Das göttliche Muster des Kreuzes

veröffentlicht Nov 01, 2013 von Adrian Ebens in Das göttliche Muster Treffer: 236
Übersetzt von Jutta Deichsel

(English)

 

In meinem vorigen Artikel: „Das göttliche Muster – Schlüssel zum Gesetz“habe ich zwei Prinzipien des göttlichen Musters erwähnt:

Quelle 1.Kor. 8, 6

Kanal 1.Kor. 8, 6

1. Prinzip

Unsichtbar

1. Timotheus 6, 16:

der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“

1. Johannes 4, 12:

Niemand hat Gott je gesehen.“

Sichtbar

Kolosser 1, 15:

welcher das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Kreatur.“

Hebräer 1, 2 – 4:

da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist.“

2. Prinzip

In den Personen vom Vater und Sohn haben wir eine unsichtbare Quelle, die durch einen sichtbaren Kanal manifestiert wird. Dieses Muster wiederholt sich an vielen Stellen. Hier sind zwei Beispiele, die wir bis jetzt angeschaut haben:

Heiligtum im Himmel

Hebräer 8, 1 – 2:

Wir haben einen solchen Hohenpriester, der zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel sitzt, einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, welche der Herr errichtet hat, und nicht ein Mensch.“

Irdisches Heiligtum

2. Mose 25, 8 – 9:

sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich mitten unter ihnen wohne!“

Hebräer 8, 5:

Diese dienen einem Abbild und Schatten des Himmlischen, gemäß der Weisung, die Mose erhielt, als er die Stiftshütte anfertigen wollte: «Siehe zu», hieß es, «daß du alles nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist!»“

Bevor Christus offenbart wurde, fand der Zugang zum Himmel durch das sichtbare irdische Heiligtum statt als einen Kanal für das unsichtbare himmlische Heiligtum. Nachdem Christus gekommen ist, ist der, der an Christus glaubt, das sichtbare irdische Heiligtum. Er lebt durch den Geist von Christus, der uns vermittelt wird vom himmlischen Heiligtum.

Christus

Johannes 16, 7:

„ Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“

Glaubender

1. Korinther 6, 19:

Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden heiligen Geistes ist, welchen ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht euch selbst angehöret?“

Jeder Gläubige ist ein Botschafter für Christus, der sichtbare Stellvertreter Christi, der jetzt im Himmel ist und unsichtbar für das menschliche Auge. Christus erreicht die Ungläubigen durch die Gläubigen.

 

Gibt es eine Unterweisung in diesem göttlichen Muster reflektiert im Kreuz von Christus? Wir wissen, als Christus in diese Welt kam und starb, dass sein Tod sichtbar für das Universum offenbar wurde. Aber war das die Quelle des Kreuzes?

Und alle Bewohner der Erde werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes, das geschlachtet ist, von Grundlegung der Welt an.“ Offenbarung 13, 8

Die Quelle des Kreuzes entstand von Grundlegung der Welt. Nicht als Typus, nicht als Symbol, sondern als eine Realität. Wie kann das sein? Beachte gewissenhaft die Zeitform in Jesaja 53, geschrieben 700 Jahre vor Christus:

Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg;darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. “  Jesaja 53, 3 – 5

Im Jahre 700 vor Christus war er verachtet und verlassen. Er ist ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut. Im Jahre 700 vor Christus hat Christus bereits unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen. Im Jahre 700 vor Christus war er bereits für unsere Sünden zerschlagen. Im Jahre 700 vor Christus hatte er schon die Wunden erhalten, durch die wir geheilt wurden. Schaut, wie das geschah:

Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.“  Jesaja 53, 6

Die Ungerechtigkeit der Welt wurde auf seinen Sohn gelegt von Grundlegung der Welt. Damit Adam und Eva weiterleben konnten, musste Christus den Fluch des Ungehorsams tragen und er trug ihn von Grundlegung der Welt und er trägt diesen Fluch auch jetzt. Beachtet, wie die Vergangenheitsform in die Gegenwartsform übergeht.

„Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“  Jesaja 53, 7

Der Sohn Gottes war gestraft und gemartert von Grundlegung der Welt und jeden einzelnen Tag wird er wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, denn die Schrift sagt:

wo sie abfallen, wiederum zu erneuern zur Buße, als die sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und für Spott halten.“  Hebräer 6, 6

Die sichtbare Offenbarung des Kreuzes war einmal für alle Zeiten, aber die unsichtbare Quelle des Kreuzes wird jeden Tag auf neue gekreuzigt durch die Feindschaft, die im natürlichen Menschen wohnt. So wie Paulus den Galatern eindeutig erklärte:

O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet, welchen Christus Jesus vor die Augen gemalt war, als wäre er unter euch gekreuzigt?“  Galater 3, 1

Schaut, was E.J. Waggoner über diesen Vers bemerkte:

Als Paulus den Galatern predigte, wurde Christus ihnen dargestellt als direkt vor ihren Augen gekreuzigt. So lebhaft war die Vorstellung, dass sie tatsächlich Jesus am Kreuz sehen konnten. Das war keine geschickte Wort-Malerei von Paulus, oder Einbildung der Galater, denn dann wäre es nur eine Täuschung gewesen. Nein, es war eine wirkliche Tatsache, Christus war da, gekreuzigt, vor ihren Augen, und Paulus durch den Geist machte es ihnen möglich, ihn zu sehen. Wir wissen, dass es nicht Paulus Fähigkeit im Darstellen von schönen Wortbildern war, durch die sie sich einbildeten, die Kreuzigung zu sehen, denn an anderer Stelle sagt Paulus, dass er sich vorgenommen hat, nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten, und dass er absichtlich und sorgfältig sich zurückhielt vom Gebrauch von Worten menschlicher Weisheit, aus Angst, dass er das Kreuz von Christus wirkungslos machen könnte (1.Kor. 1, 17 – 18; 2, 1 – 4). Die Erfahrung der Galater in dieser Sache war nicht besonders nur für sie. Das Kreuz von Christus ist eine gegenwärtige Sache. Der Ausdruck „Komm zum Kreuz“ ist nicht einfach ein leeres Wort, sondern eine Einladung, der man buchstäblich nachkommen kann. Christus ist vor uns gekreuzigt, und jeder Grashalm und jedes Blatt im Wald offenbart diese Tatsache.“

E.J. Waggoner, The Glad Tidings, 1900, Seite 99 u. 100

Das Kreuz von Christus ist allgegenwärtig. Unsichtbar für das menschliche Auge trägt Christus im Himmel den Fluch der Sünde und täglich wird Christus aufs neue gekreuzigt in dem sündigen Leben der gesamten menschlichen Rasse.

Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.“ 1. Korinther 2, 2

Doch lasst uns noch tiefer gehen in diese Herrlichkeit des Kreuzes. Können wir die Quelle des Kreuzes allein in Christus finden? Hat nicht Christus alle Dinge von seinem Vater ererbt? Ist nicht der Vater die Quelle aller Dinge und tatsächlich auch die Quelle des Kreuzes seines Sohnes? Schaut, wie sogar die Offenbarung von Christus, enthüllt im biblischen Buch der Offenbarung, ihm von seinem Vater gegeben wurde:

Offenbarung Jesu Christi, welche Gott ihm gegeben hat..."  Offenbarung 1, 1

Wenn wir die Geschichte von Abraham sorgfältig studieren, werden wir die Quelle des Kreuzes finden.

Da nun die Sonne anfing sich zu neigen, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und siehe, Schrecken und große Finsternis überfielen ihn.“ 1. Mose 15, 12

Bevor der verheißene Same offenbart werden konnte, musste eine Entscheidung getroffen werden.

Der Engel sagte: „Glaubst du, daß der Vater seinen geliebten Sohn ohne Kampf dahingab? Nein, nein!“ Es war selbst für Gott im Himmel ein Kampf, ob er den schuldigen Menschen verloren gehen oder seinen geliebten Sohn für ihn in den Tod geben sollte.“ Erfahrungen und Gesichte S. 120

Hier ist die Quelle des Kreuzes. Es ist der Kampf des Vaters, seinen geliebten Sohn dahinzugeben. Der Same der selbstaufopfernden Liebe wird gefunden im Herzen des Vaters und offenbart sich in seinem Sohn.

