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Wer sind diese drei Wesen?

veröffentlicht Jun 17, 2020 von Adrian Ebens in Anbetung des wahren Gottes
Übersetzt von Jutta Deichsel
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Die Lehre der Dreieinigkeit, wie sie im Adventismus ausgedrückt wird, bietet die Vorstellung von drei unabhängigen, selbst-existierenden Wesen, verbunden durch die Bande von Liebe und Einheit, die die Titel von Vater, Sohn und Heiligem Geist auf sich genommen haben. Wir könnten dies mit einem Bildschirm vergleichen, auf den diese drei Identitäten projiziert werden, aber diese Identitäten sind nicht die Personen selbst, sondern nur eine Symbolisierung, die sie zu unserem Vorteil vermitteln wollen.

Das erschafft ein großes Problem, wenn man wirklich darüber nachdenkt. Wer sind diese drei Wesen - ein Geheimnis, von dem mir gesagt wurde, dass ich es nicht verstehen kann. Aber wenn ich mich verbinde mit den Identitäten von Vater und Sohn, und diese Identitäten gar nicht das sind, was diese Wesen in Wirklichkeit sind - bin ich dann tatsächlich in einer Beziehung mit ihnen?

Lass mich das veranschaulichen. Als ich aufwuchs, verbrachte ich viel Zeit vor dem Fernseher. Ich schaute ein Programm, das „Happy Days“ hieß, und folgte aufmerksam einer der Hauptfiguren mit dem Namen Richard Cunningham. Über Monate schaute ich täglich diese Sendung. Ich hatte das Gefühl, ich kannte Richard. Ich hatte das Gefühl, ich könnte mich mit ihm verbinden und identifizieren. Das Problem ist, dass Richard Cunningham eigentlich gar nicht existiert, er wird gespielt als eine Rolle durch den Schauspieler Ron Howard. Aber Ron Howard habe ich nie gekannt, also welche Art von Beziehung hatte ich? Ich war verbunden und spürte Emotionen für eine Identität, die es in Wirklichkeit gar nicht gab.

Wenn der Titel des Sohnes Gottes nicht wirklich das ist, was Jesus ist, sondern eine projizierte Identität - ein vergeistigter Sohn, der gar nicht wirklich existiert - haben wir dann tatsächlich eine reale Beziehung oder ein projiziertes Bild einer Nicht-Realität? Denke daran, dass Satan immer schon den Sohn Gottes zerstören wollte. Was für ein äußerst genialer Plan, es so zu tun.

J. H. Waggoner griff diesen Punkt klar auf, als er sagte:

Ziemlich früh gab es einige, die die Lehre der Dreieinigkeit in den Tritheismus verkehrten, und, anstelle von drei göttlichen Personen unter der Ökonomie von Vater, Sohn und Heiliger Geist, drei parallellaufende, gleichrangige und selbst-entstandene Wesen aufbrachten und sie zu drei absoluten und unabhängigen Prinzipien machten, ohne jede Beziehung zu Vater oder Sohn, welches die angemessenste Vorstellung von drei Göttern ist. (J. H. Waggoner, Thoughts on Baptism, 1878)

Wenn Gott tatsächlich eine Dreieinigkeit von drei identischen Wesen ist, von denen wir keine direkten Identifikatoren haben, mit denen wir uns verbinden können, dann ist es unmöglich, eine Beziehung mit ihnen zu haben. Wenn Vater und Sohn nicht Vater und Sohn sind, dann sind wir verdammt zu einer dunklen Unwissenheit über das Geheimnis der Frage: Wer sind diese machtvollen Wesen? Es gibt kein Konzept einer Beziehung, denn es gibt keine Identifikationspunkte, auf denen eine Beziehung aufgebaut werden kann.

Die Lehre der Dreieinigkeit wurde in der Gemeinde etabliert durch das Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Chr. Diese Lehre zerstört die Persönlichkeit von Gott und Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. (J. N. Andrews, Review & Herald, March 6, 1855)

Hier könnten wir die Dreieinigkeit erwähnen, die die Persönlichkeit Gottes und Seines Sohnes Jesus Christus wegnimmt. (J. S. White, Review & Herald, December 11, 1855)

Es kann keine Beziehung geben ohne eine richtige Vorstellung von Persönlichkeit. Die Pioniere haben dies deutlich erkannt. Bitte beachte die Worte von Ellen White im Zusammenhang mit diesem Kapitel:

Die Schrift zeigt deutlich die Beziehung zwischen Gott und Christus und bringt die Persönlichkeit und Individualität von jedem klar zum Vorschein... Gott ist der Vater von Christus; Christus ist der Sohn Gottes. Christus wurde eine erhabene Stellung gegeben. Er wurde dem Vater gleichgestellt. Alle Ratschlüsse Gottes sind Seinem Sohn eröffnet. (8T 268)

Gott ist der Vater von Christus; Christus ist der Sohn Gottes. Es gibt keinen anderen Weg, um sie zu kennen.

