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Das Maß des Lichtes, das uns gegeben worden ist, ist das Maß unserer Verantwortung

veröffentlicht Feb 14, 2021 von Ellen White in Das Gericht
Übersetzt von Jutta Deichsel
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Dieser Artikel von Ellen G. White erschien am 17. Februar 1891 im Review and Herald. Englischer Originaltext: https://m.egwwritings.org/en/book/821.11074#11074

Gott lobt oder bestätigt die Menschen nicht in ihrer Verstocktheit, denn dieser Zustand des menschlichen Herzens verherrlicht Ihn nicht und wirkt nichts Gutes für die Menschheit. Gott wirft Licht auf die Seelen der Menschen, Er gewährt ihnen Gelegenheiten und Vorrechte, und wenn diese nicht genutzt und vervollkommnet werden, wenn die kostbaren Momente der Bewährungszeit vernachlässigt werden, wird das Maß des Lichtes, das gegeben wurde, das Maß der Schuld sein, die entstanden ist durch diese unentschuldbare Vernachlässigung der Gaben Gottes. Der Erlöser sagt: „Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!“

Uns wird gesagt, dass der HERR das Herz des Pharaos verstockte. Die wiederholte Weigerung des Königs, das Wort des Herrn zu hören, brachte direktere, dringlichere und überzeugendere Botschaften hervor. Bei jeder Ablehnung des Lichtes gab der Herr eine deutlichere Darstellung Seiner Macht, aber die Halsstarrigkeit des Königs nahm mit jedem neuen Beweis der Macht und Majestät des Gottes des Himmels zu, bis der letzte Pfeil der Barmherzigkeit aus dem göttlichen Köcher erschöpft war. Dann war dieser Mann durch seinen eigenen beharrlichen Widerstand vollständig verhärtet. Der Pharao säte Halsstarrigkeit, und er erntete einen Ertrag derselben Art in seinem Charakter. Der Herr konnte nichts mehr tun, um ihn zu überzeugen, weil Pharao sich so in Halsstarrigkeit und Vorurteilen verbarrikadiert hatte, dass der Heilige Geist keinen Zugang zu seinem Herzen finden konnte. Pharao wurde seinem eigenen Unglauben und seiner Herzenshärtigkeit überlassen. Untreue produziert Untreue. Als der Pharao bei der ersten Bekundung der Macht Gottes sein Herz verstockte, machte er sich selbst fähiger dazu, die Macht Gottes ein zweites Mal abzulehnen. Stolz und Sturheit hielten ihn in Knechtschaft und hinderten ihn daran, die Warnungen Gottes anzuerkennen. Es widersprach der Natur des Pharaos, eine Veränderung vorzunehmen, nachdem er erst einmal seinen Vorsatz ausgedrückt hatte, nicht zu glauben.

Was der Pharao tat, wird immer und immer wieder von Menschen getan werden, bis die Gnadenzeit vorüber ist. Gott vernichtet keinen Menschen, aber wenn ein Mensch Überzeugung unterdrückt, wenn er sich von Beweisen abwendet, sät er Unglauben und wird das ernten, was er gesät hat. So wie es mit dem Pharao war, so wird es mit ihm geschehen; wenn deutlicheres Licht auf die Wahrheit scheint, wird er diesem mit größerem Widerstand begegnen, und mit jeder Ablehnung des zunehmenden Lichtes vom Himmel wird sich seine Verstockung des Herzens fortsetzen. In Schlichtheit und Wahrheit wollen wir zu den Unbußfertigen darüber sprechen, wie die Menschen ihre eigenen Seelen zerstören. Ihr sollt nicht sagen, dass Gott zu beschuldigen ist; dass Er einen Erlass gegen euch verfügt hat. Nein, Er will nicht, dass irgendjemand verlorengeht, sondern dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit und in den Hafen der ewigen Seligkeit kommen. Keine Seele wird jemals endgültig von Gott verlassen und ihren eigenen Wegen übergeben, solange es noch irgendeine Hoffnung auf ihre Erlösung gibt. Gott folgt solange den Menschen mit Aufrufen, Warnungen und Zusicherungen von Mitgefühl, bis weitere Gelegenheiten und Vorrechte völlig umsonst wären. Die Verantwortung liegt auf dem Sünder. Indem er heute dem Geist Gottes widerstrebt, bereitet er den Weg vor, weiterem Licht, das mit mächtigerer Kraft kommt, erneut zu widerstehen, und geht so von einer Stufe der Gleichgültigkeit zur nächsten über, bis ihn schließlich das Licht nicht mehr beeindrucken kann, und er damit aufhören wird, in irgendeiner Weise auf den Geist Gottes zu reagieren.

