Maranatha Media: German

Ich bekenne

veröffentlicht Nov 03, 2020 von Abraham Hershberger in Das ewige Evangelium
Übersetzt von Yvonne Eisenblätter, Jutta Deichsel
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Bruder Abraham Hershberger stammt von der Glaubensgemeinschaft der Amischen, wurde dann Siebenten-Tags-Adventist und erkannte die Vater-Sohn-Wahrheit sowie die Feste und den Charakter Gottes. Diesen Artikel hat er im Februar 2020 geschrieben.

 

Nach dem Verfassen von „What is so bad about God’s Holy Days?“ („Was ist so schlecht an Gottes heiligen Tagen?“) im Jahr 2017/2018, kann ich sie nicht länger mit „gutem Gewissen“ (1.Petrus 3,16) ignorieren.

Ich erinnere mich, lange bevor wir anfingen, den Sabbat zu halten, im Jahre 1997, hatten wir ein rotes Buch mit dem Titel „Facts of Faith“ („Fakten des Glaubens“). Ich habe dieses Buch nicht gelesen, bis wir angefangen haben, den Sabbat zu halten. Dieses Buch berichtet über viele Christen, die seit den Tagen der Apostel den Sabbat gehalten haben.

Aber ich musste es für mich selbst studieren, nachdem diese Kontroverse bei einem Camp-Meeting im Herbst 2013 begonnen hatte. Ich las die gesamte Literatur der Gegner der Feste, die ich von dieser Bewegung in die Finger bekam, um zu sehen, worauf sie sich gründeten und welche Bibeltexte sie verwendeten. Ich war neugierig und wollte fair sein. Je stärker der Widerstand wurde, desto mehr musste ich studieren. So danke ich unserem himmlischen Vater, dass Er den Widerstand zugelassen hat.

Es scheint mir, dass einige der Redner dieses Camp-Meetings sich mit den meisten Sabbat-Gegnern auf dieselbe Plattform gestellt haben, indem sie die beiden Bündnisse in zwei verschiedene Zeitabschnitte der Geschichte unterteilten, und nicht in zwei verschiedene Lebenserfahrungen in jedem Einzelnen während der Geschichte der Menschheit, und dann versuchen sie, bestimmte Gesetze an den alten Bund zu binden und sie abzulehnen.

Dieser Gedanke scheint viele Menschen dazu zu veranlassen, zu denken, dass Gott Gesetz und Gnade, das Gesetz und das Evangelium, Werke und Glauben, Gerechtigkeit durch Werke und Gerechtigkeit durch Glauben, geboren aus dem Fleisch und aus dem Geist, unter dem Gesetz und unter der Gnade, Knechtschaft und Freiheit usw. in zwei verschiedene Zeitperioden getrennt hat.

Es ist wahr:

…der HERR, unser Gott, hat einen Bund mit uns gemacht am Horeb und hat nicht mit unsern Vätern diesen Bund gemacht,… (5.Mose 5,2-3)

Dieser Bund beruht auf den Verheißungen und Bemühungen der Menschen. Gott sagte:

Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, ... (2.Mose 19,5)

Und da sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und gehorchen, … (2.Mose 24,7; 19,8; 5.Mose 5,27)

Dies wird der „erste“ oder „alte“ Bund genannt, der nicht „tadellos“ war, „denn er tadelt sie“,denn sie sind nicht geblieben in meinem Testament, so habe ich ihrer auch nicht wollen achten, spricht der HERR.“ (Hebräer 8,6-9)

Da Israel als eine Nation „nach dem Fleisch“ (Römer 9,3-4), unter einem gesetzlichen System des alten Bundes war, versuchten sie, Gott durch ihre eigenen Werke zu gefallen, vom Sinai bis zur Zerstörung Jerusalems. Aber Gott wollte nicht, dass sie in dieser Erfahrung blieben. Und „ein Überrest“ ergriff Seinen Bund (Jesaja 56,4-6) und erlaubte Ihm, ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist zu geben (Hesekiel 36,26-27) und Sein Gesetz in ihr Herz zu schreiben (Psalm 37,31; Jesaja 51,7), was die Erfahrung des Neuen Bundes ist (Jeremia 31,33; Hebräer 8,10), und sie „werden selig werden“ (Römer 9,27).

Denn sie sind nicht alle Israeliten, die aus Israel sind“... Das heißt, sie, die Kinder des Fleisches sind, das sind nicht die Kinder Gottes; aber die Kinder der Verheißung werden für den Samen gezählt. (Römer 9,6.8)

Israel aber hat dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgetrachtet, und hat das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht. Warum das? Darum daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken des Gesetzes suchen. (Römer 9,31.32)

Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangte es nicht; die Auserwählten aber erlangten es. Die andern sind verstockt, (Römer 11,7)

Viele Menschen denken, dass der neue Bund ein anderer Bund ist, der vor dem Tod des Messias nicht existierte. Aber die Schrift nennt das „Blut des neuen Testaments“ (Matthäus 26,28) auch „das Blut des ewigen Testaments“ (Hebräer 13,20), und das zeigt, dass es noch derselbe Bund ist.