Durch das Mißverstehen der Absichten Gottes wurde die Welt verfinstert. Damit die dunklen Schatten erhellt und die Schöpfung zu Gott zurückgeführt würde, mußte Satans trügerische Macht vernichtet werden. Das aber konnte nicht durch Gewaltanwendung geschehen. Gewaltausübung steht den Grundsätzen der Herrschaft Gottes entgegen. Er erwartet lediglich einen Dienst aus Liebe. Sie aber kann man weder befehlen noch durch Machteinsatz oder Amtsgewalt erzwingen. Nur Liebe erzeugt Gegenliebe. Gott erkennen heißt ihn lieben. Der Gegensatz seines Charakters zu dem Charakter Satans mußte deshalb geoffenbart werden. Nur einer im ganzen Universum konnte dies tun; nur er, der die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes kannte, konnte sie auch verkünden.“ Das Leben Jesu, Seite 11

Johannes 3, 16 weist auf die Quelle des Kreuzes hin. Dieser Vers sagt deutlich:

Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ Johannes 3, 16

Der Vater gab seinen Sohn, das ist die Quelle des Kreuzes. Der Schrecken einer großen Finsternis fiel auf den Vater, als er die Entscheidung traf, uns durch den Tod seines Sohnes zu retten. Wieder stellen wir fest, dass Christus nicht glückselig im Himmel saß vor der Offenbarung des Kreuzes. Nein, unsere Sünden lasteten auf ihm und er trug unsere Sorgen seit Grundlegung der Welt. Die selbstlose Liebe des Vaters war offenbart in der selbstlosen Liebe des Sohnes, der unsere Sünden trägt.

Wer sie ängstete, der ängstete ihn auch; und der Engel seines Angesichts half ihnen. Er erlöste sie, darum daß er sie liebte und ihrer schonte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her."  Jesaja 63, 9

Jesus nahm die Feindschaft der Menschen auf sich selbst und trug sie von alters her, aber weil Christus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist und Gott die Quelle aller Dinge ist, deshalb nahm der Vater dieses Leiden auf sich selbst, wie er als der eine offenbart ist in Jesaja 63:

Ich will der Gnade des HERRN gedenken und des Lobes des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat, und in der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erzeigt hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gnade.“   Jesaja 63, 7

So sehen wir die Offenbarung des Kreuzes von Christus so, als wäre es das Kreuz des Vaters. Der Vater gab den auf, der ihm am kostbarsten war. Der Vater ertrug den Schrecken einer großen Finsternis um ein Lamm bereitzustellen. Der Same von Isaak wurde nicht offenbart bevor ein Schrecken der Finsternis von Abraham erfahren wurde. Wir können das weiterführen bis zur Geschichte von Adam und Eva. Eva konnte nicht offenbart werden, bevor Adam nicht in Schlaf versetzt wurde. Wir wissen, dass Adam und Eva erst erschaffen wurden nach der Rebellion im Himmel, deshalb existierte das Kreuz bereits und die Geschichte des Kreuzes ist offenbart in der Schöpfung von Adam und Eva.

Wir können das noch einen Schritt weiter führen in Bezug auf die Quelle des Kreuzes und seine Manifestation.

Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: "Wie lieblich sich die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!" Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja sagt: "HERR, wer glaubt unserm Predigen?" So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Wort Gottes.Ich sage aber: Haben sie es nicht gehört? Wohl, es ist ja in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte.“   Römer 10, 15 – 18

Paulus spricht über das Verkündigen des Evangeliums und zitiert aus Psalm 19:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht tut es der andern kund, ohne Sprache und ohne Worte, und ihre Stimme wird nicht gehört. Ihre Stimme geht aus ins ganze Land und ihre Rede bis ans Ende der Welt.Dort hat er der Sonne ein Zelt gemacht.“    Psalm 19, 1 – 4

Indem er vom Evangelium spricht, sagt Paulus folgendes:

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte wird infolge von Glauben leben». Es offenbart sich nämlich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.“   Römer 1, 16- 20

Die Kraft Gottes zur Errettung ist offenbart in der Erschaffung der Welt. In der Schöpfung selbst wurde die Geschichte des Evangeliums ausgedrückt. Ich ermutige euch, das Buch „Das Evangelium in der Schöpfung“ von E.J. Waggoner als eine Erweiterung dieses Themas zu lesen. Denkt daran, dass Sünde bereits existierte vor der Erschaffung dieser Welt, deshalb offenbart die Schöpfung dieser Welt die rettende Macht Gottes.

