Kernpunkt des Verständnisses darüber, was Gerechtigkeit aus Glauben ist. Wie kann das sein? Wie bringen wir das miteinander in Verbindung? Beachte diesen Text:

Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein.“ Philipper 2, 5 – 6

Die Bibel sagt uns deutlich, dass Christus es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Die entscheidende Frage, die wir uns hier stellen müssen, lautet: Auf welcher Basis dachte Christus, dass es nicht ein Raub war, Gott gleich zu sein? A.T. Jones legt uns die Sache aus:

Um welchen Gedanken geht es nun in Bezug auf Christus im ersten Kapitel des Hebräerbriefes?

Zuerst werden wir „Gott“ - Gott, dem Vater – gegenübergestellt, der zur Menschheit spricht, der „geredet hat zu den Vätern durch die Propheten“ und „in diesen letzten Tagen zu uns geredet hat durch den Sohn“.

Hier kommt Christus hinzu, der Sohn Gottes. Weiter spricht es dann von beiden, dem Vater und dem Sohn. „Ihn hat Gott (Vater) gesetzt zum Erben über alles; durch Ihn hat Er (Gott Vater) auch die Welt gemacht.“ Ehe Christus, der Sohn Gottes, uns als Hohepriester vor Augen geführt wird – und einleitend dazu -, wird Er als Schöpfer bei Gott und als das tätigende, lebensweckende Wort in der Schöpfung vorgestellt. „Durch Ihn“ wurde die Welt gemacht.

Weiter lesen wir vom Sohn Gottes selbst: „Er ist der Abglanz Seiner (des Vaters) Herrlichkeit und das Ebenbild Seines (des Vaters) Wesen und trägt alle Dinge mit Seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von unseren Sünden und hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe.“.

Das besagt, dass die Natur Christi im Himmel die Natur Gottes war. Er, in Seiner Person, in Seiner Substanz, ist der echte Abdruck und der wahre Charakter der Substanz Gottes. Das bedeutet, die Natur Christi im Himmel, ehe Er zur Erde kam, war die Substanz der Natur Gottes selbst.

Deshalb steht über Ihn geschrieben, dass Er um „soviel höher geworden ist als die Engel, soviel Erhabener der Name ist, den Er vor ihnen ererbt hat“. Der erhabenere Name ist der Name „Gott“, den der Vater, wie aus Vers 8 ersichtlich, dem Sohn gibt: „aber von dem Sohn (sagt der Vater): 'Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit'“.

Er ist also um soviel höher als die Engel, wie Gott höher ist als sie. Das ist der Grund, warum Er den erhabeneren Namen hat, den Namen, der zum Ausdruck bringt, was Er seiner innersten Natur nach ist.

Diesen Namen hat Er „ererbt“. Er wurde Ihm nicht verliehen, sondern Er hat ihn ererbt.

Als ewige Wahrheit liegt es in der Natur der Sache, dass jemand unmöglich einen anderen Namen ererben kann als allein den Namen seines Vaters. Der Name Christi, der erhabener ist als der der Engel, ist demnach der Name des Vaters; und der Name des Vaters ist Gott. Der Name, den der Sohn ererbt hat, ist also Gott.

Der bereitete Weg zur christlichen Vollkommenheit, Seite 13, 14

Das erste Kapitel des Hebräerbriefes, erklärt durch A.T. Jones, zeigt uns ohne jeden Zweifel, warum Christus es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber mehr noch, es zeigt uns auch ohne jeden Zweifel die Grundlage, warum Christus es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Die Macht, die Position, die Stellung von Christus, alles wurde Ihm vom Vater gegeben, und der Sohn hält alle diese Dinge durch den Glauben an das Wort Seines Vaters. Als der Vater zum Sohn sagte:

Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: „Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt“? Und abermals: „Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein.“ Hebräer 1, 5

Und wieder:

Und abermals, da er einführt den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: „Es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten“. Hebräer 1, 6

Und wieder:

aber von dem Sohn (sagt er): „Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts (der Gerechtigkeit / KJV Bibel).“ Hebräer 1, 8

Der Sohn nahm die Worte des Vaters durch den Glauben an. Wie ist das möglich? Um eine Erbschaft zu empfangen bedarf es eines Akts des Glaubens gegenüber dem Geber. Als der Vater Christus einsetzte als Erben aller Dinge, nahm der Sohn diese Einsetzung im Glauben an. Wiederum, warum nahm Christus diese Dinge im Glauben an? Die Antwort lautet: weil sie Ihm durch den Vater gegeben wurden.