Ja, der ewige Bund wird ein neuer Bund für uns alle, die wir unsere Erfahrungen im alten Bund gemacht haben (einschließlich dem „Haus Israel und Juda“ Hebräer 8,8), und nun aus dem Geist geboren sind, Gott glauben und Ihm erlauben, Sein Gesetz in unser Herz zu schreiben und uns zu veranlassen, in Seinen Geboten zu wandeln (Hesekiel 36,26-27).

Das neue Gebot, einander zu lieben, in Johannes 13,34 meint nicht ein anderes Gebot, das vorher nicht existierte, „sondern das wir gehabt haben von Anfang an“, (2.Johannes 5) und wurde schon in 3.Mose 19,18 geschrieben. Aber es ist ein neues Gebot für uns, die wir in der Finsternis waren und unsere Brüder gehasst haben und ans Licht gekommen sind und nun die Brüder lieben (1.Johannes 2,7-11).

Auch hier beruht der erste oder alte Bund auf den Verheißungen und Bemühungen der Menschen; der ewige oder neue Bund „wurde auf bessere Verheißungen gegründet“, Hebräer 8,6, die Gottes Verheißungen sind und die wir durch den Glauben annehmen müssen. Gott hat es Abraham versprochen und geschworen, und Er kann nicht lügen (Hebräer 6,12-20).

Paulus macht in Galater 4,21-31 deutlich, dass das Wesen oder die Erfahrung in den beiden Bündnissen nicht auf bestimmte Zeitabschnitte in der Geschichte dieser Welt beschränkt ist. Er benutzt die beiden Söhne Abrahams als Allegorie zur Beschreibung der sündigen Natur und Erfahrung des Menschen in der ersten Geburt und seine spirituelle Natur und Erfahrung in der neuen Geburt. Und er sagt, „Das sind zwei Bündnisse“.

Wir aber, liebe Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder... Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also geht es auch jetzt. (Galater 4,28.29)

Die Natur und die Erfahrung in den beiden Bündnissen werden auch genannt:

 

Erster/Alter Bund

Zweiter/Neuer ewiger Bund

unter dem Gesetz

unter der Gnade

von der Magd

von der Freien

durch Werke

durch Glauben

geboren aus dem Fleisch

geboren aus dem Geist

vom Sinai

 

Knechtschaft

frei

irdisches Jerusalem

himmlisches Jerusalem

Verfolger

verfolgt

wird nicht erben

wird erben

  (gemäß Galater 4,21-31)

 

Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; …

…die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt.

Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod,…

Und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.

Denn fleischlich gesinnt sein ist eine Feindschaft wider Gott, sintemal das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht.

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit.

Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! 

(gemäß Römer 8,5-7.14.15; Römer 6,20)

 

Einige der Verheißungen im ewigen Bund werden täglich erfüllt:

Denn solches soll mir sein wie das Wasser Noahs, da ich schwur, daß die Wasser Noahs sollten nicht mehr über den Erdboden gehen. (Jesaja 54,9; 1.Mose 9,9-17)

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1.Mose 8,22)

Dazu gehören Seine Gnade, Sein Friede und Seine Barmherzigkeit (Jesaja 54,10).

David fand sein ganzes Heil und all sein Begehren im ewigen Bund (2.Samuel 23,5).

... Gottes, der uns hat selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach dem Vorsatz und der Gnade, die uns gegeben ist in Christo Jesu vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesu Christi, der dem Tode die Macht hat genommen und das Leben und ein unvergänglich Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium, ... (2.Timotheus 1,9-10)

Es ist also deutlich, dass „das Blut des ewigen Bundes“ im Leben aller Menschen wirksam ist, die an die Verheißungen Gottes glauben, während der gesamten Zeit vom Fall Adams bis zum Ende der Welt.

Das Versprechen, dass Gott „das ganze Land Kanaan, als einen ewigen Besitz“ Abraham und seinen Nachkommen geben würde, ist Teil des ewigen Bundes (1.Mose 17,7-8; 48,4; Nehemia 9,7-8; Psalm 105,8-11), und wird seine Erfüllung auf der neuen Erde erreichen nach der Verwüstung dieser alten Erde (Jesaja 13,5-13; 24,17-23; Jeremia 25,33; 4,23-29) für tausend Jahre (Offenbarung 20,1-7). Aber wir dürfen nicht vergessen:

…es sind nicht alle Israeliten, die von Israel sind; auch nicht alle, die Abrahams Same sind, sind darum auch Kinder. Sondern in Isaak soll dir der Same genannt sein. (Römer 9,6-7)

Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so tätet ihr Abrahams Werke. (Johannes 8,39)

So erkennet ihr ja, daß, die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. (Galater 3,7.9.29)

Natürlich sind all die Segnungen für alle Völker der Erde immer durch den einen Samen, der Christus ist, gekommen und werden es immer tun (Galater 3,16; 1.Mose 22,18), vom Vater (Quelle) durch den Sohn (Kanal) (1.Korinther 8,6).

