Maranatha Media: German

Das Gericht im Spiegel

veröffentlicht Dez 17, 2020 von Adrian Ebens in Das Gericht
Übersetzt von Yvonne Eisenblätter, Jutta Deichsel
208 Treffer

Dies ist die übersetzte Abschrift eines Vortrags von Adrian Ebens, gehalten am 11.10.2020 in Widgee, Australien

 

Wir wollen niederknien und beten, Craig wird für uns beten. Und dann werden wir beginnen:

Liebender Vater, wir freuen uns, Deinen Namen anzurufen. Wir freuen uns, Vater, auf die Botschaft, die Du Pastor Adrian gegeben hast. Wir beten, dass Du seine Lippen segnest und dass Du, Vater, durch ihn jedem von uns einen Segen erteilst, damit wir mit dem Geist getränkt werden, den Du Vater in unseren Herzen zu hegen und zu nähren wünschst. Nochmals, Vater, wir sind sehr gesegnet worden, Vater, da wir kommen und uns treffen konnten. Wir haben uns auf diese Zeit gefreut; und Vater, wenn es soweit ist, laden wir wieder Deine Gegenwart ein. Wir danken Dir jetzt in Jesu kostbarem Namen. Im Namen Jesu. Amen.

Es ist wirklich eine Freude für uns hier zu sein, nicht wahr?

Versammlung: Amen!  

Wenn etwas weggenommen wird, dann steigt die Sehnsucht danach, es wieder zu bekommen, wenn es ein Segen ist. Deshalb ist es gut, die ganze Familie wieder hier zu haben und ein paar neue Gesichter! Und ich habe die Gelegenheit heute Morgen genutzt, denn wie wir es verstehen, ist dies ein hoher Sabbat. Und ich dachte, nun, unser Erlöser hat sich heute Morgen sehr gut in die Arme Seines Vaters geschmiegt, und ich möchte gern in diesem Strom mitschwimmen. Und so bin ich spazieren gegangen und habe meinem Vater einfach nur gedankt, dass Er mein Vater ist und ich durch Christus Sein Sohn bin, und ich habe diese Sohnschaft beansprucht und mich auf diese Ruhezeit eingelassen und gewusst, dass mein Vater diesen Tag ausfüllen wird. Denn es ist Sein Fest, zu dem wir gekommen sind, nicht wahr?

Versammlung: Amen!

Er ist der Versorger. Er ist derjenige, der uns alles gibt, und wir müssen uns nur darauf einlassen. Und Sein Geist wird uns führen, uns segnen und uns alles geben, was wir für diese besondere Zeit brauchen. So dass wir ein Segen sein können, wenn wir vom „Berg” herunterkommen und zurück in die Welt gehen; die Menschen werden wissen, dass wir Zeit mit Jesus verbracht haben. „Sie haben Zeit mit Jesus verbracht; wir können es in ihren Gesichtern sehen.”

Kommen wir also zu dem, worüber ich heute sprechen möchte.

Ich habe über frühkindliche Erfahrungen nachgedacht und warum ein Kind etwa ab dem zweiten Lebensjahr lernt, das Wort „Nein“ zu sagen? Ist euch das schon aufgefallen?

Stimme aus der Versammlung: Die schrecklichen Zweier!

Die schrecklichen Zweier. Warum sind sie so schrecklich? Weil immer, wenn ein Elternteil etwas sagt, das Kind dagegen zu sein scheint. Und dann beruhigen sie sich irgendwie ein bisschen, und dann kommt das in der Teenagerzeit wieder zurück, in der achten oder neunten Klasse; ALLEM, was aus deinem Mund kommt, MUSS widersprochen werden! Deshalb, als ich noch Seelsorger in Sydney war, und einer Gruppe von Acht- und Neuntklässlern als Seelsorger diente, oh Herr, erbarme dich! Das war eine Prüfung. Weil sie widersprechen müssen, sie müssen immer widersprechen.

Und das entspricht einem Prinzip der menschlichen Natur. Es ist das Prinzip der Opposition. Wenn ich meine eigene unabhängige Person bin, dann habe ich das Recht zu wählen, was ich will. Und um mich von dir zu unterscheiden, um unabhängig zu sein, um ich selbst zu sein, muss ich mich allem, was du sagst, widersetzen. Denn wenn ich mit dir übereinstimme, dann bin ich nicht unabhängig, dann bin ich nicht differenziert; ich bin einfach du - was würde man sagen? - dein Klon, dein Anhänger...

Aus der Versammlung: Dein Jünger

Dein Jünger (Lachen). Wenn ich mit dir übereinstimme, dann ist das der Beweis, dass ich nicht selbstständig denken kann. Also kann ich dir nicht zustimmen.

Und dies ist die Denkweise, dies ist der Rahmen, in dem ein Großteil dieser Welt operiert. Deshalb haben wir eine Regierung und wir haben eine...

Versammlung: Opposition!

Opposition! Und der Premierminister wird etwas sagen, und der Oppositionsführer wird dagegen sein. Das ist die Art und Weise, wie unsere Welt funktioniert, denn die schrecklichen Zweier haben den Weg ins Parlament gefunden. Es ist überall dasselbe, wo wir auch hinschauen. Und es ist nicht nur im Parlament so, oder? Es ist in den Gemeinden; diese Art zu denken ist überall zu finden.

Und wir haben nach dem Prinzip des Göttlichen Musters unser Verständnis grundlegend umgestaltet, und deshalb wird der Sohn Gottes, der eingeborene Sohn des Vaters, der „Amen“ genannt. Warum wird Er der „Amen“ genannt? Weil, wenn der Vater etwas sagt, Er jedes Mal zustimmt „Ich tue nichts von mir selbst. Was ich höre, das tue ich.“ Und natürlich ist Luzifer derjenige, der sagt: „Du hast keinen eigenen Willen! Du bist ein Sklave! Du kannst nicht selbstständig denken!“ Jesus nahm keine Notiz davon. Er liebte es, Seinem Vater zu gehorchen, Er liebte es, den Gedanken Seines Vaters zu folgen. Und das ist die Herausforderung.

Wenn wir also darüber nachdenken, wie wir das Oppositionssystem und das System des Göttlichen Musters im realen Leben anwenden, und ich dieses Wort an die Tafel schreibe [schreibt das Wort „glücklich“ (happy) an die Tafel], was wäre dann das erste Wort, das ihr damit in Verbindung bringen würdet?  

Versammlung: Gemurmel.

Was wäre das?

Versammlung: Mehrere Stimmen, die übereinander sprechen. Eine [Fiona] sagt: Sabbat. [Gelächter]

Im Oppositionssystem würde man „traurig“ sagen, nicht wahr? Denn es ist das Gegenteil; es ist das erste Wort, das einem in den Sinn kommt. Aber wie Fiona schon sagte, ist es im Prinzip des Göttlichen Musters der Sabbat, oder...

