Maranatha Media: German

Was Gott aus meinem 2ten Zehnten gemacht hat

veröffentlicht Mai 21, 2021 von Yvonne Eisenblätter in Erfahrungen und Zeugnisse
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Seit ich vor 1¼ Jahren von Pastor Adrian in Waterford (Australien – oh süße Erinnerung…) getauft wurde, gebe ich meinen Zehnten an Maranathamedia. Kurz zuvor hatte ich in einer Predigt von Pastor Adrian vom 2ten Zehnten gehört, der für die Festversammlungen und für die Notlagen Bedürftiger Menschen beiseite gelegt werden könne.* Also fing ich an meinen 2ten Zehnten auf einem separaten Konto zu sammeln. Mein Einkommen lag seither so zwischen 650 und 1.300 € im Monat (inkl. dem, was meine Eltern mir ab und an zusteckten). Nicht gerade üppig, aber ich hatte noch nie mehr zur Verfügung… Jedoch hatte ich auch noch nie einen Zehnten gegeben, geschweige denn zwei Zehntel davon nicht zur Verfügung gehabt…

Wie dem auch sei, bin ich mit dem Geld immer irgendwie ausgekommen - eigentlich sogar gut… ohne meinen 2ten Zehnten anzurühren, lediglich für unsere Festzusammenkünfte habe ich etwas davon verwendet und einmal einer Schwester mit einem Monatsbetrag ausgeholfen.

Seit ich vor ca. einem halben Jahr arbeitslos geworden bin, lag mein Einkommen zumeist eher bei 650 € und ich war ganz traurig über den kläglichen Zehnten, den ich nur noch geben konnte… Dann geschah etwas unerwartet Großartiges…

Ich hatte mir vor ein paar Jahren von meinem Freund Wolfram 5.000 € geliehen. Nun war ich endlich in der Lage sie ihm zurückzuzahlen und rief ihn an, da ich seine Kontonummer nicht hatte. Nach einem sehr schönen und ausgiebigen Telefonat, wir hatten uns schon fast zwei Jahre nicht gesprochen, fragte ich ihn also nach seiner Kontoverbindung für die Begleichung meiner Schulden… Er zögerte und sagt: „Mmh, ich hab grad mal in mich hineingespürt, und wenn du mir 2.500 € zurück gibst wäre das fein.“ „Ähh… Was?? Wie jetzt, warum das?“, stammelte ich. „Ach“, sagte er, „du hast so viel Gutes für mich getan, und ich kann es mir leisten…“ Ich war platt, gerührt, aufgewühlt und überglücklich, endlich mal wieder so eine schöne Summe als Zehnten geben zu können…

Zu dieser Zeit hatte ich ziemlich mit meiner Arbeitssituation bzw. meiner Arbeitslosigkeit und dem Druck, den das Arbeitsamt auf mich ausübte, zu tun. Ich sollte mich mehr bemühen und schneller wieder in Arbeit kommen… Als ich meiner Beraterin von meinem Glauben erzählte, dass ich auf Gottes Führung vertraue, ich in erster Linie für Ihn arbeite und Er mir den richtigen Job zeigen werde, wurde sie etwas sanfter und freundlicher zu mir, drängte jedoch weiterhin auf Bewerbungsbemühungen. Ich fragte unseren Vater, was ich tun sollte, weiter beim Jobcenter bleiben, mich selbstständig machen (und wenn ja, womit) oder mir eine Arbeit suchen (und wenn ja, welche)?

Bevor ich arbeitslos geworden bin, habe ich in einem kleinen adventistischen Gesundheitszentrum gearbeitet. Von dort bekam ich eine Anfrage, ob ich mich um eine 88-jährige Dame kümmern könne, die am Erblinden sei. Gut, dachte ich, vielleicht ein Hinweis. Parallel dazu tauchte die Möglichkeit auf, eventuell mit einer Schwester zusammen, ein großes Haus zu mieten, in dem wir älteren Schwestern „Pflege“, ein letztes irdisches Heim, oder auch anderen Menschen in Not ein Zuhause bieten könnten. Eine Art familiäre Gemeinschaft – ein langgehegter Traum von mir…

Zuerst fuhr ich also zu besagter Omi, damit wir uns kennenlernen konnten. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und sprachen über eine gemeinsame Zukunft… Ich hoffte, sie würde mich einladen, bei ihr zu leben und mich anstellen. Damit wären meine Sorgen vom Tisch gewesen… Aber es kam anders… Sie sagte, sie würde sich sehr freuen, wenn ich eines Tages zu ihr käme… eines Tages… das war nicht, was ich jetzt brauchte…

Am darauffolgenden Sabbat sah ich das Zeugnis von Brandon, der von seinem Ruf zur Evangelisation sprach, und ich betete, unser Vater möge mir zeigen, was meine Aufgabe sei. Die Antwort folgte auf dem Fuß: „Du wirst noch eine Weile aus dem Koffer leben und so weitermachen wie bisher… und ich werde für dich sorgen!“ Tränen brachen aus mir hervor – ich war so enttäuscht… Das bedeutete keine Gemeinschaft, keine feste Bleibe, keine irdische Sicherheit und Ruhe. Doch plötzlich, nach einer sehr kurzen Weile schon, stellte sich ein tiefer Frieden ein… Ich wurde ganz ruhig und Freude begann sich auszubreiten… Und ich erinnerte mich an die 2.500 € - was für ein Puffer, was für eine Fürsorge! Ich war ruhig,  einverstanden und erfüllt mit Dankbarkeit.