Beachte sorgfältig die Worte von Paulus:

Denn der Gott, welcher aus der Finsternis Licht hervorleuchten hieß, der hat es auch in unsern Herzen licht werden lassen zur Erleuchtung mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“  1. Kor. 4, 6

Das Licht des Kreuzes findet seine Quelle im Herz des Vaters und wurde offenbart im Angesicht Jesu Christi. Es ist so wichtig dieses Prinzip des Kreuzes zu verstehen. Das göttliche Muster zeigt uns, dass die Offenbarung des Kreuzes nicht die Quelle des Kreuzes ist. Die Offenbarung von Christus am Kreuz ist der sichtbare Kanal der uns zu der unsichtbaren Quelle leitet. 

Mit diesen Gedanken sind wir bereit, einige Aspekte des ewigen Evangeliums zu betrachten. A.T. Jones schreibt:

Das große Problem mit den Juden vom Anfang bis zum Ende war, dass sie den Herrn so weit entfernt wähnten, dass sogar die Dinge, die Gott gegeben hatte um seine perfekte Nähe anzudeuten, genommen wurden und als Zeichen dafür benutzt wurden, wie weit er weg wäre. Opferungen und Gaben, das Heiligtum, der Tempel, sein Dienst, all diese Dinge wurden von den jüdischen Lehrern und der großen Menge des Volkes auf eine solche Weise benutzt, dass alles, was diese Dienste ihnen bedeuteten, darin bestand, dass sie auf Christus hinwiesen, der weit weg irgendwo da drüben war. Es wurde verstanden, dass diese Dinge den Messias bedeuteten, aber es war der Messias, der weit weg war. Und sie mussten sich selbst gut machen, um ihn näher zu sich zu bringen, und diese Dinge wurden angesehen, als hätten sie einen Wert in sich selbst und wären deshalb in der Lage, ihnen Gerechtigkeit zu schenken.

Ich bin nicht sicher, ob Siebenten-Tags-Adventisten über die Vorstellungen dieser Dinge von früher hinausgekommen sind, dass sie Christus als weit entfernt bezeichnen. Ich sage nicht, dass Siebenten-Tags-Adventisten jetzt denken, dass Christus nun weit weg ist. Aber ich fürchte, dass sie nicht weggekommen sind von der Vorstellung, wenn sie auf das Heiligtum und seine Dienste schauen, die Opfer und Gaben, dass diese dazu bestimmt seien, sie über Christus weit weg irgendwo da drüben zu belehren. Es heißt, dass all diese Dinge auf Christus hinweisen. Diese Dinge weisen alle auf Christus, das ist die Wahrheit. Aber es ist Christus ganz nah und nicht weit weg. Gott wollte, dass alle diese Dinge hinweisen sollten auf Christus, der in ihren Herzen lebt, nicht vor 1800 Jahren, nicht so weit weg wie der Himmel ist von der Erde, sondern sie sollten hinweisen auf Christus in ihrer ständigen Lebenserfahrung Tag für Tag. Und wenn wir diese Vorstellung festhalten, und dann das Heiligtum studieren, die Opfer, die Gaben, kurz gesagt, das Evangelium, wie wir es in 3. Mose finden – dann werden wir sehen, dass es Christus für sie bedeutete als einen lebenden gegenwärtigen Retter Tag für Tag und wir werden auch erkennen, dass er das für uns heute genauso ist. 