Stimme aus der Versammlung: glücklicher (happier).

Ja, genau.

Das ist also das Problem. Unsere natürliche Denkweise, unsere oppositionelle Denkweise, veranlasst uns dazu, die Heilige Schrift falsch zu lesen; wir haben einen falschen Bezugsrahmen, in dem wir die Heilige Schrift lesen. Ein perfektes Beispiel dafür ist Johannes 1,17: „Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben“, also Gesetz... [schreibt das Wort „Gesetz“ an die Tafel], was assoziieren wir mit dem Wort „Gesetz“? Wenn wir das Wort „Gesetz“ hören, was ist das erste Wort, das euch einfällt?

Stimmen aus der Versammlung: Gerechtigkeit, Bestrafung, Verstärkung. 

Gerechtigkeit, Bestrafung, Verstärkung. Das ist es, was wir normalerweise damit in Verbindung bringen würden.

Aber nach dem göttlichen Muster, „WEIL das Gesetz von Moses gegeben wurde, ist … „die Gnade und die Wahrheit durch Jesus Christus geworden.“ [schreibt das Wort „Gnade“ vor das Wort „Gesetz“] Gnade ist die Manifestation des Gesetzes! Das ist eine völlig andere Denkweise. Wir würden normalerweise nicht so denken, Christen denken normalerweise nicht so. Gesetz bedeutet Einschränkung; Gesetz ist Legalismus; Gesetz ist Tod. Da ist keine Gnade! Und das ist das Problem, mit dem wir zu kämpfen haben.

Wir können Text nach Text nach Text anführen. Ein weiterer in Hebräer: „Denn das Gesetz machte nichts vollkommen, aber das Einbringen einer besseren Hoffnung...“ (KJV). Nun, die Übersetzer haben in diesem oppositionellen Denken die Worte „tat es“ hinzugefügt: „Das Gesetz machte nichts vollkommen, aber das Einbringen einer besseren Hoffnung tat es.“ (übersetzt gemäß der englischen King James Bibel). Wenn man die Worte „tat es“ hinzufügt, kann beim Lesen des Textes im Kopf eine Opposition erzeugt werden. Aber die Worte „tat es“ gibt es nicht. Also, „das Gesetz machte nichts vollkommen, aber das Einbringen einer besseren Hoffnung.“ Punkt! Und was ist die bessere Hoffnung? Es ist die Gnade!

Stimme aus der Versammlung: Der Dienst des Todes!

Der Dienst des Todes, der dich in den Neuen Bund bringt... Danke, Schwester! Und das ist die große Herausforderung im Umgang mit dem Thema der beiden Bündnisse, und wie wir die beiden Bündnisse verstehen. Diese andere Denkweise, diese gegensätzliche Form des Denkens führt dazu, dass wir die Funktionsweise der beiden Bündnisse missverstehen.

Wir wenden uns zu 2.Korinther 3,6-9. Nun können wir diesen Text in der Denkweise der Opposition oder in der Denkweise des Göttlichen Musters lesen, und wir werden völlig unterschiedliche Antworten erhalten. Vers 6: „…der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“

Viele Leute haben diesen Text zitiert und sagen „Bruder, weißt du, wir wollen das nicht gesetzlich angehen. Wer will schon dem Buchstaben des Gesetzes folgen? Lass uns im Geiste handeln.“ Und das stellt den Buchstaben gegen den Geist. Aber im Modell des Göttlichen Musters ist der Buchstabe nicht gegen den Geist. Und dieser ganze Punkt darüber, dass der Buchstabe tötet, ist tatsächlich notwendig, damit der Geist Leben geben kann. Und warum ist das so?

Stimme aus der Versammlung: Der alte Mensch muss sterben.

Der alte Mensch muss sterben! „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“

Wir lesen in Vers 7-9: „Wenn aber der Dienst des Todes durch in Stein gegrabene Buchstaben von solcher Herrlichkeit war, ...“. War er herrlich? Da steht, er ist herrlich. „... daß die Kinder Israel nicht in das Angesicht Moses zu schauen vermochten wegen der Herrlichkeit seines Antlitzes, die doch vergänglich war, wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes von weit größerer Herrlichkeit sein? Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wieviel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit überfließen!“

Wenn wir also diesen Vers lesen: „…wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wieviel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit überfließen!“, sehen wir dies als gegensätzlich an, oder sehen wir, dass das eine zum anderen führt? Das ist der Punkt. Und die meisten Menschen lesen es als oppositionell; das Gesetz des Mose, an das Kreuz genagelt, abgeschafft, losgeworden, weil wir in Opposition dagegen sind. Es ist der Tod, es ist Gesetzlichkeit; wir wollen das alles nicht; und jetzt sind wir im Geist und wir sind frei und all solche Gedanken. Aber wenn man es nach dem Muster von Vater und Sohn liest, nach dem Muster von Quelle und Kanal, dann sehen wir etwas ganz anderes.

Und so haben wir auf dieser Grundlage beim Lesen und Studieren der Bündnisse etwas Erstaunliches in der Heiligen Schrift entdeckt. Und zwar, dass jedes Mal, wenn der Geist Gottes zu dir kommt, Er als erstes den Tod verursacht. „Verursacht“ ist vielleicht nicht das richtige Wort; deine Reaktion wird der Tod sein; die Verurteilung der Sünde, die Erniedrigung der menschlichen Seele; die Erkenntnis, dass ich nicht so gut bin; und ich will nicht zum Licht kommen, weil es mich schlecht aussehen lässt. Es ist ein Dienst des Todes. Es ist nicht das Töten eines Menschen. Aber in diesem Kontext spricht Gott zu uns.

Wir schauen uns 5.Mose Verse 32 und 39 an. Es ist natürlich Gott, der spricht: „Sehet nun, daß Ich, Ich allein es bin und kein Gott neben mir ist. Ich kann töten und lebendig machen, ...“ Wie liest du diesen Text? - Nun, im klassischen hebräischen Stil ist der nächste Satz tatsächlich eine Wiederholung des vorher Gesagten, und er lautet: „…ich kann zerschlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand erretten!“ Wie liest du diesen Text?

Also die meisten Leute, oder viele Leute, wenn ich in verschiedenen Ländern spreche, werden sagen: „Seht ihr, die Bibel sagt, Gott tötet, denn hier sagt sie: „Ich kann töten.“ Gott tötet also, richtig? Es steht genau hier im Text; es steht hier schwarz auf weiß.”

