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Die ewige Frage

veröffentlicht Mai 26, 2020 von Adrian Ebens in Sohn
Übersetzt von Jutta Deichsel
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Die Aufrechterhaltung des Widerspruchs von dem ewigen, geborenen Sohn Gottes

Indem wir die Sohnschaft von Jesu betrachten, stehen wir sofort einer Verwirrung gegenüber. Wenn wir die Bibel für wahr halten, werden wir erkennen, dass der Sohn vorgestellt wird als beides, als ewig und als geboren.

Christus ist ewig

aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist. (Micha 5,2)

Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! (Johannes 8,58)

Beachte: Bin ich bzw. Ich bin ist jemand, der sich im Zustand der fortwährenden Existenz befindet

aber von dem Sohn: »Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. (Hebräer 1,8)

Christus ist geboren

Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt. Und er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, als der Name, den er geerbt hat, ihn auszeichnet vor ihnen. (Hebräer 1,2-4)

Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluß [über ihn] gegeben. (Johannes 1,18)

Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3,16)

Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. (Johannes 8,42)

Beachte: Das Wort ausgegangen bedeutet ausfließen oder herauskommen.

Wenn wir versuchen, diese zwei Kennzeichnungen, ewiger und geborener Sohn, zusammenzubringen in unserem Geist, erscheint es so, als könnten sie nicht zusammenpassen.

Diese zwei Kennzeichnungen zusammenzubringen ist ein Schlüsselfaktor, um den Sohn Gottes zu verstehen.

Es ist der Punkt, wo wir die verbreitete Argumentationskette bekommen:

  1. Christus kann nicht vom Vater hervorgekommen sein, denn dann wäre Er nicht ewig.
  2. Dies würde bedeuten, dass es eine Zeit gab, in der Christus nicht existiert hat.
  3. Eine solche Andeutung weist auf ein Leugnen Seiner Göttlichkeit hin.
  4. Deshalb kann Christus nicht in der Ewigkeit geboren worden sein.

An diesem Punkt wird das Wort „geboren“ oder speziell „einzig geboren“ dazu gezwungen, seine Bedeutung zu verändern. Die einfache Lesart des Wortes „einzig geboren“ oder „eingeboren“, wie es im Deutschen oft übersetzt wird, lautet:

Monogenēs, einzig geboren, das ist sole: alleinig (geboren, Kind)

So gibt es dann zwei Wege, die man gehen kann, um mit dem Begriff „geboren“ umzugehen:

  1. Jesus wurde geboren bei Seiner Inkarnation (Menschwerdung).
  2. Jesus wurde geistlich geboren in der Ewigkeit, was bedeutet, dass Er in die Rolle eines Sohnes eingetreten ist, aber nicht tatsächlich ein buchstäblicher Sohn ist.

Das Problem in jedem dieser beiden Fälle ist, dass die Identität von Christus verändert wird zu jemanden, der nicht länger ein wahrer und buchstäblicher Sohn ist. Seine wahre Identität wird unbekannt mit der Kennzeichnung: Zweite Person der Gottheit. Es gibt kein Konzept mehr von einer Beziehung zwischen Vater und Sohn, außer eines von Gleichheit in Macht und Ewigkeit. Das einzige, was wir wirklich erfassen können, ist, dass beide ewig und machtvoll sind, und das bedeutet, dass wir sie nicht unterscheiden können, und das wiederum zerstört die Beziehung.

In einer solchen Argumentationskette wird die Auflösung der Begriffe ewiger und geborener Sohn die wahre Identität der Bezeichnung „einzig geborener Sohn“ oder „eingeborener Sohn“ in ein Geheimnis verkehren.

Innerhalb von diesem Verlauf der Argumentation wurde kein Versuch unternommen, den Begriff ewig oder Ewigkeit zu definieren. Es wird einfach die Annahme gemacht, dass Ewigkeit die unendliche Expansion von Zeit ist, die für immer weitergeht.

Eine der interessanten Dinge in diesem Prozess ist, dass die Zeit letztendlich konstant ist, und Christus derjenige ist, der sich verändert (von der zweiten Person der Gottheit zum Sohn Gottes). Wer ist in diesem Szenario wem unterworfen?

Auf welcher Basis machen wir die Annahme, dass die Zeit konstant ist? Was tatsächlich bedeutet das biblische Wort für „ewig“ oder „Ewigkeit“?

Von H5956: ordentlich verborgen, das heißt, verschwindender Punkt, Fluchtpunkt, Zeit jenseits unseres Denkens (Vergangenheit oder Zukunft, das ist (praktisch) Ewigkeit, häufig adverbial (besonders mit präpositionalem Präfix) immer: immer (-s), uralt (Zeit), Kontinuität, ewig.

Das biblische Konzept von Ewigkeit ist etwas, das verborgen ist, es ist eine Zeit, die jenseits unseres Denkens ist, was bedeutet, dass wir es nicht verstehen können. Wenn etwas verborgen oder jenseits des Fluchtpunkts ist, dann können wir in unseren Gedanken keine Linie darin ziehen.

Die Bibel sagt:

Was verborgen ist, das steht bei dem Herrn, unserem Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich für uns und unsere Kinder bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun. (5.Mose 29,29)

Die Bibel definiert die Ewigkeit als etwas, das verborgen ist, Gott hat es uns nicht offenbart, es ist jenseits unseres Verständnisses. Unser endliches Konzept von Zeit auf die Ewigkeit zu legen ist ein Versuch, in Dinge hineinzuschauen, von denen Gott niemals die Absicht hatte, dass wir sie verstehen sollten.

Das Konzept von Zeit ist für uns als menschliche Wesen konstant. Wenn wir dieses Konzept der Ewigkeit aufzwingen, tun wir dann nicht menschliche Bedingungen auf die Gottheit projizieren? Kann es sein, dass dies eine Form des Götzendienstes ist, um den Sohn Gottes zu einer Erweiterung unser selbst zu machen? Wenn wir in der Zeit leben, dann muss der Sohn auch in der Zeit leben, Er muss so sein wie wir.

Es ist völlig absurd, Christus an etwas zu messen, dass Er selbst geschaffen hat. Die Bibel sagt, dass Christus alle Dinge gemacht hat, und ohne Ihn ist nichts gemacht, was gemacht ist (Johannes 1,3). Dies beinhaltet die Zeit.

Warum sollten wir nicht der Ewigkeit erlauben, ein Geheimnis zu sein, anstatt die Identität von Christus in ein Geheimnis zu verwandeln? Wenn wir dies tun und uns selbst auf unsere endliche Existenz begrenzen, dann finden die Begriffe ewig und geboren zu einer vollkommenen Harmonie.  Wir werden nur Schwierigkeiten bekommen, wenn wir uns anmaßen, in das Geheimnis der Ewigkeit hineinzureichen als etwas, dass Gott uns nie offenbart hat.

Das ist der einzige Weg, damit wir wahrlich sagen können, dass Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit ist (Hebräer 13,8). Wir müssen Christus erlauben, konstant zu sein, und der Zeit und der Ewigkeit erlauben, wandelbar zu sein.

Das Versagen, dies zu tun, verursacht die Zerstörung des in der Ewigkeit geborenen Sohnes, und das, meine Freunde, ist genau das, was Satan von Anbeginn erreichen wollte.