Da ist Evangelium, da ist christliche Erfahrung für uns heute im 1. Buch Mose, im 2. Buch Mose, im 3. Buch Mose, im 5. Buch Mose, und in der ganzen Bibel. Aber wenn wir diese Texte lesen und sagen, dass solche Opfer und Gaben hinwiesen auf Christus weit weg von den Juden und erwarten, dass die Juden durch diese Dienste weit weg schauen sollten auf Christus dort drüben, der irgendwann kommen sollte – wenn wir diese Schriften lesen und sie auf diese Weise anschauen, dann lesen wir die Schrift in gleicher Weise wie es die Juden taten und wir stehen genau dort wo sie standen zu dieser Zeit in diesen Berichten.

Das wollen wir niemals tun. Nein. Wir sollen nicht in das Heiligtum schauen mit seinen Möbeln und Utensilien, wie Gott sie dort platziert hat, mit Gottes Gegenwart darin und denken, dass dies ihnen andeuten sollte, dass sie lernen müssten, dass Gott nur im Heiligtum im Himmel wohnt. Wenn wir es auf diese Weise anschauen, sind wir bereit zu denken, dass das in etwa genauso nahe ist wie er uns heute ist, weil das ebenso nahe ist, wie wir ihn zu ihnen kommen sehen. Wenn wir darauf in dieser Weise schauen, wie würden wir es dann angesehen haben für uns selbst, wenn wir an ihrer Stelle gewesen wären? Auf die gleiche Weise, und das zeigt, dass, wenn wir da gewesen wären, wir genauso gewesen wären wie sie.

 A.T. Jones, Predigt 25, General Conference Bulletin 1895

In der obigen Tabelle werdet ihr sehen, dass ich eine Beziehung gemäß dem göttlichen Muster zwischen dem himmlischen und irdischen Heiligtum erwähnt habe. Mit dem Wissen, dass Christus geschlachtet ist von Grundlegung der Welt und Christus seit Anfang der Zeit unsere Sünden getragen hat, dann ist es zweifellos so, dass das himmlische Heiligtum und sein Dienst tatsächlich die Realität war, die im irdischen Heiligtum offenbart wurde. Das Evangelium des Heiligtums, das Moses offenbart wurde, wies hin auf eine gegenwärtige Realität im Himmel und nicht nur auf eine zukünftige Realität bei der Offenbarung von Christus auf der Erde. Ich wiederhole: die Quelle des Kreuzes ist von Grundlegung der Welt.

Lasst uns noch einmal zu A.T. Jones gehen:

Da war auch ein Priestertum im irdischen Tempel auf dem Berg Zion in Jerusalem. Es gab ein Priestertum in Silo in der Wüste. Es ist wahr, dass dies das Priestertum von Christus repräsentierte, aber repräsentierte es auch irgendeinen Priesterdienst von Christus vor dem Jahre 1 nach Christus? Sollen wir sagen, dass es einen Priesterdienst von Christus repräsentierte, der weit entfernt war? Nein. Dieser Priesterdienst in Jerusalem, im Heiligtum in der Wüste, repräsentierte einen bereits existierenden Priesterdienst nach der Ordnung Melchisedeks. Du sollst ein Priester sein ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks? Nein, nein. „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“. Kannst du nicht sehen, dass dieses gesamte System von Diensten, das Israel gegeben wurde, sie über die Gegenwart Christi dort bei ihnen belehren sollte für die gegenwärtige Errettung ihrer Seelen und nicht für die Errettung ihrer Seelen achtzehnhundert Jahre oder zweitausend Jahre oder viertausend Jahre weit weg? Ganz gewiss, es ist so.