Es treibt dich zur Bibel. „Ich kann töten“, aber dann heißt es: „…und lebendig machen.“ Und das ist es, was wir sehen, zum Beispiel bei Hannah in 1.Samuel 2,6, die diesen Vers zitiert, sie zitiert die Thora. Hannah hat eine sehr, sehr schwierige Erfahrung gemacht: Eine andere Frau, die das Bett ihres Mannes teilt und Kinder bekommt, während sie keine Kinder bekommen kann. Und das Getrappel von kleinen Füßchen in ihrem Haus, die nicht ihre eigenen sind, und die andere Frau, die ihr Gesichter schneidet und sagt: „Nun, komm schon, was ist los? Produziere das Gute.“ Sie macht also eine sehr schwierige Zeit durch. Und dann, als sie endlich ein Kind empfängt und ein Kind zur Welt bringt, singt sie dieses Lied. Und in Vers 6 sagt sie: „Der HERR tötet und macht lebendig; er stürzt ins Totenreich und führt herauf! Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt, aber er erhöht auch.“ 

So sehen wir, dass all diese Dinge parallel ablaufen. So wurde sie durch diese Erfahrung erniedrigt, damit sie erhöht und reich gesegnet werden konnte. Und aus dieser Erfahrung heraus gebar sie einen sehr, sehr großen Propheten in Israel, Samuel, ihren Sohn.

Wenn wir also verstehen, dass diese beiden Bündnisse in diesem System arbeiten. Wenn wir Tod und Leben nebeneinanderstellen, sind sie einzeln betrachtet einander entgegengesetzt, nicht wahr? Aber in den Bündnissen sind sie gemäß des Göttlichen Musters in einer Reihenfolge! Das eine führt zum anderen. Das ist der Punkt. Der Tod führt zum Leben. Wenn sie einander entgegengesetzt sind, dann setzen wir, wie die christlichen Kirchen lehren, hier nur eine Trennlinie. Und es wird sich nur auf den Punkt „Leben“ konzentriert. Der „Tod“ wird einfach ignoriert. Wir werden alle Früchte des Geistes haben, ohne dass es einen Tod gibt? Aber dann würde es keine Aussaat geben, denn die Aussaat, das Einbringen des Samens in die Erde, die Erniedrigung des Menschen, die dazu führt, dass er unsichtbar gemacht und in der Erde begraben wird, ist der einzige Weg, durch den wir Frucht hervorbringen können. Und so ist der Tod das Tor zum Leben, das Sterben des eigenen Ichs, damit man neu geschaffen werden kann.

Die Bibel ist also so geschrieben, dass Gott uns das Problem in unserem Charakter, die Problematik innerhalb unserer Natur, offenbart. Und all das habe ich jetzt als eine Einleitung für den Gegenstand des Gerichts dargelegt. Weil dies für uns das erstaunlichste Studium der letzten Jahre war, und besonders, weil es sich auf dieses Todes- und Lebensszenario bezieht.

Jeder, der seine Bibel in vernünftiger Weise gelesen hat, weiß, dass es in der Bibel Texte gibt, die über das Gericht Gottes sprechen. Kann jemand von euch einige davon in Erinnerung rufen? Das Gericht Gottes. „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Das ist einer der Verse, nicht wahr? Was hat Jesus in Matthäus 12 gesagt? „Ich sage euch aber, daß die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.“ Das spricht von Gericht, nicht wahr? Paulus: „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden.“ Paulus diskutierte mit Felix über das kommende Gericht.

Die Bibel spricht deutlich über das Thema des Gerichts. Aber wir müssen alle diese Texte in den Kontext der Worte Jesu in Johannes 5,22 stellen, wo es heißt: „Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben“. Nun, zusammen mit vielen anderen Versen in der Bibel, die ich nicht wirklich zur Kenntnis genommen hatte, hat mich dieser Text letztendlich überrumpelt. Was, der Vater richtet niemanden? Wer ist also diese Person in Daniel Kapitel 7, und was tut sie? Was geschieht in Daniel 7, 9.10. Jesus sagt: „Mein Vater richtet niemand”, und wenn wir sagen, richtet, dann sprechen wir von „verurteilen“. Gott verurteilt niemanden, sagt Jesus.

Also Daniel 7,9.10: „Solches sah ich, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte.“ Wer ist der Hochbetagte? Der Vater, denn Er ist hochbetagt. Das macht Sinn, oder nicht? „...Sein Kleid war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle; sein Thron waren Feuerflammen und seine Räder ein brennendes Feuer. Ein Feuerstrom ergoß sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm emsiglich, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden aufgetan.“

Wie soll man diesen Text verstehen? Klingt es nicht so, als ob Gott dabei ist, alle zu richten? So klingt es, wenn ich den Text lese. Aber Jesus sagt: „Mein Vater richtet niemanden“. Jetzt haben wir also einen Konflikt. Daniel sagt aber, der Vater hat beim Gericht den Vorsitz; Er hat den Vorsitz, Er ist da, Er sitzt, Er hat sich gesetzt, die Bücher sind geöffnet, das Gericht ist angesetzt. Aber was interessant ist, und was die meisten Menschen übersehen, ist, dass Gott in diesem Gericht kein Wort sagt, nicht ein Wort. Er spricht nichts aus. Er sitzt also, und was geschieht? Vers 11: „Ich sah fortwährend hin wegen des Lärms der hochfahrenden Reden, die das Horn führte; …“ Wer redet hier? Das Horn, nicht Gott. „...ich sah zu, bis das Tier getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer überliefert wurde.“

Hat Gott irgendwelche Worte gesprochen? Nein, aber ich habe in der Vergangenheit angenommen, wenn es heißt, das Tier sei „getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer überliefert wurde“, dass es Gott war, der dies mit dem Horn tat. Ich ging davon aus, weil ich aus meiner Natur heraus richte und verurteile. Ich ging davon aus, dass der Text sagt, dass Gott dies getan hat. Aber Gott öffnet bei diesem Gericht niemals Seinen Mund.

„Auch der andern Tiere Gewalt verging...“. Meine Auffassung des Textes war, dass Gott ihnen ihre Herrschaft weggenommen hat: „Es reicht mir mit euch auf der Weltbühne; ich ziehe euch von der Bühne der menschlichen Geschichte weg, ihr seid erledigt!“ Das ist eine Annahme aus der Leseart des Textes. „...und ihre Lebensdauer ward ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt.“

Es stellt sich also die Frage, wie wir diesen Konflikt zwischen dem Gericht, bei dem der Vater den Vorsitz führt - es scheint, dass Er derjenige ist, der direkt involviert ist - und den Worten Jesu, die besagen, dass Sein Vater niemanden richtet, lösen. Und hier müssen wir das Prinzip des Göttlichen Musters verstehen. Wir haben dies bereits in früheren Vorträgen erwähnt: Woher kommt der Geist der Verurteilung? Wir müssen uns dazu Römer Kapitel 5,16 ansehen:

„Und ist nicht wie durch Einen, der gesündigt hat, so auch die Gabe? Denn das Urteil war von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit. (Elberfelder)...“. Wenn wir einige der modernen Übersetzungen dazu lesen, heißt es: „Denn das Urteil kam aus der einen Übertretung…“, und nicht „war von einem…. Aus der einen Übertretung? Was ist der Unterschied?