Nun kommen wir zum eigentlichen Kern der Frage, warum Christus es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich und der Erbe von allem zu sein, den Titel Gott zu besitzen und von allen Engeln angebetet zu werden. Sein Denken war ein Akt des Glaubens. Das ist der ewige Glaube von Jesus – ein Glaube, der Ihm erlaubt, anzunehmen was der Vater Ihm gesagt hat, nämlich, sich selbst anzusehen als Gott gleich und angebetet zu werden als Gott und alle Fülle der Göttlichkeit des Vaters zu besitzen. Jesus, unser mächtiger Prinz, entschied sich dafür, im Glauben anzunehmen, was der Vater gesagt und für Ihn getan hatte. Wir lesen über Jesus, wenn Er auf dem Thron des Universums sitzt:

„ … aber von dem Sohn (sagt der Vater): „Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts (der Gerechtigkeit / KJV Bibel).“ Hebräer 1, 8

Wodurch besaß Christus dieses Zepter der Gerechtigkeit? Durch den Glauben in die Worte des Vaters. Der Sohn Gottes ist gerecht durch den Glauben. Der Sohn Gottes ist das Herz und die Seele, das eigentliche Wesen, der Eckstein von Gerechtigkeit aus Glauben, weil es genau das ist, wodurch Er gelebt hat, wodurch Er jetzt lebt und für alle Ewigkeit leben wird. Das ist auch der Grund, warum Er der Ewig-Vater ist von all denen, die leben durch den Glauben Jesu in das Wort des Vaters.

Wenn wir den Sohn anschauen in diesem klaren Licht, werden wir verwandelt in das Bild Seines Glaubens. Sein Glaube in das Wort Seines Vaters wohnt in uns durch den Geist, so dass auch wir an das Wort des Vaters in Bezug auf uns glauben. Wenn wir Christus anschauen, „so wie Er ist“, werden wir umgewandelt in dasselbe Bild durch die Herrlichkeit des Herrn.

Im Gegensatz zu diesem Bild von Jesus, der das Zepter der Gerechtigkeit durch den Glauben in Seiner Hand hält, sehen wir einen anderen Christus in den vielen Glaubensbekenntnissen des Christentums, einen Barabbas, der sich selbst inthronisiert hat.Warum denkt dieser Räuber nicht, dass es ein Raub ist, Gott gleich zu sein? Worauf vertraut dieser Verführer und was veranlasst ihn, nicht zu denken, dass es ein Raub sei, Gott gleich zu sein? Warum schaut er auf sich selbst, und warum verweist er auf seine eigene Kraft, sein eigenes Wissen, sein eigenes ewiges Alter? Er besitzt diese Dinge nicht im Glauben, sondern durch seine eigenen Herrlichkeit. Er ruht nicht im Wort seines Vaters, sondern in sich selbst. Wenn er aufgerufen wird, seine Zuversicht zu erklären, dann steht er auf und offenbart seine Abstammung von der Gottheit nicht durch den Glauben, sondern in Selbstvertrauen. Er sitzt im Tempel Gottes und behauptet, dass er Gott ist, weil er begehrte hinaufzusteigen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden, um dem Allerhöchsten gleichzuwerden.

Was wird das Ergebnis sein, solch ein Wesen anzuschauen, diese zweite Person der Gottheit? Er ist das perfekte Abbild von Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung. Aber mehr noch, dieser schlaue Verführer legt sich die Maske des abhängigen Jesus an während Seiner Inkarnation als Mensch. Er verdeckt seine Selbstzuversicht hinter der Rolle des vertrauenden unterwürfigen Sohnes. Er vermischt das Wahre und das Falsche mit der Absicht, sein wahres Selbstvertrauen vor dem Sichtbarwerden zu verbergen. Er projiziert ein Bild von vertrauensvoller Unterwerfung, gespeist aus seinen ewigen Quellen des Vertrauens in sich selbst.

Noch einmal fragen wir uns, was wird das Ergebnis sein, wenn wir diese auf sich selbst vertrauende zweite Person der Dreieinigkeit anschauen? Selbstvertrauen natürlich! Durch Anschauen werden wir in das gleiche Bild verwandelt. Wenn wir Jesus erfassen als einen Gott aus Seinen eigenen Ressourcen, dann werden wir Menschen aus unseren eigenen Ressourcen. Aber wenn wir glauben, dass Jesus Gott ist durch den Glauben an das Wort des Vaters, dann werden wir auch zu Menschen des Glaubens an das Wort des Vaters und werden in das gleiche Bild verwandelt werden.

Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten hinausgegangen in die Welt.“ 1. Johannes 4, 1

Viele werden kommen im Namen Christi und behaupten, von Ihm zu sein, und sie werden viele verführen.

Wir werden gerecht durch den Glauben, wenn wir Jesus anschauen, „so wie Er ist“ – Gerechtigkeit durch Glauben!