Oh, es war schon immer Satans Täuschung gewesen und es war schon immer die Ausübung seiner Macht die Menschen, alle Menschen, dahin zu bringen, zu denken, dass Christus so weit weg ist, wie man ihn nur wegtun kann. Je weiter weg die Menschen Christus setzen, sogar diejenigen, die bekennen, an ihn zu glauben, desto mehr ist der Teufel befriedigt. Und dann wird er die Feindschaft, die in dem natürlichen Herzen ist, aufstacheln und wirken lassen darin, Zeremonialismus einzusetzen und das den Platz von Christus einnehmen zu lassen.“

A.T. Jones, Predigt 25, General Conference Bulletin 1895

Ich möchte darauf hinweisen, dass, wenn es keine lebendige Realität, keine lebendige Quelle gegeben hat hinter dem Heiligtum, der Priesterschaft und dem Opferdienst, und diese Dinge eine Quelle in sich selbst darstellen, dann könnte man Gott anklagen, Zeremonialismus – eine Form der Anbetung ohne Substanz – für die Kinder Israel erschaffen zu haben. Lies sorgfältig die Predigten 24 und 25 von A.T.Jones in dem 1895 General Konferenz Bulletin und du wirst eine wunderbare Entfaltung gerade von diesem Punkt sehen. Christus war nicht weit weg 1500 Jahre vor Christus, er war nah, genau dort mit den Israeliten:

Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die durch das Gesetz kommt, also: «Der Mensch, welcher sie tut, wird dadurch leben.» Aber die Gerechtigkeit durch den Glauben redet so: «Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will in den Himmel hinaufsteigen?» (nämlich um Christus herabzuholen) oder: «wer will in den Abgrund hinuntersteigen?» nämlich um Christus von den Toten zu holen! Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen!» nämlich das Wort des Glaubens, das wir predigen.“   Römer 10, 5 – 8

Die Realität des Wortes – Jesus Christus der Herr – war gegenwärtig in den Tagen von Mose.

Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu wunderbar und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und verkündigen, daß wir es tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will uns über das Meer fahren und es uns holen und verkündigen, daß wir es tun? Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tun kannst.“   5. Mose 30, 11 – 14

Christus wurde tatsächlich von Grundlegung der Welt geschlachtet und deshalb war Christus greifbar und gegenwärtig für jeden Gläubigen, der Opfer und Gaben zu Gott brachte. Solange der Gläubige erkannte, dass die gebrachten Opfer nicht die Quelle der Erlösung waren, sondern eher ein sichtbarer Kanal für die unsichtbare himmlische Realität.

Das göttliche Muster von Vater und Sohn offenbart uns, dass wir niemals versuchen sollten, die Quelle mit dem Kanal zu vermischen. Der Vater ist die unsichtbare Quelle und der Sohn ist der sichtbare Kanal. Dieses Muster wird wiederholt im himmlischen und irdischen Heiligtum. Es wird wiederholt in der Priesterschaft von Christus und der Priesterschaft von Aaron. Aaron war einfach ein Kanal für die wahre Priesterschaft von Christus. Solange die Quelle unterschiedlich ist vom Kanal, gibt es nicht die Gefahr der Verfälschung. Aber wenn die Ansicht aufkommt, dass der Kanal ebenfalls die Quelle ist, wird das gesamte System zerstört. Genau das sehen wir in der Lehre der Dreieinigkeit. Der Sohn Gottes wird zum Selben gemacht wie der Vater und sie werden vermischt zu einem Gott. Indem ein 3 in 1 Gott geformt wird, geht die Realität von Vater und Sohn verloren. Das ist auch die traurige Tatsache, wenn wir denken, dass Aaron die Quelle der Priesterschaft in Israel darstellte. Existierte nicht die Priesterschaft von Melchisedek in den Tagen von Aaron?

Satan versuchte die Juden, den Kanal des Heiligtums und seine Dienste zu verwandeln, um zur Quelle der Erlösung zu werden. Der Kanal wurde zu einem Selbstzweck und wurde dadurch ein Mittel zur Erlösung anstatt ein Kanal in eine himmlische Realität. Indem sie den Kanal des Evangeliums erhoben zu einer Quelle, verwandelten die Juden das gesamte System in ein Joch der Knechtschaft, ein bedeutungsloser Ablauf von Riten und Zeremonien, denn das, was als ein Kanal vorgesehen war, wurde zur Quelle gemacht. Das, was die Form war, wurde zur eigentlichen Substanz gemacht. Das, was der Buchstabe war, wurde lästerlich präsentiert als der Geist. Deshalb versucht der Hebräerbrief die wahre Quelle wieder herzustellen, die von der jüdischen Führerschaft verdeckt und ersetzt worden war.