Stimme aus der Versammlung: Person oder Handlung.  

Person gegen Handlung. Und deshalb, wer verurteilt? Wenn wir das Wort „Übertretung“ hinzufügen, kam die Verurteilung, weil Adam eine Handlung vollbrachte, die die Verurteilung Gottes über ihn brachte. Und wenn wir etliche der Übersetzungen lesen, interpretieren sie den Text so, mit hinzugefügten Wörtern. Nun, wir wussten nicht, dass es sich um zugefügte Wörter handelt, weil sie diese nicht kursiv setzen. Man weiß es also nicht. Das ist es, was passiert.

Aber was sagt der Text hier tatsächlich? „Denn das Urteil war von einem zur Verdammnis...“. Das Wort „von“ bedeutet eigentlich: „aus einem“, „ausgehend von einem“. Das Wort ist „ek“ im Griechischen: „…ausgehend von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit.“

Es heißt hier also, dass Adam derjenige ist, von dem der Geist der Verdammnis mit einem Todesurteil ausging. Und wie kam es dazu? Wir lesen dazu im Geist der Weissagung:

„Ich sah, daß eine tiefe Traurigkeit sich über Adams Angesicht legte. Er schien erschreckt und erstaunt; es schien ein Kampf in ihm vorzugehen. Er fühlte sicher, daß dies der Feind war, vor dem sie gewarnt worden waren, daß sein Weib sterben mußte. Dies bedeutete Trennung für beide. Seine Liebe zu Eva war groß, und in gänzlicher Entmutigung beschloß er ihr Schicksal zu teilen. Er ergriff die Frucht und aß sie rasch.“ (EG 137.1)

Warum hat er die Frucht so schnell ergriffen und gegessen?

Stimme aus der Versammlung: Weil sie sterben musste!

Sie musste sterben? Weil er schlussfolgerte, dass Gott seine Frau töten würde! Wenn jemand deine Frau töten will, wie würdest du reagieren? Du würdest deine ganze Kraft, dein ganzes Wesen, alles in dir einsetzen, um dieser Handlung entgegenzuwirken! Und genau das hat Adam getan. Er rebellierte gegen Gott. Und das war kein sorgloses Essen einer Frucht, das war völlige Rebellion und Widerstand: „Ich habe jede Faser meines Seins eingesetzt; wenn du in meine Gegenwart kommst, werde ich DICH TÖTEN!“

Das ist es, was in Adams Herz war, als Jesus in den Garten kam. Und es sagt: „Darum, weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft wider Gott ist; denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann es auch nicht.“ Feindschaft bedeutet Hass! Satan legte diesen Hass in das Herz Adams. Warum hat Adam so gedacht? Warum hat er gedacht, dass Gott seine Frau töten wollte? Und ich versuche nicht, es ihm vorzuwerfen; ich sage nur, oh Vater, das ist so schwer für Dich; er dachte, dass Du seine Frau töten würdest!

Und all die mörderischen Gedanken der Menschen haben sich aus diesem ursprünglichen „Wenn du das meiner Frau antust, werde ich…“ ausgesät. Und die Saat von Adams Gedanken manifestierten sich schließlich viertausend Jahre später, nicht wahr? Diese Ohrfeigen, sie spucken Christus ins Gesicht, sie hämmern Ihm auf den Kopf, das Blut läuft Ihm ins Gesicht; das ist die Manifestation dessen, was Adam im Garten dachte! Und warum ließ Gott zu, dass Seinem Sohn dies geschah? Damit der Mensch wissen konnte, was in seinem Herzen war. Und dieser Geist der Feindschaft wurde weitergegeben; wir haben diesen Widerstand, dieses Verdammen geerbt, und deshalb gibt es einen Geist der Verurteilung.

Und wenn wir uns umschauen; wenn wir uns die Gesellschaft um uns herum anschauen, hören wir Verurteilungen von den Lippen der Menschen kommen? Verurteilung, Verdammung, Rachegelüste. Das alles sind die Früchte. Und natürlich haben wir es an diesem Ende der Menschheitsgeschichte viel weitergebracht als Adam. Aber es dauerte nur eine Generation, bis sich Adams Gefühle gegenüber Gott manifestierten. Und wo haben sie sich manifestiert? In Kain, als er seinen Bruder tötete. Denn in Abel war der Geist von Jesus, und in Kain war der Geist von wem? Von Satan. Und so tötete Satan Christus in den Personen von Kain und Abel.

Und selbst auf diese Weise könnten wir sagen, dass Christus von Grundlegung der Welt an geschlachtet wurde: „Wenn ihr es einem meiner geringsten Brüder getan habt, so habt ihr es mir getan“. Christus wurde von Grundlegung der Welt an geschlachtet.  Der Geist von Abel flehte seinen Bruder an: „Kain bitte, bitte tu einfach, was Gott sagt, und du wirst gesegnet werden. Sei nicht rebellisch, sei nicht ungehorsam.“ Und Kain erhob sich: „Ich bin der ältere Bruder. Sag mir nicht, was ich tun soll“, und tötet ihn im Zorn. Und was geschieht? Kain verurteilt seinen Bruder; ein verdammendes Gericht, und mit diesem Gericht kam das Todesurteil.

Und so sehen wir in diesem den Geist manifestiert, der von Anfang an in Adam war, wegen dem, was er Christus antun wollte, weil er glaubte, dass Gott seiner Frau etwas antun würde. Als also Christus in den Garten kam und zu Adam sagte: „Was hast du getan?“, wie reagierte Adam dann? War er jetzt ganz erwachsen und taff? Er lief weg und versteckte sich!

Und ich habe diesen Punkt letzte Woche angesprochen; er bezieht sich auf die Angst vor dem Tod. Als Kain seinen Bruder Abel tötete, wovor bekam Kain Angst?

Stimme aus der Versammlung: Jemand anderes würde ihn umbringen.

Jemand anderes würde ihn umbringen.