Wenn es um den Heiligen Geist geht, wie schauen wir diese Kraft als ein Wesen an? Das Bekenntnis der Trinitäts-Formel behandelt dies, indem es Vater, Sohn und Geist in einem Wesen hat. Die adventistische Erklärung besteht jedoch aus drei Wesen.

Wenn wir an den Vater und den Sohn denken, können wir uns in der Schrift einen Ort vorstellen, der Ihr Sein zentriert. Der Vater auf dem Thron des Universums, und der Sohn an Seiner Seite als Vermittler. Diese zwei Wesen werden in Daniel 7 beschrieben, wie sie sich zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten bewegen. Wenn wir jedoch den Heiligen Geist als ein Wesen wie sie ansehen, wo ist dann das Zentrum oder der Ort Seines Seins? Nun, Er ist überall. Er hat keine Form, keinen Körper, keine Gliedmaßen, Er ist ein Wesen, das überall ist. Er ist in den Blumen und den Bäumen und den Vögeln und sogar in uns. Ist das nicht genau das, was Kellogg glaubte?

Du, Ältester Daniells, und andere haben über eine feine Linie der Unterscheidung gesprochen, aber ich konnte nicht ganz erkennen, was es war, aber diese Aussage von Schwester White macht es deutlich für mich. Der Unterschied ist folgender: Wenn wir sagen, dass Gott in dem Baum ist, wird das Wort „Gott“ so verstanden, dass die Gottheit in dem Baum ist, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist, während das richtige Verständnis, damit gesunde Vorstellungen in unserem Geist erhalten bleiben, ist, dass Gott der Vater auf Seinem Thron im Himmel sitzt, wo Gott der Sohn auch ist, während Gottes Leben, oder Geist, oder Gegenwart, die all-durchdringende Kraft ist, die den Willen Gottes im gesamten Universum ausführt. (Letter: J. H. Kellogg to W. W. Prescott. Oct 25. 1903)

Seit die Ratsversammlung vorbei ist spürte ich, dass ich dir vertraulich schreiben sollte in Bezug auf Dr. Kelloggs Pläne zur Überarbeitung und Neuveröffentlichung von „The Living Temple“ (Der lebendige Tempel) ... Er (Kellogg) sagte, dass einige Tage, bevor er zu der Ratsversammlung kam, er über die Angelegenheit nachgedacht hatte und zu erkennen begann, dass er einen kleinen Fehler gemacht hatte darin, wie er seine Sichtweise ausgedrückt hatte. Er sagte, dass er die ganze Zeit über Schwierigkeiten hatte zu verstehen, wie man den Charakter Gottes und Seine Beziehung zu Seiner Schöpfung darlegt. Er erklärte dann, dass seine früheren Ansichten in Bezug auf die Dreieinigkeit ihm im Weg gestanden hatten, eine klare und absolut korrekte Aussage zu machen, aber dass er innerhalb von kurzer Zeit dazu gekommen sei, an die Dreieinigkeit zu glauben und jetzt ziemlich deutlich erkennen konnte, wo all die Schwierigkeiten lagen, und dass er glaubte, er könne die Sache zufriedenstellend aufklären. Er sagte mir, dass er jetzt an Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist glaubt, und seine Ansicht ist, dass es Gott der Heilige Geist ist und nicht Gott der Vater, der den gesamten Raum und jedes lebende Ding erfüllt. Er sagte, wenn er das geglaubt hätte, bevor er das Buch schrieb, hätte er seine Ansichten ausdrücken können ohne den falschen Eindruck, den das Buch jetzt gibt. Ich stellte ihm die Einwände vor, die ich in der Lehre fand, und versuchte ihm zu zeigen, dass diese Lehre dem Evangelium so völlig entgegengesetzt ist, dass ich nicht sehen konnte, wie dies durch die Änderung einiger Ausdrücke revidiert werden könne. Wir argumentierten einige Zeit darüber in einer freundlichen Weise, aber als wir uns trennten, war ich mir sicher, dass der Doktor sich selbst nicht verstand und auch nicht den Charakter seiner Lehre. Und ich konnte nicht erkennen, wie es ihm möglich sein würde, darüber zu flattern und im Laufe von ein paar Tagen die Bücher so zu revidieren, dass alles in Ordnung sein würde. (Brief: A. G. Daniells to W. C. White. Oct 29. 1903 p1.2.) (Hervorhebungen hinzugefügt)

Wenn so viele Adventisten glauben, dass der Heilige Geist ein aus sich selbst entstammendes Wesen ist, welches allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist, jedoch keinen Körper oder Körperteile besitzt oder einen zentralen Ort hat, dann hatte Kellogg tatsächlich Recht, Gott lebt IN dem Baum, IN der Blume und im weiteren Sinne IN uns.

Ist unsere gegenwärtige Position der Gemeinde einfach ein Ausdruck dessen, was Kellogg lehrte, außer dass Kellogg die Auswirkungen eines solchen Glaubens weitaus besser verstand als die meisten heutzutage?

 

(geschrieben am 7. Oktober 2010)