Doch da ist auch eine Gefahr für uns als Christen, wenn wir das falsch verstehen. Wenn wir glauben, dass keine lebendige Realität gegenwärtig war in den Tagen von Abraham und Mose; wenn wir bekennen, dass sich das Kreuz nicht vollzog bis 4000 Jahre nach der Schöpfung, dann sehen wir automatisch das gesamte jüdische System an als einer Reihe von Zeremonien, die keine gegenwärtige Realität besaßen, sondern sie wiesen hin auf etwas weit in der Zukunft. Das Praktizieren von etwas, das keine gegenwärtige Realität ist, ist eine Farce und der Same von Zeremonialismus. Wenn wir glauben, dass das Kreuz von Christus nur eine einzelne Begebenheit war vor 2000 Jahren, dann ist das Kreuz nicht nur weit weg von Mose und Abraham, sondern es ist auch weit weg von uns. Der einzige Schutz gegen Zeremonialismus ist ein immer gegenwärtiges Kreuz, ein immer gegenwärtiger Retter. Der Schlüssel zum Kreuz ist das göttliche Muster von Quelle und Kanal. Die unsichtbare Quelle bei der Grundlegung der Welt und der sichtbare Kanal durch den Christus offenbart wurde, als er auf die Erde kam.

Schaut, wie viele Christen unternehmen Pilgerfahrten nach Israel und laufen die Stationen des Kreuzes ab und küssen die Füße von leblosen in Stein gemeißelten Heiligen. Ist ein solcher Zeremonialismus so weit entfernt von den Siebenten-Tags-Adventisten? Was ist mit dem wöchentlichen Gang zur Gemeinde um drei Lieder zu singen und eine Predigt zu hören? Ist nicht das meiste davon nur eine Form ohne Substanz? Es sei denn, dass Christus unter uns dargestellt wird als gekreuzigt und als der, der gerade jetzt unsere Krankheit trägt und durch unsere Schmerzen niedergedrückt wird, sonst sind wir dazu verdammt, den Zeremonialismus der Israeliten zu wiederholen. Wenn wir 2000 Jahre zurückschauen um das Kreuz zu sehen, dann sind wir weit weg von dem Kreuz. 

Was ist mit dem Stolz der Protestanten darauf, dass sie allein in Christus stehen? Sie stehen auf einem Ereignis, das vor 2000 Jahren stattfand. Christus ist in Wirklichkeit weit weg. Sie nahen sich Christus mit ihren Lippen, doch ihre Herzen sind weit weg von ihm. Sind Protestanten beteiligt am Zeremonialismus? Sicher! Tanzen und Springen zu lauter Musik, das Fleisch schüren bis in einen tranceähnlichen Zustand, von einem Geist erschlagen auf den Boden fallen. Ist das nicht eine bedeutungslose Runde von Riten und Zeremonien, weil in all diesem Ausdruck ist Christus Kreuzigung 2000 Jahre weit weg und nur der auferstandene Christus wird als eine gegenwärtige Realität angebetet. Bringt eine solche Anbetung eine sinnvolle Veränderung und Sieg über die Sünde im Leben? Ohne Tod kann es kein Leben geben. Ohne die gegenwärtige Realität des Kreuzes ist die Anbetung des auferstandenen Christus lediglich wie das Opfer Kains – kein geschlachtetes Lamm ist vorhanden, nur lebende Dinge werden geopfert.

 

Die Quelle des Kreuzes kommt aus dem Herzen des Vaters. Christus hat unsere Sünden getragen von Grundlegung der Welt bis zu diesem Tag. Jesaja 53 ist eine immer gegenwärtige Realität. Er wird jetzt verachtet, er wird jetzt zurückgewiesen, er ist jetzt verwundet, denn überall auf diesem Globus offenbart sich die Feindschaft der Menschen gegen Christus und seinen Vater. Im Laufe der menschlichen Geschichte ist das Kreuz eine immer gegenwärtige Realität. Doch ist dies nur eine Realität im Licht des göttlichen Musters von Quelle und Kanal und von unsichtbar und sichtbar.