Als Samuel Agag tötete, habt ihr das gelesen? Wovor hatte Samuel Angst? „Saul wird mich töten!“ Das hat er vorher nicht gefürchtet, oder? Für all die Leute, die sagen, dass es eine Handlung Gottes war, als Samuel Agag getötet hat: Warum hatte Samuel jetzt noch diese krankhafte Angst, dass Saul ihn töten würde? Kam das von Gott? Nein, es kam nicht von Gott.

Stimme aus der Versammlung: Moses, als er den Ägypter erschlug…

Mose, als er den Ägypter erschlug. Er rannte um sein Leben; er fürchtete sich vor dem Tod.

Stimme aus der Versammlung: Elia mit Isebel.

Elia mit Isebel. Er war furchtlos bis zu diesem Zeitpunkt, und dann rannte er um sein Leben. Als er das große Gemetzel vollzogen hatte, wurde er ängstlich. Was ist mit Simeon und Levi? Jakob meinte: „Oh nein, sie werden jetzt alle kommen und uns töten.“

Jedes Mal, wenn wir den Tod fürchten, beweisen wir damit unser ererbtes Verlangen, Christus zu töten. Habt ihr das verstanden?

Stimme aus dem Publikum: Sag das noch mal.

Jedes Mal, wenn wir Todesangst zeigen, zeigen wir unser ererbtes Verlangen, Christus zu töten, denn Angst kommt nur als Reaktion auf den Wunsch zu töten. Wenn du kein Verlangen hast zu töten, keine Lust zu zerstören, wirst du nichts fürchten! Ist das wahr?

Und deshalb heißt es in Offenbarung Kapitel 12 über das Volk Gottes, dass „sie ihr Leben nicht geliebt haben bis in den Tod“. Sie haben ihre Angst vor dem Tod verloren, weil sie ihr Verlangen, den Sohn Gottes zu töten, bekannt haben. Sie haben es gestanden, sie haben es anerkannt. Sie haben es erkannt: „Oh wow, ich wusste nicht einmal, dass es da war“. Es wurde vererbt und es wurde genährt. Aber wie manifestiert es sich? Es manifestiert sich nicht in unserem Verlangen gegenüber Gott, weil wir WISSEN, dass wir das nicht tun sollten. Es manifestiert sich in unserem Verlangen gegenüber unserem Nächsten. Jedes Mal, wenn wir Worte der Verurteilung über einen anderen Menschen aussprechen, zeigen wir unsere Verurteilung Christi, oder nicht? „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Warum kommt dieser natürliche Impuls in uns auf? Weil wir ihn geerbt und ihn 6000 Jahre lang genährt haben. Und dieser Same ist bereit zu explodieren, weil der Geist zurückgezogen wird; Er wird weggeschoben und weggestoßen.

Es stellt einfach alles in einen Zusammenhang; es macht absolut Sinn. Adam hat es völlig falsch verstanden. Er dachte, Gott würde seine Frau töten; und er beschloss aufzustehen und mit allem, was er hatte, zu widerstehen, bis er die Helligkeit Christi in den Garten kommen sah, und sein Verlangen zu töten sich in eine Angst vor dem Getötet-werden verwandelte. Und deshalb „kam der Tod über alle Menschen, denn sie haben alle gesündigt“.

Und was ist diese große Sünde?

Stimme aus der Versammlung: Gott zu sehen, wie Er nicht ist.

Gott so zu sehen, wie Er nicht ist. Zu glauben, dass Gott dich töten wird. Deshalb sterben Menschen, weil sie glauben, dass Gott sie oder ihre Lieben töten wird und das gefällt uns nicht. Aber wenn wir einen Gott haben, der bereit ist, Menschen aus irgendeinem Grund zu töten, dann leben wir alle in Nordkorea. Und wir müssen Gott lieben, denn wenn wir das nicht tun, werden wir sterben. Also führen wir alle den Tanz auf, wir alle tanzen den Tanz: Oh, ist Gott nicht wunderbar? Ist Er nicht so liebevoll? Ist Er nicht so schön? Denn wenn du es nicht sagst, wird Er dich töten. Das ist es, was du denkst, das ist es, was du verstehst.

Worum geht es also bei diesem Gericht überhaupt? Worum geht es bei diesem letzten Gericht? Das ist das Wunderbare daran. Wir kommen auf die gesamten Prinzipien der Adventbewegung zurück. Der große Kampf, Seite 411: „Die Bibelstelle, die vor allen andern die Grundlage und der Hauptpfeiler des Adventglaubens war, ist die in Daniel 8,14 gegebene Erklärung: „Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen um sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.“ Dies ist das Herzstück unserer Denkweise, das Konzept des Gerichts, das große Gericht Gottes, „die Stunde seines Gerichts ist gekommen“. Und das ist die große Herausforderung, die große Prüfung für uns. Denn das ist der Punkt, an dem wir - je nach der Denkweise, die wir haben - entscheiden werden, welchen Weg wir mit dieser Information einschlagen, wenn wir zu Johannes 5,22 kommen. Und wir sagen: „Mein Vater richtet niemanden…“. Oh, ihr nehmt die Lehre des Untersuchungsgerichts weg, um sie loszuwerden! Weil ihr jetzt damit im Widerspruch steht, oder etwa nicht?

Aber erst durch die Lehre vom Untersuchungsgericht werden wir zum Leben erweckt. Die Lehre vom Untersuchungsgericht, von Gottes Gericht über uns, spricht darüber, dass Gott uns unsere Charaktere zeigt, die wir unbedingt sehen müssen, damit wir eine Reue erfahren, „die niemand gereut“, und dadurch ins Leben eintreten können. Die Lehre des Untersuchungsgerichts IST DER EINZIGE WEG ins Leben für die 144.000 und für diejenigen, die in den letzten Tagen leben. Deshalb geschah es 1844. Weil Gott der menschlichen Rasse einen Spiegel vorhält: „Das ist es, was ihr von Mir denkt. Ihr denkt, dass Ich mit einem großen Tribunal komme und Meinen Thron errichte. Und Ich öffne alle Bücher, denn Ich habe euch euer ganzes Leben lang überwacht; Ich weiß alles über euch, ob ihr ungezogen gewesen seid, oder ob ihr nett gewesen seid. Ich habe eine Liste, und ich überprüfe sie doppelt.“ „Der Weihnachtsmann kommt in die Stadt“ [das ist aus dem Lied „Santa Claus is coming to town“], und er ist nicht froh. Das ist es, was wir von Gott denken.

Die ganze Lehre des Untersuchungsgerichts ist also ein Dienst des Todes. Das ist das ganze Ringen in meinem Denken: Wie verorte ich diese Lehre? Ich weiß, sie ist grundlegend, sie ist zentral für die dritte Engelsbotschaft und für das Evangelium, aber wie kann ich sie einbinden, wie kann man sie verstehen? Und wenn du die beiden Bündnisse verstehst, dass der alte Bund dir zeigt, wie du bist, dann führt dich das zum Tod, damit du zu neuem Leben auferstehst. Es gibt keinen anderen Weg, es gibt keine andere Möglichkeit als diesen Weg.