Von diesem Moment hatte ich keinen Stress mehr mit dem Arbeitsamt und ich blickte mit Freude auf die Ungewissheit, die eigentlich gar keine war, denn ich hatte die Gewissheit, ich war auf dem richtigen Weg und Gott sorgt für mich!

*****

Es gab noch eine andere ältere Dame, Anna, die ich auch aus der „Arche“ (dem Gesundheitszentrum) kannte, und die mich gefragt hatte, ob ich eine Weile bei ihr sein könne, um sie zu unterstützen. Ich fuhr also zu ihr und wir erzählten so allerlei… Unter anderem berichtete ich ihr auch von Wycliffe, einem jungen Mann aus Kenia, den ich vor einigen Wochen auf sehr amüsante Weise kennengelernt hatte… Ich hatte ihn, in dem Glauben, er sei eine Frau (ich hatte seinen Nachnamen als Vornamen und weiblich interpretiert…), in unsere Schwestern-Gruppe eingeladen. Er antwortete, er freue sich über die Einladung und würde sie auch gern annehmen, aber er sei männlich… uups… Aber die Wege unseres Herrn sind ja bekanntlich unergründlich, und so entwickelte sich eine sehr herzliche Beziehung zwischen uns - er nennt mich Mum, da ich ja keine eigenen Kinder habe… In der Zwischenzeit bin ich sogar schon Großmutter eines entzückenden Hananiah geworden…

Ich erzählte ihr also von meiner neuen kleinen Familie, ihren Freuden und ihren Nöten… Wycliffe hatte mich vor ein paar Wochen gebeten, für ihn zu beten. Er habe einige Hektar Buschland und wolle dort Landwirtschaft betreiben. Er lebt in einem sehr armen Teil Kenias, und die Wasserversorgung befindet sich 17 km entfernt. Die Landwirtschaft soll zur Selbstversorgung, zur Ausbildung und zum Erwerb für den Aufbau eines Gesundheitszentrums dienen. Was ihm momentan am meisten fehle sei eine Wasserversorgung… Ich dachte sofort an die 2.500 €, die ich geschenkt bekommen hatte. In der Hoffnung ihm helfen zu können, fragte ich, wie viel so etwas denn kosten würde? „200.000 KSH“ war die Antwort. Oh, das hörte sich nach sehr viel an. Ich schaute also im Internet nach, wie der Wechselkurs sei und fand heraus, dass 200.000 KSH etwa 160.000 € sein sollten – uff… Das war enttäuschend, ich konnte ihm nicht helfen… Aber, ich konnte für ihn beten, und ihn und sein Anliegen auch in unsere Gebetsgruppe – meine Gemeinde tragen…

Anna fragte mich, ob es vielleicht mein Auftrag sei, das Geld für Wycliffe zu sammeln… Hmm, das war eine schöne Idee, aber bevor ich für so eine große Summe geradestehen konnte, müsste ich doch wenigstens erst einmal vor Ort gewesen sein – ich wollte schon immer mal nach Afrika. Mit diesem Floh im Ohr durchstöberte ich noch einmal das Internet nach Kosten für eine Kenia-Reise und stolperte über den Preis für ein Essen zu zweit in einem Mittelklasse-Restaurant – 2.200 KSH… ?? Wie jetzt? Irgendetwas stimmte nicht… Ich schaute mir dieses Mal verschiedene Währungsrechner an, und siehe da, alle, bis auf eine, sagten, dass 200.000 KSH nicht 160.000 € seien, sondern 1.600 €! Mein Herzschlag erhöhte sich und ich erkundigte mich bei Wycliffe, was er meinte, wie der Kurs sei… Und, er bestätigte die Summe von 1.600 € - Hallelujah!

Unser Vater ist großartig!

Jetzt konnte ich Wycliffe helfen! Ich entschied mich, ihm meinen 2ten Zehnten zukommen zu lassen, was knapp 1.200 € waren… Es ist dann doch etwas mehr geworden, da es Schwierigkeiten beim Transfer gab – 1.255 €.

Erst später kam mir die volle Bedeutung dieses Betrages in den Sinn… Unser Vater hatte mir den doppelten 2ten Zehnten bereits im Voraus als Geschenk zukommen lassen! Ganz zu schweigen von der unermesslichen Freude, die daraus entstanden ist – für mich, für Wycliffe und all die Menschen, die von diesem Geschenk profitieren, und vielleicht darin das Wirken und die Güte unseres Vaters erkennen. Für Wolfram, dem ich natürlich davon berichtet habe, und ohne dessen Geschenk ich ohne jeglichen Puffer dagestanden hätte und auch mein 2ter Zehnter diesen Betrag nicht aufgewiesen hätte, für meine Geschwister, die dazu gespendet haben, so dass mehr Geld zusammengekommen ist als die gebrauchten 200.000 KSH, und natürlich für all die Menschen, einschließlich euch, die diese Geschichte hören!

Ich danke unserem Vater für Seine komplexe und kreative Vorgehensweise in der Beantwortung unserer Gebete und die enorme Vermehrung von Reichtum, Freude und Segen! Möge unser Vater auch dein Leben und deine Ressourcen zum überfließen bringen, auf dass Sein Wille geschehe! – Amen

 

*Beim Schreiben dieses Zeugnisses habe ich noch einmal nachgeschaut, woher die Idee des zweiten Zehnten eigentlich kommt, und ich habe folgendes gefunden: Das Göttliche Muster des Zehnten