Diejenigen, die beanspruchen, Christen zu sein, haben ein ständiges Bedürfnis nach einer Macht außerhalb und jenseits ihrer selbst. Sie müssen wachen unter Gebet und sich selbst unter die Vormundschaft Gottes stellen, sonst werden sie vom Feind überwunden werden.  Der Christ muss auf Gott schauen, wie ein Diener zu seinem Meister, wie eine Magd zu ihrer Herrin, und sagen: Herr, was willst du, was ich tun soll? Der Diener Gottes muss seine Begabung in einer solchen Weise benutzen, dass sie Gott Ehre bringt. Wenn er sich der Kontrolle des Geistes Gottes unterwirft, wird er erneuert und in das Bild Christi verwandelt. Seine Zuneigung gehört Gott, er wird erleuchtet, gestärkt und geheiligt werden, und wird ein Kanal des Lichtes für die Welt sein.

Aber der Sünder, der sich weigert, sich selbst Gott zu übergeben, steht unter der Kontrolle einer anderen Macht, er hört auf eine andere Stimme, deren Einflüsterungen einen völlig anderen Charakter haben. Leidenschaften beherrschen ihn, sein Urteilsvermögen ist verblendet, die Vernunft entthront, und impulsives Verlangen bewegt ihn heute hierhin, morgen dahin. Die Wahrheit wird nur wenig Einfluss auf ihn haben, denn in der menschlichen Natur, wenn getrennt von der Quelle der Wahrheit, findet sich ein ständiger Widerstand gegen den Willen und die Wege Gottes. Das Physische, das Mentale und das Moralische steht alles unter der Kontrolle vorschneller Impulse. Die Neigungen sind verdorben, und jede Fähigkeit, die dem Menschen zur weisen Weiterentwicklung anvertraut wurde, wird demoralisiert. Der Mensch ist tot in Übertretungen und Sünden. Neigungen bewegen ihn, die Leidenschaft hat die Oberherrschaft, und seine Gelüste sind unter dem Einfluss einer Kraft, deren er sich nicht bewusst ist. Er spricht von Unabhängigkeit, von Handlungsfreiheit, während er sich in der erbärmlichsten Sklaverei befindet. Er gehört nicht sich selbst. Es ist ihm nicht erlaubt, die Schönheit der Wahrheit zu erkennen, denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, und unterwirft sich Seinem Gesetz nicht. Er sieht Wahrheit als Irrtum an, und Irrtum als Wahrheit.

Wenn die gottlosen Toten aus dem Grab erweckt werden, kommen sie hervor mit dem Geschmack, den Gewohnheiten und dem Charakter, die sie in ihrer Bewährungszeit gebildet haben. Ein Sünder wird nicht als Heiliger auferweckt, noch wird ein Heiliger als Sünder auferweckt. Der Sünder könnte nicht glücklich sein in der Gemeinschaft der Heiligen im Licht, mit Jesus, mit dem Herrn der Heerscharen; denn von allen Seiten wird das Lied der Anbetung und des Dankes gehört werden, und Ehre wird dem Vater und dem Sohn gegeben. Ein Lied wird angestimmt, welches die Ungeweihten und Ungeheiligten niemals gelernt haben, und es wird nicht in Harmonie sein mit ihren verdorbenen Vorlieben und Geschmäckern. Es würde unerträglich für sie sein. Der Apostel Johannes hörte dieses Lied. Er sagt: „Darnach hörte ich wie eine laute Stimme einer großen Menge im Himmel, die sprachen: Halleluja! Das Heil und der Ruhm und die Kraft gehören unsrem Gott! Denn wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte;... Und eine Stimme ging aus vom Throne, die sprach: Lobet unsren Gott, alle seine Knechte und die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die Großen! Und ich hörte wie die Stimme einer großen Menge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, ist König geworden! Laßt uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet.“  Es ist für den Sünder unmöglich, sich der Glückseligkeit des Himmels zu erfreuen.