Wir haben über den großen Versöhnungstag gesprochen, über die ganze Sache mit den zwei Böcken: So geht die Menschheit mit dem Sündenproblem um. Ich weiß nicht, ob dieser Gedanke schon einmal geäußert wurde, aber ich möchte ihn noch einmal zum Ausdruck bringen. Das Gericht am Ende bringt dich einfach wieder an den Anfang zurück. Und was geschah am Anfang? Es gab drei Personen: Christus, Adam und Eva. Die Schlange war auch da, aber diese drei Individuen in der Hauptsache. Adam hat ein Problem, er hat ein Sündenproblem. Wie wird er damit umgehen? „Die Frau, die DU mir gegeben hast, um bei mir zu sein…“. Einer (Christus) wurde von Grundlegung der Welt an geschlachtet, die andere (Eva) wanderte fast tausend Jahre lang in der Wildnis umher und starb dann.

GENAU DARUM geht es bei den beiden Böcken! Sie repräsentieren Adams System der Gerechtigkeit und des Gerichts: Die zwei Böcke. Werfen wir das Los! Es ist mir egal, wer von euch die Schuld trägt, solange ICH ES NICHT BIN! Und so zeigt Gott, so geht IHR mit den Dingen um. Und so tritt Gott mit uns in diesen Prozess ein, weil Er versucht, uns zu führen, und wir folgen der Gerichtsszene, wir schauen zu, und dann schauen wir auf Christus und wir sagen: „Oh, du bist nicht so! Das bin ich, nicht du.“ Und dann gibt es dieses Ringen: „Oh, kann ich anerkennen, dass ich wirklich so schlecht bin?“

Stimme aus der Versammlung: Nein, alle anderen sind es!

Alle anderen sind es, alle anderen sind die Böcke, nicht ich! Diese dummen Böcke überall um mich herum, Sündenböcke! Und ich erinnere mich deutlich daran, dass, als ich Daniel 7 gelesen habe, ich wirklich diesen Konflikt in meinem Denken hatte, wie: Du meinst, der Vater richtet niemand, aber was ist mit Daniel Kapitel 7? Und ich lese den Text durch, und dann plötzlich: Oh wow, das bin ich, wie ich auf dem Thron sitze! Ich dachte, Gott sei wie ich!

Und dann fing der Spiegel plötzlich an, seine Wirkung zu entfalten, und ich fing an, daran zu denken: Mein Vater hat mich nie gerichtet. Er hat meine Brüder und meine Schwestern nie gerichtet. Und wie viele Menschen habe ich gerichtet? Vielleicht hast du nichts gesagt, jemand hat dir etwas getan, und in deinem Kopf war einfach nur: „Ich spreche nie wieder mit dieser Person!“ Und plötzlich driften zwei Menschen einfach auseinander, und nichts wird mehr gesagt, und die Freundschaft ist zerstört und fertig. Und diese Person ist für dich gestorben. „Das wirst du mir nie wieder antun. Ich werde dich nicht in meine Nähe lassen und nicht mit dir sprechen.“ All diese Dinge. Wie viele von uns haben diesen Prozess durchgemacht?

Stimme aus der Versammlung: Wie viele von uns mussten durch diesen Prozess durchgehen!

Der Geist Adams in uns, der die Menschen überwacht, prüft und beobachtet. Oh, ist Facebook nicht großartig? „Seht euch das an! Sieh dir an, was sie machen! Ich kann nicht glauben, dass sie das tun würden? Seht euch den Müll an, den sie posten. Wissen die nicht, dass sie auf Facebook mit mir befreundet sind? Sie haben völlig den Verstand verloren!“ Und du denkst... Nein, nein, nein, nein! Setze kein „wow“, oder setze kein „wütendes Gesicht“, setze gar nichts. Geh einfach auf die Knie und bete für sie. Vielleicht sollte ich aufhören, mir Facebook anzusehen. Es ist ein großes Überwachungsinstrument, nicht wahr? [Gelächter]

Ja, man sagt nur die Worte „gesundheitliche Probleme der Männer“, und schon werden all diese Anzeigen geschaltet. Nicht wahr? Sie hören zu. Es ist nur ein Computer. Sie hören dir zu. Und jetzt sind wir in dieser großen Überwachungsblase. Wir leben jetzt in einer Welt, die ganz und gar dem entspricht, was der Mensch von Gott denkt: „Ich werde euch unter Beobachtung stellen; ich gebe euch eine Zeitspanne, um euch zu verändern, und wenn ihr euch nicht verändert, werdet ihr sterben.” Das ist es, was wir denken, wie Gott ist. 

Ich bete, dass wir all diese Teile zusammenfügen können. Es ist wirklich sehr, sehr wichtig, nicht oppositionell zu sein. Wir können die Lehre des Gerichts nicht entfernen, denn die Lehre des Gerichts ist das Beweisstück A gegen uns, das uns dann die Glaubwürdigkeit gibt, um Gnade zu bitten! Wir sind mit diesem Geist der Verurteilung und des Gerichts verhängnisvoll fehlerhaft, und wenn wir diese Lehre wegnehmen... und Freud drückt das wirklich gut aus: Das ganze Prinzip der Projektion! Es ist ein Selbstverteidigungsmechanismus, bei dem man auf einen anderen Menschen seine eigenen Eigenschaften projiziert und ihn zum Bösen macht. Und genau darum geht es in Daniel 7; wir projizieren dieses Bild auf Gott, denn so sind wir. Und wir müssen dieses Bild sehen, damit wir irgendwann zu der Erfahrung in Sacharja kommen, wo es heißt: „... und um ihn trauern, wie man um den einzigen Sohn trauert, und ihn bitterlich beweinen, wie man sich um den Erstgeborenen grämt.“

Ich möchte aufhören zu verurteilen. Jedes Mal, wenn du einen anderen Menschen verurteilst, durchbohrst du Christus. Jedes Mal, wenn du über eine andere Person Bewertungen abgibst, die nicht wohlmeinend sind, die nicht freundlich sind, oder wenn du in einer Art „Ich werde mich von dieser Person fernhalten“ agierst, durchbohrst du Christus, durchbohre ich Christus. Und mein Ausruf ist: „Herr, rette mich! Ich möchte aufhören, so zu denken. Gib mir diesen neuen Geist.“ „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“ (Philipper 2,5). Und die wunderbare Nachricht ist, dass es eine freie Gabe ist; es wird dir freiwillig angeboten, aber es kann nicht in das Gemüt von jemandem passen, der nicht völlig davon überzeugt ist, dass er aus sich selbst heraus nicht zu retten ist, dass er unverbesserlich „trügerisch und böse“ ist. (Jeremia 17,9)