Gott aber hat's Abraham durch Verheißung frei geschenkt. (Galater 3,18)

Die Verheißungen an Abraham „für einen ewigen Bund“ (1.Mose 17,7) wurden „von Gott zuvor bestätigt auf Christum“ (oder zuvor „ratifiziert“, Strongs #4300), 430 Jahre bevor das geschriebene Gesetz am Sinai gegeben wurde (Galater 3,17).

Viele Verheißungen wurden bei Seinem ersten Kommen erfüllt (Jesaja 42,1-7; 49,1-8; Lukas 1,67-80; Apostelgeschichte 3,12-26).

Bei Seinem zweiten Kommen werden noch mehr erfüllt werden (Jesaja 42,9-16; Sacharja 9,11).

Und alle die Verheißungen im ewigen Bund werden auf der neuen Erde erfüllt werden, nachdem sie tausend Jahre lang wüst gelegen hat (Offenbarung 20,1-7; Jesaja 24,17-23; Jeremia 25,33; 4,23-28), und Sünde, Sünder, Tod, Grab, Trauer, Weinen und Schmerz werden nicht mehr sein (Offenbarung 20,8-15; 21,4; Psalm 37,38; 1.Korinther 15,26; Hesekiel 28,12-19). Dies wird erreicht werden durch den Tod des Menschensohns (Hebräer 2).

Gott wird „das Land aufrichten und die verstörten Erbe austeilen.“ (Jesaja 49,8-11). „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen.“ (Jesaja 65,17,25; Offenbarung 21,1-7)

Und soll nicht lehren jemand seinen Nächsten noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den HERRN! denn sie sollen mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten. Denn ich will gnädig sein ihrer Untugend und ihren Sünden, und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken. Indem er sagt: »Ein neues«, macht das erste alt. Was aber alt und überjahrt ist, das ist nahe bei seinem Ende. (Hebräer 8,11-13)

Zu der Zeit, wenn „alle den Herrn kennen werden“, wird es keine Notwendigkeit mehr geben zu „lehren“, und die Erfahrung des Alten Bundes wird nicht mehr existieren.

Ich erhebe nicht den Anspruch, alles über die beiden Bündnisse zu verstehen, aber ich kann darin nichts finden, was mich zu der Annahme bringt, dass Jahwe Seine Heiligen Tage verändert oder abgeschafft hat.

Ich entdeckte, dass Gott „den Mond gemacht hat für die bestimmten Zeiten“ (Psalm 104,19 Elberfelder; 1.Mose 1,14), oder als ein Zeichen, um Seine Feste zu kennzeichnen (Strongs #4150), und dass sie nicht nur jüdisch sind, sondern dass Er sie „die Feste des Herrn“, „meine Feste“ (3.Mose 23,2) und „Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott“ (Nehemia 8,2.9-11) nennt.

Und als ich herausfand, dass dasselbe Horn, das in Daniel 7,19-27 beschrieben wird, nicht nur den wöchentlichen Sabbat, sondern alle „Festzeiten“ (Schlachter 1951) verändert hat, beunruhigte mich das wirklich.

Auch wenn mir Gottes Heilige Tage wie eine sehr kleine Angelegenheit erschienen, wurde es für mich zu einem sehr schweren Kampf. Ich wollte kein Festehalter werden. Ich wollte nicht verachtet werden. Ich wollte keine Spannung oder Spaltung verursachen. Mein Fleisch lehnte sich auf mit Fragen wie: „Was würden unsere Freunde denken? Wie würde es sich auf unsere Familie auswirken? Was würde passieren?“ Ich versuchte, Gottes Heilige Tage aus meinem Kopf zu verdrängen, aber mein Gewissen wollte mir keine Ruhe geben, bis ich mich im Gehorsam dem Wort Gottes unterwarf, so wie ich es verstanden hatte.

Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde. (Jakobus 4,17)

In meinem Widerstand gegen Gottes Heilige Tage erkannte ich schließlich, dass ich meinem himmlischen Vater sagte, Er solle mich gehen lassen, und mir wurde klar: „Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5,29)

Jesus sagte:

So jemand zu mir kommt und haßt (weniger liebt, Strongs #3404) nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein. (Lukas 14,26)

Paulus sagte uns, wir sollen uns von niemandem richten lassen in Bezug auf ein Fest oder den Neumond oder den Sabbat (Kolosser 2,16), und das möchte ich auch nicht tun mit denjenigen, die diese Tage nicht anerkennen.

Gott „allein kennt die Herzen aller Menschenkinder.“ (1.Könige 8,39)

Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben. (Psalm 34,19)

Ich sehne mich nach der Zeit, in der alles Fleisch vor Jahwe zur Anbetung kommen wird, jeden Neumond und jeden Sabbat (Jesaja 66,23). Und ich möchten euch dort treffen, in der seligen Hoffnung.

 

Abraham Hershberger

P.O. Box 133 Saltillo,

Tennessee 38370

Februar 2020

 

(Bibelstellen der Luther 1912 entnommen)