Wenn du erst einmal an dem Punkt angelangt bist, an dem du erkennst, dass du unverbesserlich bist, wirst du sagen: „Herr, hilf mir!“ Und unser Gebetsleben wird ganz anders werden, als es bisher war. Wie es im vierten und fünften Engel von Offenbarung 14 heißt, von denen James White sagt, dass dies Gebetsbotschaften sind; werden wir beten: „Herr, ich glaube, ich glaube, dass Du mir Deinen Geist geben wirst.“ Und der Einzige, der dich daran hindern kann, eine solche Erfahrung zu machen, bist du; und ob DU dich selbst richten wirst, denn wir alle werden es tun, wenn wir in die Gegenwart Christi kommen, und was wird dann dein Urteil über dich selbst sein?

Wirst du die Berge und Felsen auf dich stürzen lassen, weil du beschlossen hast, dass deine Bosheit nicht vergeben werden kann? Oder wirst du dich Seinem Gericht unterwerfen, das besagt: „Seht, Ich habe euch aus freien Stücken vergeben. Ja, du hast Mich verletzt. Und ja, es war sehr schmerzhaft, aber Ich liebe dich so sehr, dass Ich dir vergebe, und Ich erweise dir Meine Barmherzigkeit, und Ich möchte, dass du für immer mit Mir lebst.“ Glaubst du das, oder glaubst du, dass deine Sünde bestraft werden muss, wenn du sie in all ihrer schrecklichen Dunkelheit in der Gegenwart Christi siehst? Das ist es, worauf wir mit all dem hinauswollen.

Und ich kann sagen, dass es die Prinzipien des Göttlichen Musters sind, die mir geholfen haben zu erkennen: Nein, das Gericht ist entscheidend, das Gericht ist wichtig. Wir bauen auf diesem Fundament von 1844 und 1888 auf, aber es ist alles im Spiegel; es ist alles ein Bild, um uns zu zeigen, wie du und ich sind, damit wir durch den Glauben Gerechtigkeit empfangen. Das ist es, worum es geht; das ist der Kontext, in den wir uns einfügen; das war das fehlende Stück, das mir in meiner Jugend nicht beigebracht wurde, und ich habe diese Dinge nicht verstanden oder ergriffen.

Ich dachte, dass Gott so ist. Aber es war mein Vater in Seiner Weisheit, der meine Sünde überströmend werden ließ. Je mehr ich dachte, dass Er so war, desto mehr zeigte Er mir, wie ich war, bis zu dem Tag, an dem Er mir offenbarte: „Adrian, das bist DU, der auf Meinem Thron sitzt. Und Ich freue mich, dass du dort sitzt, wenn es dir hilft zu erkennen, dass du das bist und nicht Ich.“ Und ich sage euch, ich habe tagelang geweint, als mir das klar wurde. Dies war im Jahr 2018; oh Herr, ich muss mich ändern, ich muss mich ändern.

Und aus diesem Grund und all den Dingen, die diese Botschaft mit sich gebracht haben, werden meine Frau und ich am nächsten Sabbat in diese Botschaft getauft. Es ist eine solche Transformation! Es ist so anders als alles, was ich bisher erlebt habe, dass ich immer noch aufgewühlt bin. Ich muss zugeben, diese Botschaft verwandelt, sie verändert unsere Ehe; sie verändert alles in unserer Beziehung sowie die Art und Weise, wie wir mit Menschen umgehen.

Denn jedes Mal, wenn ich die Versuchung verspüre, Menschen zu verurteilen, sehe ich mich mit diesem Speer in die Seite Christi, und ich sage: „Nein, ich kann nicht; Herr, bitte, ich will das nicht mehr tun!“ Das bringt mich dazu, mehr zu beten, meinen Erlöser anzuflehen: „Ich will die Menschen nicht mehr verdammen!“ Und es ist ein täglicher Kampf, es ist ein täglicher Kampf. Denn es kommen ständig Dinge auf einen zu, und die Menschen sagen und tun Dinge, und alles, was die alte Natur will, ist, sich zu erheben und sich selbst zu schützen und sich selbst zu verteidigen, und wie können sie es wagen, dies zu tun und zu sagen! Und die ganze Zeit sagt Christus: „Sieh, ich biete dir einen anderen Weg an, ich biete dir eine andere Erfahrung an.“

Ich habe also die Erfahrung von Apostelgeschichte 19 gemacht, in der die Leute in Apg 19 noch nie von einem Heiligen Geist gehört hatten. Ich wusste nie, dass mein Vater so war; ich dachte, Er sei wie Kim Jong-il, nur manchmal mit einer weitaus freundlicheren Art! Er kann nett sein, Er kann liebevoll sein, aber reize Ihn nicht. Es gibt eine Grenze, und wenn du diese Grenze überschreitest, wirst du zerquetscht wie ein Käfer. Das ist der Gott, mit dem ich aufgewachsen bin, und das hat meinem Gehirn eine Menge Schaden zugefügt. Aber ich glaube, ich werde eine neue Denkweise haben. Ich habe einen neuen Geist, es hat bereits begonnen! Das ist eine wunderschöne Sache.

Und deshalb komme ich zu Laubhütten, weil ich weiß, dass ich in Christus im Schoß des Vaters ruhe, und mein Gemüt wird verändert und umgewandelt; und es werden weniger Worte aus meinem Mund kommen, und schließlich wird der alte Bund wie ein alter Lappen verschwinden; er wird völlig verschwunden sein; ich werde bei der Braut sein, in ihrem Brautkleid, bereit für meinen Bräutigam. Und das ist die gute Nachricht, nicht wahr?

Versammlung: Amen. Das ist eine wunderbare gute Nachricht.

Nun, lasst uns zum Ende kommen. Ich denke, es ist Zeit, einen Spaziergang zu machen. Aber ich bete, dass ihr dieses neue Gefüge, dieses neue Verständnis sehen könnt. Wisst ihr, ich wache einfach jeden Morgen in den Armen meines Erlösers auf, und oh, mein wunderbarer Vater ist so gut! Und wisst ihr, es ist egal, ob ich lebe oder sterbe, denn das nächste, was ich sehen werde, ist das Antlitz Jesu, und ich kann es wirklich nicht erwarten. Aber hier zu bleiben ist besser, weil ich es mit allen anderen teilen möchte. Ich möchte, dass alle anderen diese schöne Botschaft kennenlernen. Das ist es, wofür ich lebe. Es ist alles, was mich motiviert und mich bewegt. Ich habe meinen Erlöser gesehen, wie ich Ihn noch nie zuvor gesehen habe, und Er ist das vollkommene Ebenbild Seines Vaters. Das ist es, was aufgeprägt wird. Ich bin bereit, das Siegel Gottes zu empfangen. Und es ist diese Botschaft, die uns darauf vorbereitet, ein Teil der 144.000 zu sein.

Und wenn du diese Botschaft hörst, ist dies deine Einladung, ein Teil der 144.000 zu sein. Es wird dir frei angeboten. Du musst nur dein Richten und dein Verurteilen aufgeben und an einen Gott glauben, der nicht gewalttätig ist und dich niemals verdammen wird. Ich meine, wie schwer ist das? Mein Vater wird mich niemals verdammen, niemals! Das hat Er nie getan! Und so viele Male, wenn ich versage und stolpere, und dann denke ich: „Mein Vater hat mich nie verdammt! Oh, ich danke dir, Vater!“ Der Einzige, der mich verdammt, bin ich und der Teufel. Wem wirst du also glauben, dem Teufel und dir, oder Gott? Ich bin bei meinem Vater! Ich werde meinem Vater glauben. Ich bin nicht verdammt, auch wenn ich mich verdammt fühle, weil ich es mein ganzes Leben lang getan habe.

Vielleicht habt ihr auch ein paar Gedanken dazu, oder wollt ein paar Dinge mitteilen? 

Debbie aus der Versammlung: Wann immer wir herausfinden, dass das, was wir glauben, eine Lüge ist, hast du in der Vergangenheit meistens gedacht, oh nein, ich gehe da nicht hin, weil ich dann erkennen werde, dass ich falsch liege. Nun, wenn du herausfindest, dass du falsch liegst, wirst du die Wahrheit herausfinden, und das ist immer herrlich.

Das ist es, wenn man sich im richtigen Rahmen bewegt.

Ja, natürlich. So war es, nicht wahr? Zum Beispiel: Wir finden heraus, wie falsch wir denken, und dann finden wir die Wahrheit heraus. Und sie ist so viel besser! Aber dann verurteilen andere Leute dich natürlich dafür, dass das, was du sagst, die Wahrheit ist: „Nein, nein, Debbie, du liegst ganz falsch.“ Und weißt du, du bekommst die Verurteilung von anderen Leuten, die du ihnen gegeben hättest, wenn sie dir so etwas gesagt hätten.

Und es ist in diesem Augenblick, wenn die Leute sagen: „Natürlich zerstört Gott! Wie kannst du es wagen, so etwas zu lehren.“ Dann hast du die Möglichkeit, ein Spiegel zu sein. Du kannst entweder ein Spiegel von ihnen oder ein Spiegel von Christus sein. Du kannst es einfach hinnehmen und sagen: „Okay, Bruder, ich meine, wenn du so fühlst, dann respektiere ich deine Entscheidung, und ich werde für dich beten.“ Oder du gibst es zurück. Wen wirst du spiegeln? Wessen Charakter wirst du offenbaren?

Irgendwelche anderen Gedanken?

Stimme aus der Versammlung: Ich denke, wir haben auch viel zu verlernen...

Oh Schwester!

Stimme aus der Versammlung: Verlernen, insbesondere wenn man auch noch als Adventist aufgewachsen ist.

Ja, genau! Wir müssen so viel verlernen.

Und wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, dass die Menschen da draußen in der Welt an der gleichen Startlinie stehen wie wir!

Stimmen aus der Versammlung: Amen!

Wir haben keinen Vorteil, außer was? „…vor allem sind uns die Aussprüche Gottes anvertraut worden.“ (Römer 3,2). Aber wir haben sie benutzt, um uns selbst zu zerstören! Und so sind wir wieder an die gleiche Startlinie gestellt worden. Und diejenigen, die die Letzten sind, werden die Ersten sein, und diejenigen, die dachten, sie wären die Ersten, werden deshalb die Letzten sein. Denn unser Vater ist nicht so, wie wir dachten! Diejenigen von uns, die in der Adventbewegung aufgewachsen sind, wir sind wie der ältere Bruder, der von dort drüben auf die Menschen in der Welt schaut, auf „die sündigen Menschen da draußen“, um durch ihre Sündhaftigkeit Versöhnung zu erlangen. Und jetzt stehen wir an der gleichen Startlinie.

Und genau das liebe ich an dem Gleichnis von den beiden Söhnen. Beide Söhne richten über den Vater, aber der Vater richtet keinen seiner Söhne; Er spricht kein einziges Wort des Urteils aus. Er liebt sie einfach beide, reicht ihnen beiden die Hand. Ein wunderschönes Bild unseres Vaters. Beide haben die Chance, und wie es aussieht, scheint der jüngere Sohn dabei zu sein, und der ältere Sohn ist draußen in der äußersten Finsternis, wirklich patzig und überheblich mit seinem Vater und seinem Bruder; nennt ihn: „dieser dein Sohn…“, und nicht „mein Bruder“…

Lasst uns jetzt im Gebet schließen.

Vater im Himmel, was für eine Freude ist es, durch Deinen eingeborenen Sohn zu Dir zu kommen. Herr, wir bekennen, dass wir uns in Dir getäuscht haben; wir haben Dinge über Dich gedacht, die böse sind. Und wie sie Dich verletzt haben! Von Dir zu denken, dass Du Menschen verbrannt und zerstört hast; zu denken, dass Du diese Dinge getan hast; dass Du gerichtet, verurteilt und verdammt hast. Wie sehr muss Dich das verletzt haben. Wir bitten um Vergebung. Vater, wir beten, dass das, was Deinem Sohn vor 2000 Jahren angetan wurde, unsere Menschlichkeit hervorbringt. Bitte vergib uns, dass wir Deinen Sohn durchbohrt haben, und bitte gib uns Deinen Geist; wir brauchen Deinen Geist, denn wir wollen aufhören, Menschen zu verurteilen, und aufhören, uns selbst zu verurteilen. Wir glauben, dass Du uns Deinen Geist geben wirst, nicht weil wir gut sind, sondern weil wir schlecht sind! Es sind nur schlechte Menschen, die brauchen und bitten. „Selig sind die geistlich Armen...“ Wir brauchen diesen Geist, Vater. Und während unserer Zeit hier weiß ich, dass Du uns helfen wirst, und dass Du uns verändern wirst, und dass Du uns von unserem Gericht, unserer Verurteilung anderer und Dir heilen wirst, und dass wir unsere Angst vor dem Tod verlieren werden. Und ich danke Dir, dass Du dies tun wirst. Im Namen Jesu. Amen.